Wünsche an eine Kellnerin

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Joss2000
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Wünsche an eine Kellnerin

Beitrag von Joss2000 » Fr 13. Mai 2016, 17:23

OK ISt geklaut aus dem Focus, triff aber den nagel auf den Kopf.

Liebe Kellnerin, Ich kann einfach nicht verstehen, warum du oft so unfähig bist. Was ist an deinem Beruf so schwierig? Ich habe dir mal aufgeschrieben, was ich gerne hätte und was ich von dir immer wieder „serviert“ bekomme.

Was du können solltest:

Bestellungen aufnehmen.

Was du gut kannst:

Nach der Bestellung noch zweimal nachfragen, was ich genau bestellt habe und dann doch das Falsche bringen.



Was du können solltest:

Sehen, wenn ich noch etwas bestellen will.

Was du gut kannst:

Übersehen, wenn ich noch etwas bestellen will.



Was du können solltest:

Leserlich auf deinen Block schreiben.

Was du gut kannst:

Mich fragen, ob ich noch lesen kann, was auf deinem Block steht.



Was du können solltest:

Freundlich sein.

Was du gut kannst:

Nie lächeln.



Was du können solltest:

Ein Reservieren-Schild auf einen Tisch stellen, wenn jemand reserviert hat.

Was du gut kannst:

Keinen Tisch frei haben und dann sagen „Ach stimmt, du hattest angerufen, nicht wahr?“



Was du können solltest:


Den Tisch abwischen, bevor sich neue Gäste setzen.

Was du gut kannst:

37 Teller auf einem Arm tragen und dann stolpern und am Tisch neben mir auf den Schoß der dicken Frau fallen. (Okay, das ist wirklich witzig.)



Was du können solltest:

Sonderwünsche möglich machen.

Was du gut kannst:


Bei Sonderwünschen rumjammern wie ein Kind, das kein Eis bekommt.



Was du können solltest:

Immer auf zack sein.

Was du gut kannst:

An der Theke wie ein Model posieren und in die Luft starren.



Was du können solltest:

Mich mit Karte zahlen lassen

Was du gut kannst:

Das Kartenlesegerät nicht bedienen



Was du können solltest:


„Danke“ für nettes Trinkgeld sagen.

Was du gut kannst:

Nach großzügigem Trinkgeld eine Flunsch ziehen als hätte ich dir gerade 28 Cent in Cent-Stücken gegeben.
Ich koche nicht ! Ich werfe Sachen in die Pfanne und hoffe .( Frank Rosin ) :lol:

kgsbus
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Re: Wünsche an eine Kellnerin

Beitrag von kgsbus » Fr 13. Mai 2016, 18:19

Da habe ich aber bisher Glück gehabt.
Einige der aufgezählten Dinge habe ich aber schon erlebt, doch nie im gleichen Lokal.

Aber als Gast kann man den Service auch "glücklich" machen.

1. Das Menü im Laufe des Abends abändern wollen.

2. Zum WC gehen, wenn der nächste Gang auf dem Weg ist.

3. Das Essen zurückgeben, weil es nicht schmeckt, obwohl alles in Ordnung ist.

Aber mal ehrlich, als Gast möchte ich ein schönes Erlebnis. Daher suche ich die Lokale sorgfältig aus (Ausnahme: Ich bin in einer fremden Stadt und habe Hunger und gehe ins nächste Lokal).

Anleitung zum genussvollen Restaurantbesuch – Schritte, um Enttäuschungen zu vermeiden (nach Christian Seiler in http://blog.dasmagazin.ch/2015/03/21...ant-geniesst):

1. Wahl des Restaurants: Worauf habe ich jetzt Lust? Passt das Restaurant dazu?

2. Erwartung: Etwas Neugier auf die Küche macht Freude. Überhöhte Ansprüche stören den Genuss.

3. Kosten: Man sollte im Vorfeld die Speise- und Getränkekarte ansehen und den eigenen Rahmen abstecken. Beim Besuch dann keinen Gedanken mehr ans Geld verschwenden. Sternerestaurants verursachen Ausgaben, für die man auch einen kleinen Urlaub machen könnte.

4. Kleidung: Es ist nützlich, angemessene Garderobe zu wählen. Wenn man zu stark vom Publikum abweicht, hält das vom Genießen ab, weil man sich darüber Gedanken machen könnte.

