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Da denkt man doch, dass man in solch einem bayrischen Kurort problemlos Unterkunft und Restaurant reserviert bekommt, aber ich musste mich eines Besseren belehren lassen, denn jetzt Anfang Februar hatten doch recht viele Restaurants geschlossen bzw. haben ihre Räume für die neue Saison renoviert. Meine Prämisse war nach wie vor, dass das Restaurant von der Kurklinik fußläufig erreichbar sein muss. So fand ich dann mitten im Ort von Bad Gögging das Kurhotel Centurio, und reservierte dort für uns fünfe einen Tisch zum Abendessen.
Die Freude und Überraschung war bei unserer Freundin natürlich riesengroß, uns zu sehen. So erkundeten wir dann gemeinsam den kleinen Ort und machten einen Ausflug an die Donau. Das macht natürlich hungrig, und so machten wir uns dann am zeitigen Abend auf ins Kurhotel.
Da angekommen, steht man erst einmal in einem großen Hausflur mit einer leeren Rezeption, welche wahrscheinlich schon längere Zeit geschlossen ist. Am Ende des Gangs erblickten wir dann eine relativ einfache Türe, über der zumindest schon mal Restaurant stand. Hier müssen wir also rein.
Empfangen wurden wir direkt am Tresen hinter der Türe von einer nicht mehr ganz jungen Dame, welche uns in ihrem ausländischen Akzent begrüßte. Diese Dame hatte ich doch einige Tage vorher schon am Telefon gehört.
Sie begleitete uns in den hinteren Gastraum, und wies uns dort unseren Tisch zu, und brachte auch alsbald die Speisekarten. Auch wollte sie nun schon unsere Getränkewünsche wissen, wir wollten aber erst einmal in der Karte stöbern, und so ging sie wieder an ihren Tresen.
Die Speisekarte hielt 5 Vorspeisen parat, welche zwischen knapp 6 und 13 Euro kosteten. Weiter ging es mit Salat, und den in Bayern so beliebten Brotzeiten. Hier lagen die Preise allesamt deutlich unter 15 Euro. Weiter ging es mit typisch bayrischer Küche, und einer Schnitzelkarte. Hier waren die Preise unter 20 Euro, wobei ich immer wieder staune wie die Bayern das machen. Und auch für Liebhaber der Fleischlosen Gerichte war etwas dabei.
Nach einiger Zeit kam sie dann wieder, und wir hatten aus der doch recht umfangreichen Speisekarte unsere Wünsche zusammen. So orderten wir:
Getränke:
Vorspeisen:
Hauptspeisen:
Nun hatte die gute Dame erst mal zu tun, und so konnten wir uns genauer im Restaurant umschauen. Das Restaurant hier im Hotel besteht aus zwei großen Räumen, der vordere Teil mit der großen, dunklen Theke war an diesem Abend voll besetzt, der hintere Teil blieb uns den ganzen Abend allein überlassen.
Unser Raum war mit Bänken zu verschiedenen Sitzabteilen abgetrennt, so konnte man auch als etwas größere Truppe immer gut und ungestört zusammensitzen. Im vorderen Bereich standen dann dafür die einzelnen Stühle und Tische. Das Restaurant ist ausgestattet mit rustikalem Gestühl und großen, dunklen Tischen. Die Stühle als auch die Bänke sind mit einem gelben Leder überzogen und sehr bequem, da kann man es aushalten. Auf den Tischen selbst lagen noch rote Stofftischdecken, in den Vasen waren frische Blumen.
Für den der es benötigt, standen Salz-und Pfefferstreuer parat. Die Wände und die Decke ist ebenfalls rustikal gehalten, und versprüht einen alten, rustikalen Charme. Die Holzbalken waren reich verziert, man fühlte sich wie in einem alten bayrischen Gasthaus. Alle Tische waren picobello sauber, auch die Toilette, welche sich im Kellergeschoß befindet, war sauber.
Nach fast 10 Minuten kamen dann unsere Getränke an den Tisch, und wir konnten auf die gelungene Überraschung anstoßen. Da wir hier natürlich das heimische Bier trinken, gab es für uns ganz klar, dass herrlich süffige Kuchlbauer aus dem Nachbarort. Da man hier scheinbar die sonst so verbreiteten Naturradler nicht kennt, wurde das Radler hier noch altehrwürdig angemischt.
