Geschrieben am 05.04.2026 2026-04-05| Aktualisiert am
05.04.2026
Besucht am 05.12.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 240 EUR
Auf unserer Entdeckungstour durch die Freiburger Innenstadt suchten wir nach einer Gastronomie, die nicht nur sättigt, sondern begeistert. Der Weihnachtsmarkt mit Glühwein, heißen Maronen und Bratwurst lockte zwar die Masse, doch uns stand der Sinn an diesem Abend nach feinerer Küche – wir wollten nicht nur essen, sondern genießen. Die ersten beiden Kandidaten? Enttäuschend auf den ersten Blick. Also entschieden wir uns für den „umgekehrten Weg“: nicht von unten nach oben, nicht von Rostbratwurst zum Flammkuchen, sondern gleich gezielt ins Gourmet-Revier südlich des Münsters.
Wolfshöhle oder …? Da kam uns die Löwengrube in den Sinn, unweit davon in der Konviktstraße – unsere Erwartung: etwas legerer und preislich zugänglicher als die besternte Wolfshöhle. Telefonisch blitzschnell reserviert – und schon standen wir im Portal zu einem kulinarischen Abenteuer
(unser Erstbesuch).
Ambiente: Die Löwengrube kombiniert die charmante Patina einer alten Weinstube mit modernem, gemütlichem Flair. Holzvertäfelungen, elegante Tischdekorationen und dezente Beleuchtung schaffen eine warme, einladende Stimmung – perfekt für ein entspanntes Gourmet-Erlebnis abseits des Weihnachtsmarkttrubels und Glühweinarien.
Kulinarische Philosophie: Chef de Cuisine und Inhaber Amadeus Kura liebt regionale, saisonale Zutaten und interpretiert sie kreativ, modern und manchmal mit einem kleinen Augenzwinkern. Die kleine, feine Speisekarte wechselt regelmäßig und ist ein Fest für alle, die klassische Gerichte in überraschend neuer Gestalt genießen wollen.
Startschuss: Eine Focaccia vom „Brotbruder“ (ebenfalls aus Freiburg südlich der Dreisam) – schlicht, mit vollem Sauerteigaroma, einer dezenten Kräuternote und etwas nativem Olivenöl.
Ein Auftakt, der sagt: „Die einfachsten Genüsse sind manchmal die außergewöhnlichsten.“
Wein:
Wir entschieden uns heute für eine einzige, aber ausgesuchte Flasche. Die Weinkarte ist sorgfältig kuratiert,
legt den Fokus auf Baden und Pfalz, Bioweine und seltene Kleinproduzenten – ein Fest für Weinliebhaber.
Der Sommelier war sachlich-streng, aber kompetent. Gemeinsam landeten wir bei: Bernhard Huber, Malterdinger Chardonnay 2022. Elegant, klar, ein kräftiger Begleiter, der nie zu laut ist, aber durch das Holzfass bereits Charakter entwickelt hat.
Vorspeise: Poschiertes Ei, Topinambur, Pilz, Soja – luftig, cremig, feines Pilzaroma, das sich wie eine Wolke um das perfekt gegarte Ei legt. Jeder Bissen eine kleine Textur- und Aromarevolution – ein Auftakt, der das Genießer-Herz höherschlagen lässt.
Hauptgang 1: Rochenflügel mit Aztec Gold, Kapern und Miesmuscheln – außen herrlich angebräunt, innen glasig, leicht angewärmter Kern. Goldgelbe Kartoffeln schwimmen in einem buttrigen Fisch-Muschelfond, während die ausgelösten Miesmuscheln den edlen Fischflügel krönen. Jeder Bissen: wie eine Mini-Reise in die Bretagne.
Hauptgang 2: Hirschkalb, Rosenkohl, Gnocchi, Birne – rosa, leicht geröstet, zart und perfekt gegart (Sous-Vide?). Die Gnocchi in Törtchenform mit Maronen, Rosenkohlblätter angebraten, marinierte Birnenstücke kunstvoll wieder zu einer Birne geformt – alles auf einer feinen Wildfondreduktion. Ein Gericht, das nicht nur die Augen, sondern auch den Gaumen verwöhnt.
Käse: Auswahl Waltmann, Apfelsenf, Früchtebrot – ein kleines Weihnachtsmärchen auf dem Teller. Maître Affineur Waltmann aus Erlangen liefert eine Auswahl vom Feinsten: optimale Reife, intensives Aroma, dazu die jahreszeitlich passende Beilage – süß, würzig, festlich zugleich.
Dessert: Apfel, Zimt, Karamell – Apfel-Zimt-Sahneeis mit Crunch auf Apfel-Karamell-Kreation. Leicht, frisch, aber mit dem süß-würzigen Kick, der sofort ein Lächeln auf die Lippen zaubert.
Espresso: Mit gebrannten Mandeln – ein letzter Augenzwinkerer an den Weihnachtsmarkt.
Fazit:
Die Löwengrube ist ein Refugium für alle, die Genuss ernst nehmen – aber auch lockere, unkomplizierte Leichtigkeit schätzen. Chef Amadeus Kura zaubert Gerichte, die auf der einen Seite weltbürgerlich und experimentierfreudig sind, auf der anderen Seite farm-to-table: saisonale, regionale Produkte, kreativ kombiniert. Zeitgemäß, leicht und überraschend – nie langweilig, nie konventionell. Wein, Service, Ambiente – alles passt stimmig zusammen. Sicherlich nicht nur zur Adventszeit eine Fluchtburg für Genießer. Die relativ hohe Zahl von Sternerestaurants in Freiburg ist sicher ein Ansporn für die Küche, unsere Erwartungen hat sie voll und ganz erfüllt – in einem angenehmen Rahmen mit ebenso angenehmem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir waren begeistert.
