Restaurant am Froschgrundsee
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Schönstädt 14, 96472 Rödental
Restaurant Ausflugsziel Gaststätte
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GastroGuide-User: DerSilberneLoeffel
hat Restaurant am Froschgrundsee in 96472 Rödental bewertet.
vor 2 Jahren
"....aber die Aussicht ist toll."
Verifiziert

Geschrieben am 22.07.2017
Besucht am 05.07.2017 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 23 EUR
Der Schönstädt-Speicher, ein Wasserspeicher in Rödental, direkt an der ehemaligen Grenze zur Thüringen und somit der DDR gelegen. Vor vielen Jahren als Hochwasserschutz für Coburg und den Itzgrund errichtet, ist dieser Speicher zu einem Touristenpunkt geworden. Auch Einheimische nutzen den Wanderweg um den See, schließen nicht selten die Runde mit einer Einkehr in den ehemaligen "Speicherstuben", jetzt Restaurant "Froschgrundsee", ab.

Wir waren an diese Tag auf der Suche nach einer Restauration, welche uns über die Mittagszeit eine Herberge sein würde. Das Wetter war hervorragend, die Sicht toll, der Parkplatz wenig frequentiert.Unser Signal, den kleinen aber steilen Hügel vom Parkplatz hinauf zu steigen. Rollstuhlfahrer sollten eine Schiebehilfe organisieren, mit Gehbehinderung ist der "Berg" zu schaffen, aber anstrengend. Das Lokal selbst ist dann dafür ebenerdig zu erreichen, auch die Terrasse mit der tollen Aussicht.

Wir haben uns an diesem sonnigen Tag für draußen entschieden, der Blick schweift hier über den See, auch die zum Zeitpunkt unseres Besuches noch nicht in Betrieb genommene ICE-Strecke hat ihren gewissen Industrie-Charme.

Gerade haben wir Platz genommen, als eine natürlich-nette Dame - ich gehe davon aus, dass es die Inhaberin ist - uns die Karten überreicht. Wir äußern unseren Wunsch. Ich sage und meine bei meinen Bestellungen immer(!) MINERALWASSER. Bisher wurde ich noch nie darauf hingewiesen, wenn dieses nicht im Ausschank ist, sondern es wurde entweder Mineralwasser im offenen Glas an den Tisch gebracht oder es wird gleich Tafelwasser ausgeschenkt. Was ansich zumindest bei Tafelwasser nicht schlimm ist, da ich zuhause auch einen Wasserspender betreibe, der dem Leitungswasser Kohlensäure zusetzt. Was ich aber NICHT abkann, das ist ein Personal, welches a) entweder den Unterschied kennt, dem aber die Mineralwasserverordnung egal ist und auf die Unwissenheit der Gäste setzt oder b) nicht entsprechend geschult wird. Liebe Wirte, zu diesem Thema gibt es eigentlich keinen Spielraum, die Mineralwasserverordnung ist da eindeutig. Nur mal so am Rande. Wer sich damit auseinandersetzen möchte, dem sei angeraten, diese Definition sich zu Gemüte zu führen: https://www.gesetze-im-internet.de/min_tafelwv/Min_TafelWV.pdf
Getränke hatten wir in diesem Fall wie folgt:
1 x "Sprudelhahn" 0,2 Liter zu 1,60 € - (8,00 €/Liter)
1 x "Sprudelhahn" 0,4 Liter zu 2,80 € - (7,00 €/Liter)
Ich gehe somit davon aus, dass ich zumindest auf der Rechnung darauf hingewiesen wurde, dass es sich um ein Eigenprodukt des Hauses handelt.


Die Karte war für uns überraschend. Nicht etwa, weil diese so umfangreich, exquisit oder exotisch wäre. Nein, uns hat die Preisgestaltung erschüttert. Deutlich höher, als es die Region, welche im Preisauftriebs-Fieber ist, für vergleichbare Speisen nimmt. Als wir da hatten:

1 Rinderkraftbrühe zu 5,00 €

1 Froschgrund-Schnitzel zu 13,50 €


Nun kann man sich als Gast unter dem Titel "Froschgrund-Schnitzel" recht wenig vorstellen. Auf Nachfrage kam zögerlich eine Antwort, meine Bemerkung, ob es sich um ein Schnitzel nach Wiener Art handeln würde, wurde mit einem zögerlichen "so in etwa..." beantwortet.

An den Tisch kam dann ein Suppenteller mit einer sehr, sehr kräftigen Brühe. Darin eine Julienne, zwei Grießnocken, meiner Ansicht nach komplett Convenience. Mit 5 Euro Suppenpreis mehr als gut bezahlt. Die Blicke der Begleitung sprachen Blicke. Die Suppe war nicht schlecht, das kann man nicht sagen. Aber... Bei dieser Preislage hätten wir eher etwas selbst hergestelltes vermutet.

Nächste Station: Schnitzel. Äußerlich ein Schweineschnitzel nach Wiener Art. Innen? Schwein, gut gewürzt, aber mit Senf bestrichen. Liebes Personal des "Froschgrundsee" - dies ist ein Allergen. Was bedeutet, dass, wenn ein Kunde schon fragt, was dieses Schnitzel ausmacht, ihm besser auch genannt werden sollte, dass da ein Senf mit verarbeitet wird. Wenn der Kunde sich mit einem anaphylaktischen Schock am Boden ringelt, dann ist es zu spät für eine Zutatenbeichte. Geschmacklich war das Schnitzel für mich sehr gut, auch wenn man durch die Fleischstücke fast die Zeitung hätte lesen können. Dazu ein "hausgemachter" Kartoffel-Radieschen-Salat. Hausgemacht ist ja nun ein dehnbarer Begriff und hat nicht unbedingt etwas mit "selbst gemacht" zu tun. Essbar war er in jedem Fall, aber der Favorit meiner Kartoffelsalate wird dieser nicht werden. 13,50 € dafür liegt gut ein Drittel über dem, was üblicherweise in der Umgebung genommen wird.

Tja, es war ein Mittagessen, wird wurden einigermaßen satt und genossen die Aussicht. Mehr gibt es nicht zu erwähnen.

Fazit: Der Kunde gibt´s, der Gastwirt nimmt´s.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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