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GastroGuide-User: Skeptiker25
hat Dorflinde in 77866 Rheinau bewertet.
vor 5 Jahren
"Zu Gast beim Dorfitaliener"
Verifiziert

Geschrieben am 25.08.2015
Besucht am 01.08.2015
Allgemein
Montag ist Pizzatag, da stürmen die Anwohner den Gasthof und es wird heiß in der Küche und Alfonso - Besitzer, Gastgeber und Kellner - muss sich ganz schön sputen, um allen Gästen gerecht zu werden. Es gibt einen recht düsteren Gastraum, der im Winter die knorrige Ortsgemeinschaft zu Schnaps und anderen Getränken einlädt und einen überdachten, zeltartigen Außenbereich, der in den übrigen Monaten zum geselligen Familienfest einlädt. Es gibt lustige Dekorationsartikel, so wie sie gerne in den Gärten verwendet werden, der Zugang zum Außenbereich ist auch mit Rollstuhl möglich.

Essen
Die Pizza sieht in wesentlichen Teilen aus wie Pizza. Es gibt außerdem Nudeln und Salate, dazu ein wenig Scaloppa, Scampi und Rind. Alles in allem eine umfangreiche Karte, die man - nun ja - kennt. Das größte Manko ist, dass ein wenig das herausragende, ungewöhnliche, nicht allerorts vorhandene fehlt (auch bekannt als: Alleinstellungsmerkmal). Sicherlich ist das bei den eher wenigen Italienern in der ländlichen Gegend völlig in Ordnung. Als Städter hat man ein wenig das Gefühl, dass der Gastronomiebetrieb in den 90ern stehen geblieben ist. Meine Pizza nach Lust und Laune des Chefs reißt mich jedenfalls nicht so vom Hocker, ein Ei als Überraschung ist auch nicht so neu. Und diese habe ih mir schon ausgewählt, weil ich mich auf etwas neues einlassen wollte. Ich meine: grundsätzlich kann man hierher gehen, ich freue mich über jeden, der mit ehrlicher Arbeit Geld verdient, nett zu seinen Mitmenschen ist und sein Handwerk versteht. Und ich könnte mir doch vorstellen, dass man dieses Restaurant weiterentwickeln kann und muss.

Service
Wenn es gut läuft, wird man vom Chef selbst bedient, was auch die persönliche Begrüßung und den kleinen Plausch mit einschließt. Alles ist so schnell und umsichtig, wie es die heutige Hitze zulässt, auch über mangelnde Geduld mit uns müssen wir uns nicht beklagen.

Und sonst?
Woran erkennt man eigentlich, dass man in der Provinz ist? Daran, dass die Busse selten fahren und meistens Werbung von der Polizei oder der Bundeswehr tragen. Es ist schon eine seltsame Form von romantischem Umgang mit dem Schießgewehr, die sich hier manifestiert und offenbart.
Ich glaube tatsächlich, dass hier Zeit für ein wenig Neues, für Luft und Licht ist. Ein letzter Tipp noch für alle Besucher: Vorsicht bei der Toilette, gleich nach der Türe führen zwei Stufen in die dunkle Tiefe, die man nicht übersehen sollte, weil man sonst auf dem harten Boden der Realität aufschlägt.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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Lavandula und 5 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.