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GastroGuide-User: Obacht!
hat Joseph Naus Stubn in 82467 Garmisch-Partenkirchen bewertet.
vor 4 Jahren
"Kein NAUSgeschmissenes Geld, aber.............."
Verifiziert

Geschrieben am 20.01.2016
Besucht am 18.01.2016
Das Hotel Zugspitze gehört zu den wenigen Hotels im Ort, deren À-la-carte-Restaurant einen eigenen Eingang und Namen haben. Nach dem Erstbesteiger der Zugspitze benannt, bietet die Joseph-Naus-Stub’n Platz für rund 30 Gäste. Das Ambiente würde ich mit gediegenem Landhausstil beschreiben.

Und dorthin zog es heute Abend Schatzl und mich. Ohne Reservierung, ich ging einfach davon aus, daß nicht viel los sein wird. Und hatte (fast) recht. Bis auf eine längere Tafel, deren Gäste kurz nach uns eintrafen, waren nur zwei Tische belegt.

Wir wurden freundlich begrüßt und durften zwischen zwei Tischen wählen. Nachdem wir nicht gerne direkt neben dem Eingang sitzen, zogen wir den anderen angebotenen Tisch in der hintersten Ecke des Restaurants vor. Rasch erhielten wir die Speisekarten, und Schatzl bestellte schon mal ein großes Mineralwasser (Adelholzener, 1 l. € 4,90)

Neben dem Genießer-Menü, das man als 3- und 4-Gang bestellen kann, gibt es auch noch das Monats-Menü mit vier bzw. fünf Gängen. Wer hier nicht fündig wird, hat noch einige À-la-carte Gerichte zur Auswahl. Nur ist deren Preisgestaltung so geartet, daß man doch lieber auf ein Menü umschwenkt, außer man will eh nur ein Gericht essen.

In der Speisekarte finden sich nur offene Weine, darum baten wir um die Weinkarte (hätte eigentlich ohne Aufforderung gereicht werden sollen). Während ich zielsicher einen Taittinger Prestige brut rosé für freundliche 79 Euro entdeckte, erwachte bei Schatzl ausgerechnet jetzt die Entdeckerlaune. Das hieß, Champagner ade, welcome Winzersekt…..Bubbly Brut vom Weingut Markus Schneider, Pfalz (€ 39,--).

Zum Essen bitte einmal das Monats-Menü für mich als 4-Gang (€ 49,--) und für Schatzl als 5-Gang (€ 57,--).

Dreierlei Brot und harte Butter in einer hübschen Dose überbrückten die Zeit bis zum Sekt und dem Gruß aus der Küche: Sülze von Edelfischen. Ein Hochgenuß, den ich mit Wonne gegessen habe.

Gespannt war ich auf den  Bubbly. So verspielt wie der Name, schmeckt der Sekt auch. Für mein Empfinden zwar sehr feinperlend und harmonisch, aber zu brav im Ausdruck. Bei einem kräftigen Essen geht er unter, so schnell schaust Du nicht!

Tartar vom Taschenkrebs auf Champagnerkutteln – letzteres bedarf der Klärung. Rückfrage bei dem Service-Mädel. „Kennen Sie keine Kutteln?“ fragte sie zurück. Sicher kenne ich sie, aber mit Champagner?? Möchte ich nicht haben und bitte um eine Alternative. Schatzls Entdeckerlaune hält an, und er nimmt die Vorspeise im Original. Mein Tartar kommt auf einem Tomatenbett, schmeckt gut, aber es fehlt die Säure oder sonst irgendwie der Schwung. Den hätte ich vielleicht mit den Kutteln gehabt, aber ich habe sie Schatzl nicht geneidet. Hinterher meinte er, einmal gegessen, reicht für Jahrzehnte.

Vielfalt vom Wald, Wiese und Fluß (nicht beim 4-Gang enthalten) Der Teller, den Schatzl serviert bekam, war sehr schön angerichtet. Mir verschlug es allerdings die Sprache, als ich hörte, aus was der Zwischengang bestand: Wiesenschnecken, Froschschenkel und Grünkohlpüree mit Pilzen. ICH hätte das nicht gegessen und finde es eigentlich unmöglich, daß ausgerechnet bei so speziellen Speisen diese im Menü-Text nicht genannt werden!! Was macht die Entdeckerlaune von Schatzl? Hält an. Schnecken mag er eh, Froschschenkel hätte er freiwillig nie bestellt, aß sie aber und fand den Geschmack nicht erwähnenswert. Grünkernpüree sehr fein.

Cappuccino von Roter Bete und frischem Meerrettich – optisch sehr ansprechend in einem entsprechenden Glas serviert, gefiel mir die leichte Süße der Roten Bete ausgezeichnet zu der Schärfe des Meerrettichschaums.

Steak vom weißen Heilbutt auf Rahmspinat und Schloßkartoffeln – perfekt gegarter Fisch, den Geschmack des Schäumchens konnte ich nicht deuten, Rahmspinat schmeckt wie Rahmspinat eben schmeckt, die Schloßkartoffeln hätte ich mir gebräunt gewünscht.

Warmes Cranberry Küchlein mit Gewürzorangen und Topfen-Vanilleeis – das Küchlein war außen knusprig, innen locker, die Orangenscheiben schmeckten recht weihnachtlich, das Eis hervorragend! Da hätte die Kugel ruhig größer sein dürfen ;-)

Espresso für Schatzl (€ 2,10), ich passe.

Die Toiletten sind im Hoteltrakt. Wer nicht die Treppe hinunterlaufen mag, nimmt den Lift. Während hier alles piccobello sauber war, sind im Restaurant einige Spinnweben unentdeckt.

Fazit:

Ambiente - sehr gemütlich, auch die Tischabstände sind angenehm, störend die Bayern 3 Musik 4,5 Sterne


Service - ein weibliches Dreigestirn wie es unterschiedlicher nicht sein könnte:  eine fesche Österreicherin, die mit ihrer unbekümmerten Art Gäste durchaus auch mal duzt (!), Christina, die nicht nur fachlich topp ist, sondern auch durch ihre warmherziges Wesen eine wahre Serviceperle ist, und dann ist da noch ein junges Mädel, nennen wir sie mal Fräulein Patzig, ist wahrscheinlich noch in der Ausbildung und muß noch einiges darüber lernen, wie man mit Gästen spricht – 4 Sterne (dank Christina)

Essen – ich finde die Speisenzusammenstellung von Küchenchef Holger Rösch nicht innovativ, sondern etwas unglücklich. Fachlich war kein Fehler dabei, doch Highlights habe ich vermißt. 3,5 Sterne


PLV – kann man nicht meckern 4,5 Sterne (wenn man nicht à la carte ißt)

Sauberkeit4 Sterne
*
 
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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