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Kurz darauf kam der Ober, um die Getränkebestellung aufzunehmen. Leider war ich Einzelgast und ich saß in der Mitte das Gastraums, der für diesen Zweck (Rodizio) wohl sehr voll mit Tischen und Stühlen war, links und rechts neben mir saßen auch auf einem kleinen Tisch jeweils zwei Personen.
Eigentlich war ich schon um halb 7 dort, aber da war der Gastraum vermutlich noch von der „1. Schicht“ belegt, so dass ich warten musste, bis ich eingelassen wurde. Der Gastraum war aber dann auch noch? ziemlich voll.
Der wohl schon sehr alte Gasthof liegt im Herzen von Metten. Vermutlich haben schon vor sehr vielen Jahren die Bauer hier ihr Bier getrunken. Und die kamen ohne Auto. Und deshalb vermisst man heute ausreichende Parkplätze. Ich konnte mich gerade noch am gegenüberliegenden Friedhofsparkplatz „hinzwicken“.
Kurz nach dem Eintreffen erklärte mir auch die energische uns selbstbewusste Inhaberin (vermute ich, vorgestellt hat sie sich nicht), wie dieses „Radizio“ abläuft. Man kann sich während des Aufenthalts (auch mehrfach) am Beilagenbuffet bedienen. Das Fleisch bringen auf Spießen die Ober, und zwar in unterschiedlichen Gargraden und in unterschiedlichen Fleischsorten.
Als erstes holte ich mr etwas vom Beilagen-Buffet. Da gab es viele verschiedene Sachen. Und nur wenig bekanntes. Ich war fast etwas überfordert. Ich nahm nur wenig davon auf meinen Teller. Das Fleisch als Hauptgericht wollte man ja hauptsächlich genießen.
Schon kurz darauf brachte man mir auch schon das erste „Fleisch“. Es war eine „brasilianische Bratwurst“. Dieses Wurststück aus Schweinefleisch überraschte mich allerdings nicht besonders. Es war irgendwie eine geschmackliche Mischung zwischen Debreziner und Regensburger. Dann gab es Schweinefilet in Zitronen-Thymian Marinade. Und auch das dritte Fleisch ließ nicht lange auf sich warten. Vom Nebentisch hörte ich von Hühnerherzen mit Knoblauch, bei mir tauchte dann jemand auf und schneidet zwei Scheibchen von einer Rinderlende ab, die ich mit der bereitgelegten Zange abnahm. Welche Soße bzw. Gewürze dabei waren, habe ich leider nicht verstanden. Durch die vielen Leute im Gastraum entwickelte sich ja doch ein erheblicher Lärmpegel im Raum. Um 19 Uhr zum „Schichtwechsel“ wurde das durch ein „Kommen und Gehen“ ergänzt.
Bis jetzt waren die Fleischstücke alle recht schön „rosa“ in der Mitte. Die Rinderhüfte mit Knoblauchmarinade war mir fast ein wenig zu knobelig und ein wenig zu roh bzw. rot.
Zwischendurch musste ich dann wieder das Buffet aufsuchen. Der Salat auf meinem Teller war alle und mir war irgendwie nach Brot. Von dem Stangenbrot beim Buffet schnitt ich mir ein paar Scheiben ab und ergänzte mein Beilagen-Teller mit einem unbekannten Salat mit Karotten und etwas aus einer Schüssel mit Fleischstückchen.
Kaum zurück und den gebrachten Schweinebauch (Schweinebauch gesurt) noch nicht gegessen kam der Ober schon wieder und brachte Hähnchenherzen mit Knoblauch. Aber erst zum Schweinebauch. Das von einer Roulade heruntergeschnitten Stück war außen schön knusprig, innen etwas salzig und des erinnerte mich irgendwie an ein „Kassler“. „Ja, Sauerkraut würde da gut dazu passen“ dachte ich mir. Der dann folgende Tafelspitz pikant war wieder etwas rot und etwas salzig, aber wahrscheinlich gehört das so.
