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GastroGuide-User: FrankS
hat Forsthaus Telegraph in 53842 Troisdorf bewertet.
vor 6 Jahren
"Nachdem wir schon häufig zu Gast i..."

Geschrieben am 19.11.2013
Nachdem wir schon häufig zu Gast im Forsthaus Telegraph waren und bisher immer sehr zufrieden gewesen sind, waren wir nun gestern äußerst enttäuscht.
Zunehmend hatten wir in letzter Zeit von Bekannten und auch aus unserer Familie kritische Stimmen gehört, sei es wegen der Qualität des Essens oder auch wegen des Service. Da wir selber noch keine schlechte Erfahrung gemacht hatten, sahen wir dies nicht als Grund an das Lokal zu meiden.
Leider mussten wir dann gestern alle vorher gehörten Erlebnisse auf einmal durchmachen. Grund genug sich an dieser Stelle dazu zu äussern. Der Inhaber und Koch, Herr Pilger, den wir natürlich zuerst mit unserer Unzufriedenheit konfrontiert haben, wiegelte nur ab und belehrte uns über seine Sicht der Dinge. Aber der Reihe nach.
Wir hatten bei unserem letzten Besuch für gestern Abend einen Tisch reserviert und hierbei gesagt, dass wir Gänsekeule essen möchten. Soweit, so gut und für alle Beteiligten erfreulich. Unsre Tisch war dann auch gestern für uns eingedeckt. Wir freuten uns auf ein gewohnt leckeres Essen.
Bei der Kellnerin fragten wir noch einmal nach, dass wir Gänsekeule als Hauptspeise bekommen werden, was auch bejaht wurde. Der Gruß aus der Küche war lecker ebenso wie das gereichte Brot.
Als das Hauptgericht dann serviert wurde, Gänsekeule mit Rotkohl und Klößen, fing die Enttäuschung dann jedoch an. Da ein Teil unserer Familie, wir waren gestern zu sechst am Tisch, keine Klöße mag und ein Teil keine Maronen, hatten wir dies vorher mit der Dame vom Service besprochen. Es hiess, dass dies kein Problem sei. Da der Koch nicht bereit ist Salzkartoffeln zu servieren, was uns schon vorher manchmal ein wenig gestört hatte, wurde ein Teil der Gerichte mit Kartoffelpüree gereicht. Leider war der Service nicht in der Lage die Varianten zu unterscheiden und stellte die Teller einfach ab. Dies hatte zur Folge, dass wir selber dann am Tisch noch Tellertausch spielen durften und Maronen verteilen mussten. In der Kneipe ja auch OK, in der gehobenen Gastronomie haben wir hier elegantere Lösungen erlebt. Manchmal schadet es auch dem Servicepersonal nicht mit dem Gast zu kommunizieren statt einfach nur zu servieren.
Auf den Tellern befanden sich dann einige Stücke Gänsefleisch. Meine Frau sagte mir gleich, dass das doch keine Keule sei, woraufhin ich im vollen Vertrauen auf den Koch auch noch abwiegelte und sagte, dass es sich um eine ausgelöste Keule handelte. Teile des Fleisches entpuppten sich dann aber als sehr trocken und manche Stücke waren kaum mit dem Messer zu schneiden. Geschmacklich war ein Großteil der servierten Gans, wohlwollend betrachtet, durchschnittlich.
Der Kloß waren zwei in der Pfanne gebratene Scheiben, so wie ich es zuhause mache, wenn ich Vortagesknödel erneut warm mache. Da war die Erwartungshaltung dann doch eine andere.
Da sich unsere Kinder, bisher große Telegraph Fans und auch leidenschaftliche Gansesser, sichtlich mit dem Geflügel abmühten, baten wir die Servicekraft um Aufklärung, um was für eine Gans es sich hier handelt. Es waren Stücke dabei, die selbst für mich als Erwachsenen kaum zu schneiden waren.
Ihr Schulterzucken liess uns dann nach dem Chef bitten, der dann auch wenig später an unseren Tisch kam.
Leider hat dies nicht dazu beigetragen uns zu besänftigen. Statt unsere Reklamation ernst zu nehmen, wurde uns nur mitgeteilt, dass er die teuersten Gänse kaufen würde und wir nie Gänsekeule geordert haben können, da er nur ganze Gänse anbietet. Das dies in krassem Gegensatz zu den Aussagen seiner Servicekräfte steht interessierte ihn wenig. Die Bedienung zeigte sich auch unbeeindruckt ob ihrer falschen Angabe.
Kein Wort des Bedauerns oder der Versuch sich mit einem möglichen Mißverständnis aus der Affäre zu ziehen. Das Wort des Chefs ist Gesetz und der Gast hat sich damit zu arrangieren. Überflüssig auch die Bemerkung des Chefs, ob Gans nun wirklich das richtige Gericht für unsere Kinder sei. Will er uns damit unterstellen, dass unsere Kinder kein gutes Essen zu würdigen wissen. Wir gehen häufig essen und meist auch in Restaurants der gehobenen Küche. Unsere Kinder geniessen das ebenso wie wir und haben mehr Erfahrung als manch Erwachsener.
Man ist im Telegraph gut aufgehoben, wenn alles in Ordnung ist, wenn nicht sollte man sich nicht ärgern, gehen und nicht wiederkommen. So werden wir es nun handhaben. Da ein Gespräch nicht möglich ist, die einzige Möglichkeit zu reagieren. Nachdem wir die Rechnung geordert hatten erhielten wir, bzw. die Damen, wie üblich ein kleines Fläschchen mit Balsamico überreicht. Dies geschah mit den Worten: „Trotz allem, kriegen sie das auch noch.“
Haben wir etwas falsch gemacht, dass wir „trotzdem“ noch eine Aufmerksamkeit erhalten? Anscheinend ist im „Staate Telegraph“ keine Kritik erlaubt, gnädigerweise hat man sich aber dann herabgelassen uns diese Probe doch zukommen zu lassen.
Schade, dass hier der Gast nicht Gast sondern anscheinend notwendiges Übel ist. Der wahre Charakter zeigt sich halt immer erst, wenn nicht alles glatt läuft.
Fazit: Bisher waren wir immer sehr zufrieden. Unzufriedenheit mit dem Gericht kann ja durchaus mal vorkommen, wenn dann entsprechend reagiert wird. Eine Runde Kaffee oder ein Freigetränk mit einem Ausdruck des Bedauerns oder auch nur der Eindruck, dass den Koch unsere Meinung interessiert hätte, hätte hier gereicht. Aber belehrt zu werden, wie dumm man doch als Gast ist, bringt keinen wirklich weiter. Die Spitze zum Schluss war dann noch, dass bei der Rechnung ein vorgedruckter Zettel beilag, dass man ihn doch auf einer Online-Plattform positiv bewerten solle. Das ist mehr als reiner Hohn und zeigt, dass es nicht um den Gast sondern nur um die Kasse des Eigentümers geht. Schade!