Auf unserer Entdeckungstour durch die Freiburger Innenstadt suchten wir nach einer Gastronomie, die nicht nur sättigt, sondern begeistert. Der Weihnachtsmarkt mit Glühwein, heißen Maronen und Bratwurst lockte zwar die Masse, doch uns stand der Sinn an diesem Abend nach feinerer Küche – wir wollten nicht nur essen, sondern genießen. Die ersten beiden Kandidaten? Enttäuschend auf den ersten Blick. Also entschieden wir uns für den „umgekehrten Weg“: nicht von unten nach oben, nicht von Rostbratwurst zum Flammkuchen, sondern gleich gezielt ins... mehr lesen
Löwengrube by Amadeus Kura
Löwengrube by Amadeus Kura€-€€€Restaurant076176991188Konviktstr. 12, 79098 Freiburg im Breisgau
5.0 stars -
"Löwengenuss satt Glühweinstress" GastonAuf unserer Entdeckungstour durch die Freiburger Innenstadt suchten wir nach einer Gastronomie, die nicht nur sättigt, sondern begeistert. Der Weihnachtsmarkt mit Glühwein, heißen Maronen und Bratwurst lockte zwar die Masse, doch uns stand der Sinn an diesem Abend nach feinerer Küche – wir wollten nicht nur essen, sondern genießen. Die ersten beiden Kandidaten? Enttäuschend auf den ersten Blick. Also entschieden wir uns für den „umgekehrten Weg“: nicht von unten nach oben, nicht von Rostbratwurst zum Flammkuchen, sondern gleich gezielt ins
Geschrieben am 03.04.2026 2026-04-03| Aktualisiert am
03.04.2026
7-Mühlental am ReichenbachDie Kochenmühle im Siebenmühlental ist ein wildromantisches Ausflugsziel für Radler, Wanderer und alle, die nach ein paar Kilometern Natur dringend eine ehrliche Stärkung brauchen. Die ehemalige Mühle liegt idyllisch am Reichenbach und gehört zu den historischen Mühlen des Siebenmühlentals, die über Jahrhunderte hinweg das Leben und Arbeiten in der Region geprägt haben. Einst wurde hier mit Wasserkraft gemahlen – heute werden eher Wanderer „aufgetankt“. .... der Besen hängt draußenBewirtschaftet wird in der Regel von Freitag bis Sonntag - und wie es sich für einen echten schwäbischen Geheimtipp gehört, gilt: Hängt draußen der Besen, ist geöffnet. Ein zuverlässigeres Leitsystem als jede App.
Ab Herbst gibt es dann den hauseigenen Most, frisch, ehrlich und mit ausreichend Charakter - solange der Vorrat reicht - also vielleicht bis ins nächste Frühjahr. Kalbsbratwurst mit KartoffelsalatFleischküchle mit Kartoffel- und KrautsalatDie deftigen Gerichte werden frisch zubereitet und schmecken genau so, wie man es sich nach einer Wanderung vorstellt: bodenständig, großzügig und absolut ohne Schnickschnack. Kalorien zählen hier höchstens die Wanderuhren, nicht die Gäste. Kurz gesagt: Ein Ort, an dem man eigentlich nur kurz einkehren wollte - und plötzlich sehr überzeugende Gründe findet, noch ein wenig sitzen zu bleiben da man mit den netten Tischnachbarn ins Plaudern gekommen ist. Ein kleines Stück gelebter Mühlengeschichte - mit sehr angenehmen Nebenwirkungen.
Die Kochenmühle im Siebenmühlental ist ein wildromantisches Ausflugsziel für Radler, Wanderer und alle, die nach ein paar Kilometern Natur dringend eine ehrliche Stärkung brauchen. Die ehemalige Mühle liegt idyllisch am Reichenbach und gehört zu den historischen Mühlen des Siebenmühlentals, die über Jahrhunderte hinweg das Leben und Arbeiten in der Region geprägt haben. Einst wurde hier mit Wasserkraft gemahlen – heute werden eher Wanderer „aufgetankt“.
Bewirtschaftet wird in der Regel von Freitag bis Sonntag - und wie es sich für einen echten... mehr lesen
4.5 stars -
"Wo der Reichenbach rauscht und der Besen hängt" GastonDie Kochenmühle im Siebenmühlental ist ein wildromantisches Ausflugsziel für Radler, Wanderer und alle, die nach ein paar Kilometern Natur dringend eine ehrliche Stärkung brauchen. Die ehemalige Mühle liegt idyllisch am Reichenbach und gehört zu den historischen Mühlen des Siebenmühlentals, die über Jahrhunderte hinweg das Leben und Arbeiten in der Region geprägt haben. Einst wurde hier mit Wasserkraft gemahlen – heute werden eher Wanderer „aufgetankt“.
Bewirtschaftet wird in der Regel von Freitag bis Sonntag - und wie es sich für einen echten
Besucht am 24.03.2026Besuchszeit: Abendessen 5 Personen
Rechnungsbetrag: 820 EUR
Manchmal gibt es Restaurantabende, bei denen man schon nach dem ersten Schritt durch die Tür denkt: „Okay, hier werde wir heute nicht nur essen – hier werden wir glücklich.“ Genau dieses Gefühl stellt sich im Fässle le Restaurant in Degerloch sofort ein. Warmes Licht, elegant gedeckte Tische und ein Hauch Savoir-vivre treffen auf entspannte schwäbische Wohlfühl-Atmosphäre – Fine Dining ohne den erhobenen Zeigefinger, dafür mit einer Prise „Mach’s dir bequem und genieße!“ Der Service ist wie ein guter Freund, der sich nicht aufdrängt, aber immer dann auftaucht, wenn man ihn braucht – die Weinflaschen jongliert mit der Gelassenheit eines Sommeliers Pascal Foechterlé, der Maître und Gastgeber, der zweite Franzose im Fässle nach Patron und Chef de Cuisine Patrick Giboin.
Um uns in die „hedonistische Bubble“ zu begeben, starten wir Vinofiel im Ländle beim Fellbacher Rainer Schnaitmann und stoßen mit einem Evoé Blanc de Noirs Brut Nature 2021 Winzersekt an. So eingestimmt ordern alle das aktuelle „Le Menu“ mit 5 oder 6 Gängen und passender Weinbegleitung.
Amuse-bouche – der kleine Kitzel Amuse boucheDer Abend startet mit einem charmanten Amuse-bouche – heiß, klein aber oho! Ein Arancini mit Käsefüllung auf dem Löffel, frisch, aromatisch und genau groß genug, um den Appetit zu wecken.
Délice von der Ente + Scheurebe Schloss Ortenberg 2024 Délice von der Ente, Leberterrine, gebackene Keule und geräucherte Brust mit Ananas, Pfeffer und SüßkartoffelDie Ente zeigt gleich ihr ganzes Talent: cremige Leberterrine (ohne Stopfleber), Entenkeulen Ragout in knusprig frittierter Teigtasche, geräucherte Brust in kleinen Röllchen – jede Variante mit Charakter. Süßkartoffel-Chips und Ananas bringen eine fröhliche Süße und freche Kicks ins Spiel. Schloss Ortenberg, Scheurebe feinfruchtig 2024Die Scheurebe ist wie ein guter Wingman: feinfruchtiger Gutswein/Kabinett, frisch, lebendig und gleichzeitig charmant genug, um die Ente nicht zu überstrahlen mit animierender Säure und leichter Restsüße. Zusammen? Ein Dreamteam auf Teller und im Glas.
