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GastroGuide-User: Trüffeline
hat Gast- und Logierhaus "Am Rheinsberger See" in 16831 Rheinsberg bewertet.
vor 5 Jahren
"Die ehemalige Villa Waldfriede lieg..."

Geschrieben am 05.05.2014
Die ehemalige Villa Waldfriede liegt wundervoll idyllisch umgeben von einem romantischen alten Garten im Rheinsberger Ortsteil Warenthin am Rheinsberger See mit Blick auf die Remus - Insel.
In dem Garten kann man sich bei schönem Wetter. an kleinen Tischen auf der Wiese niederlassen.

Leider war es uns dort zu kühl, aber man hatte ein schönes Tischchen in einem kleinen, gemütlichen Erker, in der im Untergeschoss befindlichen , rustikalen Gaststätte für uns vorgesehen. Ich hatte schon Wochen vorher reserviert, was sich angesichts der zahlreichen Gäste am Feiertag als erforderlich erwies.

Nach freundlichem Empfang bekamen wir die Speisekarte von der legeren, aber netten jungen Dame gereicht, die trotz "froher Erwartung" - wie wir erfuhren - große Freude an ihrer Arbeit hat und auch bei dem sich nach und nach einstellenden Hochbetrieb die Übersicht behielt.
In dem sympathischen Familienbetrieb packen alle mit an, Vater Uwe Mischke zapft, der Sohn kocht, auch Frau Mischke hilft im Service mit.

Die Speisekarte ist vielseitig, aber nicht überladen. Frischer Fisch aus den angrenzenden Seen wird je nach Angebot und preislich nach Gewicht angeboten.
Das was auf den Tisch kam war nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein geschmacklich erstklassiger Genuss. Ich muss sagen, wir waren von der ambitionierten Küche sehr begeistert.
Der Koch, der eine Zeit in der Schweiz gearbeitet hat, versteht sein Handwerk wie kaum ein anderer in der Region. Vorwiegend gut bürgerliche deutsche Küche präsentiert sich hier kreativ und ansprechend.

Als Vorspeise wählten wir gebratenen Heringsrogen - eine mittlerweile seltene Delikatesse - auf einem Rucolabett angerichtet. Dieser wurde einladend auf einer Tafel vor dem Anwesen angeboten und fand sogleich unsere Zustimmung.
Er stellte eine sehr schöne Einstimmung auf unsere Hauptgerichte dar.

Danach landete ein prächtiger, gebratener 750g Schlei serviert auf einem Tablett mit Butterkartöffelchen und einem knackigen Salat auf unserem Tisch sowie auf einer Schieferplatte drapiert eine Schale Kalbsleber in Madeirasößchen mit Röstzwiebeln sowie mit Kräutern und Frühlingszwiebeln aromatisiertem Kartoffelpüree. Die Komposition war nicht zu übertreffen. Selbst mein Schatz, der Leber "Berliner Art" favorisiert und keine Saucenesser ist, war von dem feinen Sößchen und den zarten Leberstückchen angetan.
Der Schlei hatte zartes saftiges Fleisch und schmeckte für einen Grundfisch typisch , was schwer zu beschreiben ist. Ich würde es am ehesten "so wie der See im Morgennebel riecht" , nennen und zwar im positiven Sinn. Man sollte das Aroma mögen.

Selten haben wir so andächtig auf das uns Servierte geschaut, bevor wir uns dem Genuss hingaben.

Nachtisch passte leider nicht mehr und insgeheim waren wir froh, dort nicht zu logieren, denn sonst hätten wir wahrscheinlich von morgens bis abends am liebsten nur geschlemmt.

Die Vorspeise kostete 5 €, der Schlei lag bei 20 €, die Kalbsleber bei ca. 14 €. Mit Getränken zahlten wir ca. 50 €. Das Preis- Leistungsverhältnis ist sehr angemessen.

Das Gast- und Logierhaus, welches vor allem von Einheimischen, aber auch touristischen Gästen besucht wird, ist schon längst kein Geheimtipp in der Gegend mehr, aber es ist eines unserer Lieblingsrestaurants in und um Rheinsberg.

Zu den Zimmern kann ich leider nichts sagen.Ich stelle mir einen Aufenthalt hier aber sehr romantisch vor.

Noch einen Hinweis zur Anfahrt: In Rheinsberg Richtung Zechlin halten und dem gelben Hinweisschild folgen, sonst wird die Anfahrt über Forstwege sehr abenteuerlich.
Parkplätze finden sich auf dem Grundstück oder am Weg.


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