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GastroGuide-User: Trüffeline
hat Restaurant Kauzenburg in 55545 Bad Kreuznach bewertet.
vor 6 Jahren
"Das Restaurant ist mir durch einen ..."

Geschrieben am 19.05.2014
Das Restaurant ist mir durch einen Aufenthalt im Rahmen einer Tagung im ca. 5 Minuten Fußweg entfernten gleichnamigen Hotel bekannt. Das Hotel selbst ist nicht zu beanstanden.
Vom Restaurant aus hat man zwar einen wundervollen Blick über die Stadt.
Das Ambiente ist gediegen, der Service ist freundlich und umsichtig, wobei das in´s Gesicht der Servicekräfte gemeißelte Lächeln dann doch sehr künstlich und übertrieben wirkt.
Das war aber auch schon das Positive an diesem Restaurant.

Am ersten Abend wurde ein 3 - Gang - Menü angeboten, bestehend aus einer Kartoffelsuppe als Vorsuppe, Vanilleeis an Rumtopffrüchten zum Dessert. Als Hauptgericht standen Gnocchi, Schweinesteak mit Bratkartoffeln und Gemüse sowie Kalbsbraten an Gemüse und Spätzle zu Auswahl. Das Essen war soweit okay, mehr aber auch nicht.

Am nächsten Mittag wurden dann erneut drei Gerichte zur Auswahl gestellt, für welche man sich im Laufe des Vormittags in eine Liste eintragen musste:
Ungarisches Rindergulasch mit Butternudeln und Feldsalat an Balsamicodressing oder pochierter Lachs an Weinsauerkraut und Reis sowieTortellini.

Ersteres was ich gewählt hatte, war von mäßiger Qualität - vor allem das Gulasch . Das Balsamicodressing war dunkler Essig der unter dem Feldsalat versteckte Rot- und Weißkrautsalat war leider zum Schütteln sauer.
Die Kombination von Lachs mit Sauerkraut und Reis fand ich abenteuerlich, der Fisch soll aber in Ordnung gewesen sein, was ich jedoch nicht selbst beurteilen kann.

Zum Abendbrot wurde erneut warme Küche angeboten. Wie sehr hätten wir uns über ein kaltes Buffet oder einen Salatteller gefreut. Es war einfach zu gut gemeint, wenn
Gänsekeule mit Rotkraut und Kartoffelkloß, Hirschsauerbraten mit Wirsinggemüse und Semmelknödel sowie als drittes Gericht Käsespätzle angeboten werden..

Ich wählte wieder ersteres, wobei ich statt Rotkraut Wirsing nahm. Das Wirsinggemüse war sehr schmackhaft, die Klöße zu lange gegart, das Gänsefleisch sehr trocken, wie wieder aufgewärmt.
Die vorab gereichte Blumenkohlsuppe schmeckte wie aus der Tüte und war es wohl auch, die als Dessert gereichte Eiscreme war einfach und mit Sprühsahne garniert.

Spätestens hier lies sich nicht mehr verbergen, dass ganz viel mit Convenientprdukten und aus der Tiefkühlung gearbeitet wurde.

Am folgenden Tag Mittags wurde auf unsere Nachfrage und Anregung hin ein Salatteller mit Scampispies angeboten, der einigermaßen okay war und für den sich auch der größte Teil der Teilnehmer entschied. Allerdings lagen unter ihm wieder Fertigprodukte in Form von Weiß - und Rotkrautsalat, die zum Schütteln sauer waren. Sehr unpassend übrigens zu dem Scampispies, welches wie ein Tiefkühlprodukt aussah.

Es war das erste Mal, dass ich von einem Salatteller Bauchkrämpfe hatte. Glücklicher Weise hatten wir an diesem Nachmittag ein wenig Ruhe vom Tagungsablauf.

Wahlweise gab es Geschnetzeltes mit Reis und Jungschweinroulade, die lt. Aussage eines Kollegen "nicht so dolle" war.
Zum Abendbrot wurden wieder warme Speisen - wahlweise Zander mit Blattspinat und Reis, ein mit Gemüse gefüllter Pfannkuchen und ich weiß nicht, was noch - angeboten.

Die Brocolicremesuppe war wie "aus dem Beutel" und sehr geschmaksneutral, das Dessert eine nicht definierbare Creme und der Zander war für mich der erste nicht auf der Hautseite gebratene und gerade noch essbar.

Am letzten Tag mittags wurde u. a. Steak mit Wedges und Kräuterbutter sowie Krautsalat angeboten. Das Steak war zwar medium wie gewünscht, aber von der Güte, die ich im Schnelldurchlauf im Lidl zum abendlichen Salatteller hole. Von einem Stück waren die Steaks nicht geschnitten, da sie alle unterschiedlich in Größe und Form waren.

Insgesamt hängt der Anspruch der Küche hinter der Wirklichkeit hier doch sehr hinter her. Die Küche wird vom Küchenmeister "Convenient" regiert.
Offenbar ist man hier auf Massenabfütterung eingestellt, da außer uns kaum weitere Gäste das Restaurant besuchten. Außerdem spricht für Massenabfertigung auch, dass im Untergeschoss des Restaurants in einem Rittersaal entsprechende Gelage angeboten werden.

In unserem Falle war das Essen in der vom Arbeitgeber bezahlten Unterbringung im Hotel inbegriffen, aber als zahlender Gast muss man für ein Hauptgericht mit Fleisch so ab 15 € hinlegen.
Preis-Leistungsverhältnis stehen da in einem meines Erachtens krassen Missverhältnis, wenn diese Gerichte von der gleichen Qualität sind.

Empfehlen möchte ich dieses Restaurant leider nicht.


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