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GastroGuide-User: Jenome
Jenome hat Gaststätte Wätzlich in 01877 Rammenau bewertet.
vor 3 Stunden
"Unsere Hausgaststätte, da kann man auch zum Geburtstagsessen hingehen"

Geschrieben am 04.03.2026
Besucht am 16.10.2025 Besuchszeit: Abendessen 4 Personen Rechnungsbetrag: 160 EUR
Meine Frau hatte im September letzten Jahres ihr halbes Jahrhundert voll, und bekanntlich bekommt man ja nie alle Freunde und Verwandten an einen Tisch. So war es auch zur großen Null, unsere Freunde hatten Urlaub gebucht, und dabei völlig den Geburtstag meiner Frau außeracht gelassen. Eigentlich sind wir immer der Meinung, wer nicht dasaß, der nicht mitaß. Aber hier wollten wir dann doch mal nicht so sein. Trotz allem war auch hier wieder die Terminfindung schwierig, arbeiten doch beide in der Pflege.
 
Nachdem ein Termin gefunden wurde, war uns schnell klar, es geht in den Nachbarort in die kleine Gaststätte Wätzlich. Ich habe hier schon über das Haus berichtet, und wir sind sehr oft dort zu diversen Spezialitätenessen, besonders den immer ausgebuchten Schlachteessen. Frischer kann man sein Fleisch als auch die anderen Wurstspezialitäten nicht bekommen, denn während die Schwester die Gaststätte der Eltern betreibt, führt der Bruder im Haus die Fleischerei des Vaters weiter. Aber nicht nur die Frische gefällt uns hier, nein, man setzt nicht nur auf eine starre, immer feste Karte, sondern wechselt diese regelmäßig und hat auch wöchentlich immer wieder neue Kreationen im Angebot.
 
Wir holten also unsere Freunde zu Hause ab, den fahrbaren Untersatz stellten wir vor der Gaststätte auf dem großen Parkplatz für Fleischerei und Gaststätte ab. Als wir das Lokal betraten wurden wir bereits an der Theke in Empfang genommen, und an unseren Tisch im Gastraum gebracht, die Speisekarte war auch alsbald zur Hand, und so konnten wir erst einmal kurz nach den Getränken schauen. Nach wenigen Minuten war der Mann der Chefin wieder am Tisch, und fragte unsere Getränkewünsche ab.
 
Getränke:
 
·         2x 0,4ér Feldschlösschen Rubin zu je 4,50 €
·         1x 0,7ér Flasche Weißwein Grauburgunder vom Weingut Heinrich Basten an der Mosel für 21,90 €
·         2x 0,4ér Tonic Water für je 4,00 €
 
Nach kurzer Zeit wurden die Getränke aufgenommen, und wir konnten die „normale“ Speisekarte studieren. Hier wurden wir viere auch schnell fündig, und so orderten wir:
 
Vorspeisen:
 
·         2x Kürbiscremesuppe für je 5,90 €
·         1x Waldpilzsuppe für 5,90 €
·         1x Würzfleisch mit Gouda und Baguette für 6,90 €
 
Hauptspeisen:
 
·         1x gepökelte Rinderzunge mit buntem Gemüse, Petersilienkartoffeln und zerlassener Butter für 17,90 €
·         1x Beefsteak mit Waldpilzen und Rotkohl mit Kartoffeln für 17,90 €
·         1x Geschmorte Entenkeule mit Apfelrotkohl und Klößen für 19,90 €
·         1x Schnitzel „Zigeuner Art“ mit Bratkartoffeln für 17,90 €
 
Keine fünf Minuten später waren dann die Getränke am Tisch, und wir konnten auf das „alte Mädel“ anstoßen. Auch unsere Vorspeisen dauerten nicht allzu lang, denn nach etwas mehr als 10 Minuten nach Bestellung waren sie am Tisch.


 
Die beiden „älteren“ Mädels hatten sich die Kürbiscremesuppe auserkoren. Hellgelb erstrahlte sie in der dunklen Schüssel, und dampfte vor sich hin. Sie war also schon mal ordentlich heiß. Ordentlich war sie auch im Geschmack, denn sie war sehr herzhaft angerichtet, und angenehm cremig. 



Verfeinert mit einigen Tropfen Kürbiskernöl einigen Ringen Lauchzwiebel und ein paar Sprossen war sie die ideale Herbstsuppe.


 
Meine Wenigkeit hatte sich auf die Waldpilzsuppe gefreut. Auch diese war angenehm heiß, und duftete herrlich nach Waldpilzen. Auch sie war schön dicklich angerichtet, fast schon cremig wie eine Soße. 



Geschmacklich ließen wirklich die Waldpilze und nicht Maggi von sich grüßen, allerdings waren nur klein gehäckselte Stückchen in der Suppe. Ja ok, in der Kürbissuppe sind auch keine ganzen Früchte. Auch hier wieder Lauchzwiebel und Sprossen als Garnierung. Als Suppe so naja, als Soße zu nem Braten perfekt.


 
Die Tochter unsrer Freundin hatte sich das Würzfleisch als Vorspeise ausgesucht. Und wo, wenn nicht im tiefsten Osten bringt man ordentliches Würzfleisch. Bereits zu DDR-Zeiten neben der Soljanka die nationalvorspeise, gab es sie in jedem Restaurant. So durfte sie auch hier nicht fehlen. Angerichtet aus Hühnchen, wovon angenehm große Stücke im Würzfleisch vorhanden waren, mit einer dicken, cremigen Soße. Das ganze herzhaft gewürzt und mit reichlich Gouda goldgelb überbacken. Dazu natürlich noch eine Scheibe goldbrauner Toast. So muss das.