Wenige Minuten nach unserer Getränkelieferung waren dann auch unsere drei Rinderkraftbrühen mit Pfannkuchenstreifen am Tisch. Eine gute Brühe, kochend heiß, mit ausreichend dieser Pfannkuchenstreifen. Schmeckte sie anfangs noch deftig gewürzt, wurde sie zum Ende hin immer schärfer, denn mit Pfeffer hatte man hier nicht gespart, und so sah man dann auch auf dem Boden der Schüssel den grob gemahlenen Pfeffer schwimmen.
Weitere 10 Minuten später kamen dann auch unsere Hauptspeisen. Und da muss ich schon sagen, dass ich auf die Brotzeitplatte mit Wurst- und Käsevariationen, Gewürzgurkerl und frischem Bauernbrot unseres Freundes wirklich neidisch war.
Denn das, was hier geliefert wurde, konnte sich sehen lassen. So waren mehrere Scheiben roher Schinken, Salami, Paprikawurst, gekochter Schinken und bayrischer Leberkäs auf dem Brettl vorhanden. Zusätzlich gab es im Brotkorb noch Frischkäse und Leberwurst.
Dann noch einige Scheiben Gouda, Cheddar und Kräuterkäse sowie Camembert. Das Ganze mit frischen Salat, Radies und Tomate garniert. Da reichten die 4 Scheiben vom frischen, weichen Brot gar nicht aus, um alle zu verbrauchen. Klar wird das alles vom Frühstücksbüffet sein, aber für den Preis kann man wirklich nicht meckern.
Unsere Freundin und meine Frau hatten sich das Bergschnitzel auserkoren. Die eine mit Pommes, die andere mit Spätzle. Die Schnitzel waren auf den ersten Blick vielleicht nicht so groß, dafür waren sie aber sehr dick und richtig gut mit viel gekochtem Schinken und herzhaften Bergkäse gefüllt.
Die Pommes waren reichlich, kross und gut gewürzt, die Spätzle waren fast schon zu reichlich dafür vom Teig her leider fast ein bisschen zu trocken. Leider fehlte hier bei beiden Tellern eine kleine Salatgarnitur oder etwas Gemüse.
Ich hatte mich schon bei Studium der Speisekarte zu Hause für das Schweinesteak „Centurio Style“ mit Champignon-Zwiebelgemüse und Röstkartoffeln entschieden. Und auch wenn ich neidisch auf die Brotzeitplatte schaute, war ich zufrieden mit meinem Steak.
Es war gut durchwachsen, angenehm stark geschnitten, gut gewürzt und noch besser gebraten. Das Ganze dann mit einem großen Haufen frischer, angebratener Zwiebel und Champignons garniert. Dabei schmeckte die Zwiebel-Champignon Garnitur noch herzhafter als das Steak.
Keine schlechte Kombination. Die Röstkartoffeln wurden in einem extra Schälchen serviert und waren schön kross mit Speck und Zwiebel gebraten und auch ganz ordentlich gewürzt. Alles in allem war dies dann doch schon ein sehr fettiges essen, den vom Steak, dem Zwiebelgemüse und den Röstkartoffeln war noch reichlich Fett auf dem Teller.
Da Töchterchen sich nicht so recht entscheiden konnte, hatte sie sich letztendlich die Currywurst mit Steakhouse Frites ausgesucht. Und was war das denn für eine Portion? Der Teller war voll, mit Pommes und der Currywurst. Hier brauchte man nicht nur große Augen, sondern auch einen großen Bauch.
Sie kämpfte sich tapfer durch das Essen. Die Currywurst so wie wir es auch kennen, ordentlich gebraten und in Scheibchen geschnitten, und dann mit reichlich würziger, leicht scharfer Currysauce ertränkt. Darüber nicht viel weniger Currypulver verstreut, ja so mögen wir ne Currywurst. Die Steakhouse Pommes waren richtig schön kross frittiert und ebenfalls sehr reichlich.
Zusätzlicher Ketchup und Mayo wurde in Portionsbeuteln so viel man wollte kostenlos beigelegt. Nicht kostenlos war die Verpackung um den Rest der Wurst und der Pommes mit ins Hotel zu nehmen, denn die junge Dame wollte am Abend den Rest vertilgen. Dafür mussten wir dann noch 1,50 € löhnen.
Nach 1,5 Stunden waren wir fertig, zahlten und machten uns auf den Rückweg in die Kurklinik.
Unser Fazit: wir zahlten zu fünft 139,50 € im Hotel Centurio in Bad Gögging. Ein gemütliches Ambiente, eine Wirtin die auf zack ist und preiswerte, gute Speisen. Nur bei den Beilagen ist noch genügend Luft nach oben.