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GastroGuide-User: PetraIO
hat Hotel und Restaurant Zur Saarschleife in 66693 Mettlach bewertet.
vor 2 Jahren
"Wiederholungstäter an der Saarschleife"
Verifiziert

Geschrieben am 19.11.2017 | Aktualisiert am 15.08.2018
Besucht am 01.11.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Fluchtgedanken überfallen meinen Mann regelmäßig zu seinem Jubeltage. Bevor ich Vorschläge zu seiner Geburtstagsfeier machen konnte, wünschte er sich zum Geburtstag nochmal einen Besuch im Hotel Saarschleife.

Also buchte ich vom 01.11. – 03.11. unser Zimmer und reservierte einen Tisch für den 01.11.17. Den zweiten Abend wollten wir noch offen lassen. Letztlich kehrten wir an beiden Abenden in der Saarschleife ein.
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Zur Mittagszeit wurden wir sehr freundlich von einem Herrn an der Rezeption begrüßt. Die Reservierung für den Abend wurde bestätigt. Es gibt 2 Restauranträume im Haus, für beide Räume gilt die gleiche Karte.

Ein Raum ist sehr schön im Landhausstil eingerichtet, die Tische stehen recht eng.
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Der zweite Raum ist deutlich geräumiger und auch etwas eleganter eingerichtet. Wir baten darum, in diesem Raum abends unseren Tisch zu bekommen. Dem wurde gerne nachgekommen.


Rein von der Einrichtung gefällt mir der rustikalere Raum besser, aber es ist teilweise wirklich eng.

Es gibt noch einen „Durchgangsraum“ mit Theke. Man könnte ihn als Bistrobereich werten.
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Gegen 19.00 Uhr wurden wir freundlich begrüßt und zum reservierten Tisch begleitet. Die Tische waren alle sehr schön eingedeckt. Was mich störte war, dass Brot und 2 Aufstriche (Tomate und Kräuterquark) bereits für die Gäste auf den Tischen bereit standen.
Brot und 2 Aufstriche (Tomate und Kräuterquark)
Das passt für mich nicht zum Anspruch des Hauses. Als bekennender Lebensmittelpingel finde ich es einfach schöner, wenn frisch serviert wird. Die zwei Aufstriche waren ok, aber ohne besondere Raffinesse. Die Aufbackbrötchen waren erheblich über ihrem Frischepunkt und deutlich angetrocknet, also hatte sich dies schnell erledigt. Schade.

Als Aperitif wählten wir den Moselsekt vom Weingut Molitor, 0,1 l - € 7,00. Dieser steht regulär pur nicht auf der Karte. Das Weingut ist recht bekannt, daher wollten wir diesen Sekt gerne pur probieren. Er war gut, aber der bereits mittags gekostete Cremant war überzeugender.

Dazu noch eine Flasche Mineralwasser, 0,75 l - € 6,50. Dazu ein Kühler – so blieb unser Wässerchen bis zum Schluß kalt, so wie wir es mögen.

Ein weiterer Gruß wurde dieses Mal frisch gereicht. Ein Scheibchen Poulardenterrine mit Couscous.
Gruß: Poulardenterrine mit Couscous
Die leicht gesäuerte Terrine passte  gut zu dem gut abgeschmeckten und lockeren Couscous.

Für den weiteren Verlauf wählten wir eine Flasche Blanc de Noir QbA, Weingut Schmitt-Weber, Perl (Mosel) - € 27,00. Dieser wurde am Tisch geöffnet, Probeschluck angeboten. Uns war er etwas zu warm, der freundliche Herr vom Service parkte die Flasche extra tief im Weinkühler mit reichlich Eis, schnell war der Wein auf Wunschtemperatur.

Die Speisekarte hatte ich mir vorab online angesehen. Vielfältig, aber nicht überladen, und sehr abwechselungsreich. Über die leidige Gänsestopfleber ist dieses Haus leider nicht erhaben. Dies ist oft ein Kriterium für uns, ein Restaurant NICHT aufzusuchen. Diese Dunkelziffer kann die Gastronomie wohl nicht einschätzen.

