"Auf der Suche nach feinem, aber trotzdem zugänglichen Genuss in ungezwungener Atmosphäre wird man in der Hamburger Speicherstadt im definitiv "Kinfelts" fündig. Auch wenn die Preise durchaus hoch sind, werden sie aber mit exzellenter Qualität untermauert."
Geschrieben am 20.06.2026 2026-06-20
Kinfelts | Kitchen & Wine
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Restaurant
04030068369
Am Kaiserkai 56, 20457 Hamburg
"Club zockt euch ab"
Geschrieben am 20.06.2026 2026-06-20
Diskothek Steffy Oberhausen
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Club, Discothek
020825050
Im Lipperfeld 23, 46047 Oberhausen
"Gelungener Abend"
Geschrieben am 20.06.2026 2026-06-20
Watzke · REITER
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Restaurant, Hausbrauerei, Biergarten
03518106820
Hauptstr. 1, 01097 Dresden
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Für diesen Samstag sollte es ein Restaurant in der Speicherstadt sein, dass dort bereits seit September 2018 existiert.
Das "Kinfelts Kitchen & Wine" verdankt seinen Namen dabei seinem Gründer und Inhaber Kirill Kinfelt. Dieser ist in Hamburg schon vor der Zeit dieses Restaurants keineswegs ein Unbekannter gewesen. Im seit 2022 geschlossenen, damals im Stadtteil Hamburg Nord befindlichen "Trüffelschwein" erlangte der gelernte Koch mit seinem Team einen begehrten Michelin-Stern. Diese Ambitionen hat er in sein "Kinfelts" in der Speicherstadt aber nicht 1:1 übertragen, denn wie der Namenszusatz schon verrät, sollte hier eher ein legerer Anlaufpunkt für die Freunde von Küche und Wein entstehen.
Zu finden ist das Lokal nur einen Steinwurf entfernt von der Architektur-Ikone der Elbphilharmonie. Es befindet sich dabei in einem nicht minder futuristisch gestalteten weißen Haus. Große Fensterfronten prägen das Erdgeschoss des Gebäudes, von dem das eben auch dort befindliche Restaurant definitiv profitiert. Vor allem auf der Rückseite hat man dadurch nochmals einen Blick über den anliegenden Elbekanal und die darauf befindlichen Schiffe, sowie die weitere ansehnlich gestalteten Gebäude der Speicherstadt.
Betritt man das Lokal, führt sich die moderne Gestaltung des Gebäudes in der Aufmachung des Restaurants auch nahtlos fort. Farblich gestalten sich Wände und Mobiliar in dunkleren Tönen, die von Graugrün bis Schwarz reichen. Lustigerweise hat man auch bei den Sitzschalen der Stühle, die keine Armlehnen und Polsterung aber ein Sitzdeckchen haben, Hälfte-Hälfte in den genannten Farben aufgestellt. Dekoration in Form von Pflanzen oder Bildern findet man in dem Restaurant nicht. "Dekoriert" sind die Wände stattdessen mit zahlreichen Weinflaschen, die somit das "Wine" im Namen des Lokals mehr als deutlich betonen. In besonders großer Menge lassen sich diese natürlich an der Bar bestaunen, wo zudem große Tafeln hängen, die für die einzelnen Tage der Woche den "Das dicke Ding", also sozusagen den Wein des Tages präsentieren. Darüber hinaus findet man als gestalterische Elemente vor allem eingerahmte Zitate und Sprüche. Am auffälligsten, da am größten, ist hierbei sicher das "Eat . Talk . Smile . Drink . Laugh . Kiss . Repeat" , was die Philosophie des "Kinfelts" als unkomplizierte, ungezwungene und trotzdem auf gute Qualität fokussierte Anlaufstelle für Freude am Essen und Wein sicher nochmals in den Vordergrund stellen soll.
Als farbliche und auch räumliche Auflockerung hat man dem Ambiente noch orangene Vorhänge hinzugefügt, die zu diesem Zweck für mein Empfinden wirklich eine gute Ergänzung sind.
