Wiesengarten
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Sommerhofenpark 3, 71067 Sindelfingen
Restaurant Cafe Biergarten
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GastroGuide-User: Gaston
Gaston hat Wiesengarten in 71067 Sindelfingen bewertet.
vor 1 Stunde
"Sommerhofenpark zwischen Flammkuchen, Pager und Schweinchen"

Geschrieben am 27.09.2026 | Aktualisiert am 28.09.2026
Besucht am 15.09.2026 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 35 EUR
Der Wiesengarten im Sommerhofenpark liegt ziemlich genau dort, wo man mitten in Sindelfingen eine derart große grüne Oase eigentlich gar nicht vermuten würde. Der Sommerhofenbach gab dem Tal seinen Namen, und mittendrin findet sich mit dem Wiesengarten ein ausgesprochen schnuckeliger Biergarten.
Ein kleiner Blick zurück lohnt sich: Seine heutige Gestalt verdankt der Sommerhofenpark im Wesentlichen der Landesgartenschau 1990. Aus dem früheren, teilweise asphaltierten Festplatz wurde damals Sindelfingens „grüne Visitenkarte“ – mit weitläufigen Wiesen, Staudenbeeten, Wildpflanzen, Feuchtbiotopen, Rosengarten und jeder Menge Platz für Spaziergänger, Jogger und sonstige Frischluftwillige.
SommerhofenparkAuch gastronomisch ist der Platz nicht ganz ohne Vergangenheit. Wo heute der Wiesengarten residiert, befand sich zuvor das alte „Café Wies’n“. Das war irgendwann zwar durchaus legendär, aber offenbar auch ein wenig in die Jahre gekommen. Nach einer gründlichen Sanierung – die Stadt ließ sich das immerhin rund 850 TEuro kosten – wurde die Anlage am 30. April 2019 als Wiesengarten wiedereröffnet. Seitdem darf hier wieder zeitgemäß im Grünen gespeist und getrunken werden.
WiesengartenReichlich alter Baumbestand sorgt für Schatten, die Gastroanlage ist großzügig dimensioniert und scheint auch bei größerem Gästeansturm nicht gleich in gastronomische Schnappatmung zu geraten. Dazu verschiedene Biere – natürlich auch frisch vom Fass –, Weine aus der Region und die üblichen alkoholfreien Durstlöscher. Man muss also keineswegs zwingend dem Gerstensaft huldigen, nur weil man in einem Biergarten sitzt.
Kulinarisch bleibt man auf dem Boden der Tatsachen: solides Biergartenniveau, nichts Grandioses, aber reell und ordentlich. Neben den üblichen Verdächtigen gefallen besonders die Salad Bowls mit wechselnden Beilagen und verschiedenen Fleischstreifen. Eine erfreuliche Alternative für alle, die nicht jedes Freiluftessen mit Schnitzel, Wurst und Pommes bestreiten möchten.
SelbstbedienungBestellt wird auf Selbstbedienungsbasis. Als Belohnung bekommt man einen dieser mehr oder weniger geliebten Pager in die Hand gedrückt. Irgendwann blinkt, summt oder vibriert das gute Stück und teilt einem unmissverständlich mit, dass die Zeit des entspannten Herumsitzens vorüber ist und man sein Essen nun höchstpersönlich abholen möge. Fortschritt muss schließlich sein.
Ansonsten sitzt es sich hier ausgesprochen gemütlich. Direkt angrenzend eine großzügige Rasenfläche, viel Grün und reichlich Platz. Familien mit Kindern und größere Gruppen dürften sich besonders wohlfühlen. Und wer nach einem Spaziergang durch den Park lediglich unter schattigen Bäumen ein frisch gezapftes Bier oder ein Glas Wein aus der Region genießen möchte, sowieso.
Wer noch Bewegung braucht, findet im Park reichlich Gelegenheit dazu – und sogar eine Dampfbahn, die ihre Runden durch den Sommerhofenpark dreht. Sie gab es übrigens bereits vor der Landesgartenschau und wurde für diese 1990 umfassend umgebaut. Während der 157 Tage der Gartenschau beförderte sie seinerzeit mehr als 100.000 Fahrgäste.