Sehr schön, dass viele Gerichte auch als vegetarische Variante oder als kleine Portion erhältlich sind. Die Gerichte sind entsprechend gekennzeichnet. Ebenso wird die Herkunft der „Hauptdarsteller“ deklariert. Die Wahl fiel  nicht einfach.
Als Vorspeise entschied sich mein Mann für die Crèmesuppe vom Muskatkürbis mit gerösteten Kürbiskernen, Kürbiskernöl und Rehklößchen -  € 11,00.
Crèmesuppe vom Muskatkürbis
Eine sehr feine Suppe, Kürbiskerne und Kürbisöl gehören für mich unbedingt dazu für den richtigen Geschmackseffekt. Das Rehklößchen ging geschmacklich leider etwas in der Suppe unter.

Meine Vorspeise: Carpaccio vom Heilbutt und Bachsaibling mit Schalottenvinaigrette Avocado-Tatar und Strohfriseé - € 16,00.
Carpaccio vom Saibling und Heilbutt
Was soll ich sagen? Es schmeckte so, wie es aussah: Wunderbar! Schon bei unserem Besuch 2014 begeisterte mich die Vorspeise so sehr, dass es bei uns zu Hause die Vorspeise zu Weihnachten wurde. Hier hatte ich mein Déjà-vu!
 
Das Carpaccio feinsäuerlich abgeschmeckt, mit aromatischem Pesto und Forellenkaviar nett dekoriert. Mittig der Friseésalat mit Avocado. Richtig klasse.
 
Bis zu den Hauptspeisen dauerte es bei sehr gut besuchtem Haus eine Weile. Uns war das sehr recht.
 
Die beiden jungen und aufmerksamen Herren servierten die Hauptspeisen. Manchmal etwas holprig, mal von rechts, mal von links. Aber immer freundlich und mit Ansage, die Hauptsache. Wein wurde nachgeschenkt.
 
Sehr schön angerichtet für meinen Mann:
Auf der Haut gebratenes Medaillon vom Zander
Pommery-Senfkörnervelouté, Schwarzwurzeln á la crème und Kartoffelschales mit Wurzelgemüse  - € 21,00 (kleine Portion).
Medaillon vom Zander
Dieses Gericht überzeugend auf der ganzen Linie. Perfekt gebratener Fisch. Schwarzwurzeln finden sich viel zu selten in der Gastronomie, diese schön mit leichtem Biss, das Schales als saarländische Spezialität natürlich auch ohne Tadel.
 
Mein Hauptgericht:
In Zitronenthymian sautierte Seezungenfilets mit Foccacciachip, aufgeschäumter Hummerbisque und Frischkäse-Blattspinatravioli  - € 24,00 (kleine Portion).
Es hätte so perfekt sein können. Geschmacklich war es das zu 100 %. Angerichtet im tiefen, gut vorgewärmten Teller. Die beschriebenen Bestandteile des Gerichtes fand ich unter einem Salatbouquet.
Seezungenfilets mit Foccacciachip, aufgeschäumter Hummerbisque und Frischkäse-Blattspinatravioli
Salat mag ich sehr, aber hier verdeckte dieser die Hauptdarsteller. Weiter ging es in die Tiefen des Tellers. Focacciachip leicht angeweicht, das Seezungenfilet ging über in Ravioli. Die einzelnen Bestandteile kaum erkennbar und einzeln schmeckbar. Besonders auf die Ravioli hatte ich mich sehr gefreut aber irgendwie war alles… Eintopf. Aber sehr, sehr lecker.
 
Für ein üppiges Dessert war leider kein Platz mehr, obwohl die Quitten-Rahmtarte sehr verführerisch war. Eine gute Idee vom Haus, Eis und Sorbet kugelweise (€ 2,30 / Bällchen) zur Wahl zu stellen.

