Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

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Schwalmwellis
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Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von Schwalmwellis » Fr 17. Jul 2020, 16:51

Hallöchen,
bevor ich mit meinen Urlaubsbewertungen beginne möchte ich einmal in die Runde fragen, wie ihr bei Bewertungen mit Dingen umgeht, die Covid-19 betreffen?
Z.B. Nichteinhaltung der Maskenpflicht von Servicekräften oder Nichteinhaltung des Mindestabstandes bei der Gästeplatzierung?
Gastronomen haben es schon schwer genug - also besser solche Begebenheiten gar nicht erst erwähnen?
Oder erst recht erwähnen, weil es eigentlich ein Unding ist?

Howpromotion
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von Howpromotion » Sa 18. Jul 2020, 09:42

Gastronomen haben es schon schwer genug - also besser solche Begebenheiten gar nicht erst erwähnen - Du hast es bereits gesagt...
Jeder entscheidet selbst, ob er eine Gastro aufgrund des dortigen Hygienekonzepts ggfs. wieder verlässt - und jedes Bundesland hat bzw. ändert die Vorgaben für sich; es gibt auch abgenommene Konzepte von Behörden, die (uns unbekannte) Ausnahmen abnicken. Wer soll da gerecht beurteilen und nicht vielleicht sogar Rufmord betreiben oder unbekannte Unschärfen falsch bewerten? Ich würd's lassen - ansonsten sehen sich vielleicht einige auch möglicherweise ungerechtfertigten zusätzlichen Kontrollen ausgesetzt. Und wem hilft nach so begründeten Pleiten ein (guter) Betrieb weniger nach Corona...

Das Netz vergisst nie - also bei zu starken Abweichungen/Risiken statt einem Post lieber den Wirt oder die zuständige Behörde direkt ansprechen - wer's braucht - und die persönliche Empfindlichkeit/Angst ist ja durchaus unterschiedlich...

Durch die derzeit ausgesetzte Insolvenzmeldepflicht werden die ganz schwarzen oder unprofessionellen Schafe spätestens zum Jahreswechsel dann sowieso durch Zahlungsunfähigkeit ausgesiebt.

Ich bleibe dabei - wir selbst entscheiden für uns über das eingehaltene Schutzlevel und reagieren darauf. Hoffentlich nicht so wie die Ballermann-Vollidioten - und da meine ich sowohl die Gäste als auch die jetzt von Schließung betroffenen Wirte :P
"Es ist besser, zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen, dass man nicht genossen hat." (Giovanni Boccaccio)
LG Howpromotion

x2x
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von x2x » Sa 18. Jul 2020, 12:08

So wie @Howpromotion es schon sehr plausibel dargestellt hat, verstehe ich es auch.

Wenn ein Gastronom allerdings wirklich gegen alle Corona-Regularien und Vorgaben tatsächlich erkennbar verstoßen würde, ja dann könnte ich mir doch u.U. vorstellen, ihn öffentlich an den Pranger zu stellen. Würde ihn allerdings vorher ansprechen. Aber ich denke, dass das Theorie ist, denn so einen gastronomischer Betrieb der wirklich gegen alle Regeln verstößt, ist mir in den letzten Wochen noch nicht begegnet. Klar gibt es mal marginale Defizite, weil z.B. mal eine Servicekraft die Maske unterhalb der Nase trägt. Aber deswegen stellt man niemanden an den Pranger.

Von einer Ausnahme möchte ich allerdings berichten.