Winterkabeljau + Château des Jacques Beaujolais Blanc 2024 Tranche vom Winterkabeljau mit Kalbskopfgraupen, Rosenkohl und Krustentier-BisqueDer Kabeljau perfekt gegart, saftig und zart mit knusprig gebratener Haut. Die mittlerweile klassische Fischbeilage Kalbskopfgraupen gibt Bodenständigkeit, Rosenkohl erwacht zur großen Gala mit kräftigem Röstaroma und die Krustentier-Bisque sorgt für die wertige Leinwand auf dem sich das kulinarische Bild präsentiert mit einem „Wow, das ist tiefgründig“-Momente. Château des Jacques Beaujolais Blanc, Chardonay 2024Der Chardonnay ergänzt das Gericht wie ein passender Rahmen: elegant, präsent, dezente mineralisch aber nie aufdringlich. So harmonisch, dass man sich fragt, wer führt den Reigen an, der Fisch oder der Wein.
Sorbet im Glas – Blumenkohl trifft Tandoori
Jetzt wird’s kreativ: Das Sorbet liegt auf Blumenkohl mit Tandoori Masala – ein kühler Frischekick trifft auf würzige, leichte indische Power. Überraschend, originell und irgendwie genau richtig. Ein Sorbet, das den Gaumen aufweckt und sagt: „Achtung, Hauptgang naht mit weiteren Überraschungen!“
Käseteller + Gewürztraminer aus dem Elsass 2022 Käseteller, Auswahl von verschiedenem Käse mit Dörrobst ChutneyDer Käsegang erscheint genau zum richtigen Zeitpunkt. Eine fein abgestimmte Auswahl unterschiedlich gereifter Sorten sorgt für Abwechslung von cremig-mild bis würzig-intensiv, jeweils im idealen Reifestadium serviert. Das Dörrobst-Chutney bringt die angenehme Süße ins Spiel und hebt die Aromen der Käse elegant hervor. Dazu passt der Gewürztraminer hervorragend: aromatisch, leicht exotisch und mit genug Struktur, um auch kräftigeren Sorten standzuhalten. Kurz: Man isst, nippt, nickt anerkennend und denkt: „Ja, so muss Käse sein!“
Rhabarber-Mousse + Jurançon „Clos Uroulat“ 2020 Rhabarber Mousse auf Macadamia Cookie mit eingelegtem Rhabarber und BasilikumLeicht, frisch, frech: Die Rhabarber-Mousse und -Stücke umschmeicheln den Macadamia-Cookie, Basilikum- und Minz-Sorbet mit frittierten Basilikumblättern sorgt für den kleinen Twist. "Clos Uroulat" Jurançon Domaine Charles Hours 2020 (Petit Manseng)Dazu der süße Jurançon, der den Dessert-Tanz perfekt abrundet. Der sortenreine, in Barriques ausgebaute, Petit Manseng ist weit entfernt von übersüßem Zuckerrausch, ein eleganter, zufriedener Abschluss – man lächelt automatisch.
Mignardises & Espresso – Widerstand zwecklos Feine MignardisesKleine, kunstvolle Petit Fours begleiten den Espresso. Eigentlich hatte man schon ein Dessert – aber „eigentlich“ kennt das Fässle nicht. Natürlich probiert man alles. Aus reiner Neugier versteht sich.
Fazit
Das „Le Menu“ im Fässle ist ein Abend, der zeigt: Große Küche kann entspannt, clever und spaßig sein. Französische Klassik trifft auf Kreativität, der Service ist charmant und aufmerksam – und die Weinbegleitung ist nicht nur Beiwerk, sondern ein cleverer Begleiter durch die ganze Reise.
Man kommt voller Erwartungen, geht glücklich und ein bisschen beschwingt. Und man weiß: Das hier war kein Abendessen, das war ein Erlebnis – mit Humor, Geschmacksüberraschungen und dem kleinen Luxus, dass alles einfach passt.
Manchmal gibt es Restaurantabende, bei denen man schon nach dem ersten Schritt durch die Tür denkt: „Okay, hier werde wir heute nicht nur essen – hier werden wir glücklich.“ Genau dieses Gefühl stellt sich im Fässle le Restaurant in Degerloch sofort ein. Warmes Licht, elegant gedeckte Tische und ein Hauch Savoir-vivre treffen auf entspannte schwäbische Wohlfühl-Atmosphäre – Fine Dining ohne den erhobenen Zeigefinger, dafür mit einer Prise „Mach’s dir bequem und genieße!“
Der Service ist wie ein guter Freund, der sich... mehr lesen
Fässle le Restaurant · Gourmetrestaurant
Fässle le Restaurant · Gourmetrestaurant€-€€€Restaurant0711760100Löwenstraße 51, 70597 Stuttgart
5.0 stars -
"Weinspaß mit Fine-Dining von Patrick Giboin" GastonManchmal gibt es Restaurantabende, bei denen man schon nach dem ersten Schritt durch die Tür denkt: „Okay, hier werde wir heute nicht nur essen – hier werden wir glücklich.“ Genau dieses Gefühl stellt sich im Fässle le Restaurant in Degerloch sofort ein. Warmes Licht, elegant gedeckte Tische und ein Hauch Savoir-vivre treffen auf entspannte schwäbische Wohlfühl-Atmosphäre – Fine Dining ohne den erhobenen Zeigefinger, dafür mit einer Prise „Mach’s dir bequem und genieße!“
Der Service ist wie ein guter Freund, der sich
Auch zehn Jahre später wird in der Lorenz-Straußi die weihnachtliche Reizüberflutung von Carmen und Claus Lorenz hingebungsvoll zelebriert – oder gnadenlos überdreht, je nach persönlicher Schmerzgrenze. Doch keine Sorge: Die Atmosphäre lässt sich problemlos schöntrinken. Zwischen lockerem Straußenwirtschaft-Smalltalk mit wildfremden, erfreulich netten Tischnachbarn und dem offen lodernden Kamin stellt sich rasch eine wohlige, leicht rührselige Adventsstimmung ein. Und die Augenschmerzen notorischer Kitschverächter? Die klingen spätestens auf dem Weg nach draußen langsam ab.
Der gastronomische Teil präsentiert sich solide, leidet jedoch spürbar unter der schieren Menge der Gäste. Frische und Feinheit bleiben dabei zwangsläufig auf der Strecke. Die halbe Ente kommt erwartungsgemäß vorgegart und (zu)lange warmgehalten auf den Tisch – was ihrer Saftigkeit nicht unbedingt zugutekommt. Auch das Hirschragout folgt demselben Manuskript: eine ordentliche Basis, der es jedoch an Feinschliff mangelt. Doch Claus Lorenz und sein Team versprühen eine derart ansteckend gute Laune – inklusive aufmerksamem Service – dass man geneigt ist, wohlwollend über kulinarische Schwächen hinwegzusehen. Es ist eben eine Straußenwirtschaft: Hier steht weniger die Küche als vielmehr die Stimmung im Mittelpunkt.
