Ich bin ohne jeden gastronomischen Hintergrund, koche für mein Leben gerne und liebe es mich von jeglicher Küche kulinarisch verwöhnen zu lassen. Als Projektingenieur in der Erdöl- und Gasindustrie muss ich viel reisen und komme häufig in die erfreuliche (manchmal nicht so erfreuliche) Situation, außer Haus essen zu müssen und freue mich dann immer, wenn mir die Auswahl von Restaurants durch informative Kritiken erleichtert wird. Umgekehrt gebe ich meine Erfahrungen auch sehr gerne weiter.
Einige wenige meiner bisherigen Kritiken, die ältesten, stammen originär noch aus RK, aber nach dessen Verkauf an Yelp suche ich hier ein neues "Zuhause".
Zu meinen Bewertungskriterien ein kurzes Wort. Ich bin Relativbewerter, auch ein gut geführter Imbiss kann mal 4 Punkte bekommen, ebenso wie ein Sternerestaurant, es muss dem jeweiligen Anspruch entsprechen!
4 bis 5 Punkte bedeuten für mich, das das Restaurant seinen und meinen Anspruch erfüllt hat bei meinen Besuch. 3 Punkte bedeutet, gewissen Defizite in einzelnen Aspekten. Darunter bedeutet eine Bewertung erhebliche Mängel bei meinem Besuch.
Ich bin ohne jeden gastronomischen Hintergrund, koche für mein Leben gerne und liebe es mich von jeglicher Küche kulinarisch verwöhnen zu lassen. Als Projektingenieur in der Erdöl- und Gasindustrie muss ich viel reisen und komme häufig in die erfreuliche (manchmal nicht so erfreuliche) Situation, außer Haus essen zu müssen und... mehr lesen
Bewertungs-Statistik
Insgesamt 517 Bewertungen 873377x gelesen 15186x "Hilfreich" 14438x "Gut geschrieben"
Geschrieben am 03.04.2026 2026-04-03| Aktualisiert am
03.04.2026
Besucht am 07.02.2026Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
...der gastronomischen Szene in Leer. Frau und Herr Carsten1972 waren in Leer, am ersten vollen Februarwochenende des Jahres 2026. Was hatte uns nach Ostfriesland verschlagen? Mein Geburtstag war der Anlass. Wir überraschen uns dann gerne mit einem kulinarischem Ausflug als Geschenk. Frau hatte eine Nacht in Leer ausgesucht, maßgeblich beeinflusst durch einen Bericht von einem guten Freund, der im Blog www.tischnotizen.de von seinen gastronomischen Erlebnissen erzählt. Dort hatte er von einem erfreulichen Besuch in der alten Waage berichtet und das nahm meine Frau als Anlass, mir dort einen Abend zu schenken. Verbunden mit dem Vorhaben, schon lange einmal Leer besuchen zu wollen, war das eine perfekte Kombination.
Nachdem wir im Hotel Frisia eingecheckt hatten ( problemlose Anreise aus Rheine mit einem direkten Regionalzug ) erkundeten wir am Samstag die auch bei Schietwedder sehr sehenswerte Altstadt von Leer mit dem Hafengebiet. Abends standen wir dann, es war ein dunkler Winterabend, zur vereinbarten Zeit vor dem Gebäude der alten Waage am Hafen von Leer.
Man kann es nur ansatzweise erkennen, aber das Gebäude ist ein wunderschön renoviertes Haus aus der Blütezeit der recht wohlhabenden Hafenstadt. Im Inneren befindet sich seit langer Zeit das Restaurant zur alten Waage. Homepage und Berichte im Netz lassen eine ambitionierte Küche vermuten und ich freute mich auf den Abend. Im Inneren präsentierte sich der Gastraum ebenso wunderschön renoviert.
Eine Dame aus dem Service nahm uns in Empfang und wir hatten die Auswahl unter ein paar Tischen. Es würde über den Abend nicht sehr voll werden, hoffentlich Saisonbedingt waren nur eine Handvoll Tische über den Abend belegt. Die Dame überreichte die Karten und fragte nach einem ersten Wunsch. Wasser wurde bestellt und wir schauten in der Weinkarte nach einer uns zusagenden Flasche Wein.
Ein fränkischer Weißburgunder wurde erwählt und wir erhofften uns durch einen Holzbetonten Ausbau eine gute Begleitung für das sich in unseren Köpfen zusammensetzende Menü. Mit dem Wein grüßte die Küche mit Brot und einer Currycreme. Wie so häufig und weil nicht so viel los war, wichen wir vom klassischen Drei-Gang Menü ab und fragten nach der Möglichkeit vier Gänge zu bestellen. Das war kein Problem für den Service. Also orderten wir entsprechend und die Küche schickte noch einen zweiten Gruß.
Graupen gab es auf einem Löffel, im Stil wohl bekannt aus einer Fernsehkochshow. Der Happs schmeckte gut, hinterließ aber auch keine weiter reichenden Emotionen. Ich hoffte auf etwas mehr kulinarische Emotion in den von uns bestellten Gängen. Im ersten Gang hatten wir unterschiedliche Speisen erwählt. Frau entschied sich für Piz, Pilz & Pilz, als Zutaten verriet die Karte Buchweizen, Kartoffelschaum & Rote Grütze über das Gericht.
Vegetarische Küche im Strudel Stil, so gab sich der Teller. Es duftete nach Pilzen, nach Umami ( kein Wunder ) und gebackenem Strudel. Das war schon eine verlockende Aromen-Welt. Frau war zu zufrieden und ich rätsele immer noch ob Piz ein Tippfehler oder ein friesischer Name für eine Zutaten war. Wir waren quasi an der Nordsee, und dann möchte ich Krabben, wenn ich da schon bin.
Krabbencocktail war also meine Wahl für den ersten Gang. Und meine Hoffnung auf ein erfreulichere Kulinarik in den Gängen erwies sich als berechtigt. Die Karte verkündete als Zutaten Waage-Remo(ulade), Tomaten, Sorbet & Gurke. So weit, so klassisch, aber anstatt des schon erwarteten Glas gefüllt mit in Remoulade ertränkten Krabben ergab sich ein fein angerichteter Teller, der Platz ließ, die einzelnen Zutaten zu erschmecken. Ich war hoch erfreut und genoss. Gang zwei für uns beide gleich, wie alle weiteren folgenden Gänge.
Krabben kann man ja nicht häufig genug essen, wenn man nicht am Meer lebt und nur ab und zu Besucher an der Küste ist. Marios Krabbensuppe mit Fenchelschaum war eine Empfehlung des Service für Gang zwei und wir hatten keine Gelegenheit, das befolgen dieser Empfehlung zu bedauern. Lecker! Im besten Sinn, wir genossen ein fein abgeschmeckte Krabbensuppe, die ihre Basis in einem guten Fisch- und Meeresfrüchte-Fond hatte. Fisch im dritten (Haupt)Gang ist ja bei uns keine große Überraschung.
Gelbschwanzmakrele aus Zeeland mit Kürbis, Grünkohlgraupen & Bouillabaisse-Sud fanden wir beide spannend. Als Hamachi kennt man diesen Fisch aus der japanischen Küche. Und weil wir in Rheine eine sehr ambitionierte Fischhändlerin auf dem Markt haben, findet dieser Fisch des Öfteren den Weg in unsere Küche, genossen als Ceviche, Sushi, Tataki, Sushimi. Hier nun in der Waage eher klassisch, gebraten und mit jahreszeitlichen Zutaten. Graupen sind eine wohlige Erinnerung an Omas Eintöpfe in Kindheitstagen, Kürbis passt, und wenn die Sauce so gut ist wie hier, dann wird ein ein wirklicher Genuss. Der Fisch stammt aus holländischer Zucht und ist dann auch mit gutem Gewissen verzehrbar.
"Bratapfel" mit Sellerie-Vanille-Creme, Strudelteig, Tonkabohne & Apfel-Tee-Sud war unser Dessert. Passend zur Jahreszeit kam das Dessert in Mille Feuille Optik. Ein harmonischer Abschluss eines im Ganzen wirklich guten Menüs. Der Küchengruß war noch zu brav, da darf sich die Küche ruhig mehr Intensität zutrauen, aber die folgenden Gänge schmeckten nach ambitionierter Küche. Wir waren zufrieden und teilten das Küchenchef Mario Brüggemann im persönlichen Gespräch auch so mit. Ebenso erfreulich der Service, der sich zugewandt und freundlich über den Abend um uns kümmerte.
Komme ich zum Abschluss meines Berichts zum Fazit meines ersten Besuchs in Leer und der alten Waage. Wir kommen sicher noch mal wieder, in Stadt und Restaurant. Beide sind einen weiteren Besuch wert.
...der gastronomischen Szene in Leer. Frau und Herr Carsten1972 waren in Leer, am ersten vollen Februarwochenende des Jahres 2026. Was hatte uns nach Ostfriesland verschlagen? Mein Geburtstag war der Anlass. Wir überraschen uns dann gerne mit einem kulinarischem Ausflug als Geschenk. Frau hatte eine Nacht in Leer ausgesucht, maßgeblich beeinflusst durch einen Bericht von einem guten Freund, der im Blog www.tischnotizen.de von seinen gastronomischen Erlebnissen erzählt. Dort hatte er von einem erfreulichen Besuch in der alten Waage berichtet und das... mehr lesen
Restaurant Zur Waage
Restaurant Zur Waage€-€€€Restaurant049162244Neue Straße 1, 26789 Leer (Ostfriesland)
4.0 stars -
"An der Spitze......" Carsten1972...der gastronomischen Szene in Leer. Frau und Herr Carsten1972 waren in Leer, am ersten vollen Februarwochenende des Jahres 2026. Was hatte uns nach Ostfriesland verschlagen? Mein Geburtstag war der Anlass. Wir überraschen uns dann gerne mit einem kulinarischem Ausflug als Geschenk. Frau hatte eine Nacht in Leer ausgesucht, maßgeblich beeinflusst durch einen Bericht von einem guten Freund, der im Blog www.tischnotizen.de von seinen gastronomischen Erlebnissen erzählt. Dort hatte er von einem erfreulichen Besuch in der alten Waage berichtet und das
Geschrieben am 14.03.2026 2026-03-14| Aktualisiert am
14.03.2026
Die Weinbar Moana heißt jetzt Weinbar Margaux, kurz nach dem Beginn des neuen Jahres vollzog man einen Namenswechsel. Mitbekommen hatte ich das, weil ich genau zu der Zeit der Neuausrichtung mit Namenswechsel einen Tisch in einer meiner liebsten Gastronomien in Osnabrück reservieren wollte. Das war leider nicht möglich, ich bekam aber den Hinweis, dass ich ab Anfang März wieder einkehren würde können. Gesagt, getan, ich war ja neugierig, hatte ich für den 7. März abends einen Tisch für meine Frau und mich reserviert. Nach erfreulich ereignisloser Bahnfahrt von Rheine nach Osnabrück kamen wir am Markt in der Altstadt von Osnabrück an.
Schon außen zeigte sich die Neubenennung, Moana war Margaux gewichen. Das ist ja ein Erwartungen weckender Name für eine Weinbar. Aber ein Blick in die Weinkarte zeigt, Chateau Margaux findet sich nicht im Angebot. Dafür muss man nach Münster ins Coeur d'Artichaut. Aber okay, ansonsten hatte sich vom Angebot her nicht viel geändert. Und bis auf die nun nicht mehr anwesende Moana kannte ich alle Küchen- und Service-Gesichter im Gastraum. Wie immer stellten meine Frau und ich uns ein Menü in vier Gängen aus den angebotenen Speisen, siehe HP, zusammen. Und weil ich Frau eine Freude bereiten wollte, wurde was Prickelndes geordert. Konsultationen meiner Tischgenossin mit dem Service endeten in einer Flasche Cremant aus dem Elsass.