Also für meinen Mann Eis: Weißer Nougat und Kaffee + Sahne.
Sahneeis: Weißer Nougat und Kaffee + Sahne
Fü mich Sorbet:  Erdbeere, Himbeere und Zitrone.
Sorbet: Erdbeere, Himbeere und Zitrone
Kalter purer Genuss für uns, mit Waffel im Eisbecher serviert. Alle Sorten sehr fein und cremig.
Insgesamt hatten wir einen schönen Abend und reservierten für den nächsten Abend.

Dieser kurz zusammengefasst. Der Service, an diesem Donnerstag nur von einem unserer bekannten Servicemitarbeiter, deutlich „runder“. Bei unserem Betreten des Restaurants längere Zeit kein Mitarbeiter in Sicht. Aus dem Reservierungsbuch suchten wir also selbst unseren Tisch, wir sind ja schon groß. Der nette Mitarbeiter etwas verwundert, aber wir saßen ja richtig.


Der gleiche Küchengruß wie am Vortag, wieder bereits am Tisch. Das Brot allerdings deutlich frischer.

Aperitif: Riesling Crémant von Legill - Luxemburg Schengen, 0,1 l - € 8,00.

Wein: 2016er Auxerrois QbA, trocken,  Weingut Ökonomierat Petgen - Dahm, Perl (Mosel) - € 26,00. Ein stimmiger Wein, auf dem Heimweg statteten wir dem Weingut einen kurzen Einkaufsbesuch ab.

Amuse: Gurke, rote Zwiebel, Tomate, gelbe Paprika – fein mariniert.
Amuse: Gurke, rote Zwiebel, Tomate, gelbe Paprika
Schöne Ampelfarben auf dem Teller.

Vorab zum Aperitif: 6 Austern „Fines de Claire N°2“ frisch geöffnet, auf “Crushed“ Eis mit Chesterbrot (für mich: Schwarzbrotschmier) und Zitrone  - € 18,00. Für uns aufgeteilt zu je 3 Austern, hervorragend und frisch im Geschmack.
Austern „Fines de Claire N°2“
Schwarzbrotschnitten

Als Vorspeise wählte mein Mann meine Vorspeise des Vorabends, das Carpaccio vom Heilbutt und Bachsaibling.
 
Für mich gab es gratinierter Ziegenkäse auf geröstetem Walnuss-Kümmelbrot, Apfel-Balsamico, Birnen-Vanille Chutney und Ölraukensalat - € 14,00.
gratinierter Ziegenkäse
Als Türmchen richtet die Küche hier gerne an. Hier ein schön dekorierter Teller und ein ausgewogenes Gesamtpaket. Der Käse in bester Qualität passte genau zu der knusprigen Brotunterlage. Aromatisch und frisch in Einem.
 
Als Hauptgang wählte ich das Zandergericht meines Mannes vom Vorabend – ich wußte ja bereits: Schmeckt.
 
Mein Mann wollte mal was anderes probieren. Also die im Ofen gebackene Quiche von violetten Kartoffeln Lauch, glacierte Schalotten und Möhren mit Tête de Repplinger und Thymian gratiniert, dazu ein Kräuter-Sauerrahm Dip - € 21,00.
Quiche
Geschmacklich gut, der Käse schön würzig. Optisch nicht sehr ansprechend. Eher die Rubrik Studenten-Bistroküche. Da hatten wir beide andere Erwartungen und € 21,00 waren für uns absolut nicht nachvollziehbar.
 
Ein Dessert haben wir an diesem Abend nicht mehr geschafft, dafür einen Zwetsch- und Schlehenabsacker. Der hat noch gepasst.
 
Insgesamt hatten wir wieder einen tollen Aufenthalt. Schönes Zimmer, im gesamten Haus sehr netter aufmerksamer Service, vielfältiges Frühstück und ein gepflegter Wellnessbereich. Gerne wieder.
 
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DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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