Auch zehn Jahre später wird in der Lorenz-Straußi die weihnachtliche Reizüberflutung von Carmen und Claus Lorenz hingebungsvoll zelebriert – oder gnadenlos überdreht, je nach persönlicher Schmerzgrenze. Doch keine Sorge: Die Atmosphäre lässt sich problemlos schöntrinken. Zwischen lockerem Straußenwirtschaft-Smalltalk mit wildfremden, erfreulich netten Tischnachbarn und dem offen lodernden Kamin stellt sich rasch eine wohlige, leicht rührselige Adventsstimmung ein. Und die Augenschmerzen notorischer Kitschverächter? Die klingen spätestens auf dem Weg nach draußen langsam ab.
Der gastronomische Teil präsentiert sich solide, leidet jedoch spürbar... mehr lesen
Lorenz Straußi
Lorenz Straußi€-€€€Besenwirtschaft076339299050Krozinger Str. 13, 79238 Ehrenkirchen
3.5 stars -
"Adventslicht in der Straußi – wo viel Licht ist, fällt auch Schatten" GastonAuch zehn Jahre später wird in der Lorenz-Straußi die weihnachtliche Reizüberflutung von Carmen und Claus Lorenz hingebungsvoll zelebriert – oder gnadenlos überdreht, je nach persönlicher Schmerzgrenze. Doch keine Sorge: Die Atmosphäre lässt sich problemlos schöntrinken. Zwischen lockerem Straußenwirtschaft-Smalltalk mit wildfremden, erfreulich netten Tischnachbarn und dem offen lodernden Kamin stellt sich rasch eine wohlige, leicht rührselige Adventsstimmung ein. Und die Augenschmerzen notorischer Kitschverächter? Die klingen spätestens auf dem Weg nach draußen langsam ab.
Der gastronomische Teil präsentiert sich solide, leidet jedoch spürbar
Man hat mit vielen Emotionen um das Überleben gekämpft – mit Pfanne und Nerven.
Die Lebenspartnerin des verstorbenen Peter Stephan hat sich mit beeindruckendem Engagement, sicher auch mit einer ordentlichen Portion Herzblut, daran gemacht, das Erbe des renommierten Restaurants zu bewahren. Ein ehrenwerter Versuch, doch die Lücke, die Peter Stephan hinterließ, war einfach zu groß – sie konnte auch nicht durch Teamgeist, Küchenakrobatik oder einem Teamcoach gestopft werden.
Nach drei Monaten stand fest: Der Kochlöffel musste leider niedergelegt werden. Das Servicepersonal gab wirklich alles – mit einem Lächeln und Charme – aber wenn die Küche nicht mithalten kann, helfen auch die besten Bonussmileys der Stammkundschaft nicht weiter.
Fazit: Das Vermächtnis von Peter Stephan konnte im ersten Anlauf leider nicht in die nächste Runde getragen werden. Schade – aber wer weiß, vielleicht wird ja irgendwann jemand mit dem richtigen Rezept den Herd und die Emotionen wieder anheizen.
Man hat mit vielen Emotionen um das Überleben gekämpft – mit Pfanne und Nerven.
Die Lebenspartnerin des verstorbenen Peter Stephan hat sich mit beeindruckendem Engagement, sicher auch mit einer ordentlichen Portion Herzblut, daran gemacht, das Erbe des renommierten Restaurants zu bewahren. Ein ehrenwerter Versuch, doch die Lücke, die Peter Stephan hinterließ, war einfach zu groß – sie konnte auch nicht durch Teamgeist, Küchenakrobatik oder einem Teamcoach gestopft werden.
Nach drei Monaten stand fest: Der Kochlöffel musste leider niedergelegt werden. Das Servicepersonal gab... mehr lesen
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"Mit Herzblut, Hoffnung – und leider ohne Happy End" GastonMan hat mit vielen Emotionen um das Überleben gekämpft – mit Pfanne und Nerven.
Die Lebenspartnerin des verstorbenen Peter Stephan hat sich mit beeindruckendem Engagement, sicher auch mit einer ordentlichen Portion Herzblut, daran gemacht, das Erbe des renommierten Restaurants zu bewahren. Ein ehrenwerter Versuch, doch die Lücke, die Peter Stephan hinterließ, war einfach zu groß – sie konnte auch nicht durch Teamgeist, Küchenakrobatik oder einem Teamcoach gestopft werden.
Nach drei Monaten stand fest: Der Kochlöffel musste leider niedergelegt werden. Das Servicepersonal gab
Geschrieben am 23.04.2025 2025-04-23| Aktualisiert am
23.04.2025
Besucht am 12.04.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 160 EUR
Im „Cuore Matto“ (= verrücktes Herz) hatten wir bereits beim ersten Besuch unser Herz verloren und wollten nun prüfen, ob diese Verliebtheit auch beim zweiten Biss bestätigt wird. Zwei Monate später stand ein besonderer Tag an, den wir dort kulinarisch angemessen ausklingen lassen wollten.
Gleich vorweg: Es war abermals ein Genuss. Kaum hatten wir den Barbereich betreten, wurden wir auch schon von Alessandro Arianiello begrüßt – herzlich und charmant. Er führte uns zu unserem reservierten Tisch, diesmal im gemütlicheren, überschaubaren Nebenzimmer. Beim letzten Besuch hatten wir so kurzfristig reserviert, dass lediglich Hochtische im Barbereich frei waren – hatte auch seinen Charme, ist dort jedoch etwas betriebsamer. Der große Hauptsaal – ein tadelloser Raum, aber wegen des Geräuschpegels eher unsere dritte Wahl.
Alessandro reichte uns Speise- und Weinkarte und nannte auch das Tagesgericht, das sein Bruder Daniele „Nello“ Arianiello mit seiner Küchenmannschaft zaubert. Auf die Frage nach einem Aperitif wurde der aktuelle Cocktail „Pornstar Martini“ empfohlen (Wodka, Vanille, Limette, Passionsfrucht, Prosecco) – der Name ein bisschen verrucht, macht umso neugieriger. Bei der mitreißenden Schilderung der Ingredienzien konnte ich nicht widerstehen – ach ja, Alessandros Leidenschaft: Er war früher auch Barchef in einem Hotel der Region.
Der fruchtig-kühle Cocktail: ausgezeichnet. Hin und wieder mal etwas Neues für mich. Meine Partnerin hingegen blieb standhaft bei ihrem Lieblingsglas Weißwein – diesmal ein Roero Arneis – perfekt zum Kartenstudium. Das Angebot der neapolitanischen Brüder ist italienisch-mediterran, deckt ein breites Spektrum ab, bleibt jedoch angenehm überschaubar und wechselt saisonal sowie marktfrisch.