Selbstbewusster Name, aus Chardonnay, 36 Monate Hefelager, Brut, feine Brioche und Hefenoten. Der konnte was, würde ein uns wohlbekannter Bremer Genießer sagen. Für die Neugierigen auch die Rückseite der Flasche.
Das war nahe dran am Original aus der Champagne, und ich sah keine Gefahr, dass uns dieser Cremant keine Freude beim Essen bereiten würde. Dann ging es auch los, wie immer vorweg und als Saucenaufstipp-Brot für die Gänge im Menü eine Portion Miso-Butter mit zweierlei Brot. Das Brot kommt von einem guten Bäcker und ist immer eine Freude. Und Miso in die Butter zu mixen ist immer eine gute Idee. Beide starten wir mit "Weiße Bohne, Porree, Pancetta, Zitrone".
Das war schlotzige Wohlfühlküche in Memoriam Omas Eintopf! Der gegrillte Lauch brachte Röstaromen in die dicke Schlotzigkeit der Bohnen. Ich hätte gerne noch vernehmlicher Säure in diesem Gericht gehabt. Der Pancetta brachte noch etwas Salz und Umami ins Gericht. Trotzdem hatte ich aber den Gedanken, dass das auch sehr gut vegetarisch funktioniert hätte. Mit dann etwas mehr Säure-Kick. Aber trotz allem ein guter Start in unsere Menü-Auswahl. Mit "Jakobsmuschel, Kohl, Bergapfel, Velouté" ging es weiter.
Komplett anderes Gericht als Gang eins. Die Jakobsmuschel wurde im Korb gedämpft, verpackt in einem Kohl-Blatt. darunter fand sich eine hauchfeine gelierte Scheibe eines Bergapfel-Extrakts, die sorgte für Säure. Die Velouté bedeckt einen Krautsalat, der das Thema Kohl wieder aufnahm. Sehr zurückhaltende Aromen begleitenden die Muschel, was dieser natürlich zu Gute kam. Auf zu Gang drei in unserer Auswahl "Rosenkohl, Kartoffel, orientalische Gewürze" hatten wir auch gemeinsam ausgewählt.
Dicker Aromen-Teller! Die bissfest vorgegarten Blumenkohlröschen Hälften wurden in einem Gewürz mit enormen Duft beim braten angeschwenkt. ich tippte erst auf ein Curry, aber ich denke im Nachhinein, dass es Ras el Hanout gewesen sein könnte. Diese Duft-Bombe und ebenso Aromen-Knaller wurde auf einen Kartoffelschaum angerichtet. Der Schaum fing das ganze dann wieder etwa ein, aber das war genauso ein Teller, den ich nachbestellt hätte, sehr gut gelungen war der. Beim vierten Gang teilten sich unserer Wege, meine Frau hatte ein vegetarisches Gericht gewählt.
"Süßkartoffel, Sesam, Gochujang, Yuzu" war das in der Karte betitelt. Und weil ich kein großer Freund von Süßkartoffel bin, hatte ich diesen Gang verschmäht. Zu Unrecht, wie ich beim Probiererle feststellen konnte. Tolle vegetarische Küche, so hätte ich die Süßkartoffel auch gemocht. Ich hatte stattdessen den Nummer sicher Gang ausgewählt.
"Schweinebauch, Rotkohl, Pastinake, Feldsalat" hatte Koch Frederic ( mit Köchen dieses Namens habe ich stets gute Erfahrungen gemacht ) diesen Gang betitelt. In Menüs bin ich fast immer geneigt, die Fleischgänge abzuwählen, weil ich die Alternativen interessanter finde. Aber im Margaux sind die Fleischgänge immer auf das wesentliche reduziert und das mag ich dann sehr gerne. Toller Rotkohl, saftiges und resches Fleisch, gute Sauce zum Püree, einzig dieser Crumble von Feldsalat, der erschloss sich mir nicht. Der hätte einfach weg gelassen werden können. Dessert ging noch, wir beide erwählten "Esskastanie, Weiße Schokolade, Preiselbeere".
Kleiner, kreativer, süßer Abschluss unseres ersten Menüs im ehemaligen Moana, jetzt Margaux. Und als Fazit bleibt einfach zu sagen. Alles bleibt wie es war. Sehr schön! Küche und Service liefern weiterhin kreative Speisen in einem schönem Ambiente. Auf der Weinkarte sollte jeder fündig werden, ansonsten hat der Service noch Alternativen in petto außerhalb der Karte. Und da eh mit Coravin ausgeschenkt wird, kann man ja auch mal eine Flasche vom Chateau Margaux anbieten..........ich würde mich opfern und probieren.
Die Weinbar Moana heißt jetzt Weinbar Margaux, kurz nach dem Beginn des neuen Jahres vollzog man einen Namenswechsel. Mitbekommen hatte ich das, weil ich genau zu der Zeit der Neuausrichtung mit Namenswechsel einen Tisch in einer meiner liebsten Gastronomien in Osnabrück reservieren wollte. Das war leider nicht möglich, ich bekam aber den Hinweis, dass ich ab Anfang März wieder einkehren würde können. Gesagt, getan, ich war ja neugierig, hatte ich für den 7. März abends einen Tisch für meine Frau... mehr lesen
Margaux Wein- und Vorspeisenbar
Margaux Wein- und Vorspeisenbar€-€€€Restaurant, Bar054122715Markt 24, 49074 Osnabrück
4.0 stars -
"Nur ein neuer Name?" Carsten1972Die Weinbar Moana heißt jetzt Weinbar Margaux, kurz nach dem Beginn des neuen Jahres vollzog man einen Namenswechsel. Mitbekommen hatte ich das, weil ich genau zu der Zeit der Neuausrichtung mit Namenswechsel einen Tisch in einer meiner liebsten Gastronomien in Osnabrück reservieren wollte. Das war leider nicht möglich, ich bekam aber den Hinweis, dass ich ab Anfang März wieder einkehren würde können. Gesagt, getan, ich war ja neugierig, hatte ich für den 7. März abends einen Tisch für meine Frau
Geschrieben am 08.03.2026 2026-03-08| Aktualisiert am
10.03.2026
Eine Woche Österreich, gegen Donnerstag Mittag hatte ich meine Termine dort abgeschlossen. Die TAG Verdichterstation der Trans-Austria Gaspipeline hatte ein Problem mit Ausrüstung, die wir geliefert hatten. Und so hatte ich es mich in die Gegend südlich von Wien verschlagen. Kleiner Tipp am Rande, das Hilton Garden Inn in Wiener Neustadt ist ein sehr empfehlenswertes Hotel. Für ganz nach Hause bis ins Münsterland war die Zeit schon zu weit fortgeschritten. Aber ich habe inzwischen ein paar sichere Orte für eine Zwischenübernachtung auf dem Weg von Österreich nach Hause. Einer davon liegt im kleinen Ort Niederwinkling, nicht weit von Deggendorf entfernt. Hotel und Restaurant betreibt die Familie Buchner, die im Nachbarort Welchenberg auch ein mit einem Stern ausgezeichnetes zweites Restaurant führt. Ohne Probleme war ein Zimmer und ein Tisch für das Abendessen im Restaurant Antama reserviert.
Ich kam bei schönstem Frühlingswetter an und checkte ohne großen Aufwand ein. Die Zimmer sind ganz nach meinem Geschmack. Sehr schlicht, aber geschmackvoll mit geölter massiver Eiche eingerichtet, fühle ich mich hier immer sehr wohl. Ein paar Mails warteten noch auf ihre Bearbeitung, dann war es 18:30 Uhr und ich machte mich auf den Weg zum Restaurant. Die Karte lässt sich auf der HP einsehen. Nach einer Woche sehr leckerer, aber eher bodenständiger österreichischer Kost war mir danach, ein wenig feiner zu dinieren. Da ich nicht sicher war, wie spät ich ankommen würde, hatte ich nicht im Sterne Restaurant reserviert, es gibt ein Transferangebot dorthin aus dem Hotel, stattdessen gedachte ich im Antama zu speisen. Im Vorfeld hatte ich mir schon einen Plan zurecht gerückt, von dem ich hoffte, dass Service und Küche ihn mir erfüllen würden.
Es war nicht viel los in dieser ersten Märzwoche 2026 und ich durfte mir einen Tisch aussuchen. Speisen und Weinkarte wurden gereicht und ich schaute nach was passendem zu obigen Plan. Das fand sich dann auch und die freundliche Dame aus dem zweiköpfigen Serviceteam wurde mit meinem Wunsch konfrontiert. Ich fragte, ob es für die Küche okay sein würde, mir aus den 5 angebotenen Vorspeisen ein Menü in 4 Gängen zusammen zu stellen. Kurze Rückfrage, alles klar war die Antwort! Ich hatte vermutlich auch ein bisschen Glück, dass so wenig los war. Zum erfüllten Menüwunsch erwählte ich mir diesen grünen Veltliner aus Loiben in der Wachau als Begleitung.
Zur näheren Info auch die Rückseite. Familie Knoll führt eines der renommiertesten Weingüter in der Wachau und dieser Federspiel ( bei uns in etwa erste Lage / premier cru ) aus der Lage Kreutles war eine Neuentdeckung für mich! Der wird sicher noch den Weg in meinen Weinkeller finden.
Nun denn, bevor alle weg klicken, weil ich wieder schwafle, auf zum wichtigsten, den Speisen. 5 Vorspeisen fanden sich in der Karte, aus vieren hatte ich mir ein Menü zusammengebastelt. Heraus fiel dabei ein Gericht mit Entenleber. Die fand sich dann aber in einem Gruß der Küche wieder.
Dazu reichte der Service dann auch zweierlei Brot, sehr gute Qualität, mit einer perfekt abgeschmeckten Salz Butter und Olivenöl, dass frisch in eine Schale mit Salzkristallen gegossen wurde. Schon jetzt setzte die Küche klare Statements in Sachen Qualität und es wurde sehr deutlich, dass man keineswegs daran dachte, sich schlechter zu präsentieren als die Kollegen im Nachbarort. Mir sollte es recht sein, ich freute mich auf meinen ersten Gang.
Der wurde dann in Präsentation und Geschmack eines der Highlights dieses Abends! WILDGARNELE | Shiso | weiße Tomate | Koriander | Miso hatte die Karte das Gericht benannt. Heraus kam roh marinierte Garnele, die sich wunderbar in einem recht sauren Sud selbst garte. Meine Küche, Meeresfrüchte mit japanischen Geschmacksbildern und mutiger Säure, ich liebe es. Ein tolles Gericht, dass lange in Erinnerung bleiben wird. Von Null auf 100 in weniger als 5 Sekunden würde der Petrolhead sagen. Ich hoffte, dass das Niveau anhalten würde. Aber anstatt meines zweiten Gangs schob die Küche noch das hier ein.