Ich betrete vor etwa einer Woche ein kleines Bistro, wo man auch nicht essen konnte. Hinter dem Tresen stand die Inhaberin, ohne Maske. Auf der Theke lag offen eine Liste (Din A4 Zettel), wo der Gast sich eintragen sollte. Dabei konnte er alle anderen Namen und Anschriften der anderen Gäste sehen und lesen. Daneben stand eine Kunststoff-Flasche (kein Sprayer) mit einem Desinfektionsmittel. Die Flasche war leer. Süffisant frage ich die Dame, "na heute ohne Maske". Sehr überheblich erhielt ich die Antwort: "Brauche ich nicht tragen" und fragte nach meinem Getränkewunsch. Auf meinen sarkastischen Einwand, dass ich mir zunächst erst einmal in der offen auslegten Liste die Namen der anderen 4 Gäste anschauen wollte, regierte sie mit einem: "Tun Sie das". Sie hatten meinen Wink mit dem Zaunpfahl wohl nicht verstanden, obwohl es doch fast schon ein Wink mit der Bahnschranke war. Als ich dann noch anmerkte, dass die Flasche mit dem Desinfektionsmittel leer sei, nahm die gute Dame eine fast schon drohende Haltung ein und stellte die Frage, ob ich sie provozieren wolle .

Natürlich wollte ich das. Das gab ich aber ihr gegenüber natürlich nicht zu. Ich drehte mich um in Richtung Ausgang und rief ihr ironisch zu, "na dann passen Sie mal auf, dass Sie ihr Bier demnächst hier nicht alleine trinken müssen" und verließ den Laden. Ich habe nichts unternommen, glaube aber das meine Signale gegenüber der Gastronomie doch so deutlich waren, dass sie doch u.U. später ihre Corona-Defizite nachgearbeitet hat.

AndiHa
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von AndiHa » Sa 18. Jul 2020, 17:15

Ich wette 100€, daß sie nix unternommen hat um die Defizite zu beseitigen. Zumindest nicht nach Deinem Besuch.
Ein Besuch der unteren Lebenmittelbehörde dürfte da durchschlagenderen Erfolg versprechen.

Mir selbst sind seither keine nennenswerten "Verfehlungen" diesbezüglich über den Weg "gelaufen".
Und auch ich rede nicht von dem Zinken der aus dem Tuch raus hängt.
Der stört mich eher bei der lackierten Dame hinter mir an der Supermarktkasse oder dem renitenten, offensichtlichen Assi im Gang zuvor.
Gerne hätte ich dann einen Marktchef darauf angesprochen. Aber wo sind die die ganze Zeit?
Das ist in meinen Augen der Ansatzpunkt im Einzelhandel. Dort seinen Unmut kund zu tun.

Im Gastgewerbe würde ich bei einer hier platzierten Bewertung vermutlich den einen oder anderen Punkt unterschwellig nennen. Aber nur wenn es wirklich massiv ausartet. Aber ganz sicher nur hier in dieser weitgehend unentdeckten Nische des Internets wehre no man has gone before.

Andersrum ist es natürlich so, daß, wenn mir ein Haus sehr zusagt, ich sehr wahrscheinlich mehr als zwei Augen zu drücken und es ggf. nicht mal hier erwähnen würde.
Da wäre mir das Hemd gewiss näher als die Jacke.

Grundsätzlich ist es aber so: Leben und leben lassen. Der Markt oder irgendeine Aufsicht wird dann den Daumen heben oder senken. Bei Gastros in denen massiv dagegen verstoßen wird wird das Fallbeil irgendwann von alleine fallen. Da brauche ich meine Finger nicht drin zu haben.
Ein Stau ist nur hinten blöd.
Vorne geht's eigentlich

Schwalmwellis
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von Schwalmwellis » Sa 18. Jul 2020, 17:28

Danke x2x und Howpromotion, und auch AndiHa, ich bin da mit Euch.
Also werde ich es sein lassen und keinen Bezug darauf nehmen.
Wie ihr sagt, ich hätte das Lokal ja auch verlassen können.
Mein „Problem“ ist, dass ich immer neugierig bin und versuche (fast) allem auf den Grund zu gehen.
Z.B., gibt es Sonderregelungen, wo Servicekräfte von der Maskenpflicht befreit sind?

In fast allen Fällen waren alle Betriebe vorbildlich vorbereitet und genauso vorbildlich in der Abwicklung.