 
Da heute in der Gaststube nicht so viel los war, kamen unsere Hauptspeisen dann auch schon nach 20 Minuten an den Tisch.
 
Die Tochter unsrer Freundin beschränkte sich heute auf einfache Hausmannskost. Sie bestellte sich das Beefsteak mit Waldpilzen und Rotkohl mit Kartoffeln. Und ja, mit ner Fleischerei nebenan gibt es natürlich auch frisches Hackfleisch. Und wenn das wie in dieser Fleischerei auch immer gut gewürzt ist, braucht man in der Küche der Gaststätte nicht mehr viel machen. 



Außer vielleicht nen ordentlich großen Klops formen und braten. So auch hier geschehen, es gab reichlich Beefsteak, es war gut gewürzt und es war richtig kräftig angebraten. Dazu passten dann auch die Waldpilze hervorragend. Hier waren sie nun endlich, welche ich als Stücken in der Suppe vermisst hatte. Sie waren ebenfalls sehr gut gewürzt und gut gebraten. Ob die Waldpilze Convenience sind, oder ein Restaurant doch selber in den Wald auf Pilzsuche geht? Ich weiß es nicht. Dazu gab es frischen, selbst gemachten Rotkohl, der kräftig in der Farbe sowie gut gewürzt mit Essig und Zucker war. Der Rotkohl schön fest im Biss. Als Beilage gab es Salzkartoffeln, und hier hätte nun meine Pilzsuppe perfekt als Soße dazu gepasst.


 
Unsre Freundin weihte nun langsam die Winterzeit ein, und bestellte sich die Geschmorte Entenkeule mit Apfelrotkohl und Klößen. Die Entenkeule war ausreichend groß, aber vielleicht doch ein paar Minütchen zu lange in der Backröhre, denn sie war schon ganz schön dunkel außen rum, und dadurch auch etwas fest. 



Dafür war dann das innere der Keule schön weich. Gut gewürzt passte auch die Soße perfekt zur Entenkeule. Die Klöße selbst angerichtet, man sah es auch an der unterschiedlichen Form und Größe derjenigen. Den Rotkohl hab ich schon beim Beefie beschrieben.

Unser Geburtstagskind hatte lange mit sich gerungen, sich dann aber für die gepökelte Rinderzunge mit buntem Gemüse, Petersilienkartoffeln und zerlassener Butter entschieden. Und das war eine ordentliche Portion. Lagen doch auf ihrem Teller 8 Scheiben zarter Rinderzunge. 



Diese war gut gepökelt, aber nicht zu salzig und richtig schön weichgekocht, sodass sie auf der eigenen Zunge fast zerging. Dazu gab es als buntes Gemüse einen Mix aus Karotten, gelben Möhren, Brokkoli und Erbsen. Ich denke mal das dies eine bunte Conveniencemischung war. Trotzdem war das Gemüse ebenfalls schön bissfest und leicht gesalzen, sodass der Eigengeschmack noch gut zur Geltung kam. Auch hier wieder frische Kartoffeln und eine kleine Salatbeilage. Das Ganze dann in reichlich zerlassener Butter angerichtet. Meine Frau mag das so, für mich wäre die Butter zu viel gewesen.


 
Ich freute mich heute auf das Schnitzel „Zigeuner Art“ mit Bratkartoffeln. Darf man das denn überhaupt noch so nennen? Zum Glück schert sich der kleine Dorfgasthof nicht um diese blödsinnige Diskussion, und verkauft weiter, wo alle wissen was gemeint ist. Ich hatte ein großes, zartes Schnitzel, welches mit einer knusprigen Panade versehen war, und schön goldgelb gebraten wurde. 



Dazu die berühmte Zigeunersoße, und die war so wie ich sie von jeher kenne. Feine Wurststreifen scharf angebraten, mit saurer Gurke und Paprika versetzt, und das Ganze dann ordentlich gewürzt, wobei man da mit scharfen Paprika und Chili nicht unbedingt sparen muss. Das Ganze dann in einer leicht tomatigen Soße angerichtet, fertig und lecker. 



Dazu passten die frischen Bartkartoffeln natürlich perfekt, denn auch diese waren deftig gewürzt, und so wie es sein muss, mit Speck und Zwiebel verfeinert. Das Ganze dann noch schön braun anbraten, gut ist. Hier hätten die Bratkartoffeln aber gern noch ein, zwei Minütchen in der Pfanne verbringen dürfen. Sie waren nicht schlecht, aber für mich persönlich fehlte der letzte Schliff. Dazu noch eine kleine Salatbeilage, und Herr Jenome war satt.


 
Ich weiß nicht so recht, aber die Damen waren trotz der Portionen wohl noch immer nicht satt, und so orderten sie tatsächlich noch eine Nachspeise:
 
·         2x Dessert Helene für je 4,90 €
·         1x Eis und Heiß Himbeere für 7,50 €
 
Die Desserts ließen nicht lange auf sich warten. Das Dessert Helene war eine Kugel Eis mit Sahne sowie eine halbe Birne. 


 
Das Eis und Heiß war auf Wunsch meiner Frau mit Schokoladeneis und Sahne aufgefüllt, dazu gab es ein Schälchen heißer Himbeere.


 
Die Damen waren zufrieden, ich hätte die Helene lieber in flüssiger Form genommen, aber einer musste ja fahren. Nach 2 Stunden traten wir dann auch den Heimweg an, Geburtstag erledigt für dieses Jahr.
 
Unser Fazit: wir ließen zu viert 160,70 € in der Gaststätte Wätzlich in Rammenau. Wire immer waren wir zufrieden und kommen immer wieder gern hier her.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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