Und wie es sich für ein Ristorante ziemt – ohne Pizza. Als Begleiter für die folgenden Gerichte – Fisch und Geflügel – wende ich mich Norditalien zu: „Winkl“ Sauvignon Bianco Alto Adige Terlano DOC 2023. Ein Südtiroler, der sich nicht aufdrängt, aber trotzdem Eindruck hinterlässt (wurde kurze Zeit zuvor auch von einem anderen GG-Autor bevorzugt ;-). Die Weinflasche wird umgehend und stilsicher im Weinkühler am Tisch bereitgestellt.
Antipasto: „Gambas al Stampaggio“ In einer heißen Gusseisenpfanne: drei stattliche Garnelen (Black Tiger), teilweise vom Panzer, ganz vom Darm befreit, auf einigen Eismeergarnelen gebettet, mit Olivenöl, Chili, reichlich Knoblauch und einem Hauch Zitrone mariniert. Kross geröstete Weißbrotstücke saugten begierig die pikante Sauce auf und begleiteten die kurz angebratenen, im Kern noch glasigen, aromatischen Krebstiere – samt dem Saft ihrer Köpfe und den Kräutern. Geschmacklich eher Spanien oder Italien? Hauptsache mediterran.
Tagesgericht: Pollo Fino mit grünem Spargel und Bärlauch-Gnocchi als Secondo Piatto In goldbrauner Panko-Panade, mit Kräutern und Gewürzen verfeinert, lag der ausgelöste Pollo-Oberschenkel auf gedämpften grünen Spargelstücken und in Bärlauch und Olivenöl geschwenkten, fluffigen Gnocchi – über einem Spargelcreme-Spiegel mit feinem Olivenöl. Ausgezeichnet, dass Gnocchi und Spargel das Geflügel über der Sauce praktisch schweben ließen, ohne dass die Panade vor dem Anschneiden durchweicht wurde. So blieb der krosse Panko-Effekt mit der milden Würzmischung auf beiden Seiten erhalten. Das Fleisch des Hühnerschenkels zerging – mit einem zufriedenen Blick meinerseits – auf der Zunge. Der grüne Spargel hielt sich, nicht nur als Stütze, dezent zurück, ohne sich verstecken zu müssen.
Crunchy Branzino für meine Partnerin Ebenfalls gekrönt von Luzerne- und Rote-Bete-Sprossen kam der Wolfsbarsch optisch im entsprechenden Panko-Gewand daher – auch hier kross und zurückhaltend, um das feine Aroma des kurz und saftig gegarten Fischs zu unterstreichen und nicht zu dominieren. Das köstliche Gemüsebeet aus bissfestem Paprika, Zucchini, Karotten – in einem Hauch Olivenöl geschwenkt – wurde wertig ergänzt durch Queller und wilden Brokkoli. Der wilde Brokkoli hatte ein intensives, typisch leicht bitteres Aroma und wird vom „Keltenhof“ in Filderstadt aus Italien importiert. Die rustikalen, neuen Kartoffelspalten in der Schale lieferten die wohlschmeckende Sättigungsbeilage.
Der Service wird von Alessandro Arianiello omnipräsent und unaufdringlich freundlich geleitet. Trotz gut besuchtem Haus bleibt immer wieder etwas Zeit für Beratung und Erfahrungsaustausch. Selbst das Nachschenken des Weins klappt harmonisch – gemeinsam mit der jungen Dame im Service, die ungezwungen locker und gut gelaunt agiert. Die Chefs haben anscheinend auch ein Händchen und Herz fürs Personal.
Dolce: Torta Caprese Die kulinarische Reise ging nach Neapel, genauer gesagt nach Capri: Der traditionelle Mandel-Schokoladenkuchen auf Himbeerspiegel. Luftiger, nussiger Teig, nicht zu süß – genau, wie ich ein Dessert bevorzuge. Einzig die neutrale Sahne empfand ich als etwas einfallslos.
Der Espresso danach – von Bristot aus Norditalien, natürlich aus der Siebträgermaschine – mit filigranen Aromen und endlich mal kein „Espresso lungo“, wie so oft nördlich der Alpen serviert. Rundet den gelungenen Abend perfekt ab. Meine geliebte Variante „Caffè Corretto“ verbietet allerdings die Heimfahrt.
Ergänzend noch einige Bemerkungen zu den Gerichten unseres ersten Besuchs, deren Bilder ich hier bereits eingestellt hatte:
Variazione di Verdure Gegrilltes, eingelegtes und geschmortes Gemüse. Die gegrillten Melanzane aromatisch und nicht in Öl ertränkt, geröstete Paprikastreifen und Pilze, marinierte Rote Bete, Tomaten und Oliven. Nicht nur ansprechend angerichtet, sondern auch aromatisch und gekonnt zubereitet.
Tagesgericht: Carré di Vitello Kalbskarree, vom Knochen gelöst, mit rustikalen Kartoffeln. Ebenfalls mit Luzerne- und Rote-Bete-Sprossen sowie einem Rosmarinzweig angerichtet. Der sicherlich hausgemachte Kalbsfond begleitete das herrlich kurz angebratene Kalbfleisch – à point! Von vorne bis hinten zart und feinaromatisch.
Scaloppine Vino Bianco Kalbfleisch in feiner Weißweinsauce mit mediterranem Gemüse und rustikalen Kartoffeln. Die dünnen Kalbsschnitzel waren behutsam plattiert und korrekt gegart – das Resultat: saftig und zart, sicherlich auch aufgrund ausgezeichneter Qualität. Ebenso stimmig: die feine Kalbsfond-Sauce. Das Gemüse entspricht dem der zuvor genannten Vorspeise, obenauf Rote-Bete-Sprossen mit Blattpetersilie – sorgen für den essbaren Farbklecks.
(Für 2 Personen hatte der 1. Besuch 87 € gekostet / der 2. Aufgrund der Getränke 160 €)
Bei der Verabschiedung bedankt sich die junge Servicedame noch ausdrücklich fürs Trinkgeld – finde ich sehr angenehm, da es andernorts meist kommentarlos eingesteckt wird. Auf dem Weg zum Ausgang fiel unser Blick im Flur auf die Wandbilder, die den Umbau im Jahr 2024 zeigen. Das alte Restaurant war zwar kein Augiasstall, jedoch glich die Renovierung einer Herkulesaufgabe – vor allem mit der komplett neuen, funktionalen Kücheneinrichtung, die solche Speisenqualität zwar nicht von allein produziert, sie aber sicherlich begünstigt. Das ein oder andere Gerät hätte ich auch gern zu Hause.
Im „Cuore Matto“ (= verrücktes Herz) hatten wir bereits beim ersten Besuch unser Herz verloren und wollten nun prüfen, ob diese Verliebtheit auch beim zweiten Biss bestätigt wird. Zwei Monate später stand ein besonderer Tag an, den wir dort kulinarisch angemessen ausklingen lassen wollten.
