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Ein kleiner Blick zurück lohnt sich: Seine heutige Gestalt verdankt der Sommerhofenpark im Wesentlichen der Landesgartenschau 1990. Aus dem früheren, teilweise asphaltierten Festplatz wurde damals Sindelfingens „grüne Visitenkarte“ – mit weitläufigen Wiesen, Staudenbeeten, Wildpflanzen, Feuchtbiotopen, Rosengarten und jeder Menge Platz für Spaziergänger, Jogger und sonstige Frischluftwillige.
Kulinarisch bleibt man auf dem Boden der Tatsachen: solides Biergartenniveau, nichts Grandioses, aber reell und ordentlich. Neben den üblichen Verdächtigen gefallen besonders die Salad Bowls mit wechselnden Beilagen und verschiedenen Fleischstreifen. Eine erfreuliche Alternative für alle, die nicht jedes Freiluftessen mit Schnitzel, Wurst und Pommes bestreiten möchten.
Ansonsten sitzt es sich hier ausgesprochen gemütlich. Direkt angrenzend eine großzügige Rasenfläche, viel Grün und reichlich Platz. Familien mit Kindern und größere Gruppen dürften sich besonders wohlfühlen. Und wer nach einem Spaziergang durch den Park lediglich unter schattigen Bäumen ein frisch gezapftes Bier oder ein Glas Wein aus der Region genießen möchte, sowieso.
Wer noch Bewegung braucht, findet im Park reichlich Gelegenheit dazu – und sogar eine Dampfbahn, die ihre Runden durch den Sommerhofenpark dreht. Sie gab es übrigens bereits vor der Landesgartenschau und wurde für diese 1990 umfassend umgebaut. Während der 157 Tage der Gartenschau beförderte sie seinerzeit mehr als 100.000 Fahrgäste.
Kein Gourmettempel und auch kein gastronomischer Wallfahrtsort – aber das will der Wiesengarten vermutlich gar nicht sein. Dafür ein unkomplizierter, gemütlicher Biergarten mit etwas Geschichte an einem der schönsten grünen Flecken Sindelfingens. Und manchmal reicht genau das vollkommen aus.
Die beiden Rindfleischfrikadellen kamen ordentlich gebraten auf den Teller, innen noch angenehm saftig und begleitet von einer durchaus kräftigen Bratensauce. Handwerklich solide, geschmacklich gut – ohne allerdings gleich Begeisterungsstürme auszulösen.
Alles in allem ein ehrliches, deftiges Biergartengericht – gut gemacht, sättigend und ohne unnötige Kapriolen. Kein Teller, für den man eigens nach Sindelfingen pilgern müsste, aber einer, den man durchaus nach einer Radtour zufrieden leer zurückgibt - Rückgabe auch Selfservice.
Begleitet wurde das Ganze von grünem Blattsalat und einer Gurkenscheibe – letztere vermutlich zuständig für den ernährungsphysiologischen Ausgleich zum Schnitzel.
Und wer nach Essen und Getränken plötzlich das Bedürfnis verspürt, die aufgenommenen Kalorien zumindest symbolisch wieder loszuwerden, findet direkt neben dem Biergarten zwei ordentliche Boulebahnen.
Wer möchte, kann sich dort problemlos unter die bereits aktiven Boulespieler mischen. Und sollte die sportliche Betätigung wider Erwarten doch zu anstrengend werden, ist der Weg zurück zum frisch gezapften Bier erfreulich kurz.