"Pizza und Bruschetta überzeugend, Pasta fad"
Geschrieben am 22.03.2026 2026-03-22
Ristorante da Filippo
€-€€€
Pizzeria
015112331097
Am Wasser 36, 28759 Bremen
"Griechisches Restaurant eröffnet im Mineralbad Oberwaldschänke in Hohenstein-Ernstthal"
Geschrieben am 21.03.2026 2026-03-21
Athos
€-€€€
Restaurant
037236681276
Im Viertel 1, 09337 Hohenstein-Ernstthal
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen 




Allgemein:
Im letzten Sommer fuhr ich an dem kleinen Klinkerhaus mehrmals vorbei, in dem das Unnern`n Barg seit Urzeiten zuhause ist. Früher eine Bratkartoffelkneipe für die Skipper von gegenüber aus dem Grohner Jachthafen. Erstaunt las ich, dass das Traditionshaus nun italienisch bespielt wird. Das nächste war dann ein Bericht in unserem Anzeigenblatt, indem der Wirt und Koch Filippo Pistone mit dem geschätzten Luigi Miccoli (siehe Besprechung Jan Tabac) abgebildet ist, von dem er lerne, aber im Unner`n Barg mit sizilianischem Einschlag kochen werde. Das war dann der Impuls, dem Unner`n Barg einen Besuch abzustatten.
Just am gebuchten Freitag erschien in unserer Regionalbeilage des Weser-Kuriers ein ganzseitiger Bericht über Filippo mit seiner Frau Francesca unter der Überschrift „Sizilianische Küche in Grohn“, also beste Werbung. Zum Glück hatte ich reserviert, denn der Artikel hat einige spontan zu einem Besuch angeregt. Aber wer sich in dem kleinen Restaurant (40 Plätze) ohne Reservierung einfand, hatte das Nachsehen und wurde von Francesca freundlich abgewiesen.
Die Glücklichen waren Gäste im fortgeschrittenen Alter.
Unser Esserlebnis war etwas gemischt vom Eindruck her. Aber die bereits oben erwähnten Klassiker waren gelungen und tragen eine Empfehlung für eine Einkehr, wenn man sich nicht daran stört, auf einem Schachbrett speisen zu müssen (siehe unten).
Das Preis-Leistungsverhältnis mag ich nur mit 3,5 Sternen festhalten.
Die Speise- und Getränkekarte kann auf der Homepage eingesehen werden (https://unnernbarg.de/).
Service:
Er wird durch Francesca und einem jungen Mann, der auch für die Getränkeversorgung zuständig ist, besorgt. Francescas Gästeansprache ist zuneigend und angenehm; eine sympathische Gastgeberin! Ihr Deutsch hatte eine schöne Blüte: Was „aus“ war, war bei ihr am „Ende“. Die Getränkeversorgung könnte etwas zügiger im Prozess von der Aufnahme einer Order bis zur Lieferung ablaufen, aber verdurstet bin ich nicht.
Für Francesca gerne vier Sterne.
Die Getränke sind für Wasser 0,75l mit 6,50 Euro und die offenen Hausweine 0,2l mit 5 Euro ohne Aufreger. Beim Preis für Fassbier (Haake Beck Pils und Moorbier) schießen die Pistone den Vogel ab: 5 Euro für 0,3l und 7 Euro für den Halben! Das ist für einen Italiener der Grundversorgung „spitze“.
Ausgegeben wird von Francesca nichts.
Essen:
Ich hatte mir schon online Carpaccio di Manzo (20 Euro), Bruschetta (8 Euro) und eine Pizza Etna (15,50 Euro) ausgesucht. Meine ständige Begleiterin wählte die Pasta del Porto (22,00 Euro) als Hauptspeise.
Die Bruschetta kamen zu fünft mit viel Rauke auf den Tisch und machten einen großzügigen Eindruck. Vom Belag und dem Röstzustand der Baguettescheiben her, lagen sie im Mittelfeld des schon Erlebten; mit 8 Euro fair bepreist. Am benachbarten Gruppentisch wurden sie gefeiert.
Das Carpaccio war angesichts der überschaubaren Portionsgröße überpreist. Zudem ist die Küche stehen geblieben beim „Herummalen“ mit Balsamicocreme, auch auf dem Bruschettateller, was ich nicht schätze. Der Wunsch nach Pepe e Sale wurde mit einer Menagerie erfüllt mit schlichten Streuern, statt guten Mühlen. In einem Körbchen wurden vier Scheiben eines guten Baguettes zum Carpaccio gereicht.
Sehr erfreut war ich über meine Pizza mit scharfer Salami, getrockneten Tomaten und Basilikumpesto. Die Salamischeiben leicht scharf und von sehr guter Qualität. Mit dem Pesto und dem Mozzarella eine gelungene Komposition von hoher geschmacklicher Intensität. Das kleine Pizzamesser war der Zerlegungsherausforderung nur mit hohem Druck gewachsen.
Gegenüber Fettuccine mit Meeresfrüchten, Kirschtomaten, Knoblauch, Petersilie und geriebener Zitronenschale. Das klingt nach guter Würzung, aber das Versprechen der Karte wurde auf dem Teller nicht gehalten. Hier sollte Filippo Nachhilfe bei Luigi nehmen, dem solche Nudelgerichte gschmackiger gelingen.
Also ein gemischter Eindruck, den ich mit 3,5 Sternen zusammenfassen möchte.
Ambiente:
Unner`n Barg ging es schon immer eng zu. Der Gastbereich gliedert sich in drei Bereiche an der Straßenseite des Hauses. Wir saßen rechts an einem Tisch, der eine Miniatur eines Tisches war. Zehn Zentimeter mehr an Kantenlänge würden auch noch reinpassen und dann müsste man nicht Vase, Kerze usw. herunterstellen, um Carpaccio und Bruschetta zu platzieren.
Die Laufwege sind in Ordnung.
An Deko gibt es die Überbleibsel aus der maritimen Tradition des Hauses, ergänzt um ein paar Tupfer italienischer Provenienz.
Auf dem Weg zu den Toiletten kommt man an der Küche vorbei, die von der Dimension her an die Kombüse eines U-Bootes erinnert. In ihr wirkten Filippo und ein Beikoch.
In der warmen Jahreszeit bietet das Unnern`n Barg einen überdachten Freibereich an, in dem man an großzügigeren Tischen Platz nehmen kann.
Sauberkeit:
Nichts Nachteiliges anzumerken.