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GastroGuide-User: NoTeaForMe
NoTeaForMe hat Chacha Chaudhary in 23552 Lübeck bewertet.
vor 12 Stunden
"Indisches Streetfood-Angebot, dass die Imbiss-Landschaft Lübecks wirklich bereichert."

Geschrieben am 14.03.2026
Besucht am 13.03.2026 1 Personen Rechnungsbetrag: 6.9 EUR
Die "Breite Straße" liegt direkt im Zentrum der Lübecker Altstadt und ist daher auch ein zentraler Knotenpunkt für die Ströme von Touristen, aber natürlich auch für die Einheimischen mit Shopping- oder Ausflugsziel. Sie grenzt direkt an den Marktplatz, das historische Rathaus und bildet eine Verbindung von der großen St.-Marien-Kirche zu St.-Pauli-Kirche. Hier befindet sich aber auch das viel frequentierte Haupthaus des berühmten Marzipan-Herstellers "Niederegger" und vormals auch das große Galeria-Karstadt-Haus, so viel viele weitere kleine Einkaufsläden.
Selbstverständlich darf in der Gestaltung dieser Straße auch ein gastronomisches Angebot nicht fehlen. Für Restaurants mit klassischer Abend-Gastronomie ist sie auf Grund des großen Trubels dabei eher weniger vorteilhaft. Daher finden sich hier vor allem Cafes, Schnellgastronomien und natürlich auch Imbisse. Kleine "Mikro-Immobilien" am südlichen Beginn der Straße, direkt in Nachbarschaft zum Rathaus, haben dabei in den vergangenen Jahren regelmäßige Mieterwechsel erfahren, die man wohl gar nicht mehr zählen kann. Vom Dönerimbiss zur "Juice Bar", vom Frittenangebot zum Backwarenschalter: Fast alles, was sich als Imbiss etablieren lässt, hat man hier daher wohl schon gesehen.

Im Sommer 2025 ist aber ein Angebot dazugekommen, dass mich als Gastro-affiner Mensch gleich aufhören ließ. Die "Chacha Chaudhary" möchte den Lübeckern und Gästen der Hansestadt eine Anlaufstelle für indische Streetfood-Gerichte bieten. Genau das habe ich in der Zeit, in der ich hier lebe, tatsächlich noch nie vorgefunden. Indische Restaurants finden sich in der Altstadt natürlich zu Hauf, aber die Seite der indischen Küche, die wohl in den großen Metropolen dieses Einwohnerreichen Landes zu Hauf die Menschen auch schnell und unkompliziert mit ihrer regionalen Cuisine versorgt, hat dann wohl doch noch ihre Eigenheiten. Die möchte ich natürlich liebend gerne ausprobieren und wählte nun also diese Zeit des Übergangs zum Frühling dafür, dem Imbiss endlich einen Besuch abzustatten.
Außenansicht.
Der Name des Lokals stammt von der in Indien bekannten Zeichentrickfigur, die mit ihrem roten Turban und weißen Schnurrbart passenderweise auch das Logo das Imbisses ziert. Für den Gast ersichtlich besteht dieser, wie für einen Imbiss üblich, nur aus einem Schaufenster zur Bestellung und Übergabe der Speisen. Die Auswahl kann dabei in illustrierter Form über dem Fenster, aber auch auf Flyern betrachtet werden. Diese findet man z.B. auf der Handvoll kleinen Sitzgruppen, die der Imbiss auf einem kleinen Bereich der "Breite Straße" aufstellen darf, damit man auch diese schnelle "To Go"-Gerichte in Ruhe im Sitzen genießen kann.
Sitzmöglichkeiten vor dem Imbiss.
Trotzdem würde ich die Bewertung des "Ambiente" hier aussetzen, da das gar nicht das Zielgebiet einer solchen Art an Gastronomie ist. 
Auch wenn die Zubereitung an sich natürlich im sprichwörtlichen "Hintergrund" des Raumes stattfindet, kann man als Kunde die natürlich fast vollständig vorbereiteten Speisen und Komponenten auch direkt in einer Behälter-Bar direkt am Schaufenster begutachten. Das lässt also zumindest einen leichten Eindruck der Sauberkeit zu, von der ich daher einen guten Eindruck hatte.
Die Speisenauslage am Thekenfenster.
Als ich an diesem Nachmittag das "Chacha Chaudhary" aufsuchte, kümmerte sich ein männlicher, indisch-stämmiger Mitarbeiter direkt an der Theke um dessen Betrieb. Bestell- und Übergabe-Kontakt fand dabei auch direkt am Fenster statt
Auch hier kann man mMn die Kriterien eines richtigen Restaurantservices eigentlich nicht anwenden, das Auftreten und den Umgang des Mitarbeiters aber schon bewerten. Dabei war die Kommunikation mit dem Herrn auf Deutsch völlig problemlos. Er agierte freundlich und fragte auch proaktiv nach dem gewünschten Schärfegrad, sowie nach dem gewünschten Geschirr (Thali, Schale oder Teller).