Gleich vorweg: Es war abermals ein Genuss.
Kaum hatten wir den Barbereich betreten, wurden wir auch schon von Alessandro Arianiello begrüßt – herzlich und charmant. Er führte uns zu unserem reservierten Tisch, diesmal im gemütlicheren, überschaubaren Nebenzimmer.
Beim letzten... mehr lesen
5.0 stars -
"Im Cuore Matto geht das verrückte Herz verloren" GastonIm „Cuore Matto“ (= verrücktes Herz) hatten wir bereits beim ersten Besuch unser Herz verloren und wollten nun prüfen, ob diese Verliebtheit auch beim zweiten Biss bestätigt wird. Zwei Monate später stand ein besonderer Tag an, den wir dort kulinarisch angemessen ausklingen lassen wollten.
Gleich vorweg: Es war abermals ein Genuss.
Kaum hatten wir den Barbereich betreten, wurden wir auch schon von Alessandro Arianiello begrüßt – herzlich und charmant. Er führte uns zu unserem reservierten Tisch, diesmal im gemütlicheren, überschaubaren Nebenzimmer.
Beim letzten
Gunzenhausen liegt zwar nicht am Meer, sondern im Seenland, hat aber dennoch seit vielen Jahren einen eigenen Leuchtturm. Am 11. April 2025 hat das Restaurant „Lighthouse“ in der Ansbacher Straße feierlich seine Leinen gelöst – und zwar nicht mit Fischbrötchen, sondern mit fränkischer Küche im modernen Gewand sowie einer Steakkarte.
An Bord: ein leidenschaftlicher Koch, eine detailverliebte Gastgeberin und ein kreativer Unternehmergeist – quasi das kulinarische Traumschiff-Trio. Gemeinsam haben sie eine Mission: Altbekanntes neu zu erfinden, ohne dass Oma enttäuscht den Tisch verlässt. Fränkische Klassiker werden entstaubt, aufgepeppt und liebevoll in Szene gesetzt – mit Zutaten aus der Region und einem Hauch von „Da geht noch was!“.
Die Getränkekarte? Eine flüssige Weltreise zwischen Hopfenheimat, Weinkeller und Cocktailkultur.
Das Ambiente: stylisch, aber ohne Schickimicki – ein Ort zum Ankommen, Wohlfühlen und Wiederkommen. Bis zu 150 Plätze drinnen, Außendeck (Biergarten) zusätzlich.
Gunzenhausen liegt zwar nicht am Meer, sondern im Seenland, hat aber dennoch seit vielen Jahren einen eigenen Leuchtturm. Am 11. April 2025 hat das Restaurant „Lighthouse“ in der Ansbacher Straße feierlich seine Leinen gelöst – und zwar nicht mit Fischbrötchen, sondern mit fränkischer Küche im modernen Gewand sowie einer Steakkarte.
An Bord: ein leidenschaftlicher Koch, eine detailverliebte Gastgeberin und ein kreativer Unternehmergeist – quasi das kulinarische Traumschiff-Trio. Gemeinsam haben sie eine Mission: Altbekanntes neu zu erfinden, ohne dass Oma enttäuscht den... mehr lesen
Lighthouse Restaurant
Lighthouse Restaurant€-€€€Restaurant, Bar09831 8847886Ansbacher Str. 9, 91710 Gunzenhausen
stars -
"Kulinarisches „Lighthouse“ nimmt Kurs auf den fränkischen Geschmackshimmel" GastonGunzenhausen liegt zwar nicht am Meer, sondern im Seenland, hat aber dennoch seit vielen Jahren einen eigenen Leuchtturm. Am 11. April 2025 hat das Restaurant „Lighthouse“ in der Ansbacher Straße feierlich seine Leinen gelöst – und zwar nicht mit Fischbrötchen, sondern mit fränkischer Küche im modernen Gewand sowie einer Steakkarte.
An Bord: ein leidenschaftlicher Koch, eine detailverliebte Gastgeberin und ein kreativer Unternehmergeist – quasi das kulinarische Traumschiff-Trio. Gemeinsam haben sie eine Mission: Altbekanntes neu zu erfinden, ohne dass Oma enttäuscht den
Geschrieben am 14.04.2025 2025-04-14| Aktualisiert am
14.04.2025
Am 17.07.2023 kam es in der Eselsmühle im Siebenmühlental zu einem Großbrand. Das Feuer zerstörte das Hauptgebäude, verletzt wurde niemand. Über 110 Einsatzkräfte bekämpften den Brand unter schwierigen Bedingungen. Die Brandursache war ein Kurzschluss.
Die Betreiberfamilie plant den Wiederaufbau im ursprünglichen Stil, jedoch modernisiert. Restaurant und Laden sollen zurückkehren. Derzeit wird auf die Baugenehmigung gewartet.
Das ausgebrannte Gebäude ist inzwischen abgerissen. Im alten unversehrten Mühlengebäude und der Bäckerei sind inzwischen Ausweichräume für Ladenverkauf und Gaststätte eingerichtet – die Traditionsmühle mit Eventlocation ist in Betrieb, natürlich noch mit etwas eingeschränktem Außenbereich.
Am 17.07.2023 kam es in der Eselsmühle im Siebenmühlental zu einem Großbrand. Das Feuer zerstörte das Hauptgebäude, verletzt wurde niemand. Über 110 Einsatzkräfte bekämpften den Brand unter schwierigen Bedingungen. Die Brandursache war ein Kurzschluss.
Die Betreiberfamilie plant den Wiederaufbau im ursprünglichen Stil, jedoch modernisiert. Restaurant und Laden sollen zurückkehren. Derzeit wird auf die Baugenehmigung gewartet.
Das ausgebrannte Gebäude ist inzwischen abgerissen. Im alten unversehrten Mühlengebäude und der Bäckerei sind inzwischen Ausweichräume für Ladenverkauf und Gaststätte eingerichtet – die Traditionsmühle mit Eventlocation ist in Betrieb, natürlich noch mit etwas eingeschränktem Außenbereich.
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"Wiederaufbau Eselsmühle 2025 nach Brand 2023" GastonAm 17.07.2023 kam es in der Eselsmühle im Siebenmühlental zu einem Großbrand. Das Feuer zerstörte das Hauptgebäude, verletzt wurde niemand. Über 110 Einsatzkräfte bekämpften den Brand unter schwierigen Bedingungen. Die Brandursache war ein Kurzschluss.
Die Betreiberfamilie plant den Wiederaufbau im ursprünglichen Stil, jedoch modernisiert. Restaurant und Laden sollen zurückkehren. Derzeit wird auf die Baugenehmigung gewartet.