Es ist 19:40 Uhr. Jetzt werde ich langsam satt. Der Ober brachte als nächstes Spareribs („mit fruchtiger BBQ – Orangen – Marinade“). Als „sehr süß“ präsentierten sich die Spareribs im Gegensatz zum vorigen Gericht. Es folgten kleine Stücke von Putenschenkeln. Die schauten lecker aus und ich nahm gleich zwei. Die außen glasig-glänzenden Putenschenkelteile erinnerte mich geschmacklich an die süß-sauren Gerichte, wie sie in chinesischen Lokalen so üblich sind.
Zwischendurch muss ich schon ein wenig aufstoßen und ich überlege, ob mir diese geschmackliche „Weltreise“ guttut. Da fällt mir die hektische „Chefin“ wieder auf, die mal hinter der Theke was einschenkt, dann n die Küche saust, dann wieder einem Gast Wasser ins Glas nachschenkt und dann wieder beim Grill nach dem rechten schaut.
Als nächstes gibt’s Lamm in Schokoladenmarinade. Bei größeren Fleischstücken wird immer nur eine dünne äußere Schicht bis zum roten Fleisch heruntergeschnitten und dann wird der Metallspieß wieder zurück in den Drehgrill gesteckt.
Interessant ist das Lamm in Schokolade schon, aber inzwischen brennt der Mund. Wahrscheinlich von irgendwelchen Gewürzen, Pfeffer vielleicht. Schade eigentlich, da kann man die verschiedenen anderen Gewürze nicht mehr so gut herausschmecken.
Sehr gut gemundet hat mir aber trotzdem die anschließend gebrachte „Entenbrust karamellisiert“ (Entenbrust mit feiner Honignote). Die ist wirklich super gut – mein Geschmack, auch wenn ich eigentlich schon „voll“ bin. Und es erinnert an ein Volksfest mit Popcorn-Stand.
Tja, das Ganze ist kein Wirtshaus für ein normales Abendessen, denke ich mir. Ehr ein Erlebnis oder eine Sehenswürdigkeit. Das ist mal was anderes, wenn man Rodizio nicht kenn. Aber nicht ein Lokal, in das man regelmäßig zum Essen geht.
Ich habe dann mal auch mein Handy gereinigt, das am Tisch lag und vom Bratensaft etwas abbekommen hat. Wahrscheinlicht tut man das sowieso nicht – Handy auf den Tisch legen. Mein Fehler, sorry. Aber die Frau auf dem Nebentisch hat auch ihr Handy auf den Tisch gelegt (ich alte Petze!).
Es ist 20:26 Uhr und ich bin jetzt wirklich satt. Meine Gedanken kreisen um ein Sofa. Ich bin dann wieder zurück in der Realität, als wieder ein Ober vorbekommt. Er hat seinen Spieß mit Ananassen (was ist die Mehrzahl von Ananas?) dabei. Da nehme ich auch ein Stück. Mmmh. Zuckersüß. Da brauche ich keine sonstige Nachspeise mehr. Beim Buffet waren kleine Gläschen mit einer Creme drin. Aber ich habe keine Ahnung, ob das etwas Süßes, eine Nachspeise oder sonst eine Creme war.
20:34 Uhr. Wie lange bin ich jetzt hier? Fast zwei Stunden. Aber die Zeit ist wie im Fluge vergangen.
Wenn man über eine Gaststätte schreibt, sollte man auch die Toilette aufsuchen. Die Gelegenheit bot sich ja nach dem vielen Essen. Allerdings ergab sich eine unschöne Wartezeit für mich, da für die Herren nur 1 Toilettensitz vorhanden ist. Und die Mechanik des Toilettenpapierbehälters stellte mich dann auch noch auf die Probe.
So, 45 Euro macht die Rechnung zuzüglich Trinkgelds. Ich hoffe noch auf einen Gratis-Schnaps vom Wirt nach dem fetten Essen. Aber das ist wohl in Brasilien nicht üblich. Fast 21:00 Uhr – ab nach Hause.
So das war also Rodizio, das zu bestimmten Terminen im Winterhalbjahr, die auf der Homepage angegeben sind und für die man sich per E-Mail anmelden muss, stattfindet. Und ich weiß, dass dort im Sommer ein angrenzender Biergarten betrieben wird. Unklar ist mir aber, ob man im Mettener Hof auch „normal“ zum Essen gehen kann. Im Internet sind zwar irgendwelche Öffnungszeiten angegeben. Eine Speisekarte aber habe ich nirgends gefunden.