So erzeugt das Interieur also eine Atmosphäre, die zum Begriff "casual fine dining" (dafür 5€ ins gastronomische Phrasenschwein) als wirklich sehr gut passt, da sie weder kitschig und überladen, noch lieblos und angestaubt wirkt.
Für die Toiletten muss man übrigens eine Treppe ins Untergeschoss überwinden.
Selbstverständlich bietet man in diesen Sommermonaten auch ein mit großen Schirmen beschatteten Bereich im Freien an.
Als wir unseren Besuch des Restaurants um 18 Uhr 30 an diesem Samstagabend begannen, waren die vorhandenen Plätze, an diesem heißen Sommerabend ausschließlich auf der Terrasse, noch kaum mit Gästen belegt. Um deren Wohl kümmerten sich dabei der Serviceleiter und Sommelier in Personalunion zusammen mit einer jungen Frau und einem jungen Mann. Nach seinem Empfang und der Darbietung des reservierten Tisches im Freien wurden wir dabei von der jungen Frau mit der Speisekarte und den Angeboten des Tages versorgt. Im weiteren Verlauf des Abends kamen wir abwechselnd mit beiden Servicekräften in Kontakt. Gleichermaßen agierten sie sowohl mit dem Anspruch des Restaurants entsprechender Professionalität und Wissen, aber gleichzeitig auch in lockerer und auch gewitzter Art. Sie trugen damit sehr gut zu der ungezwungenen und trotzdem doch hochwertigen Atmosphäre bei und verdienen für ihrer Leistung meiner Meinung nach ein Lob.
Während es für meine Wenigkeit, wie so häufig erwähnt, doch mehr die Leidenschaft an der Kulinarik als am Wein ist, nutzte mein Gegenüber die Möglichkeit des umfangreichen und vielfältigen Angebotes an Spirituosen und wählte dabei als Aperitif 5 cl von einem trockenen Belsazar für 5€.
Fokussiert und reduziert gestaltet sich die Speisekarte des "Kinfelts", welche auf 2 Seiten passt. Hierbei sei der Hinweis zu erwähnen, dass die Gerichte auch gerne in einer "zum teilen"-Variante serviert werden, wobei auf die in der Karte genannten Preise noch 3€ zusätzlich berechnet werden. Wo wir gerade bei den Preisen sind, muss hier ebenfalls klar festgestellt werden, dass man mit dem aufgerufenen Niveau die Latte für die kulinarischen Erwartungen vergleichsweise hoch hängt. Das beginnt z.B. schon in der Vorspeisen-Kategorie, wo die 20 € - Grenze bei jedem Gericht überschritten wird. Bei den Hauptgängen ist man mit einem geringen 20er-Betrag nur mit einer kleinen Portion des Pastagerichtes am Start und kann auch gerne in Sphären von über 50€ für ein Rinderfilet und sogar über 70€ für eine Seezunge vordringen (die aber wohl dann auch für 3 Personen angedacht ist). Selbst im Dessert-Bereich sind für ein "simples" Petit-Fours-Arrangement 10€ zu berappen und das Ende der Fahnenstange bildet die große Portion der Käse-Auswahl für ganze 31€.
An einer der großen Tafeln über der Bar wird in Ergänzung zur Speisekarte neben den "Weinen des Tages" auch immer noch eine kulinarische Tagesempfehlung feilgeboten.
Entlastend sollte dazu aber auch noch erwähnt werden, dass man dabei nicht nur die bekannten Menü-Portionen, sondern gerade bei den Hauptgerichten auch eine ordentliche Menge serviert werden. Trotzdem darf sich das Restaurant definitiv nicht darüber beschweren, wenn die Ansprüche an die Qualität und geringere Verzeihlichkeit bei Mängeln für mich angesichts der Preise stärker ausgeprägt sind.