Was wieder zeigt, wie sehr sich ambitionierte Menschen in der Gastronomie freuen, wenn sich Kunden über ihre Anstrengungen freuen und das Kund tun. Die Freude bescherte mir einen zweiten Küchengruß in Form eines gebeizten Lachs, der noch Tataki Style angebrannt wurde. Der badete wiederum in einem Sud, der geschmacklich an Kefir erinnerte, fermentierte Milcharomen zeichneten den aus. Dazu wieder Säure, etwas Schärfe und Crunch, wieder sehr gut! Jetzt aber freute ich mich auf Gang zwei meiner Wahl ( die Reihenfolge hatte ich mir so erbeten ).
Die Küche hatte das KRUSTENTIERSCHAUMSUPPE mit Schneekrabbe | Kerbelknolle | Limetten- Koriander- Mayonnaise genannt. Der Fond wurde am Tisch um eine krosse Krokette mit dem Krabbenfleisch gegossen. Und natürlich ging das arme Ding in dem wunderbaren Fond unter. Ich bedauerte das nicht, sondern erfreute mich an einer herzerwärmenden, hervorragenden Suppe! Perfektes Handwerk in Nachschlag Qualität. Nach diesem warmen Intermezzo gab es noch einen kalten Gang.
BLUEFIN THUNFISCH mit Sesam Dashi | Schwarzrettich | Buchenpilz | Yuzu ging aromatisch wieder in Richtung der ersten beiden Gänge. Die Küche spielte die feine Aromaten-Klinge und so schmeichelte der Teller in einem geschmeidigem Spiel aus Fettigkeit, Säure, Salzigkeit und gut abgewogenen Umami! Ja, wer kann, der kann, die drei Fisch-Meeresfrüchtegänge zeigten es, hier liebt es jemand, Meeresbewohner äußerst gut auf den Teller zu bringen. Zum Schluss aber wollte ich aber noch mal kräftig in den Aromen-Topf langen. Es gab als vierten Gang KALBSBRIES mit Schmorlauch | Sellerie | Buchweizen | Périgord Trüffel.
Die feine Klinge war weg, jetzt kam der Vorschlaghammer in Form von Trüffel, und von einer sehr tiefen, aromatischen Jus! Das Bries fand sich zwischen Pasta ( Lasagne ) Blättern in Schichten ( mille feuille in herzhaft ), und nach jeder Schicht wurde das Umami dicker und dicker! Gut, dass ich das als Abschluss erwählt hatte. Warmer, wahrer Höhepunkt des Menüs! Aber Dessert ging noch, also wurde nach mal nach der Karte gefragt.
PANNA COTTA kombiniert mit Orange | Kalamansi | Mandarine | Pampelmuse klang ( psychologisch ) ausreichend leicht, um noch bewältigt zu werden und Zitrusfrüchte sind gesund sagt meine Frau! Schmeckte aber gar nicht so, sondern sehr gut! Begleitet von einem ordentlichen Espresso schloss ich ein ausnehmend gutes Menü ab.
Die Küche hatte geliefert, was ich mir erhofft hatte. Ich hätte über dieses Menü auch nicht gemeckert, wenn es mir in einem Sterne Restaurant serviert worden wär. Chapeau, liebes Küchenteam vom Antama, ihr habt mir einen tollen, genussreichen Abend bereitet. Und in dieses Lob schließe ich die Dame und den Herrn ein, die über den Abend den einsamen Reisenden am Tisch immer im Auge hatten.
Ich komme sicher wieder, wenn ich an der A3 zwischen Nürnberg und Linz eine Übernachtung brauche. Und empfehle das Hotel und Restaurant der Familie Buchner in Niederwinkling auch für alle Leser dieses Berichts.
Eine Woche Österreich, gegen Donnerstag Mittag hatte ich meine Termine dort abgeschlossen. Die TAG Verdichterstation der Trans-Austria Gaspipeline hatte ein Problem mit Ausrüstung, die wir geliefert hatten. Und so hatte ich es mich in die Gegend südlich von Wien verschlagen. Kleiner Tipp am Rande, das Hilton Garden Inn in Wiener Neustadt ist ein sehr empfehlenswertes Hotel. Für ganz nach Hause bis ins Münsterland war die Zeit schon zu weit fortgeschritten. Aber ich habe inzwischen ein paar sichere Orte für eine... mehr lesen
Restaurant Antama in Buchners Hotel
Restaurant Antama in Buchners Hotel€-€€€Restaurant, Hotel099622035107Hauptstraße 20-22, 94559 Niederwinkling
4.5 stars -
"Bleibt ein erfreulicher Ort zur Einkehr" Carsten1972Eine Woche Österreich, gegen Donnerstag Mittag hatte ich meine Termine dort abgeschlossen. Die TAG Verdichterstation der Trans-Austria Gaspipeline hatte ein Problem mit Ausrüstung, die wir geliefert hatten. Und so hatte ich es mich in die Gegend südlich von Wien verschlagen. Kleiner Tipp am Rande, das Hilton Garden Inn in Wiener Neustadt ist ein sehr empfehlenswertes Hotel. Für ganz nach Hause bis ins Münsterland war die Zeit schon zu weit fortgeschritten. Aber ich habe inzwischen ein paar sichere Orte für eine
Geschrieben am 03.02.2026 2026-02-03| Aktualisiert am
03.02.2026
After Church Konzert im Jazzclub Münster, nach der Kirche geht es an den Hafen für eine gute Portion Jazz aufs Ohr. Auch meine Frau und ich setzen uns regelmäßig in den Zug und fahren von Rheine nach Münster für Konzerte im Jazz Club. Am Sonntag, den 1. Februar hatten wir uns das mal wieder vorgenommen mit dem Plan vor dem Konzert noch ein kleines Mittagessen zu genießen. Das Wetter war kalt, aber sehr sonnig und so nahmen wir uns vor, mal mittels einer großen Runde am Hafenbecken entlang zu schauen, was sich so getan hat an Münsters schöner Wasser ( DO-Ems-Kanal ) Seite.
Der nördliche Teil des Hafenbeckens ist seit Jahren urbanisiert und Ausgehmeile für Münsteraner und Besucher. Jetzt ist auch am südlichen Teil das letzte bisschen Gewerbe weg, nur das Kraftwerk der Stadtwerke Münster wird noch geduldet. Auch hier residieren nun in prunkvollem Ambiente Dienstleister und zunehmend auch Gastronomie. Ein früher Anlieger war die Hafenkäserei Münster. Siehe die Berichte zu der hier bei GG. So ganz scheint sich das nicht gelohnt zu haben, denn inzwischen ist die Produktion dort still gelegt und die Hafenkäserei affiniert und vertreibt ihre Produkte nur noch in ihrer Gastronomie im Gebäude. Den stillgelegten Teil hat ein Münstersches Start-up übernommen, die Finne Brauerei. Craft Bier ist ja seit Jahren ein Trend, und die Jungs von der Finne Brauerei waren ganz früh dabei und sind dem Start-up Status inzwischen entwachsen. Es bot sich die Chance, die Produktion in die Räumlichkeiten der Hafenkäserei zu verlegen, was man dann auch nutzte. Und was gehört zu einem zünftigen Brauhaus? Eine Gastronomie natürlich. Dort wurden Netzwerke genutzt und so kam es, dass Pascal Hinkelammert seinen Posten als sous chef des Coeur d'artichaut verließ ( sicher nicht zur Freude von Freund und Chef Frederic Morel ) und die Aufgabe annahm, am Hafen eine Brauhaus Gastronomie zu eröffnen.
Das alles wussten wir natürlich im Vorab und beim diesjährigen Silvester Menü im Coeur war Pascal Ehrengast und ich hatte Gelegenheit, mit ihm über seinen neuen Arbeitsort zu reden. Wir verabschiedeten 2025 und uns mit dem Vorsatz, ihn einmal in seiner neuen Küche zu besuchen. Nun denn, also standen wir an besagtem Sonntag mittags vor dem Gebäude der Hafenkäserei und blickten in den als Gastraum genutzten Bereich. es war nicht viel los drinnen und wir entschieden uns, das Mittagessen bei Pascal zu verbringen. Informationen zum Angebot finden sich auf der HP.
An der Stirnwand eine lange Reihe Zapfhähne für ca. 15 bis 20 Biere vom Fass, zum größten Teil eigene Produktion, und dazu ein paar Gastbiere. Das dauert etwas, sich da durch zu arbeiten. Man kann sich Bretter mit kleinen Probierportionen bestellen und sich so an seine Favoriten heran trinken.
Pascal serviert dazu eine kleine, aber strikt handwerkliche Karte, von der er denkt, dass sie den Brauhaus Gedanken widerspiegelt. Für meine Frau und mich servierte Pascal uns, es war noch ruhig und wir hatten Zeit ein bisschen zu klönen, grilled Sandwich.
LEVANTE PEAS
Erbsen Humus · Feta · gepickelte
Zwiebeln · Kräuter
FINNES FAVORIT
Susländer Schweinebauch ·Coleslaw ·
Petersilie ·Koriander · Teriyaki Sauce
KÄSEPLATTE
Variationen von der
Hafenkäserei &
Käsespezialitäten Kürten mit
Röstbrotscheiben
War der Abschluss, wir mussten rüber auf die andere Seite zum Jazzclub. Kleiner Tipp am Rande, wenn man es mag, immer die Plätze am großen Fenster zum Hafen nehmen, der Blick ist wunderbar, auch wenn der Verzehr etwas anstrengender ist als an den normalen Tischen. Wir kommen definitiv mal in größerem Kreis wieder, ein schöner Ort!
After Church Konzert im Jazzclub Münster, nach der Kirche geht es an den Hafen für eine gute Portion Jazz aufs Ohr. Auch meine Frau und ich setzen uns regelmäßig in den Zug und fahren von Rheine nach Münster für Konzerte im Jazz Club. Am Sonntag, den 1. Februar hatten wir uns das mal wieder vorgenommen mit dem Plan vor dem Konzert noch ein kleines Mittagessen zu genießen. Das Wetter war kalt, aber sehr sonnig und so nahmen wir uns vor,... mehr lesen
Gastraum der Finne Hafenbrauerei
Gastraum der Finne Hafenbrauerei€-€€€Restaurant, Hausbrauerei, Brauhaus025174867004Am Mittelhafen 20, 48155 Münster
4.0 stars -
"Kurz mal reingeschnuppert" Carsten1972After Church Konzert im Jazzclub Münster, nach der Kirche geht es an den Hafen für eine gute Portion Jazz aufs Ohr. Auch meine Frau und ich setzen uns regelmäßig in den Zug und fahren von Rheine nach Münster für Konzerte im Jazz Club. Am Sonntag, den 1. Februar hatten wir uns das mal wieder vorgenommen mit dem Plan vor dem Konzert noch ein kleines Mittagessen zu genießen. Das Wetter war kalt, aber sehr sonnig und so nahmen wir uns vor,
Geschrieben am 28.01.2026 2026-01-28| Aktualisiert am
29.01.2026
Besucht am 27.01.2026Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
„Ein Ausflug im Finistère“, so hatte Olivier Bellin, Chef der Auberge de Glazicks im Dörfchen Plomodiern zwischen Brest und Quimper, eines seiner Menüs genannt, als meine Frau und ich am 28. Juni 2025 seinem Restaurant einen Besuch abstatteten. Ein wesentlicher Grund für diesen Besuch der mit zwei Sternen ausgezeichneten Auberge de Glazicks war der Fakt, dass Frederic Morel einen prägenden Teil seiner Lehrjahre als Jungkoch bei Olivier Bellin verbracht hat. Bevor es ihn dann, zu meinem größten Vergnügen, über verschiedene Stationen letztendlich nach Münster verschlagen hat. Sein Coeur d’artichaut, inzwischen ebenfalls mit zwei Sternen auf dem Niveau seines Lehrmeisters, ist unser kulinarischer Herzens- und Genussort geworden. Es gibt in meiner Region ein paar Gastronomien, die ich sehr schätze und gerne besuche, aber ein Besuch am alten Fischmarkt ist immer Balsam für meine (Genießer) Seele.