5. Eigene Kompetenz: Natürlich hat man eigene Vorstellungen zu Speisen und Getränken. Trotzdem sollte man beim Besuch Küche und Service Spielraum lassen.

6. Getränke: Man sollte dem Sommelier oder Gastgeber Raum geben. Streitgespräche über die Getränke führen leicht zur eigenen Verstimmung. Gerade neue Kombinationen können erfreuen.

7. Handy: Zu Hause lassen oder abstellen und in der Tasche lassen.

8. Urteil: Sich über Höhepunkte und gelungene Speisen freuen. Sich nicht über kleine Fehler sofort ärgern.

First
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Re: Wünsche an eine Kellnerin

Beitrag von First » Sa 14. Mai 2016, 01:28

kgsbus hat geschrieben: 7. Handy: Zu Hause lassen oder abstellen und in der Tasche lassen.
Jetzt ist mir klar, Shaneymac befolgt deinen Ratschlag. Deshalb kam er im Spatzenhof mit 8x8 Hasselblad, Stativ, und dieselbetriebenen Halogenstrahlern zum Ausleuchten :geek:

Wastel
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Re: Wünsche an eine Kellnerin

Beitrag von Wastel » Sa 14. Mai 2016, 10:46

Na , dann paßt mein damaliges Schreiben doch gut hier rein....

27 bescheidene Wünsche eines Gastes an die Deutsche Gastronomie

Wie kann die deutsche Gastronomie besser werden? Wir empfehlen: einfach mal einem Gast zuhören. Was er sich wünscht, wenn er ein Restaurant aufsucht, hat der RK-Kritiker Wastel in unserem Forum aufgeschrieben. Seine 27 bescheidenen Wünsche zeigen: mit ein bisschen Lust auf weltgewandte und freundliche Bewirtung kann man viel erreichen. Wir empfehlen außerdem die Aufnahme des Textes in die einschlägige Ausbildungsliteratur.


Hier also die 27 Wünsche an die Deutsche Gastronomie von Wastel.
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Ich wünsche mir, dass…


...ich während meines Besuches ein Lächeln oder ein nettes Wort des Services höre oder sehe. Es zahlt sich bestimmt beim " tip" aus. Im übrigen interessieren keinen Gast die privaten Sorgen des Personals.


... wenn ich ein Restaurant betrete, und an der Tür stehen bleibe, um Erlaubnis für meinen Hund bzw. einen Tisch angewiesen zu bekommen, ich nicht wie ein Hausierer ignoriert werde.


...man mich nicht, ehe ich sitze, schon nach meinen Getränkewünschen fragt. Ich renne nicht weg, sondern möchte mich erst einmal in Ruhe aklimatisieren.


... man mir die Zeit gibt, die Karte in Ruhe zu studieren und nicht nachfragen kommt, ob ich denn nun weiß, was ich endlich möchte.


...die Karte auf dem Tisch liegen bleibt, um nicht während des Wartens auf mein Essen wie ein Idiot in der Gegend herumzustarren. Gleichzeitig besteht für mich die Möglichkeit, in der Karte für den Nachtisch oder die nächsten Tage was zu finden.


...es schön wäre, wenn ich zum Wein auch Brot angeboten bekommen würde. Auch zur Suppe sollte es auf dem Tisch bleiben. Die Kosten können doch gern auf die Rechnung gesetzt werden. In Italien geht es doch auch.


...auf dem Tisch Salz- und Pfeffermühlen stehen. Die obligatorischen Streuer, mit dem Staub der Jahrhunderte gefüllt, sind eine Zumutung und haben mit essbarem nichts mehr zu tun.


...der Gast bedient wird. Selbst im Raum herumzulaufen, um Fehlendes zu suchen, ist eine Zumutung.


...es möglich sein sollte, ein "amuse zu bekommen? Frischkäse, Schmalz oder auch Paté aus den Resten zu machen, dürfte jede Küche können. Es wird eh weggeworfen.


...das Besteck auf dem Tisch liegt und nicht in einen Keramiktopf zum Es-selber-raussuchen.


...ich zu jedem Gang ein gesondertes Besteck bekomme. Das Messer immer erst sauber zu lecken, ist nicht unbedingt die feine Art.


...zwischen Suppe und Hauptgericht eine angemessene Zeit verstreicht. Ich habe es schon öfter erlebt, das mir beides gleichzeitig serviert wird.