An den großen Tafeln über der Bar gibt es in Ergänzung zur Speisekarte neben den "Weinen des Tages" auch immer noch eine
Die Küchenrichtung lässt sich sowohl als französisch, mediterran als auch deutsch bezeichnen. So finden sich neben Creme Brûlée, französischer Käseauswahl und Cremesuppe eben auch mal eine Trüffelpasta, Kokosnuss Panna Cotta und Pulpo. Daneben gibt es aber auch ein Wiener Schnitzel, Nordseekrabben und eben die erwähnte Seezunge. Somit sollte also für jeden Geschmack eine gute Auswahl an passenden Speisen vorzufinden sein.
Für unseren Abend entschieden wir uns beide jeweils für eine Vorspeise und ein Hauptgericht
Etwa 5 Minuten nachdem unsere Wahl vom Service aufgenommen wurde, konnten wir uns noch über etwas Brot und Butter als ersten Snack freuen. Dieses Angebot wurde zu Beginn angefragt, womit klar war, dass es sich dabei um keinen kostenlosen Gruß handelte. Es stand am Ende mit 5 € auf der Rechnung.
Dabei handelte es sich um ein hausgemachter Sauerteigbrot mit einer gut gesalzenen Trüffelbutter, die ihren Namen auf voll verdiente. Sehr aromatisch und würzig passte das gut zum fluffigem und frischen Brot. Das hatte an sich schon einmal qualitativen Anspruch und sorgte somit für einen guten ersten Eindruck.
Für meinen ersten Gang entschied ich mich für die Melange namens „Pulpo - Bohnencassoulet – Paprika – Tomaten“ , welche mit 28 € bepreist war..
Schon der erste Bissen dieses Gerichts erzeugte dank perfekt gegarter Pulpoärmchen kulinarische Freude. So zart, saftig und trotzdem mit passender Röstung versehen kann man dem für mein Empfinden nicht besser zubereiten.
Sie lagen auf dem Bett des Cassoulet aus sehr knackigen kleinen weißen und schwarzen Bohnen mit feinen Paprikawürfeln, die ein gut gebundenes und damit auch cremiges Ragout bildeten. Geschmacklich steckt eine überraschende, leichte Schärfe darin, was das ganze Gericht mit Pepp abrundete und spannend machte. Ein knuspriger Chip sorgte noch für etwas Knusperspass. Wahrlich ein starker Auftakt, der die ersten Zweifel angesichts des hohen Preisniveaus bereits komplett verdrängt.
Meine Begleitung startete ihr 2-Gang-Menü mit im maritimen Bereich mit „Nordseekrabben - Spitzkohl – Eigelb – Bisque“ für 29 €.
Versteckt unter einer Kuppel von knackig gegarten Spitzkohlblättern konnte sie dabei eine gute Menge der frischen, saftigen Krabben genießen. Sie schwammen dabei in einer Krustentierbisque voll klassischer Eleganz mit den schönen Anis-artigen Noten von Pernot.
Was wie eine kleine Tomate auf der Spitzkohlkuppel aussieht war ein gebeiztes Eigelb, welches das Gericht mit fettiger Cremigkeit gut ergänzte. Auch diese erste Speise erfreute mein gegenüber voll und ganz.
Zum Hauptgang hoffte ich auf ein für 44€ wahrlich delikate geschmorte Rinderschulter mit „Polenta – grüner Spargel – Estragon“.
Überzogen mit einem herrlich appetitlich glänzenden Jus, dessen kräftige Aromatik und leicht zähflüssige Konsistenz ebenfalls von viel Aufwand und Liebe in der Küche zeugte, kündigte schon der erste Schnitt (der auf nur mit der Gabel hätte erfolgen können) und Anblick an, dass hier große Fleischeslust auf dem Gaumen wartete.
Besser kann man das einfach nicht zubereiten und deshalb war es auch eine Wonne an Saftigkeit und Zartheit. Das tolle Mundgefühl verdankte dieses Prachtstück auch den Teilen von Fett und Kollagen, die jeden Bissen im Mund noch geschmeidiger wirken ließen.