Seit Jahren war es ein Thema zwischen Fred und mir, dass er Olivier Bellin gerne mal für ein 4 Hands Diner zu sich nach Münster holen möchte. Bisher hatte das nicht geklappt, weswegen wir also mal vor Ort seine Küche gustatorisch in Augenschein genommen hatten. Wir hatten aber Fred mit auf den Weg gegeben, sollte es klappen, „unser Tisch“ direkt an der Ecke vom Pass darf für diesen Abend nur von uns belegt werden, ergo, er sollte uns sofort reservieren bei Zusage.
Familie Morel verbringt ihren Sommerurlaub stets in der Heimat von Freds Familie, in Brest. Und natürlich waren sie also im Sommer 2025 ( kurz nach unserem Besuch ) auch Gäste der Auberge de Glazicks. Und in der Zeit gelang es, Monsieur Bellin zu überzeugen im Winter nach Münster zu kommen! Bingo! Als alles sicher gebucht und organisiert war, wurde der Tisch für meine Frau und mich am Abend des 27. Januar fest reserviert und wir warteten voller Freude auf den Abend.
Um halb sieben fanden meine Frau und ich uns im Coeur d’Artichaut ein und wurden von Elisabeth Morel in Empfang genommen. Drinnen wuselten Küchenteam und Service noch durch die Vorbereitung des Abends. Ich nahm zuerst mal den Umbau des Barbereichs nach Silvester in Augenschein.
Die Bar ist weg, stattdessen ist die Patisserie nun auch hier angesiedelt und nutzt einen separaten Pass zum Gästebereich, die offene Küche ist hier als Konzept fortgesetzt. Rechter Hand ist ein neuer Barbereich entstanden, vor dem großen Tisch für umfangreichere Gästegruppen. Ich kann mir vorstellen, uns dort einmal zu platzieren bei einem Besuch. Der Platz gefällt mir sehr.
Chef OB und Chef FM standen schon mit dem Team des Coeur bereit, der Abend und das Menü konnte beginnen. Mit einem Cidre (what else?) als Aperitif startete ich in den Abend. Am Tisch konnten wir das Menü erstmalig in Augenschein nehmen.
Was uns sofort sehr positiv stimmte, ein reines Fisch- und Meeresfrüchtemenü in 6 Gängen hatten sich die beiden für ihre Gäste ausgedacht. Dazu die üblichen Amuse Gueule vorweg und noch was hinterher, man ist ja im fine dining Bereich. Die Amuse kamen abwechselnd von Fred und Olivier an den Tisch.
Artischockenrolle von Fred
Tartelette von der roten Beete mit Meereschnecke von Olivier
Venusmuschel, Nussbutter und Mandel von Olivier
Macaron Sauerkraut und Steinköhler von Fred
Hausgebackenes Brot waren der Auftakt des Menüs. Hier schon zeigten sich Unterschiede in den Küchenstilen der beiden Chefs. Olivier Bellin hat eine sehr regionale Küche geprägt. In seiner Auberge bekamen wir eine Landkarte des Finisterre, auf dem die Lieferanten aufgeführt wurden. Er kombiniert sehr gerne alles aus dem Meer nicht nur mit Fleisch, im Stil von Surf & Turf, sondern führt das weiter in die klassische französische Charcuterie. Da ist dann auch mal Schweinsfuß dabei, Collageen pur, oder Kalbskopf, kombiniert mit sehr vorsichtig gegarten Dingen aus dem Meer. Olivier spielt dann gerne mit der Jodigkeit dieser Zutaten, was man dann auch mögen muss. Fred dagegen ist in meinen Augen immer dann auf höchstem Niveau unterwegs, wenn er seiner Leidenschaft für Meeresfrüchte frönt. Diese kombiniert er mit fermentierten Aromen und exotischen Gewürzen. Also schauen wir mal auf die Gangfolge, jeweils abwechselnd verantwortet von Olivier und Fred.
Vor dem Beginn der eigentlichen Gänge stellte Fred seinen Mentor den Gästen vor, das war ein sehr emotionaler Augenblick. Zwei gestandene Bretonen, die in Hinsicht auf ihre Beziehung ein paar Tränen verdrücken mussten! Zwei leidenschaftliche Köche, zwei überzeugte Bretonen, die mit ganzem Herzen kochen!
Fred startete den Reigen der Gänge mit Steinbutt, Osietra Kaviar und Alge. Ein Gang im Stile einer Ceviche, der Fisch „garte“ in der Sauce nach. Feine Säure zog sich durch das Gericht, ergänzt um die Jodigkeit des Kaviars. Sehr eleganter Auftakt.
Jakobsmuschel und Sauce charcutière war der erste Gang des Menüs aus den Händen von Olivier. Eine Essenz des schon beschriebenen Kochstils von Olivier Bellin. Es klingt verrückt, eine klassische französische Sauce zubereitet aus Schweinefüßen und deren Collagen mit einer sehr rohen ( und sehr großen ) Jakobsmuschel zu servieren. Auf nur einer Seite scharf gegrillt, waren die Zutaten aber genau so dosiert, dass die Muschel nicht unterging. Einer der besten Gänge des Abends.
Der zweite, für mich persönlich, Höhepunkt des Abends kam wieder von Fred. Kaisergranat, in einer sehr großen Sortierung. Spargel ( fermentiert ) in einer Beurre blanc sowie Kosho machten die auch sehr rohe Zubereitung ( nur auf einer Seite gegrillt ) zu einem der besten Gerichte des Abends.
Laut Fred ein signature dish von Olivier Bellin, Hummer, Schweinskopf, Blutwurst, Hummer Sauce. Über diese wilde Kombination hatte ich schon mal im Sommer 2025 gegrübelt, als ich den Teller vor mir stehen sah beim Besuch der Auberge. Erst mal denkt man ja, wie soll das funktionieren? Aber wie immer, erst probieren, dann rezensieren! Das ist ungewöhnlich, auch weil der Hummer wieder sehr „bleu“ ( roh ) auf den Teller kam. Aber insgesamt machte das dann doch wieder viel Spaß.
Zum Abschluss der herzhaften Gänge noch ein Teller von Olivier Bellin. Bretonische Rotbarbe wurde auf einer Seite scharf und kurz angegrilt, also noch recht roh auf dem Teller angerichtet. Für Crunch sorgten frittierte Schuppen, cremig wurde es durch eine Enten Konsommee. Farbe brachte gegrillter Spinat auf den Teller. Olivier Bellin Küche pur zum Abschluss.
Fred sorgte wieder für das Dessert. Unfassbare Fingerfertigkeit war gefordert in der Patisserie beim Platzieren der einzelnen Zutaten auf dem Teller. Die neue Anrichte im Barbereich ließ mich zuschauen beim Anrichten der Teller. Frischkäse nahm Bezug auf Käsekuchen und erhielt Aromen aus Cassis.
Betthupferl waren ein schöner Abschluss eines besonderen Abends.
Wie immer war es für mich wunderbar der Küche beim Zubereiten und anrichten der Teller zusehen zu können.
Wir beide, meine Frau und ich, waren sehr glücklich Teil dieses Abends gewesen zu sein. Es bleibt dabei, das Coeur d’artichaut bleibt unser kulinarischer Herzensort! Und Olivier sehen wir Ende Juni 2026 wieder, wir haben uns verabschiedet mit einer Verabredung zu einem neuen kulinarischen Spaziergang durch das Finisterre.
„Ein Ausflug im Finistère“, so hatte Olivier Bellin, Chef der Auberge de Glazicks im Dörfchen Plomodiern zwischen Brest und Quimper, eines seiner Menüs genannt, als meine Frau und ich am 28. Juni 2025 seinem Restaurant einen Besuch abstatteten. Ein wesentlicher Grund für diesen Besuch der mit zwei Sternen ausgezeichneten Auberge de Glazicks war der Fakt, dass Frederic Morel einen prägenden Teil seiner Lehrjahre als Jungkoch bei Olivier Bellin verbracht hat. Bevor es ihn dann, zu meinem größten Vergnügen, über verschiedene... mehr lesen
Coeur D‘Artichaut - Restaurant
Coeur D‘Artichaut - Restaurant€-€€€Sternerestaurant025139582823Alter Fischmarkt 11 a, 48143 Münster
5.0 stars -
"Menu Balade en Finistère" Carsten1972„Ein Ausflug im Finistère“, so hatte Olivier Bellin, Chef der Auberge de Glazicks im Dörfchen Plomodiern zwischen Brest und Quimper, eines seiner Menüs genannt, als meine Frau und ich am 28. Juni 2025 seinem Restaurant einen Besuch abstatteten. Ein wesentlicher Grund für diesen Besuch der mit zwei Sternen ausgezeichneten Auberge de Glazicks war der Fakt, dass Frederic Morel einen prägenden Teil seiner Lehrjahre als Jungkoch bei Olivier Bellin verbracht hat. Bevor es ihn dann, zu meinem größten Vergnügen, über verschiedene
Geschrieben am 28.12.2025 2025-12-28| Aktualisiert am
28.12.2025
Besucht am 20.12.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
In Münsters relativ informativem Stadtmagazin "Münster geht aus" hatte ich unter der Rubrik "fine dining" neben den üblichen besternten und un-besternten Vertretern einen für mich neuen Eintrag erblickt. Das Restaurant RECKOS im Mauritzhof-Hotel in Nähe des HBF am Rand der City, genau außerhalb des Innenstadtumschließenden Promenadenrings, für Unkundige, die Verkehrsreichste Fahrradstraße der BRD. Straßenangewandt blickt man vom Hotel auf diesen Grün-Ring, in dem besagte Promenade verläuft. Ich kannte das Hotel, aber das Restaurant war bisher nicht auf mein Radar geraten, weil ich es bisher eher als Beköstigungsmöglichkeit für Hotelgäste wahrgenommen hatte ohne großen Drang, auch externe Gäste zu verköstigen. Aber nun schaute ich mal auf der HP nach dem Restaurant. Und was ich dort fand, ließ mich für Samstag, den 20.12.25 spontan einen Tisch für meine Frau und mich buchen. Erstaunlicherweise war es auch kein Problem einen Tisch zu reservieren am letzten Adventswochenende in Münster, obwohl wieder mal mehr als eine Million Gäste über die W-Märkte in der City herfielen (anders kann man es nicht nennen, beschaulich geht anders!).
