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GastroGuide-User: reiseroller
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vor 9 Monaten
"KEINE AHNUNG VOM FLASCHENPFAND"

Geschrieben am 25.07.2019
Ich habe bei Sehne im Bahnhof Plochingen gefrühstückt und war eigentlich zufrieden; beim Verlassen des Lokales wollte ich mir noch eine Flasche Wasser kaufen, entnahm diese aus dem Kühlregal und stellte sie zusammen mit einer leeren Flasche zur Pfandrückgabe zum Bezahlen auf die Theke.

"Diese Flasche nehmen wir nicht zurück !"

wurde ich mit Hinweis darauf, dass meine 0,5l Rückgabeflasche Wasser eines anderen Herstellers enthalten hatte, bezüglich des Rückgabepfands barsch von der Bedienung zurückgewiesen .

"Wir nehmen nur die Marken, die wir auch verkaufen !"


Freundlich wies ich die Dame hinter dem Tresen darauf hin, dass man verpflichtet sei, meine Pfandflasche zurückzunehmen, da ja hier Flaschen der von mir zurückgegebenen Art geahndelt würden, denn  laut der

< Pfandverordnung vom Mai 2006 ist jeder Einzelhändler dazu verpflichtet, die Einwegpfandflaschen anzunehmen, die aus dem gleichen Material bestehen wie die Flaschen, die er selbst vertreibt. >

Verkauft ein Händler beispielsweise Wasser in sogenannten PET-Plastikflaschen, muss er alle entsprechenden Einwegflaschen annehmen, egal ob sie bei ihm erworben wurden oder bei der Konkurrenz. Die Betonung liegt dabei auf dem Material - ob sich in den Flaschen Wasser oder Limonade befindet, sowie die Inhaltsmenge (Größe der Flasche) etc. ist in dem Zusammenhang vollkommen unerheblich. Dies gilt, immer, soweit die zurückgegebenen Flaschen auf ihrem Aufkleber die Markierungen des Pfandsystems ausweisen !

Keine Ahnung also von der Gesetzeslage beim Bedienungspersonal von Sehne, denn die anderen Verkäuferinnen standen ja daneben und hörten sich die Gesichte tatenlos an ! Da Gesetzeslagen meist ziemlich kompliziert und Rechstverständnis bei normalen Erfüllungsgehilfen an den Theken nicht immer unbedingt vorausgesetzt werden kann, wäre vielleicht für dieses Vorkommnis noch ein gewisses Verständnis aufzubringen gewesen, wenngleich man nicht akzeptieren kann, dass der Händler sein Personl nicht entsprechend instruiert, bevor er es auf die Kunden loslässt.

Was mir aber wirklich die Sprache verschlug, war das, was dann folgte:

Da wohl trotz meiner entsprechenden Hinweise auf die Pfandverordnung offensichtlich die Bedinung nicht dazu zu bewegen war, meine Pfandflasche anzunehmen, entschloss ich mich dazu, auch die volle Flasche hier nicht zu erwerben, nahm meine leere Flasche von der Theke und wandte mich in Richtung Ausgang; diese Rechnung aber hatte ich wohl "ohne den Wirt" gemacht; die besagte Bedienung  herrschte mich nun an, dass ich sofort an die Theke zurückkehren solle, um die von mir dort zurückgelassene volle Flasche wieder ins Kühlregal zu befördern.

Ich drehte mich um und antwortete ruhig, aber gelassen:  Wenn Sie mir das verweigern, wozu Sie gesetzlich verpflichtet sind, nämlich mein Leergut zurückzunehmen, warum sollte ich dann etwas für Sie machen, wozu ich nicht verpflichtet bin, nämlich die volle Flaschge wieder ins Kühlregal einzuräumen ?" drehte mich wieder um und begab mich weiter zum Ausgang. Auf dem ganzen Weg dorthin wurde ich weiter lautstark und unfreundlich angeherrscht, dass ich sofort zurückkommen und die Flaschen wieder zurückbefördern solle."

Statt dem Folge zu leisten, setzte ich meinen Weg zum Ausgang weiter fort und verließ die Bäckerei Sehne, um im danebenliegenden Bahnhofskiosk dann eine entsprechende Flasche Wasser zu  erwerben, wo meine Pfandflasche ohne jedes Problem und insbesondere ohne, dass diese derselben Marke entstammte wie die erworbene, anstandslos zurückgenommen wurde.

Bei dem Gezeter der Bedienung am Tresen der Bäckerei mit mir waren einige weitere Kunden anwesend. Ich denke, dass die Verantwortlichen für den Laden nicht nur nachhaltig dafür Sorge tragen sollten, Ihr Personal über die Rechtslage des Pfandflaschensystems, vielleicht auch grundsätzlich über Rechtsverhältnisse im Zusammenhang mit Verkaufshandlungen, zu informieren und zu schulen, sondern dass man bei der Einstellung von Verkäufern und Verkäuferinnen auch darauf achten sollte, nicht derartige unverschämte Umsatzbremsen einzusetzen, wie die Verkäuferin eine ist, mit der ich es zu tun hatte.

Sicherlich machte das Verhalten dieser Damen nicht nur auf die weiteren im Laden anwesenden Kunden einen schlechten Eindruck, sondern es demonstrierte diesen Kunden auch in besonderem Maße, dass man hier sehr kleinkariert vorzugehen pflegt.

Früher lernte einmal: < Der Kunde ist König > !  Und unter dieser Prämisse sollte Verkaufspersonal - noch dazu vor anderen Einkaufenden - keinen derart lauten kleinkarrierten Streit mit einem Kunden anfangen, selbst dann nicht, wenn der Kunde im Gegensatz zu mir bei diesem Ereigniss, vielleicht einmal nicht im Recht wäre, insbesondere nicht bei einer derartigen Lapalie !