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GastroGuide-User: Gernundgut
hat Muzzalupo - Ristorante Pizzeria in 56410 Montabaur bewertet.
vor 6 Jahren
"Altbewährte Pizzeria in Montabaur"

Geschrieben am 29.01.2015
Besucht am 18.04.2014
Muzzalupo ist ein Ristorante, eine Pizzeria, seit urigen Zeiten in Montabaur, vor noch urigeren Zeiten einst in Höhr-Grenzhausen. Madame zog es heute zu Muzzalupo, das sei toll, meinte sie.

Welcher Wicht würde es wagen wollen, diesem Wunsche entgegenzutreten? Selbst Samson sollte seine Stärke sehr genau prüfen.
Auf nach Montabaur, auf zur Parkplatzsuche, denn da sah es heute, wie meistens, trotz Feiertag sehr schlecht aus. Parkhaus Nord ist am verlässlichsten. Nicht viel weiter fanden wir einen Parkplatz in der Seitenstraße.

Ambiente:
3 Stufen hoch und hinein, hinein in eine fast vergessene Welt, den Mikrokosmos Muzzalupo (Toiletten im Keller). Die Erinnerung kehrte zurück, hier warst du mal in deinem vorigen Leben, in Höhr-Grenzhausen. Die Einrichtung, symbolhaft überdacht in der Art eines latinischen Atriums ringsum am Rande des Raumes, in der Mitte der Blick in den dunklen Nachthimmel, leider ohne Sterne und unbemondet. Daher besteht der Bedarf zusätzlicher Beleuchtung in der Form kleiner Hängeleuchten aus Keramik über den Tischen.
Tische und Sitzbänke, leicht gepolstert, sind durch Pseudoabtrennungen aus Holz bzw. Gittern vom Nachbarn getrennt und dürften original aus der Steinzeit, der Zeit in Höhr-Grenzhausen, stammen. Kein Wunder, dass der geschätzte Kritikerkollege bobby1 nach seinem Besuch diese Einrichtung als abgenutzt beschrieben hat.

Klar, Generationen von Gästen haben sich daran, besonders an den Mittelinseln, vorbeigezwängt oder beim Ersteigen des einstufigen Podestes entlang der Wände hochgehievt, Kinder haben sich beim Nachlaufen und Versteckspielen daran entlang gehangelt, so wie auch heute.

Aus alter Zeit stammen auch die hinterleuchteten Wandfotos aus Italien und die verschiedenen potentiellen Staubfänger, manche nennen es Kitsch, an den Wänden. Ein prüfender Blick zeigt allerdings, dass gegen den Staub Maßnahmen der Säuberung gegriffen haben.

Die Tische sind eher rustikal in mittleren Farbtönen mit Grunddecke und Tischläufern in Grün gedeckt, Grundeindeckung Besteck und Papierservietten, verschiedene Aufsteller, Bierdeckelbox und ein Leuchtelement sind vorhanden, das allerdings nicht angezündet wird.

Service:
2, wenn nicht sogar 3 Generationen des Familienbetriebs leisten den Service. Wir werden im Wechsel von den beiden Damen bedient. Die jüngere der beiden bringt das Kartenwerk, nein, ich werfe erst einen Blick in die Karte für die Getränke. Also schnell die Getränke ausgesucht, denn der Service hatte nicht den Eindruck von Nachgeben gemacht. Gut erkannt, denn schon ist sie wieder da, und wird mit dem Getränkeauftrag wieder auf die Reise geschickt. Hetz' mich nicht, ich habe Urlaub.

Die ältere Dame bringt die Getränke und darf jetzt mit ihrem elektronischen Erfassungsgerät unsere weitere Bestellung aufnehmen. Die weiteren Handlungen am Gast erfolgen wieder für den Rest des Aufenthaltes durch die jüngere Kollegin, allesamt freundlich, aufmerksam und schnell, vom unaufgeforderten Nachliefern von Essig und Öl zum Salat bis zum Abkassieren.

Essen:
Der Orangensaft (2 €) muss nicht diskutiert, der Pinot Grigio für 3,50 € nicht erinnert werden.
Madames Jägerschnitzel (10,50 €) wurde in der Küche hörbar erschlagen, mir wäre es nicht dünn genug gewesen, sie mag es so. Geschmeckt hat es gut, da ich ein restliches Drittel verspeisen musste. Guter Fleischgeschmack, gute Panade, Soße ok, Kroketten als Sonderbestellung waren keine übrig geblieben, daher nehme ich an, gut, trotz offensichtlich TK.

Zum vorgelieferten Beilagensalat gab es Lob, angemacht mit gutem Essig und Öl (mit Salz und Pfeffer auch unaufgefordert nachgeliefert), mich hätte die ungeschälte Gurke gestört (ich weiß, … de cetero censeo …).

Meine Zuppa cipolla (3,50 €) brodelte, das war aber nur der Effekt der Keramikschüssel am unmittelbaren Innenrand durch das Überbacken der Käsehaube auf dem Weißbrot, Käse gut, Zwiebeln gut, gut abgeschmeckt, Temperatur suboptimal.

Die bestellte große Pizza Funghi Salami (6,80 €) bestätigte die zurückgekehrte Erinnerung an gute Pizza. Sie war knusprig bis zum Schluss, gut belegt, an Salami hätten es aber gerne 2 – 3 Scheiben mehr sein dürfen, der Geschmack stimmte.

Zum Abschluss wurde auf Grund eines kleinen Aufstellers und der Bestätigung, dass es sich nicht um ein Fertigprodukt von der Dessertkarte handelte, das „Frische Tiramisu“ (4,50 €) bestellt. Auch dieses wurde für gut befunden.

Fazit:
Es gibt immer noch gute Pizza und auch die Schnitzelseite stimmt. Der Service war freundlich und aufmerksam (bei knapp 50 % Belegung im Hauptraum). Mit dem veralteten Ambiente muss man leben … oder es meiden.
(Dabei wäre mit ein paar Strichen am blank gescheuerten Holz und einer weißen Tischeindeckung mit schlichtem Lichtelement ohne Bierdeckel und Aufsteller (wer mag schon Fertigdesserts?) ein Quantensprung machbar).
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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Pepperoni und 8 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.