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GastroGuide-User: Henningsoer
hat Romanowski in 42859 Remscheid bewertet.
vor 5 Jahren
""Gans schön riskant""

Geschrieben am 12.02.2015
Besucht am 27.11.2013
(Rezension von RK am 2.12.2013)
Allgemein

"Gans schön riskant"
Nein, es handelt sich nicht um einen Rechtschreibfehler! Traditionell verrichten wir (5 Wikinger) im November ein Gans-Event in wechselnden Lokalitäten. Zu diesem Anlass wurde unser diesjähriges Ziel im Haus Romanowski auserkoren. Auf der hauseigenen Homepage fanden sich aber keine Spuren zu einer Martinsgans. Also flugs eine e-mail geschrieben, die auch umgehend und sehr freundlich beantwortet wurde.
2 Tage vor unserem geplanten Termin ploppte der Verriss von "Genussfreunde" in RK auf... Der GAU ist passiert ! Was tun? Umplanen oder Augen zu und durch? Wir entschieden uns für Plan B - "Gans schön riskant" ....
... und was sollen wir resümierend sagen? Es war beileibe keine Fehlentscheidung!

Bedienung

Beim Betreten der Lokalität durch einen Vorraum, in dem ein echter Kamin den Gast mit wohliger Wäre empfängt, wurden wir sehr freundlich von der Bedienung (Auszubildende im Gastrobereich) begrüßt und zu einem 6 Personen Tisch geleitet. Dieser befand sich in einer Art von Separee in der Nähe des Tresens. Das Ambiente ist schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber durchaus gemütlich eingerichtet. Da wir nicht gleichzeitig eintrafen wurde ich höflich gefragt ob ich noch warte wolle oder vorab schon ein Getränk bestellen möchte. Bon ! Ich entschied mich für ein frisch gezapftes Bier welches mir auch nach kurzer Zeit mit der Beschriftung nach vorne (auch mittlerweile eine Seltenheit) gereicht wurde. Vollzählig eingetroffen wurden wir mit den Speisen und Wein-Karten versorgt. In der Karte lag eine aktuelle Einlage mit dem Gänsebraten an Kartoffelklößen, Rotkraut und Bratapfel. Hervorzuheben ist Empfehlung von 3 Weinen passend zur Gans, die wir auch dankend annahmen und uns für den spanischen Roten zu 16,50€ die Flasche entschlossen. Diese Flasche wurde in einer kleinen Zeremonie vor uns entkorkt mit dem Hinweis auf eine leichte Vorwärmung auf Zimmertemperatur zur besseren Entfaltung des Buckets. Ein weiteres Bon - der trockene Spanier bestach vollmundig mit eine tollen Brombeer-Kirschnote, die sich mit einer angenehmen Würze ablöste. Gute Wahl zum Essen.
Das Essen
Wir hatten 3 Brüste und zwei Keulen bestellt, die allesamt auf einem schön arrangierten Teller mit 2 Kartoffelklößen und Rotkohl gereicht wurden. Die knusprige Haut lies sich mit dem Fleisch wunderbar vom Knochen lösen. Für meinen Geschmack war sie ein wenig zu trocken was sich aber mit der würzig-cremigen Soße wieder ausgleichen lies. Zur Soße: Sehr gehaltvoll kamen die schönen Röstaromen zu Geltung und eine leichte Orangennote war zu erschmecken. Diese passte perfekt zu den Klößen. Diese enthielten noch kleinste halbrohe Kartoffelstückchen , die beim Verzehren diesen kleinen Widerstand aufbauen, den man als bissfest bezeichnen kann. Sehr lecker und vor allem "Kartoffelig". Das Kirschrotkraut war für mein Gusto etwas zu schlotzig, aber sehr weihnachtlich mit einem Nelken-Zimt Ton abgestimmt. Ich meine auch eine Spur von Orange wahrgenommen zu haben.
Einzelbewertung: Gans 3Punkte; Klöße 5P; Rotkohl3P Soße 5P macht zusammen für den Hauptgang 4Punkte.
PS: Bei allen Beilagen wurden wir durch die sehr aufmerksame Bedienung um Nachschub gefragt den wir auch dankend in Anspruch nahmen. Regelmäßig wurde der Wein nachgeschenkt dem mittlerweile auch die zweite Flasche zum Opfer fiel. Aus Ernährung technischer Sicht waren wir alle mehr als "pappensatt" als die Teller abgeräumt wurden. Unsere Unvernunft gipfelte aber noch in einer Nachspeise, die nicht auf der Karte vermerkt war, wir aber zuvor in einer RK Kritik gelesen hatten - die Grappa Mascarpone Creme mit karamellisierten Amarettinis. "Kein Problem" teilte uns Herr Romanowski mit und verschwand flugs in der Küche. Um es vorweg zu nehmen: Die Nachspeise war der Burner ! Fluffig leichte Mascarponecreme mit einem sehr feinen Grappaton. Die Ammarettinis waren erstaunlicherweise nicht "durchgesuppt" sondern knusprig im Biss und enthielten nochmals einen extra Boost dieses aromatischen Tresters. Ganz großes Kino!
5+ Sterne! Komme ich zusammenfassen auf 4,5 Punkte die ja leider nicht zu vergeben sind.
Essen also 4+ (Kleinigkeiten sind ja immer zu verbessern oder obliegen der subjektiven Wahrnehmung des Kritikers)
Das Ambiente
Das Ambiente habe ich oben schon angerissen und ist für mich schwierig zu bewerten. Zum Einen ist alles schon etwas in die Jahre gekommen aber durchaus gemütlich. Das ist auch für mich die Erwartungshaltung in einem alten bergischen Haus. Zum Anderen haben wir die restlichen Räumlichkeiten (die großen, kalten Räume ;-)) nicht besichtigt und müssen demzufolge auf unseren Bereich beschränken.
Sauberkeit
Es war alles sauber, schön und nicht überfrachtend eingedeckt und nett dekoriert. Einzig ein Aschenbecher fehlt im Außenbereich.
Fazit:
5 gestandene Wikinger mit Gänsebraten; hervorragendem Nachtisch, 5 Bier, 2 Flaschen exzellentem Spanier und abschließendem Espresso zu bespaßen sind uns die 200€ allemal Wert gewesen.
WIR waren sicherlich nicht zum letzten Mal in der Mebusmühle.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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Huck und 5 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.