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GastroGuide-User: Fusion_2006
hat Sangam in 86150 Augsburg bewertet.
vor 5 Jahren
"Unser erster Besuch im neu eröffneten Sangam im Oktober 2013"

Geschrieben am 01.02.2015
Besucht am 04.10.2013
Wir waren heute das erste und definitiv nicht das letzte Mal im – vor einer Woche – neu eröffneten indischen Restaurant „Sangam“, so unser positives Vorab-Feedback.

 
Als wir gegen 12:45 Uhr in den großzügigen Gastraum eintreten sind wir die einzigen zwei Gäste. Dies sollte sich aber innerhalb einer viertel Stunde schlagartig ändern. Haben nach einer halben Stunde mal durchgezählt und sind auf 18 Personen gekommen. Das Publikum war dabei bunt gemischt, aber eher im mittleren Alterssegment angesiedelt und sehr angenehm.
 
Wir wurden sehr freundlich begrüßt und an einen Zweiertisch platziert. Die Speisekarten, die wir umgehend erhalten haben, bieten ein umfangreiches Standard-Repertoire, wie wir es von indischen Restaurants aus München und Stuttgart kennen. Kurz umrissen: Quer-Beet von Vorspeisen und Beiwerk wie Pakora, Raita und Nan über vegetarische Hauptgerichte, Fischspeisen und Fleischvariationen bis hin zu Thalis und süßen Nachtischen.
 
Das Essen: wir entschieden uns zwei Mal für das Mittagsgericht „Chana Chicken – Zartes Hühnerfleisch mit Kichererbsen in Curry-Masala-Sauce“, dabei einmal als vegetarische Variante ohne Fleisch, ein Garlic-Nan und eine Raita. Zum Trinken nahmen wir ein Kännchen Chai und ein Wasser. Bei den Mittagsgerichten gibt’s noch einen kleinen Salat oder die Tagessuppe vorneweg dazu. Wir entschieden uns dafür beides zu testen. Der Salat war OK, die Gemüsesuppe recht fein. Die beiden Hauptgänge konnten geschmacklich mit Gerichten unserer Lieblingsinder aus anderen Städten mithalten, was uns freudig gestimmt hat. Die Saucen waren pikant abgeschmeckt, aber nicht zu scharf, wobei ich mir sicher bin, dass man auf Wunsch auch schärfer bestellen kann. Das Garlic-Nan war nix. Die vier Ecken standen in keinem Verhältnis zum Preis von 3,50 Euro. Geschmacklich hat es uns auch nicht zugesagt, da es etwas bitter war. Werden wir künftig nicht mehr bestellen. Dafür war die Raita gut. Und auch der Gewürz-Basmatireis hat uns hervorragend geschmeckt.
 
Das Preis-Leistungsverhältnis: unser Mittagsgericht kostete 7,50 Euro mit Salat oder Suppe, was preiswert ist. Das Kännchen Chai kostete 4,50 Euro, was wir nicht ganz so günstig finden. Bei der Bestellung des Chai wurde nicht gefragt, ob eine Tasse oder ein Kännchen gewünscht wird. Es wurde das Kännchen serviert. Das Garlic-Nan, wie schon erwähnt ist zu gering portioniert, fad und zu teuer. Das vegetarische Thali mit 3 vegetarischen Gerichten kostet mittags 10,50 Euro, abends 13,00 Euro. Ein Thali mit 6 Gerichten (für 2 Personen) kostet 26,00 Euro, was wir auch für einen angemessenen Preis halten.
 
Das Ambiente ist der Wahnsinn: hohe Gewölbe-Decken, hier und da eine Säule, eine tolle Bar, viel Licht durch große Fenster und ausschließlich indirekte Beleuchtung. Neues, hochwertiges Mobiliar, drei Bilder mit indischen Motiven in Riesenformat, darunter auch eines vom Taj Mahal, keinerlei Kitsch. Die Tische waren mindestens zweifach mit edlen weißen Tischdecken eingedeckt, das Porzellan edel. Auf den, mit grauem Filz verkleideten, Sitzbänken finden sich dreierlei verschiedene Kissen wieder. Die mit rotem Karomuster überwiegen, die größeren sind aus weißem Kunstfell. Unsere Vermutung: das Sangam hat den Großteil des Inventars vom Schweizer Vorgänger-Restaurant übernommen, das wir leider nie besucht haben.
 
Der Service: die beiden Herren, darunter der Inhaber, gaben sich sehr freundlich, waren frisch motiviert und adrett in schwarz-weiß gekleidet. Die Geste, die erste Portion Reis vom Schälchen auf den Teller zu drapieren, wissen wir zu schätzen. Die Schwächen liegen aktuell noch in der Koordination. Es gab zwei Mal Rückfragen zu unserer Bestellung, so zum Beispiel „sie hatten einmal den Salat und die Suppe, richtig?“ – „Ja, genau.“. Salat und Suppe wurden nicht gleichzeitig serviert. Später wurden die Hauptgerichte zuerst serviert und erst eine Minute später kam der Reis. An Raita und Nan musste erinnert werden. Ich denke, das sind alles Sachen, die man mit gutem Willen und etwas Routine in Zukunft verbessern kann.
 
Die Sauberkeit war tadellos. Nicht der klitzekleinste Fleck auf der Tischdecke. Die Bäder mit modernen Waschbecken, alles nigelnagelneu und sehr sauber.
 
Fazit: endlich gibt es auch in Augsburg ein vernünftiges indisches Restaurant. Essen, Ambiente und Sauberkeit sind stimmig. Der Service ist super motiviert, aber noch etwas unkoordiniert, was sich aber sicherlich ausmerzen lässt. Wir können das Sangam aber bereits jetzt für Paare, Familien und Geschäftsleute weiter empfehlen. Ganz klar: wir kommen wieder.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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