Meinen einen Fall möchte ich auch nur kurz schildern. Alle Servicekräfte mit Maske, bis auf eine Person (unter Umständen Chefin des Service), die unentwegt ohne Maske zwischen den Gästen herumwuselte, Karten brachte, Bestellungen aufnahm und bediente.

Es war so ein auffälliger Kontrast zu allen anderen Servicekräften.
Ich finde, dass man da automatisch beginnt nachzudenken: „warum trägt sie keine Maske?“. Und sich auch ein wenig unwohl fühlt.
Wie gesagt, ok, wir hätten gehen können. Ansprechen wollte ich sie auch nicht, denn es gab schon genügend Stress und Unruheherde. Also insofern alles gut .... nur meine Neugier 😉.

Zweite Auffälligkeit war, das die Gäste an den beiden Tischen hinter uns so nah beieinander platziert waren, dass sie sich beim „Strecken“ versehentlich berührten und gegenseitig erschraken 🙂.

Wenn ich wirklich auf Nummer sicher (für mich und meine Familie) gehen will, dann darf ich aktuell gar keine Restaurants besuchen.
Ich akzeptiere ein Restrisiko, vermeide aber zusätzliches Risiko.
Heute auf einer Hütte fragte eine Dame, ob noch ein Platz an unserem Tisch frei wäre? Ein 5er-Tisch. Aber man hätte definitiv keinen auch nur minimal ausreichenden Abstand gehabt. Daher lehnte ich ab.

Ich wünsche allen Urlaubern und Restaurantbesuchern tolle Restaurantbesuche und den Gastronomen eine schnelle Rückkehr zur (Fast-)Normalität.

DerBorgfelder
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von DerBorgfelder » So 19. Jul 2020, 00:22

Wir haben ein Lieblingsrestaurant, das wir in der Regel ein- bis zweimal die Woche besuchten. Der Herr macht es schlecht vor und trägt gar keine Maske, das Gescherr entsprechend stets unter der Nase oder gar nicht. Darauf angesprochen, meinte der Chef, die Bedienung sei gesund, denn sie sei doch „jung und immer so fröhlich“. Fazit: Wir verzichteten auf weitere Besuche. Aber ins Netz werde ich es auch nicht stellen.

Fränkin
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von Fränkin » Do 23. Jul 2020, 10:34

Ich wäre da sehr vorsichtig mit "Regeleinbeziehungen" was COVID-19 betrifft. Solange in jedem Bundesland unterschiedliche Einschränkungen gelten, ist es auf dieser Plattform nur äußerst schwierig die für das jeweilig bewertete Lokal geltenden Vorschriften zu kennen und dem Leser korrekt wiederzugeben!
Wir waren zwei Wochen mit dem Wohnmobil nach den ersten Lockerungen unterwegs und haben da in den besuchten Lokalitäten so ziemlich Alles erlebt; Von streng umgesetzten Schutzmaßnahmen bishin zu "was juckt´s mich, Hauptsach der Umsatz passt"!
Allerdings besuchten wir mehrere Bundesländer. Ich konnte schon während unseres Urlaubs nicht und kann erst Recht jetzt nicht wiedergeben, wo, wann und welche Regeln galten und wer sie zum jeweiligen Besuchsdatum wie exakt umgesetzt hat.
Nur eines sei angemerkt: Da, wo wir uns wegen zu lässiger Handhabung der Mindesthygienevorgaben nicht wohlfühlten, haben wir das Lokal umgehend verlassen bzw. gleich gar nicht besucht.

simba47533
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von simba47533 » Do 23. Jul 2020, 12:37

Abgesehen davon, dass die in Zusammenhang mit Corona stehenden Beschränkungen sowohl der gewerblichen wie auch der persönlichen Art von Bundesland zu Bundesland zum Teil stark voneinander abweichen, kann jeder selbst tagtäglich beobachten, wie unterschiedlich innerhalb seiner Umgebung bzw. seiner Stadt mit Abstandsregelungen, Maskenpflicht etc. umgegangen wird. Mit ein Grund weshalb meine Frau seit der Wiedereröffnungsmöglichkeit der saarländischen Gastros (ab dem 18.05.) bisher nur ganze zweimal mit mir Gastros besucht hat; ich war da mit vier Besuchen schon etwas wagemutiger :)

Karibiksonne210
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von Karibiksonne210 » So 16. Aug 2020, 20:42

Bis jetzt habe ich die Pflichten der Gaststätten genauso locker gesehen wie ich in der Zwischenzeit den Virus sehe. Und wenn eine Servicekraft den Mundschutz beiseite nahm damit eine verständliche Unterhaltung möglich war, dann war das für mich kein Weltuntergang.