...bedacht wird, das Kartoffeln, Fleisch, Gemüse, Sauce, und vor allem der Salat eigenständige Komponenten sind. Alles auf einem Teller ( und vielleicht den Salat mit Essig oder Fertigpampe übergossen) erinnert mich immer an einen Trog.


... das ich Öl und Essig auf dem Tisch habe. Warum ist das nicht möglich? Jeder Gast kann selbst entscheiden wieviel und was er möchte. Bei ganzen Nationen geht es, nur nicht in Deutschland.


...die Salatblätter in mundgerechte, essbare Stücke geschnitten sind. Leider esse ich nicht meinen Salat mit Messer und Gabel.


...der Kartoffelsalat des Vortages nicht auf dem Salatteller mir serviert wird. Er dient m.E. nach nur der Resteverwertung. Ich möchte aber kein Abfallverwerter sein.


..ich einen leeren Beistellteller bekomme. Wo soll ich denn sonst Gräten und Knochen hinlegen? Der Essteller sieht immer wie ein Schlachtfeld aus, wenn man die Fischgräte von einer Ecke des Tellers zur anderen verschiebt.


...die Unsitte der Zitronenscheibe auf den Gerichten mal überdacht wird. Wie soll ich die benutzen oder essen? In die Finger nehmen und matschen? Oder mit der Gabel drauf drücken, dass meine Umwelt auch was von den Spritzern hat? Ein Ausdrücker kostet unter einem Euro!


...ich persönlich mag auch kein Salatbuffet (Buffet im allgemeinen nicht). Ich möchte am Tisch bedient werden und keine Spurts hinlegen oder "in der Schlange" anstehen. Jedes gute Restaurant füllt mir gern auf Bitte meinen Teller mit Salat am Buffet.


...das Geschirr abgeräumt wird, wenn ich mit allem fertig bin und nicht je nach Leere eines jeden Tellers oder Schüsselchens oder wenn der Service gerade vorbei kommt. Ich möchte in Ruhe essen.


...während des Essens einmal nachgefragt wird, ob der Gast zufrieden ist oder noch Wünsche hat. Die saublöde Frage, vielleicht noch mit abgewendetem Kopf beim Abräumen des Geschirrs: "Hat es geschmeckt?" ist eine Frechheit. Denn a.) bin ich fertig und es ist sowieso nicht mehr zu ändern, und b.) welcher Gast würde sagen: "Nein, es hat nicht geschmeckt."


... man mal Wilhelm Busch liest. Denn der sagte: "Musik wird störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden." Andere mögen ihre Musik ja als schön empfinden, für mich ist es oft eine Zusammenreihung von Disharmonien. Wenn es schon sein muss, dann bitte "piano". Denn die Unterhaltung mit meinen Partnern ist mir wichtiger.


...ich nach dem Essen gefragt werde, ob ich ein Dessert wünsche. Die Karte ist ja weggeräumt worden und ich kenne nicht das Angebot dieses Hauses.


...da der Kaffee bei mir obligatorisch ist, der Service ab und zu mal auf das MHD bei den nach nichts schmeckenden, aber servierten Plastikdosen mit Milch ähnlichem Inhalt schaut. Manche scheinen noch aus den Hortungszeiten der Nachkriegszeit zu stammen.


...man mir mal folgendes erklärt: Wer hindert eigentlich das Restaurant daran sich von diesen Belgischen Folien mit dem Staub aus den Ardennen beim Kaffee zu trennen? Ohne Mehrkosten gibt es eine Unmenge von kleinen Beigaben, die keinen Cent mehr kosten. Die Industrie ist da sehr erfinderisch.


...es schön wäre, wenn ich die Rechnung auf den Tisch gelegt bekomme. Es nervt, wenn der Service, mit geöffneter Geldscheintasche, entweder in meine Brieftasche stierend oder gelangweilt mit den Füßen wippend, darauf wartet, dass ich nun endlich den richtigen Schein raussuche. Ich bin kein Zechpreller und auch nicht auf der Flucht.


...wenn ich dann den Raum verlasse, also kein Geld mehr für heute dalasse, es befriedigend für mich ist, einen freundlichen Abschiedsgruss zu hören.

Ich weiß es sind Wünsche.
Aber alle verursachen keine Kosten.
Obiges erlebe bei 80% der Deutschen Gastlichkeit. 
Darauf brauchen wir uns nichts einzubilden.
Man hört oft das Wort "urig" im Zusammenhang mit schlechter Esskultur.

Hier scheiden sich die Geister.
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