Doch auch die anderen beiden Komponenten bewiesen, dass das Küchenteam sein Handwerk meisterlich beherrscht. Natürlich wurde der grüne Spargel genau meinen persönlichen Vorlieben entsprechend knackig in gebratener Form serviert. Das komplettierte damit sehr gut den Reigen der Konsistenzen des Gesamtgerichtes.
Denn auch dank einer guten Menge eingearbeiteten Parmesan, war die Polenta nicht nur ein cremiger Traum, sondern durch Estragon verwöhnte sie auch noch mit einer besonderen geschmacklichen Note.
Wie schon beim Pulpo konnte man auch bei diesem in allen Belangen exzellenten Hauptgericht noch an einem Chip knabbern.
Der 2. Gang meines Gegenübers sollte schließlich das original Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln, Gurkensalat und Preiselbeeren sein, dass in der kleinen Portion 28 € aufrief.
Auch bei der Hauptspeise meiner Begleitung, hier in der kleinen Portion, die aber trotzdem sehr stattlich daherkam, kündete bereits der optische Anblick aller Komponenten von einer hohen Qualität.
Perfekt gewellt surfte das Schnitzel auf Bratkartoffeln, deren Röstung lehrbuchmässig mit Geduld und können erzielt wurde. Das dünne Kalb unter der krossen Panierung war natürlich noch saftig und beides zusammen wurde auch gut und trefflich gesalzen.
Für Abmilderung, Frische und Cremigkeit sorgte dann der schlotzige Gurkensalat.
Klassisch abgerundet wurde diese Entourage mit Preiselbeeren und einem Zitronenstück.
Auch bei diesem Klassiker wüsste ich jetzt nicht, was da noch zur Höchstnote fehlen sollte.
So verließen wir also nach ca. 1,5 Stunden das "Kinfelts" wieder Richtung Lübeck und nahmen dabei folgenden Gesamteindruck mit.
Die Einrichtung passt sich gestalterisch auf der einen Seite sehr gut an die moderne Architektur der Speicherstadt rund um die Elbphilharmonie an und passt zudem klar zum Konzept des Schwerpunktes auf das Weinangebot, sowie auf einer einfach zugänglichen, aber trotzdem qualitativen Speisekarte. Auch wenn man keinen Blick auf die große Elbe hat, so nimmt die vollverglaste Fassade samt dem Kanal direkt vor der Haustür der Atmosphäre zudem jedwede Enge.
Das Serviceteam am Abend unseres Besuches kümmerte sich wirklich sehr gut um uns. Ihre Freundlichkeit gepaart mit Professionalität und Aufmerksamkeit trug definitiv zur entspannten und doch höherwertigen Stimmung bei.
Die kulinarische Ausrichtung mit der Kombination aus französischen, mediterranen und auch deutschen Gerichten hält wahrlich auch bei dem kleineren Umfang für jeden Geschmack etwas bereit. Qualitativ konnte uns das Küchenteam dabei mit wirklich jeder Speise beweisen, dass sie alle Facetten des Kochhandwerks vom Gespür für Geschmack bis zur Zubereitung meisterlich beherrscht.
Die Preise erscheinen auf den ersten Blick zugegebenermaßen sehr hoch für diese "nicht sterneprämierte" Restaurantkategorie. Doch angesichts des gebotenen kann ich definitiv nicht sagen, dass ich das einfach in kleinster Weise als überzogen bezeichnen.
Gerade nach einem Besuch der vielen Sehenswürdigkeiten der Speicherstadt (Elbphilharmonie, Miniaturwunderland, Hamburg Dungeon usw.) stellt das "Kinfelts Kitchen & Wine" somit meiner Meinung nach eine empfehlenswerte Anlaufstelle für jeden dar, dessen oberste Prämisse nicht gerade das "günstig satt werden" ist und natürlich im Besonderen für alle vinophilen Genießer.