Das ausgebrannte Gebäude ist inzwischen abgerissen. Im alten unversehrten Mühlengebäude und der Bäckerei sind inzwischen Ausweichräume für Ladenverkauf und Gaststätte eingerichtet – die Traditionsmühle mit Eventlocation
Geschrieben am 13.04.2025 2025-04-13| Aktualisiert am
13.04.2025
Besucht am 24.03.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 136 EUR
Das Stephan’s war über viele Jahre hinweg mit Peter Stephan, dem unermüdlichen Hüter des guten Geschmacks und Bewahrer von Maultasche und schlotzigem Kartoffelsalat, eine feste Burg der Gastronomie auf der Filderebene. Bereits sein Vater, Peter Stephan Senior, hatte den exzellenten Ruf des Restaurants – damals noch unter dem Namen „Bahnhof“ – begründet. Peter Junior brachte nach Stationen in Sternerestaurants wie der Zirbelstube im Schlossgarten oder der Villa Hammerschmiede gekonnt internationale, vorrangig frankophile Einflüsse in den elterlichen Betrieb ein – nicht nur beim Namen, sondern auch bei der Innenausstattung.
Wie bereits in meinem allgemeinen Beitrag hier in GG berichtet, fand die Karriere von Peter Stephan Junior durch seinen viel zu frühen Tod ein jähes Ende. In der Presse wurde jedoch bald die Weiterführung des Restaurants – im Sinne von Peter – unter der Leitung von Patricia Pfeifer und mit dem neuen Koch Fabio Fischer eloquent angekündigt.
Zwei Wochen nach der Wiedereröffnung wollten wir, in alter Verbundenheit und aus Neugier, mit einem Besuch den Neuanfang unterstützen. Pfannen und Personal sollten sich bis dahin sortiert haben, der Herd brummen, die Abläufe sitzen – und der neue Koch Peters Karte ein paar Mal von oben bis unten durchgekocht haben.
Der Empfang? Durchaus freundlich – beinahe überfreundlich. Zwei junge Kellner, die wirkten, als kämen sie gerade aus einem Achtsamkeitsseminar – voller Elan. Ansonsten war das Restaurant praktisch unverändert: Die Farben Rot und Schwarz (sofern man Schwarz überhaupt zu den Farben zählt) dominieren weiterhin die Einrichtung. Wir hatten einen Tisch im Bistrobereich gegenüber der Bar reserviert. Früher musste man für Samstagabend immer reservieren, doch diesmal war das Restaurant lediglich zu einem Drittel besetzt.
Beim Überreichen der Karte dann der erste Schockmoment: Der höfliche Kellner teilte uns mit leicht geknickter Miene mit: „Keine Maultaschen. Keine Nieren“. Im Ernst? Das ist ungefähr so, als würde beim guten Italiener einem Massimo erklären: „Heute leider weder Pasta noch Kalbfleisch“. Die schwäbischen Klassiker – einst Publikumslieblinge – sind zwar noch immer Bestandteil der Karte, glänzen aber erneut durch Abwesenheit, wie andere Gäste im Netz bereits anmerkten.
Die Karte selbst: stark geschrumpft – vermutlich zur Entlastung der neuen Küchencrew. Verständlich. Weniger Auswahl, weniger Chaos. Doch wenn gleichzeitig das legendäre 5-Gänge-Menü beerdigt wurde, stellt sich leise die Frage: Was genau ist von der kulinarischen Fackel, die Peter Stephan einst trug, noch übrig? ½ DTZD. WEINBERGSCHNECKEN in Gewürzbutter gratiniert mit krossem Weißbrot
Ich entschied mich tapfer für das, was noch vertraut klang: sechs Weinbergschnecken in Kräuterbutter. Was soll da schon schiefgehen? Antwort: das Brot. Das hätte laut Karte „kross“ sein sollen, war aber mit so viel Öl geröstet, dass es sich vehement weigerte, auch nur ein bisschen der Schneckenbutter aufzunehmen. Die Schnecken selbst waren aromatisch und zart, die Kräuterbutter musste dann eben gelöffelt werden. ENTRECOTE/RIB-EYE 200g, COGNAC-PFEFFERRAHMSAUCE, STEPHANS CEASAR SALAD
Dann das Rib-Eye-Steak: Außen Röstaromen, innen medium, zart, gute Qualität – aber optisch wirkte es, als hätte es sich auf dem Teller verlaufen. Augenscheinlich hätte ich ihm auch nicht die angekündigten 200 Gramm zugesprochen.
Daneben eine Schale Kräuterbutter aus dem Feinkostlabor – offenbar identisch mit jener, die schon den Schnecken Gesellschaft leistete. Und damit das Steak nicht so einsam war, gab’s noch eine überdimensionierte Saucière mit der zusätzlich bestellten Cognac-Pfeffersauce. Bei der fragte ich mich allerdings, ob sich Koch und Topf den Cognac zuvor geteilt hatten. Dafür: Pfeffer! Viel Pfeffer! Kein grüner, sondern ausschließlich scharfer, bitterer schwarzer Pfeffer. Eventuell vorhandener Fleischfond? Kaum zu erahnen. STEPHANS CEASAR SALAD mit Parmesandressing, Gurke, Tomate und Kräutercroutons
Der Caesar Salad? Er erinnerte in keiner Weise an Cesare Cardini. Statt cremigem Dressing: lediglich ein paar Parmesanspäne auf gewaschenem Blattsalat. Dazu Tomaten und Gurken, die in Reih und Glied am Tellerrand herumlungerten wie Gäste auf einer Party, bei der keiner jemanden kennt. Die Croutons: hart - es gab ja kein Dressing, das sie hätte erweichen können.
Man kann sich meine Enttäuschung vorstellen – besonders, als auf der Rechnung fürs Steak samt der zwei Beilagen stolze 53 Euro standen. SELBSTGEMACHTE RINDERROULADE mit frischem rahmigem Kraut und selbstgemachtem Kartoffelpüree
Meine Begleitung bestellte die „selbstgemachte Rinderroulade mit frischem, rahmigem Kraut und selbstgemachtem Kartoffelpüree“. Verdächtig oft „selbstgemacht“.
Doch wie das Gericht aussah, als es serviert wurde – siehe Foto – ließ vermuten: Liebe soll hier eher durch den Magen gehen, ohne sich vorher lange beim Anrichten aufzuhalten.
Das Fleisch war gut gegart, zunächst ein zufriedener Blick bei meiner Partnerin. Doch dann Stirnrunzeln: Beim Zergehen auf der Zunge kam eine vehemente Salz-Note durch – versalzen! Das gute, lockere Püree mühte sich redlich, die salzige Wucht zu mildern – vergeblich.