Kein Gourmettempel und auch kein gastronomischer Wallfahrtsort – aber das will der Wiesengarten vermutlich gar nicht sein. Dafür ein unkomplizierter, gemütlicher Biergarten mit etwas Geschichte an einem der schönsten grünen Flecken Sindelfingens. Und manchmal reicht genau das vollkommen aus.

Nun aber zu dem, weswegen man sich in einem Biergarten neben der Flüssigkeitsaufnahme gelegentlich auch noch mit fester Nahrung beschäftigt.
Die beiden Rindfleischfrikadellen kamen ordentlich gebraten auf den Teller, innen noch angenehm saftig und begleitet von einer durchaus kräftigen Bratensauce. Handwerklich solide, geschmacklich gut – ohne allerdings gleich Begeisterungsstürme auszulösen.
Zwei Rindfleischfrikadellen mit Bratensauce, Krautsalat und PommesDazu ein frischer, knackiger Krautsalat, der dem ansonsten recht deftigen Ensemble etwas Leichtigkeit verschaffte, sowie eine anständige Portion Pommes frites: goldgelb, ordentlich kross und genau das, was man an dieser Stelle erwartet.
Alles in allem ein ehrliches, deftiges Biergartengericht – gut gemacht, sättigend und ohne unnötige Kapriolen. Kein Teller, für den man eigens nach Sindelfingen pilgern müsste, aber einer, den man durchaus nach einer Radtour zufrieden leer zurückgibt - Rückgabe auch Selfservice.
Flannkuchen - Elsässer ArtDer klassische elsässische Flammkuchen kam warm und frisch aus dem Ofen, ordentlich kross gebacken und geschmacklich so, wie man ihn erwartet. Kein Lothringer Erweckungserlebnis, aber solide gemacht – und bei einem Flammkuchen ist mir das allemal lieber als eine kreative Neuinterpretation.
Portion Obatzda mit Brot & BrezelDas Brettchen mit Obatztem präsentierte sich ebenfalls ganz nett und eher überschaubar. Der Obatzte ordentlich, die Begleitung erwartungsgemäß. Nur der tiefere Sinn des zusätzlich gereichten Gläschens Senf erschloss sich mir nicht so ganz. Vielleicht eine schwäbisch-bayerische Annäherung auf diplomatischem Wege? Ich ließ beide Parteien vorsichtshalber getrennt voneinander weiterleben.
Paniertes Schweineschnitzel mit Kartoffelsalat und SalatbukettDann das klassische Schnitzel: schön herausgebacken, dünn, saftig und mit anständiger Panade. Dazu schwäbischer Kartoffelsalat, erfreulicherweise schön schlotzig und nicht jene trockene Kartoffelansammlung, bei der man vorsorglich zum Bierglas greift. Ein paar Zwiebeln mehr und eine etwas beherztere Begegnung mit der Pfeffermühle (keineskalls Tischasche) hätten ihm allerdings nicht geschadet.
Begleitet wurde das Ganze von grünem Blattsalat und einer Gurkenscheibe – letztere vermutlich zuständig für den ernährungsphysiologischen Ausgleich zum Schnitzel.
Und wer nach Essen und Getränken plötzlich das Bedürfnis verspürt, die aufgenommenen Kalorien zumindest symbolisch wieder loszuwerden, findet direkt neben dem Biergarten zwei ordentliche Boulebahnen.
Das ist körperliche Ertüchtigung in einer Intensität, die auch dem fortgeschrittenen Rentner durchaus noch zugemutet werden kann: ein paar Schritte gehen, konzentriert eine Metallkugel werfen und anschließend ausgiebig darüber diskutieren, welche nun tatsächlich näher am Schweinchen liegt.
Wer möchte, kann sich dort problemlos unter die bereits aktiven Boulespieler mischen. Und sollte die sportliche Betätigung wider Erwarten doch zu anstrengend werden, ist der Weg zurück zum frisch gezapften Bier erfreulich kurz.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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