Wir fuhren also mit einem merklich mehr als gut ausgelasteten Zug von Rheine nach Münster und standen nach einem zehnminütigen Spaziergang in der Lobby des Mauritzhof Hotels. Der Trubel blieb draußen, in der Bar ein paar Gäste, der Service nahm uns in Empfang und brachte unsere Wintergarderobe erstmal unter. Danach ging es zum ( vom Eingang aus gesehen ) hinter der Lobby-Bar liegenden Restaurantbereich. Von dem blickt man in die offene Küche, in der schon geschäftig gewerkelt wurde von zwei Köchen. Auch hier war es schön ruhig, wir waren sehr erfreut, dass es in Münster auch in diesem trubeligen Tagen einen ruhigen Ort zur Einkehr zu geben scheint. Unser Tisch mit Blick auf die Promenade
Die Karten wurden gereicht, einsehbar auf der HP, eine Flasche Wasser bestellt und wir widmeten uns den kulinarischen Ideen der Küche unter Leitung von Küchenchef René Sygusch. Die Karte besteht aus 12 Gerichten, in der vegetarischen Version aus 7 Gerichten, unter dem Motto "ENJOY-SHARE-GRAZE". Die Gerichte lassen sich auch ganz klassisch a la carte bestellen, aber es wird klar, dass die Idee dahinter ein Degustationsmenü in 4, 6 oder 12 Gängen ist. Bei dem man dann auch mal am Teller des Gegenüber naschen kann, wenn er denn anders bestellt als man selber. Sowas gefällt uns ja immer, wir sind beide offen für Ideen von kreativen Köchen und haben keine großen roten Linien bei Produkten oder Verarbeitungen, überlassen uns also der Kreativität der Küche. Schnell stand fest, dass wir uns auf jeweils 6 Gänge einlassen und auch aus der gut sortierten Weinkarte wurde eine Flasche bestellt. Muschelkalk Chardonnay von Klumpp
Mit der Flasche kam ein Gruß der Küche, hausgebackenes Brot mit verschiedenen Aromen, dazu ein Hüttenkäse und eine gesalzene und aufgeschlagene Butter mit einem kleinen Klecks eines Kräuteröls. Küchengruß
Es hatte etwas gedauert, eine Auswahl aus dem Angebot zu treffen, aber letztendlich fanden sich für uns beide die richtigen 6 Gänge, manches bestellten wir gleich, aber nicht am gleichen Platz der Menüfolge, manches orderte nur einer, eine, probieren konnten es aber jeweils beide. Somit ohne Rücksicht auf unsere Menüfolge hier die verkosteten Gänge. Gelbe Beete
GELBE BEETE mit Staudensellerie, Passionsfrucht, Rettich konnte man aus der Karte zu diesem Gang entnehmen. Und schon in diesem Gang ließ die Küche uns erschmecken, dass sie Gerichte mit mutiger, lebendiger Säure mag. Vegetarisch Gang wie er sein muss. Die Passionsfrucht brachte vernehmliche Säure ins Gericht, die Süße aus den Beeten hielt dagegen. Sellerie und Rettich brachten eine gewisse Herzhaftigkeit ins Gericht, das war ein feiner Start. Tartar Stulle
TATAR STULLE mit Eigelb, Zitrone, Crème Fraîche war dagegen ein völlig anderer Gang, tiefes Umami ergänzt durch die Fettigkeit der Creme und des Eigelbs, eingefangen durch wiederum Säure aus Zitrone. Drunter der Crunch des gerösteten Brotes. Eines der besten Rindertartar Gerichte, die ich bisher in meinem Leben gegessen habe. Rindersülze
RINDERSÜLZE mit eingelegten Gemüsen, Kräuter, Kopfsalat wurde bestellt, weil es in einer Degustations-Menü-Folge wirklich ein Exot ist als Zutat. Auch hier wieder, wie in quasi allen Gerichten, war die Sauce ein Hauptdarsteller im Gericht. Sülze ist ein eher frisches, essigsauer betontes Gericht, eher leicht in den Aromen, Die Küche schaffte es, dem eine Sauce beizustellen, die es trotz merklich kräutiger Aromen und wieder etwas Säure Schaffte, die Sülze als Hauptzutat zu betonen. Der Brot-Chip war wohl dosierter Crunch, wieder ein toller Teller der kalten Küche. Lachs gebeizt
LACHS GEBEIZT mit Süßkartoffel, Koriander, Orange, Sumach war der letzte kalt angerichtete Teller aus dem "Vorspeisenteil" der Karte (wobei die Einteilung in diesem Konzept gar keine so große Rolle spielt). Kühl, frische, ätherisch-zitrische Noten bestimmten dieses Gericht. Die Süßkartoffel brachte ein bisschen Fundament in den Teller. Sumach sorgte für arabische Noten im Gericht, Favorit meiner Frau! Sellerie aus der vegetarischen Karte
SELLERIE mit Karotte, Fenchel, Blaubeere war ein Gericht aus der vegetarischen Karte, es lässt sich aber erkennen, das die Basis der vegetarischen Karte aus der Hauptkarte abgeleitet wird. Aber gerade bei vegetarischen Gerichten muss die Küche zeigen was sie kann. Sie stellen höhere Anforderungen an Zutaten, Aromen-Kombinationen und Gar-Methoden. Hier zeigt sich meiner Meinung nach, wie gut die Küche wirklich ist. Und schon optisch konnte dieses Gericht mit den anderen gut mithalten. Auch hier wieder ein gelungene Balance aus Cremigkeit, Fettigkeit, Umami, Säure, Süße, alles dran, was es braucht, damit es nicht langweilig ist. Heilbutt
HEILBUTT mit Kohlrabi, Miso war ein warm servierter Fischgang. und sowohl das Genießerherz meiner Frau als auch meines jauchzten bei der Sauce, Beurre blanc in sehr gut mit Yuzu! Und wenn diese Beurre blanc dann zu gutem Fisch serviert kann das Gericht gar nicht mehr anders als gut werden! Spätestens hier war ein Band geknüpft zwischen unserem Tisch, dem Service und der immer neugieriger werdenden Küche! Neugier auf die Gäste, die ständig Freude äußern und nach Details der Gerichte fragten! Bester warmer Teller des Abends! Schweinsbacke
SCHWEINEBACKE mit Wirsing, Bergkäse, Dashi, Dunkelbier war der Abschluss der herzhaften Gerichte an diesem Abend für uns. Tadellos geschmortes, aber irgendwie danach noch mit einer knusprigen Kruste versehenes Bäckchen. Das in einer sehr guten Jus badete, das letzte Brot half, keine Sauce an die Küche zurück gehen zu lassen. Kohliges Aroma pur im Püree, sehr gut passend zum Fleisch. Ein kleines bisschen Frische durch die gerollte Kohl-Roulade mit exotischen, japanischen Aromen. Ziegenkäseschaum
ZIEGENKÄSESCHAUM mit Paprika, Himbeere, Feige war der erste süße Gang. Die Küche traut sich vermeintlich herzhafte Zutaten in einem Dessert zu verarbeiten. Ganz unten frische Feige, darüber ein Schaum, der die nötige Fettigkeit in den Teller brachte, Paprika eher süß mariniert oder eingelegt darüber und eine Nocke Sorbet. Ebenso kreativ und für mich noch einen Ticken interessanter das zweite Dessert. Süße Tomate
SÜSSE TOMATE mit Mandel, Oliven, Honig, Minze machte die Tomate zum Hauptdarsteller eines Desserts. In zwei Variationen fand sich die Tomate auf dem Teller, einmal recht Natur, eher süßlich schmeckend und einmal als säurebetontes Chutney. Das Ganze wieder eingefangen durch sahniges Eis und den Honig. Toller Abschluss.
Der Service in Form einer Dame und zwei männlichen Kollegen machte große Freude vom Betreten bis zum Verlassen des Mauritzhof Hotels. Engagiert widmete man sich allen unseren Fragen und Wünschen, bis hin zu detailliertem nachhaken bei bestimmten Aspekten die Zutaten betreffend.
Was das Küchenteam abgeliefert hat ist oben eingehend beschrieben. Meine Frau und ich waren sehr beeindruckt! Das Konzept und dessen Umsetzung hat uns beeindruckend gut gefallen. Um auf meine Frage im Titel zurück zu kommen. Ist das jetzt fine dining? Vielleicht nicht bei den Zutaten, ganz sicher nicht (und zur Freude der Kunden) bei den aufgerufenen Menüpreisen, aber in Sachen Kreativität war das für mich fine dining! Relativ banale Zutaten in einer Art und Weise zu verarbeiten und zu servieren, dass die Staunen und Freude beim Kunden verursachen ist fine dining (für mich)!
Wir kommen wieder, ganz sicher!
In Münsters relativ informativem Stadtmagazin "Münster geht aus" hatte ich unter der Rubrik "fine dining" neben den üblichen besternten und un-besternten Vertretern einen für mich neuen Eintrag erblickt. Das Restaurant RECKOS im Mauritzhof-Hotel in Nähe des HBF am Rand der City, genau außerhalb des Innenstadtumschließenden Promenadenrings, für Unkundige, die Verkehrsreichste Fahrradstraße der BRD. Straßenangewandt blickt man vom Hotel auf diesen Grün-Ring, in dem besagte Promenade verläuft. Ich kannte das Hotel, aber das Restaurant war bisher nicht auf mein Radar geraten,... mehr lesen
Reckos Restaurant im Mauritzhof
Reckos Restaurant im Mauritzhof€-€€€Restaurant, Bar025141720Eisenbahnstr. 17, 48143 Münster
4.5 stars -
"Fine dining, oder was?" Carsten1972In Münsters relativ informativem Stadtmagazin "Münster geht aus" hatte ich unter der Rubrik "fine dining" neben den üblichen besternten und un-besternten Vertretern einen für mich neuen Eintrag erblickt. Das Restaurant RECKOS im Mauritzhof-Hotel in Nähe des HBF am Rand der City, genau außerhalb des Innenstadtumschließenden Promenadenrings, für Unkundige, die Verkehrsreichste Fahrradstraße der BRD. Straßenangewandt blickt man vom Hotel auf diesen Grün-Ring, in dem besagte Promenade verläuft. Ich kannte das Hotel, aber das Restaurant war bisher nicht auf mein Radar geraten,
Geschrieben am 08.12.2025 2025-12-08| Aktualisiert am
10.12.2025
Besucht am 06.12.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Nordhorn ist seit langer Zeit ein Ort kulinarischer Trostlosigkeit! Ein Weg, den meine Heimatstadt Rheine auch gerade einschlägt. In Nordhorn habe ich vor langer Zeit mein Abitur gebaut, und bin dann aus meinem Heimatkreis Grafschaft Bentheim zum Studium in die Welt gezogen. Ich kenne mich ein bisschen da aus, auch wenn meine Besuche aus obigen Grund nicht kulinarischer Natur waren. Ein kleiner italienischer Feinkostladen hat mich früher von meiner alten Arbeitsstelle nach Nordhorn locken können, aber nun ist es von Rheine aus ein weiterer Weg. Letzte Woche war ich aber mal wieder über Mittag in Nordhorn, und beschloss nach einem Mittagsimbiss mal einen kleinen Gang durch den Ort zu machen. Beim Gang durch den Stadtpark bemerkte ich an diesem Gebäude eine Änderung,
früher war da ein Café beheimatet. Nun hieß es am Türschild "petit papillon", ein kleiner Schmetterling neu in Nordhorn. Jetzt benennen sich ja viele Cafés, Bistros mit französischem Namen, haben aber, wenn man dem auf den Zahl fühlt, nichts mit französischer Küche am Hut. Ich nahm also die Änderung zur Kenntnis, auch den liebevoll gestalteten Außenbereich, ging aber weiter meiner Wege, bis mir am Ende des Stadtparks ein Koch mit Lastenrad entgegenkam. Das war beladen mit frischen Gemüse und fuhr Richtung Bistro. Nun wurde ich neugierig! Ein Küchenteam, das seine ihre frischen Zutaten selber in die Küche fährt. Also umgekehrt, in den Gastraum, Karte angeschaut und spontan gefragt, ob für Samstag, den 6. Dezember noch ein Tisch für meine Frau und mich frei wäre. War es und so standen wir an besagtem Abend wieder vor dem Haus im Park.