Wir gaben unser Feedback weiter. Die Kellner – weiterhin tapfer freundlich – versprachen, es an die Küche weiterzugeben. Ja, Herr Fischer war anwesend. Nur: Aus der Küche kam nichts. Kein Wort, kein Gruß, keine Reaktion. Vielleicht auch besser so.
Fazit: Ein Neustart voller guter Lippenbekenntnisse, aber leider mit zu vielen kulinarischen Fehlzündungen. Wer das Stephan’s von früher kannte, wird sich bei diesem Besuch unweigerlich fragen: „Was würde Peter dazu sagen?“ …
Das Stephan’s war über viele Jahre hinweg mit Peter Stephan, dem unermüdlichen Hüter des guten Geschmacks und Bewahrer von Maultasche und schlotzigem Kartoffelsalat, eine feste Burg der Gastronomie auf der Filderebene. Bereits sein Vater, Peter Stephan Senior, hatte den exzellenten Ruf des Restaurants – damals noch unter dem Namen „Bahnhof“ – begründet. Peter Junior brachte nach Stationen in Sternerestaurants wie der Zirbelstube im Schlossgarten oder der Villa Hammerschmiede gekonnt internationale, vorrangig frankophile Einflüsse in den elterlichen Betrieb ein – nicht... mehr lesen
2.5 stars -
"Das Stephan’s: Zwischen Erbe, Anspruch und Realität" GastonDas Stephan’s war über viele Jahre hinweg mit Peter Stephan, dem unermüdlichen Hüter des guten Geschmacks und Bewahrer von Maultasche und schlotzigem Kartoffelsalat, eine feste Burg der Gastronomie auf der Filderebene. Bereits sein Vater, Peter Stephan Senior, hatte den exzellenten Ruf des Restaurants – damals noch unter dem Namen „Bahnhof“ – begründet. Peter Junior brachte nach Stationen in Sternerestaurants wie der Zirbelstube im Schlossgarten oder der Villa Hammerschmiede gekonnt internationale, vorrangig frankophile Einflüsse in den elterlichen Betrieb ein – nicht
Geschrieben am 10.04.2025 2025-04-10| Aktualisiert am
11.04.2025
Annalisa Diviggiano, la Signora der Leinfeldener Pizzakultur und stolze Chefin des „Da Vinci“ seit 1993, hat nun ein zweites kulinarisches Kapitel aufgeschlagen – und zwar direkt in Echterdingen. Der Name ihres neuen Schmuckstücks? La Peppinella – eine liebevolle Hommage an ihre Mutter, Giuseppina Diviggiano (genannt „Peppinella“), die bereits 1984 gemeinsam mit ihrem Mann Vincenzo in der Hauptstraße 88 die legendäre Pizzeria „Pippinella“ eröffnete. Offenbar liegt das Talent für Teig und Tomaten-Sugo hier genauso in der Familie wie der Sinn für Stil.
Auch im neuen Restaurant startete man am 18. Januar 2025 zunächst klassisch italienisch: Pasta, Pizza, Amore. Doch schnell wurde klar: Das „Peppinella“ ist kein Ort für Pizzakartons und ungeduldige Gäste im Jogginganzug, die sehnsüchtig auf ihre Bestellung warten. Nein, das wäre, als würde man einen Ferrari mit einem Anhänger fahren – möglich, aber sinnlos.
So wurden die Teigfladen – mitsamt des Pizzabäckers – aus dem Peppinella verabschiedet. Dafür betreten nun, neben der traditionellen italienischen Küche, andere Stars die Bühne: die Vinothek! Edle Tropfen wie Vermentino oder Primitivo statt Margherita oder Familienpizza. Das Peppinella setzt auf Ambiente mit Qualität – charmant, anspruchsvoll und definitiv ohne Rand.
Annalisa Diviggiano, la Signora der Leinfeldener Pizzakultur und stolze Chefin des „Da Vinci“ seit 1993, hat nun ein zweites kulinarisches Kapitel aufgeschlagen – und zwar direkt in Echterdingen. Der Name ihres neuen Schmuckstücks? La Peppinella – eine liebevolle Hommage an ihre Mutter, Giuseppina Diviggiano (genannt „Peppinella“), die bereits 1984 gemeinsam mit ihrem Mann Vincenzo in der Hauptstraße 88 die legendäre Pizzeria „Pippinella“ eröffnete. Offenbar liegt das Talent für Teig und Tomaten-Sugo hier genauso in der Familie wie der Sinn für Stil.
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La Peppinella
La Peppinella€-€€€Restaurant0711 54032417Hauptstraße 73/2, 70771 Leinfelden-Echterdingen
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"Ein neuer Hauch italienischer Familiengeschichte weht durch Echterdingen!" GastonAnnalisa Diviggiano, la Signora der Leinfeldener Pizzakultur und stolze Chefin des „Da Vinci“ seit 1993, hat nun ein zweites kulinarisches Kapitel aufgeschlagen – und zwar direkt in Echterdingen. Der Name ihres neuen Schmuckstücks? La Peppinella – eine liebevolle Hommage an ihre Mutter, Giuseppina Diviggiano (genannt „Peppinella“), die bereits 1984 gemeinsam mit ihrem Mann Vincenzo in der Hauptstraße 88 die legendäre Pizzeria „Pippinella“ eröffnete. Offenbar liegt das Talent für Teig und Tomaten-Sugo hier genauso in der Familie wie der Sinn für Stil.
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Wolfshöhle oder …? Da kam uns die Löwengrube in den Sinn, unweit davon in der Konviktstraße – unsere Erwartung: etwas legerer und preislich zugänglicher als die besternte Wolfshöhle.
(unser Erstbesuch).
Ambiente:
Kulinarische Philosophie:
Startschuss:
Ein Auftakt, der sagt: „Die einfachsten Genüsse sind manchmal die außergewöhnlichsten.“
Wein:
Wir entschieden uns heute für eine einzige, aber ausgesuchte Flasche. Die Weinkarte ist sorgfältig kuratiert,
legt den Fokus auf Baden und Pfalz, Bioweine und seltene Kleinproduzenten – ein Fest für Weinliebhaber.
Der Sommelier war sachlich-streng, aber kompetent.
Vorspeise:
Hauptgang 1:
Hauptgang 2:
Käse:
Dessert:
Espresso:
Fazit:
Die Löwengrube ist ein Refugium für alle, die Genuss ernst nehmen – aber auch lockere, unkomplizierte Leichtigkeit schätzen. Chef Amadeus Kura zaubert Gerichte, die auf der einen Seite weltbürgerlich und experimentierfreudig sind, auf der anderen Seite farm-to-table: saisonale, regionale Produkte, kreativ kombiniert. Zeitgemäß, leicht und überraschend – nie langweilig, nie konventionell.