Die genannte Speisen-Bar zeigt bereits die Farbenfrohheit und Vielfalt der indischen Küche, welche sich auch auf der kleinen Speisekarte widerspiegelt. Von 10:00 - 20:00 findet man darauf bekannte, frittierte Fingerfood-Klassiker wie Samosas und Pakora, aber in dieser Kategorie z.B. auch mir bisher neue Gerichte, wie dem "indischen Burger" namens "Vadapav", der auch perfekt für Veggies geeignet ist, besteht hier das Patty doch aus eine in Kicherebsenmehl frittierten Kartoffelmasse. Auch indische Wraps, bei denen das Fladenbrot in Ei gebraten und mit dem indischen Paneer-Käse gefüllt wird sind mir auf den üblichen Speisekarten indischer Restaurants in Deutschland noch nicht begegnet. Mit Preisen im Bereich von 3-6 € sind das auch für die Geldbörse willkommene Kleinigkeiten. 
Zu all diesen Snacks lassen sich zudem noch aus einer breiten Palette indische Chutneys und Saucen zum fröhlichen Dippen wählen. 
Daneben bietet man aber auch richtige Tellergerichte an, die übrigens erfreulicherweise nicht auf einfachen Papptellern, sondern "festem" Geschirr oder sogar ganz authentisch auf dem indischen Thali-Tablett serviert werden. Auf der carnivoren Seite beschränkt man sich dabei aber nur auf Hähnchen, was für ein Imbiss-Angebot auch nicht als Missstand bezeichnet werden kann. Mit Reis servierte Klassiker wie "Korma", "Biryani, "Curry" und auch eine "Mango Chicken"-Variante überschreiten dabei allesamt nicht einmal die 8€ Marke. Vegetarische Tellergerichte sind ein "Samosa Chat" und schließlich auch das von mir gewählte "Chole Bhatura", einem Kichererbsencurry, dass für gerade einmal 6,9 € mit dem typischen, indischen "Ballonbrot" namens Bhatura zu erhalten war.
Gerade einmal 5 Minuten Wartezeit entsprachen dem von einem Imbiss erwarteten Tempo, sodass ich mich alsbald über folgende Schale hermachen konnte.
"Chole Bhature - Kichererbsencurry mit indischem Ballonbrot".
Schon der erste Löffel vom schön warmen, goldgelben Curry bereitete die erhoffte Freude. Die Kichererbsen schön cremig, ohne verkocht zu sein und auch die Soße angenehm leicht angedickt. Feine, rohe Zwiebelwürfelchen ergänzten dies mit Biss. Die vielfältigen indischen Gewürzaromen entfalteten sich voll und auch der von mir gewählte, milde Schärfegrad wurde voll eingehalten.
Nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich begeisterten mich aber vor allem die zwei Bhatura, die ihrem Namen „Ballonbrote“ wirklich volle Ehre machten. Mit ein paar eingearbeiteten Kräutern und einer guten Portion Salz machte jedes Stück davon Freude, die saftig und füllig waren, aber keineswegs „im Mund immer mehr wurden“. Wirklich ein rundes und Genuss bereitendes , kleines Mahl.

So zog ich nach dieser kurzen, aber mit wirklich angenehmen Genuss- und Sättigungsgefühlen also weiter. Dabei nahm ich vom "Chacha Chaudhary" wirklich durchweg positive Eindrücke mit.

Diese begannen bei der freundlichen und kommunikativen Art des Personals und setzten sich bei dem sowohl in Umfang als auch Vielfalt und vor allem Preisgestaltung für mich sehr gut ausbalancierten Angebot fort.

Abgerundet wurde das dann von der gebotenen Qualität, die mir hier in Form des gewählten Kichererbsencurry mit fluffigen Bhatura-Brot für fast schon als Spottpreis zu bezeichnende 6,9 € einfach nur exzellent ausfiel.

Nicht nur aus Eigensinn bleibt es nur sehr zu wünschen, dass das Lokal nicht der häufigen Fluktuation im Imbiss-Bereich Lübecks zum Opfer fällt, sondern sich etabliert. Nicht nur gewährt es eine willkommene Abwechslung zum sonst an jeder zweiten Ecke gesehenen Dönerladen, sondern bereichert dabei die Angebotsbreite in diesem Segment sowohl in Preis, als auch Leistung auf einem zur Empfehlung gereichenden Niveau.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
keine Wertung
Preis/Leistung


kgsbus findet diese Bewertung hilfreich.

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