Draußen an der Bude gibt es neben dem üblichen W-Markt "Köstlichkeiten" feine Perl- und Stillweine aus Frankreich und frische Austern. Es war ungemütliches Wetter, also schnell hinein in den ziemlich engen, aber behaglichen eingerichteten Innenraum.
Der Gastraum ist recht klein, im Erdgeschoss muss auch die Küche und die Theke ihren Platz finden. Ein kleiner Wintergarten erweitert diesen Raum, im Obergeschoss stehen weitere Tische für Gesellschaften zur Verfügung.
Ein mir unbekanntes Restaurant bewerte ich zuerst immer nach der Weinkarte! Wird die mit Anspruch geführt, dann ist meist auch das Essen mit dem entsprechenden Anspruch versehen. So auch hier, ein Herr, hier der Sommelier, stellte mit Verve seine Leidenschaft für Weine vor und meine Frau vor die schwere Entscheidung aus der guten Auswahl Champagner oder aus den Weißweinen eine Flasche auszusuchen. Ich war an jenem Abend der Fahrer und stellte meine Ansprüche zurück. Gewählt wurde schließlich ein Pouilly fumé.
Fein ausgebaut im Holz, mit Jahrgang 2020 schon reif genug zum öffnen und für mich die einzige Art, einen Sauvignon blanc genießbar zu finden. Frau war sowieso glücklich mit dem Wein. Recht schnell war dann auch ein Menü erwählt und bestellt. Der Service deckte in weißen Handschuhen den Tisch ein und die Küche grüßte mit einem sehr ordentlichen Baguette und französischer AOP Butter aus der Charentes Poitou. Passte dann auch gut zur Herkunft des Weins.
Meine Frau startete ins Menü mit einem Brioche. Genauer ANCHOIS MARINÉS — Sensationelle Anchovis ( laut Karte ) auf gegrilltem Brioche mit Knoblauchbutter. Genuss kann so einfach sein! Man muss aber wissen, wie man eine gutes Brioche selber backt oder wo man es zukaufen kann.
Wenn das klappt, und man dann bei der Auflage auf Qualität achtet, tolle Anchovis waren das, dann ergibt das die Küche, die man in einem französischen Bistro erwartet. Und die meine Frau und ich so lieben und für die wir den Großteil unserer Urlaubszeit in Frankreich verbringen. Ich hatte für den Start ein für Nordhorn äußerst seltenes ( besser gesagt noch nie wahrgenommen Angebot ) bestellt und wollte auch dort testen, wie es die Küche mit dem französischen Anspruch hält.
GILLARDEAU NO. 2 waren im Angebot! Für 3,50 EUR das Stück! Ich war etwas skeptisch ob des Preises, das war sehr günstig für eine der besten Austernzuchten aus Frankreich! Aber die waren ein Genuss, selbst meine Frau naschte eine. Roh, was sie sonst nie macht. Fleischig, frisch, Meer pur! Nur ein bisschen Zitrone darauf. A part servierte Vinaigrette wurde nicht angerührt, nicht nötig auch bei zwei nachbestellten Exemplaren. Beeindruckender Auftakt in unser Abendessen. Meine Frau ließ sich einen weiteren Klassiker servieren.
SOUPE À L‘OIGNON, aber nicht mit Käse überbacken. Der wurde a part in einem Brioche eingebacken serviert. Wieder dieses tolle Brioche. Diesmal zu einer fast süß anmutenden Suppe, die Zwiebel waren tadellos geschmort und hatten ihre Süße ins Aroma der Suppe übertragen. Bouillon und Wein fügten Akzente zum Geschmack hinzu. Noch ein wirklich guter Gang. Ich genoss währenddessen eine Portion des ersten Gangs meiner Frau mit ebenso so großer Freude. Ab zu den Hauptgängen, meine Frau hatte den FANG DES TAGES geordert.
Konfierter Heilbutt begleitet von einem auf der Haut gebratenen Fisch, ich bin nicht mehr ganz sicher, es war ein Saibling, wenn ich es recht erinnere. Serviert auf einem Rote Beete Risotto und einer Creme von Kürbissen. Dazu ein Kräuteröl. Mein Gegenüber genoss ihren Gang sehr. Ich hatte mich für noch einen Klassiker im Hauptgang entschieden.
BOUILLABAISSE. 100% fait maison laut Karte. FOND / MEERBARBE / MUSCHEL / GARNELE / KABELJAU / KARTOFFEL sollten drin sein, so verriet es mir die Karte zusätzlich. Die Optik war jetzt nicht ganz die des Originals aus Marseille, aber das sah, und roch vor allen Dingen, verlockend aus. Egal was für eine Fischsuppe, sie steht und fällt mit dem Grundfond. Wenn der nicht gut ist, ist alles danach auch verloren. Hier war er wirklich gut gelungen! Und so waren die Venusmuscheln, die Meeresfrüchte und der Fisch feines Beiwerk im Teller. Separat serviert eine Safran Mayonnaise und noch etwas vom guten Baguette.
Das wirklich gute Abendessen schloss mit einer geteilten CRÈME BRÛLÉE ab, ganz wie gewünscht serviert, ohne jeder Dekoration auf dem karamellisierten Zucker. Leider kein Foto, ich bitte das zu verzeihen.
Der Service in Form des Sommeliers und seinen Kolleginnen machte ebenso viel Freude wie die Leistung des Küchenteams. Wir waren immer im Blick, der Umgang war zugewandt und sehr freundlich und engagiert. Bis hin zum eindecken von neuem Besteck in Handschuhen konnte man sich äußerst wohlfühlen. Auch in dieser Hinsicht waren wir sehr zufrieden. Ein kleiner Fehler beim abrechnen wurde souverän korrigiert.
Zum Fazit, was Küche und Service hier bieten, mit einem Inhaber, der ihnen das hier auch möglich macht, macht große Freude. Und ich muss nun sagen, Nordhorn war eine kulinarische Trostlosigkeit. Der kleine Schmetterling im Stadtpark wird uns wiedersehen und dann werde ich mich auch den Bouteillen abseits der Karte widmen, versprochen. Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass Nordhorn diese tolle Angebot zu schätzen weiß und dem reichlich zuspricht.
Nordhorn ist seit langer Zeit ein Ort kulinarischer Trostlosigkeit! Ein Weg, den meine Heimatstadt Rheine auch gerade einschlägt. In Nordhorn habe ich vor langer Zeit mein Abitur gebaut, und bin dann aus meinem Heimatkreis Grafschaft Bentheim zum Studium in die Welt gezogen. Ich kenne mich ein bisschen da aus, auch wenn meine Besuche aus obigen Grund nicht kulinarischer Natur waren. Ein kleiner italienischer Feinkostladen hat mich früher von meiner alten Arbeitsstelle nach Nordhorn locken können, aber nun ist es von... mehr lesen
Petit Papillon - Brasserie & Bistro
Petit Papillon - Brasserie & Bistro€-€€€Bistro05921 7280066Ölmühlensteg 17, 48529 Nordhorn
4.0 stars -
"kulinarischer Lichtblick!" Carsten1972Nordhorn ist seit langer Zeit ein Ort kulinarischer Trostlosigkeit! Ein Weg, den meine Heimatstadt Rheine auch gerade einschlägt. In Nordhorn habe ich vor langer Zeit mein Abitur gebaut, und bin dann aus meinem Heimatkreis Grafschaft Bentheim zum Studium in die Welt gezogen. Ich kenne mich ein bisschen da aus, auch wenn meine Besuche aus obigen Grund nicht kulinarischer Natur waren. Ein kleiner italienischer Feinkostladen hat mich früher von meiner alten Arbeitsstelle nach Nordhorn locken können, aber nun ist es von
Geschrieben am 23.11.2025 2025-11-23| Aktualisiert am
23.11.2025
Am Freitag, den 21. November, gegen Mittag, fuhr ich auf dem Rückweg von Tschechien die A15 von der Grenze Richtung Dreieck Spreewald, als mich mein Auto daran erinnerte, dass ich tanken müsste. Ich gab also mal eine Tankstellen Suche in mein Navi und das lotste mich dann die Abfahrt Lübbenau der A13 runter nach Groß Beuchow. Da konnte ich nachfüllen. Beim verlassen der Tankstelle fuhr ich auf einen Laden zu, der mir schon beim abbiegen von der Autobahn aufgefallen war. Ein Schild vor der Tür verkündete es sei geöffnet und es wurde Kaffee und Kuchen als Angebot verkündet. Direkt am Laden kann man parken, und so passte es mit einer Mittagspause. Ich betrat den Laden und erkannte, dass ich einen perfekten Platz für die Mittagspause gefunden hatte. Im Angebot nicht nur die Produkte des Inhabers dieses Laden und Imbisses. Schloss Beuchow scheint ein Bio Betrieb zu sein und Gastgeber im gleichnamigen Schloss mit Hotel und Restaurant. Hier in diesem Laden vertreibt man seine Produkte und bietet hungrigen Reisenden nahe der Autobahn ein verlockendes Angebot zum Pause machen.
Im Laden sind Sitzgelegenheiten platziert, von denen man sich eine aussuchen kann, wenn man an der Theke beim Eingang seine Wahl getroffen hat.
Und diese Wahl wird einem sehr schwer gemacht! Drei Suppen gab es an meinem ersten Besuch, Kürbis, Sellerie und Linsen. Drei Pizzen werden angeboten, und ein Teil ist quasi Imbiss ( Pommes, Wurst, Fleisch, Currywurst ). Und mit diesem feinen Direktvermarkter Prinzip ist das auch noch weitgehend aus eigener Produktion. Ich erspähte eine Spreewälder Spezialität auf der Karte und begrub den Kaffee und Kuchen Plan teilweise. Kaffee blieb, dazu kam das hier.
Kartoffeln, fein angebratene Drillinge, mit Quark und Leinöl! Ein kleiner Salat dazu, dass ganze für 10 Euro! Wunderbar, ich habe schon lange nicht mehr eine so schmackhafte Mittagspause bei einer Autobahntour verbracht. Ich werde definitiv wieder kommen. Montags und Dienstage gibt es "nur" Frühstück von 8 bis 11 Uhr, den Rest der Woche kann man vom größeren Speisenangebot kosten.
Am Freitag, den 21. November, gegen Mittag, fuhr ich auf dem Rückweg von Tschechien die A15 von der Grenze Richtung Dreieck Spreewald, als mich mein Auto daran erinnerte, dass ich tanken müsste. Ich gab also mal eine Tankstellen Suche in mein Navi und das lotste mich dann die Abfahrt Lübbenau der A13 runter nach Groß Beuchow. Da konnte ich nachfüllen. Beim verlassen der Tankstelle fuhr ich auf einen Laden zu, der mir schon beim abbiegen von der Autobahn aufgefallen war.... mehr lesen
Landware-Imbiss Schloss Beuchow
Landware-Imbiss Schloss Beuchow€-€€€Imbiss015122675010Beuchower Hauptstraße 10, 03222 Groß Beuchow
4.0 stars -
"Ich komme wieder" Carsten1972Am Freitag, den 21. November, gegen Mittag, fuhr ich auf dem Rückweg von Tschechien die A15 von der Grenze Richtung Dreieck Spreewald, als mich mein Auto daran erinnerte, dass ich tanken müsste. Ich gab also mal eine Tankstellen Suche in mein Navi und das lotste mich dann die Abfahrt Lübbenau der A13 runter nach Groß Beuchow. Da konnte ich nachfüllen. Beim verlassen der Tankstelle fuhr ich auf einen Laden zu, der mir schon beim abbiegen von der Autobahn aufgefallen war.
