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GastroGuide-User: Carsten1972
hat Mitten in´t Dörp in 17258 Feldberger Seenlandschaft bewertet.
vor 2 Jahren
"Mitten in't Dörp........."
Verifiziert

Geschrieben am 18.04.2017 | Aktualisiert am 18.04.2017
Besucht am 14.04.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 45 EUR
........also mitten in Carwitz liegt das Gasthaus Juhl, der plattdeutsche Name passt also, und man braucht beim einkehren sicher kein Plattdeutsch in der Konversation mit dem Service. Ich bin seid fast 25 Jahren regelmäßig in Carwitz, aber platt sprechen dort nur noch die aller-ältesten Dorfbewohner. Inzwischen hört man mehr Berliner Dialekt im Fallada-Dorf.

Mitten im Dorf gibt es das Gasthaus Juhl so lange, wie ich nach Carwitz komme. Bisher war ich aber noch nie dort eingekehrt. Innen wir außen und auch auf der Karte gibt man sich sehr rustikal und bürgerlich. Bisher hat mich nie etwas dazu verlocken können, meine Schritte dorthin zu lenken.

Über Ostern waren wir wieder bei unseren guten Freunden in Carwitz und am Karfreitagabend hatten wir beschlossen im Dorf zu essen und spontan zu entscheiden, wohin wir essen gehen wollten. Den Tag über hatten wir gewandert und somit gegen Abend Hunger und Durst. Wir schlenderten durchs Dorf, bis in die Mitte und schauten durch die erleuchteten Fenster vom Gasthaus Juhl.

Blick zu meiner Frau und es war vereinbart, wir gehen wir mal zu Juhl und schauen, wie es uns gefallen wird. Wir betraten den rustikalen und schlichten Gastraum.

Zwei Damen im Service hatten noch nicht viel zu tun und unsere Frage nach einem Tisch für uns Beide wurde beantwortet mit dem Hinweis auf zwei Tische im Gastraum, die noch frei waren. Wir entschieden uns für den Kleineren der Beiden.
Die junge Dame brachte uns die Karte und fragte nach unserem Getränkewunsch. Erste kleine Freude, am Zapfhahn "Staropramen" aus Tschechien. Und zwar das dunkle Lagerbier, was sofort bestellt wurde.

Die Karte wurde gereicht

"Genussjagd", gut, dass konnte gefallen, ich war gespannt, was ich auf der sehr kompakten Osterkarte erblicken würde.

Ehrlich gesagt, war ich etwas enttäuscht beim Anblick, das Motto der Karte hatte mich auf einen höheren kulinarischen Anspruch hoffen lassen. Das war doch sehr rustikal, insofern passte es ja zum Ambiente des Hauses. Mir fehlte aber doch sehr lokaler Bezug, bis auf den Zander und den Wildbraten war das sehr allgemein gehalten. Ich konnte auch keinerlei Vorspeise ausmachen. Meine Frage dazu wurde mit dem Hinweis auf eine "Fischsoljanka"  beantwortet. Die etwas tristere (als erwartet) Auswahl endete mit einer gleichen Bestellung bei meiner Frau und mir. Diese Soljanka und der Zander sollten es sein, somit war die Regionalität doch ein wenig gesichert.

Es dauerte ein wenig, bis die Soljanka serviert wurde. Ich bin ja als halber Niederländer sehr "Wessi" und kann die Qualtät der ostdeutschen Lieblingssuppe/ Eintopf nicht wirklich beurteilen. Aber ich kann sagen, ob mir schmeckt was mir serviert wurde.

Und schmecken tat es. Die Suppe hatte den erwartet säuerlichen Ton von den Essiggurken, es fanden sich reichlich in der Suppe davon. Auch Kraut fand sich, so wie es meiner Meinung auch sein soll. Dazu kleine Stücke von Fisch unerläuterter Herkunft. Der kräftige Geschmack deutete aber auf Süßwasserfisch hin. Das ganze war dann tomatisiert und schmackhaft abgeschmeckt. Diese Suppe war okay!

Zum Hauptgang des Menüs.

Bratkartoffeln sind leider in der Feldberger Seenlandschaft Beilage Nummer eins und eigentlich jedes Gericht wird davon begleitet. Weiterhin wurde unser Zanderfilet von einem Salat begleitet. Der Salat selber präsentierte sich ordentlich frisch, schön wäre es gewesen, das Dressing einfach selber herzustellen, leider hatte man aber hier zu Flasche gegriffen. Schade! Ebenso waren auch die Bratkartoffeln nicht besonders gut. Sehr hell waren sie, der Koch hatte ihnen nicht genug Zeit im Fett gegönnt. Hinzu kam, dass die Zwiebeln noch nicht einmal minimal glasig waren, sondern fast roh. Gut zubereitet der Zander, besser das Filet, ganz leicht mehliert angebraten war das saftig und lecker. Aber der Koch wollte an diesem Abend kein Lob von mir, und beglückte Filet mit einem Gewürzsalz, dass mich in seinem Geschmack an die Geschmacksverstärkerbombe erinnerte, die auf holländischen Bratfsichen gerne ausgestreut wird, wenn der gebackene Fisch kein Kabeljau ist. So kriegt man vom besten Zander jeden Geschmack weg! Der ganze Gang war nur mit Wohlwollen als akzeptabel zu bezeichnen. Gut das es der erste Abend in Carwitz war, kulinarisch konnte es sich nur steigern.

Die beiden jungen Damen im Service erledigten Ihren Job routiniert und gut, konnte damit aber die uns präsentierte Küchenleistung nicht heraus reißen.

Fazit: viel hatte ich nicht erwartet und ganz sicher hat die Küche diese Erwartungen an unserem Besuchsabend nicht übertroffen.......ich glaube nicht, dass ich wieder einkehre.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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