Was ich jetzt in einem indischen Restaurant in Baden-Württemberg erlebt habe, dafür habe ich bei aller Liebe kein Verständnis mehr.

Die Tische wurden nur mit dem üblichen Lappen feucht abgewischt.
Die Platzsets sind aus Bambus und weder zum desinfizieren noch zum Waschen ... ich meine dass Platzsets im Moment sogar verboten sind.
Alle Servicemänner bis auf einen hatten keinen Mundschutz, und der eine hatte ihn am Kinn hängen.
In der ehemaligen Corona-Abholzeit wurden Speisekarten mit Abholpreisen gedruckt. Diese Speisekarten werden jetzt im Restaurant ausgegeben. Gemerkt habe ich den Preisunterschied erst bei der Bezahlung.
Eine Gästeliste wurde nicht geführt.

Ich bin keine Petze aber vier Verstöße finde ich schon heftig. Das Ordnungsamt sah es auch so.

DerBorgfelder
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von DerBorgfelder » Mo 17. Aug 2020, 16:43

Man kann zu den Vorschriften verschiedener Meinung sein und auch über deren Lockerung/Beibehaltung/Verschärfung. Komplexes Thema. Aber solange es die Regeln gibt, verschaffen sich die, die sich nicht daran halten, (mal wieder) einen unfairen Vorteil gegenüber denen, die sich redlich verhalten. Das ärgert mich. Und dann denke ich mir immer, wer sich an diese Regeln nicht hält, weil er/sie es "besser weiß", wird das ja vielleicht auch bei anderen Vorschriften so handhaben, z. B. zur Hygiene, zum Brandschutz, zur Arbeitsplatzsicherheit usw...

Joss2000
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von Joss2000 » Di 18. Aug 2020, 14:21

Worin besteht den der Vorteil? Ich erkenne Ihn nicht. Eher einen Nachteil. Da die, welche es sich leisten können, eher zur Einhaltung der Regeln tendieren. Zumindest hier in München.
Ich koche nicht ! Ich werfe Sachen in die Pfanne und hoffe .( Frank Rosin ) :lol:

DerBorgfelder
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von DerBorgfelder » Mi 19. Aug 2020, 09:04

Dass die Einhaltung von Brand-, Gesundheits- und Arbeitsschutz prinzipiell Geld (ggf. in Form von Platz und Zeit) kostet, liegt auf der Hand. Im Falle der Corona-Regeln ist das nicht so offensichtlich, da hast du Recht. Aber Nichteinhaltung von Abstandsregeln bei den Tischen, bedeutet mehr Gäste auf gleicher Fläche, nicht oder nicht so oft zu desinfizieren, bedeutet schnelleren Umschlag der Tische, fehlende Masken und Desinfektionsmittel fallen finanziell gering ins Gewicht. Was nicht heißt, dass ich alle Maßnahmen für (gleich) sinnvoll halte.

Silberlöffel
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Re: Umgang bei Bewertungen mit Covid-19-relevanten Erlebnissen

Beitrag von Silberlöffel » Fr 20. Nov 2020, 19:07

Die ganzen Wochenendmärkte in Magdeburg sind bis Dezember vorerst abgesagt. Muss sagen, das trifft mich doch etwas. Aber Gesundheit muss nun mal vorgehen.
Mal sehen, wo ich jetzt mein frisches Gemüse herbekomme...
Wie kommt ihr mit dem neuen Lockdown klar?

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