Geschrieben am 19.10.2025 2025-10-19| Aktualisiert am
19.10.2025
Besucht am 18.10.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Für PetraIO, sie weiß schon warum! :-) Aber es war schon vorher reserviert!
Am 31.08.2025 fand auf dem Iberico Hof Vincke in Everswinkel das diesjährige Hoffest (besser Kulinarik-Fest) statt. Und weil das ein immer wieder schöner Tag mit den besten Köchen Münsters und Umzu ist, findet man da auch Frau und Herr Carsten1972 regelmäßig. Nicht nur die Crew des coeur d'artichaut gehört zu den Stamm-"Köchen" dort, ganz unerwartet konnte ich auch Steffen Strietholt begrüßen, der nach der von mir sehr bedauerten Schließung seines Gashauses in Everswinkel unter mein Wahrnehmungs-Radar geriet. Nun wusste ich, wo sein neuer Arbeitsplatz lag. Seit Januar 2025 ist er Küchenchef im alteingesessenen Hotel Feldmann mitten in Münster an der Clemenskirche. Tja, wir verblieben mit der Verabredung, dass ich da jetzt wo mal einkehren müsste.
Gesagt, getan, Frau plante einen Shoppingtag in Münster am 18.10.25 und so fragte ich, ob ihr ein abendlicher Abschluss in der neuen Wirkungsstätte von Steffen Strietholt recht sei. War es, ihr hatte die Küche in Everswinkel ja ebenso gut gefallen wie mir. Somit war ein Tisch schnell und unkompliziert über die HP reserviert. Gegen 18 Uhr standen wir vor dem Hotel.
Hinein in die gute Stube für unseren ersten Besuch dort. Ich war wirklich gespannt, bisher waren wir sicher schon häufiger dort vorbei gelaufen, aber nie hatte der Blick in die Karte uns dazu verleiten können, dort mal einzukehren. Reservierung war schnell zugeordnet und uns wurde ein Tisch im recht rustikalen Gastraum angewiesen.
Das Ambiente war etwas altbacken oder Gaststätten-Barock. In der Mitte aber ein Blickfang, der auch schon auf einen sehr erfreulichen Aspekt des Restaurants hinweist. Man pflegt eine sehr anspruchsvolle Weinkarte. Die ist auf der HP abrufbar und einsehbar. Das macht auch dem ambitionierteren Weintrinker Freude, dort durch die Seiten zu blättern. Unsere Wahl war mal etwas ungewöhnlich, weil leicht in Richtung Natural Wine.
Ich wollte den einfach mal probieren. Und für unter 50 Euro war das kein Fiasko, wenn die Wahl nicht so unseren Geschmack getroffen hätte. Keine Angst, der Carsten bleibt Liebhaber gut abgehangener trockener Rieslinge oder Barrique betonten Burgundern, aber das machte mal Spaß, diesen sehr frischen und zitrischen WB zu verkosten. Der Service hatte dann auch unsere Bestellung aufgenommen. Wir beide starteten mit 64°C Ei, Kartoffelschaum, hausgemachte Iberico-Guanciale und Röstzwiebeln.
Dass war ein Gericht, was uns in dieser Ausrichtung schon in Everswinkeler Zeiten von Steffen Strietholt zu unserer größten Freude serviert wurde. Ein wachsweiches Ei, umhüllt von einem luftigen Kartoffelschaum, gut abgeschmeckt mit Muskatnuss, Salz steuerte die Guanciale bei, Umami kam von den Zwiebeln. Sehr schöner Teller, der auch ein paar Streifen Trüffel gut vertragen hätte. Aber dafür muss man in Münster andere Restaurants aufsuchen, Gang 1 gefiel gut und lies und zuversichtlich auf die einheitliche Wahl für Gang 2 schauen. Geflügelsamtsuppe mit Kräuterseitlingen und Lauchgrünöl
Sieht aus wie eine Sahnesuppe, und klingt auch so, war aber eher eine Zwei-Stockwerk-Suppe. Oben drauf eine geschlossene Schicht aufgeschäumter Sahne, der sich etwas zu früh drüber gestreute Croutons tummelten, die leider schon einen Teil ihres Crunch verloren hatten. Darunter, nicht vermischt, ein hervorragender Geflügel Sud! Tiefe, Salzigkeit, Aroma, das war perfektes Handwerk! Und die kleinen, festen Stücke vom Pilz steuerten auch noch Aroma bei! Seelenwärmender Herbstteller, der besonders meiner Frau das Herz erwärmte. Nun trennten sich unseren Wege, für meine Frau Zweierlei vom isländischem Saibling mit Hummerbisque, Blumenkohl glasiert mit grünem Curry und Kartoffelkrokette
Über das Gericht vernahm ich keine Klage, der Teller hinterließ meine Frau sehr glücklich. Besonders zu erwähnen, diese Küche macht ihre Kartoffelkroketten noch selber. Eigentlich banal, aber in den heutigen Tagen wirklich was besonderes! Was die Küche mit dem Saibling anstellt, um daraus diesen Quader zu formen, kann ich mir nicht erklären. Aber es wirkte gut! Ebenso die Nocke von Saibling. Ich hatte mir im Hauptgang etwas Rustikaleres bestellt. Cordon Bleu vom Strohschwein gefüllt mit Bergkäse und Landschinken auf Pilzrahmsoße
Erst mal schaute ich etwas erstaunt aus der Wäsche. Hatte eher eine Anmutung von Roulade, war aber definitiv Schweinefleisch. Schinken und sehr dünn geklopftes Filet waren um einen Kern aus einem sehr aromatischen Bergkäse gewickelt. War also auch hier definitiv keine Convinience Ware. Fein! Der "Roller" war paniert und saftig im Inneren. Das die Sauce drunter war und nicht drüber, erfreute natürlich auch sehr!
dazu frische Pommes frites und Salat
Insgesamt zwei wirklich sehr ordentliche Hauptgänge! Nun versteht man auch meine Titelwahl! Zwei, drei Wörtchen noch zu den Damen und einem Herren im Service. Wir waren immer im Blick, aufmerksam und kundig wurden alle Gäste bedient. Profis eben! Da gab es nichts zu beanstanden. Wir kommen gerne wieder und werden die Küche von Steffen Strietholt und seinem Team wieder beehren.
Weißburgunder 2021, Weingut Makalié, Markgräflerland
Rebsorten: Weisser Burgunder – Alkohol: 12,5 % Vol.
Sie aus Münster, er aus Lüdinghausen. Gelernt u.a. in Topp Betrieben im Burgund. Produktion: 853 Flaschen.
Für PetraIO, sie weiß schon warum! :-) Aber es war schon vorher reserviert!
Am 31.08.2025 fand auf dem Iberico Hof Vincke in Everswinkel das diesjährige Hoffest (besser Kulinarik-Fest) statt. Und weil das ein immer wieder schöner Tag mit den besten Köchen Münsters und Umzu ist, findet man da auch Frau und Herr Carsten1972 regelmäßig. Nicht nur die Crew des coeur d'artichaut gehört zu den Stamm-"Köchen" dort, ganz unerwartet konnte ich auch Steffen Strietholt begrüßen, der nach der von mir sehr bedauerten... mehr lesen
Restaurant im Hotel Feldmann
Restaurant im Hotel Feldmann€-€€€Restaurant, Catering0251414490An der Clemenskirche 14, 48143 Münster
4.0 stars -
"Erwartungen erfüllt!" Carsten1972Für PetraIO, sie weiß schon warum! :-) Aber es war schon vorher reserviert!
Am 31.08.2025 fand auf dem Iberico Hof Vincke in Everswinkel das diesjährige Hoffest (besser Kulinarik-Fest) statt. Und weil das ein immer wieder schöner Tag mit den besten Köchen Münsters und Umzu ist, findet man da auch Frau und Herr Carsten1972 regelmäßig. Nicht nur die Crew des coeur d'artichaut gehört zu den Stamm-"Köchen" dort, ganz unerwartet konnte ich auch Steffen Strietholt begrüßen, der nach der von mir sehr bedauerten
Geschrieben am 10.09.2025 2025-09-10| Aktualisiert am
11.09.2025
Besucht am 23.08.2025Besuchszeit: Abendessen 6 Personen
Ja, an der Weser, aber nicht im gut bekannten Bremen, sondern erheblich weiter stromaufwärts im Schaumburger Land, dort liegt Rinteln. Ich war zum ersten Mal dort, endlich weiß ich, wofür RI auf niedersächsischen Kennzeichen steht. Grund für meinen Aufenthalt war ein entsprechender Vorschlag von Herrn Tischnotizen, der von überzeugender Küche berichtete und einer unfassbar breit sortierten Weinkarte. Somit fand er diesen Ort geeignet, dort ein weiteres Treffen einer bekannten Genießer-Truppe stattfinden zu lassen. Am 23. August fanden sich an einem Tisch im Restaurant Fachwerk des Hotels Stadt Kassel in Rinteln folgende Herrschaften ein: Herr und Herr Tischnotizen, Frau und Herr Borgfelder sowie last, but not lease Frau und Herr Carsten1972.
Meine Frau und ich waren per Zug und Rad angereist und hatten uns wie die anderen Vier im Hotel einquartiert. Das war gut besucht, die Zimmer waren ordentlicher, aber nicht gehobener Standard. Gehobener Standard bot sich dann aber im Restaurant. Der Betrieb ist Mitglied beim JRE, ebenso wie Chef Moritz Christian Brand, der in seiner Vita als Sommelier Stationen wie das Schlosshotel Lerbach oder das Tantris vorweisen kann. Zusammen mit seiner Frau, auch im Service tätig, sorgt er mit dieser Vergangenheit dafür, dass in Rinteln ein Weinkeller zur Verfügung steht, mit dem sich jedes 3 Sterne Restaurant schmücken kann. Unglaubliche Jahrgangstiefen renommierter deutscher Weingüter stehen zur Auswahl. Ein Blick in die Karte lohnt sich: https://www.hotel-stadtkassel.de/wp-content/uploads/2025/07/WINELIST-1.pdf
Ich nehme es vorweg, wenn 6 Personen wie wir zusammen sitzen, alle mit einer sehr festen Vorstellung davon, was ein guter Wein ist, wird es für den Sommelier schwer, alle unter einen Hut zu bekommen. Aber letztendlich sollte bei der Parade, die sich nach unserem Essen darbot, jeder glücklich geworden sein.
Wir waren ja so brav an dem Abend! Gegessen haben wir auch! Die Karte lässt sich auf der gut gepflegten HP einsehen. Drei Personen wählten das angebotene 5 Gang Menü, aber auch ein paar Änderungen, beziehungsweise Sonderwünsche eines gewissen Bremers warfen Service und Küche nicht aus der Bahn. Los ging es mit schmackhaften Brot plus Butter und Aufstrich.
Dem bald darauf, es dauerte etwas, bis alle wirklich wussten, was sie wollten, Grüße aus der Küche von Küchenmeister Daniel Klein und seinem Team folgten. Zuerst ein sehr gut abgeschmecktes Rindertatar.
Sowie gebeizter Fisch, leider weiß ich nicht mehr, was für einer. Dieser leichtere Gruß wollte definitiv vor dem Tatar gegessen worden sein.
Hier bot sich schon mal eine Anmutung von gehobenem kulinarischen Anspruch, und wir freuten uns auf die folgenden Gänge. Ich werde hier in der Kritik das von mir georderte 5 Gang Menü zu 118 EUR vorstellen, etwas im Preis erhöht, weil ein gewissen Bremer Genießer noch add ons für alle orderte. Los ging es mit Jakobsmuschel im ersten Gang.
Chorizo, Erbse und Aprikose waren die Begleiter einer roh marinierten Muschel. Tja, dass passte wirklich gut, Frische, Salzigkeit, Umami, Säure, alles da, alles sehr gut ausbalanciert. Ich nehme es vorweg, dieser Gang war einer der besten des Abends! Aber Nummer zwei hielt sehr gut mit, Geflügel sollte es sein.
Sot-l'y-laisse, zu deutsch Pfaffenschnittchen, sind die beiden kleinen, besonders zarten und aromatischen Filetstücke vom Geflügel, die sich beidseits der Wirbelsäule oberhalb der Keulen befinden. Kommt einem in der deutschen Küche nie unter das Messer, aber in der französischen Küche ist es ein Klassiker. Jus, Gnocchi und Trüffel machten daraus einen Gaumenfüllenden Genuss! Klasse!
In diesem Teller verbarg sich Steinbutt, kombiniert mit gebeiztem Wagyu-Fleisch, Dashi, Fenchel und Schnittlauch Kartoffelcreme. Auch wenn man ihn nicht sieht, der Fisch war hervorragend zubereitet. Etwas braver in seinen Aromen wie Gang 1 und 2, war das aber nichtsdestotrotz ein toller dritter Fisch-Gang. Es folgte ganz klassisch ein Sorbet als Erfrischung.
Mit dem die Küche hinüber leitete zum Hauptgang. Ende August gibt es Pfifferlinge, und wie kombiniert man diese? Mit Wild, Rehrücken in meinem Fall. Jetzt hat meine Familie ja eigenen Wald, und niemand in meiner Familie kann Dingen entgehen, die die Jäger in unserem Clan dort so schießen. Deswegen muss ich nicht unbedingt Reh in einem Restaurant essen, aber hier fand ich es in der Kombination ganz gut.
Die Küche um Daniel Klein servierte zum sous vide gegarten und angebratenen Rehrücken, sehr zart, wie gesagt Pfifferlinge, Pastinake, Pflaume und sehr leckere Pommes Dauphine. Insgesamt ergab sich daraus ein Gericht, dass sehr viel Freude beim Verzehr bereitete. Abschließender Hingucker war dann das Dessert.
Mais und Brombeere, Popcorn Eis, Honig Bacon Streusel klang erstmal nach großer Verwirrung auf dem Teller, aber es ergab sich dann doch ein stimmiges Ganzes aus Süße, Säure, Crunch und etwas Salzigkeit, guter Abschluss. Aber nicht ganz, ich meine mich zu erinnern, dass irgendwer, so ein Bremer wohl, noch Käse für alle orderte. Kein Foto, ich weiß nicht warum. Dann war er aber um, der Abend, nach abschließenden Digestifs und Kaffees.
Tja, der Service unter dem Ehepaar Brand agierte über den Abend souverän und sehr freundlich zugewandt. Geht nicht besser und es ist immer eine Freude, Restaurants zu erleben, die diese Kultur der Gastfreundschaft und Zugewandtheit zum Gast noch zelebrieren. Es werden leider immer weniger. Genauso großen Anteil am Genuss hatte Daniel Klein mit seinem Team. Die Küche lieferte ein gehobenes Menü ab, dass wirklich Spaß machte.
Ich komme gerne wieder, und sei es nur, um mich in den Weinkeller einschließen zu lassen. Der ist nämlich etwas sehr besonderes im Hotel Stadt Kassel in Rinteln. Und essen kann man dann da auch auf hohem Niveau!
Ja, an der Weser, aber nicht im gut bekannten Bremen, sondern erheblich weiter stromaufwärts im Schaumburger Land, dort liegt Rinteln. Ich war zum ersten Mal dort, endlich weiß ich, wofür RI auf niedersächsischen Kennzeichen steht. Grund für meinen Aufenthalt war ein entsprechender Vorschlag von Herrn Tischnotizen, der von überzeugender Küche berichtete und einer unfassbar breit sortierten Weinkarte. Somit fand er diesen Ort geeignet, dort ein weiteres Treffen einer bekannten Genießer-Truppe stattfinden zu lassen. Am 23. August fanden sich an einem... mehr lesen
Restaurant Fachwerk im Hotel Stadt Kassel
Restaurant Fachwerk im Hotel Stadt Kassel€-€€€Restaurant0575195040Klosterstraße 42, 31737 Rinteln
4.0 stars -
"Unerwartet feines Dining an der Weser" Carsten1972Ja, an der Weser, aber nicht im gut bekannten Bremen, sondern erheblich weiter stromaufwärts im Schaumburger Land, dort liegt Rinteln. Ich war zum ersten Mal dort, endlich weiß ich, wofür RI auf niedersächsischen Kennzeichen steht. Grund für meinen Aufenthalt war ein entsprechender Vorschlag von Herrn Tischnotizen, der von überzeugender Küche berichtete und einer unfassbar breit sortierten Weinkarte. Somit fand er diesen Ort geeignet, dort ein weiteres Treffen einer bekannten Genießer-Truppe stattfinden zu lassen. Am 23. August fanden sich an einem
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Nachdem wir im Hotel Frisia eingecheckt hatten ( problemlose Anreise aus Rheine mit einem direkten Regionalzug ) erkundeten wir am Samstag die auch bei Schietwedder sehr sehenswerte Altstadt von Leer mit dem Hafengebiet. Abends standen wir dann, es war ein dunkler Winterabend, zur vereinbarten Zeit vor dem Gebäude der alten Waage am Hafen von Leer.
Man kann es nur ansatzweise erkennen, aber das Gebäude ist ein wunderschön renoviertes Haus aus der Blütezeit der recht wohlhabenden Hafenstadt. Im Inneren befindet sich seit langer Zeit das Restaurant zur alten Waage. Homepage und Berichte im Netz lassen eine ambitionierte Küche vermuten und ich freute mich auf den Abend. Im Inneren präsentierte sich der Gastraum ebenso wunderschön renoviert.
Eine Dame aus dem Service nahm uns in Empfang und wir hatten die Auswahl unter ein paar Tischen. Es würde über den Abend nicht sehr voll werden, hoffentlich Saisonbedingt waren nur eine Handvoll Tische über den Abend belegt. Die Dame überreichte die Karten und fragte nach einem ersten Wunsch. Wasser wurde bestellt und wir schauten in der Weinkarte nach einer uns zusagenden Flasche Wein.
Ein fränkischer Weißburgunder wurde erwählt und wir erhofften uns durch einen Holzbetonten Ausbau eine gute Begleitung für das sich in unseren Köpfen zusammensetzende Menü. Mit dem Wein grüßte die Küche mit Brot und einer Currycreme. Wie so häufig und weil nicht so viel los war, wichen wir vom klassischen Drei-Gang Menü ab und fragten nach der Möglichkeit vier Gänge zu bestellen. Das war kein Problem für den Service. Also orderten wir entsprechend und die Küche schickte noch einen zweiten Gruß.
Graupen gab es auf einem Löffel, im Stil wohl bekannt aus einer Fernsehkochshow. Der Happs schmeckte gut, hinterließ aber auch keine weiter reichenden Emotionen. Ich hoffte auf etwas mehr kulinarische Emotion in den von uns bestellten Gängen. Im ersten Gang hatten wir unterschiedliche Speisen erwählt. Frau entschied sich für Piz, Pilz & Pilz, als Zutaten verriet die Karte Buchweizen, Kartoffelschaum & Rote Grütze über das Gericht.
Vegetarische Küche im Strudel Stil, so gab sich der Teller. Es duftete nach Pilzen, nach Umami ( kein Wunder ) und gebackenem Strudel. Das war schon eine verlockende Aromen-Welt. Frau war zu zufrieden und ich rätsele immer noch ob Piz ein Tippfehler oder ein friesischer Name für eine Zutaten war. Wir waren quasi an der Nordsee, und dann möchte ich Krabben, wenn ich da schon bin.
Krabbencocktail war also meine Wahl für den ersten Gang. Und meine Hoffnung auf ein erfreulichere Kulinarik in den Gängen erwies sich als berechtigt. Die Karte verkündete als Zutaten Waage-Remo(ulade), Tomaten, Sorbet & Gurke. So weit, so klassisch, aber anstatt des schon erwarteten Glas gefüllt mit in Remoulade ertränkten Krabben ergab sich ein fein angerichteter Teller, der Platz ließ, die einzelnen Zutaten zu erschmecken. Ich war hoch erfreut und genoss. Gang zwei für uns beide gleich, wie alle weiteren folgenden Gänge.
Krabben kann man ja nicht häufig genug essen, wenn man nicht am Meer lebt und nur ab und zu Besucher an der Küste ist. Marios Krabbensuppe mit Fenchelschaum war eine Empfehlung des Service für Gang zwei und wir hatten keine Gelegenheit, das befolgen dieser Empfehlung zu bedauern. Lecker! Im besten Sinn, wir genossen ein fein abgeschmeckte Krabbensuppe, die ihre Basis in einem guten Fisch- und Meeresfrüchte-Fond hatte. Fisch im dritten (Haupt)Gang ist ja bei uns keine große Überraschung.
Gelbschwanzmakrele aus Zeeland mit Kürbis, Grünkohlgraupen & Bouillabaisse-Sud fanden wir beide spannend. Als Hamachi kennt man diesen Fisch aus der japanischen Küche. Und weil wir in Rheine eine sehr ambitionierte Fischhändlerin auf dem Markt haben, findet dieser Fisch des Öfteren den Weg in unsere Küche, genossen als Ceviche, Sushi, Tataki, Sushimi. Hier nun in der Waage eher klassisch, gebraten und mit jahreszeitlichen Zutaten. Graupen sind eine wohlige Erinnerung an Omas Eintöpfe in Kindheitstagen, Kürbis passt, und wenn die Sauce so gut ist wie hier, dann wird ein ein wirklicher Genuss. Der Fisch stammt aus holländischer Zucht und ist dann auch mit gutem Gewissen verzehrbar.
"Bratapfel" mit Sellerie-Vanille-Creme, Strudelteig, Tonkabohne & Apfel-Tee-Sud war unser Dessert. Passend zur Jahreszeit kam das Dessert in Mille Feuille Optik. Ein harmonischer Abschluss eines im Ganzen wirklich guten Menüs. Der Küchengruß war noch zu brav, da darf sich die Küche ruhig mehr Intensität zutrauen, aber die folgenden Gänge schmeckten nach ambitionierter Küche. Wir waren zufrieden und teilten das Küchenchef Mario Brüggemann im persönlichen Gespräch auch so mit. Ebenso erfreulich der Service, der sich zugewandt und freundlich über den Abend um uns kümmerte.
Komme ich zum Abschluss meines Berichts zum Fazit meines ersten Besuchs in Leer und der alten Waage. Wir kommen sicher noch mal wieder, in Stadt und Restaurant. Beide sind einen weiteren Besuch wert.