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GastroGuide-User: Jenome
Jenome hat Flüsseviertel in 28199 Bremen bewertet.
vor 2 Stunden
"Kleine gemütliche Eckkneipe mit deftiger Küche - aber alles in Tapas"

Geschrieben am 03.06.2026 | Aktualisiert am 03.06.2026
Besucht am 18.02.2026 Besuchszeit: Abendessen 4 Personen Rechnungsbetrag: 99 EUR
Wir waren auf Besuch bei Freunden in Bremen, und da wir den Nachmittag als auch den Abend in Bremen verbringen wollten, musste es natürlich auch etwas zum Abendessen geben. Das sollte dann natürlich nicht irgendeine Systemgastronomie in der Innenstadt sein, sondern dann doch eher eine kleine, gemütliche und einheimische Eckkneipe. Da auch bei den Essenswünschen die Meinungen etwas auseinander gingen, schlugen unsere Bremer Freunde das Restaurant Flüsseviertel im gleichnamigen Stadtteil der Bremer Neustadt vor. Ein Tisch wurde vorab reserviert, unserem Besuch stand also nichts mehr im Weg.



Das Auto in den engen Gassen des Flüsseviertels abzustellen ist etwas schwierig, aber da wir ja schon am Nachmittag in Bremen waren, hatten wir noch ausreichend Platz. Am Abend ging es dann zu Fuß in besagtes Restaurant, was sprichwörtlich wirklich eine Eckkneipe ist. Leider haben sich auch hier an den Wänden einige „Künstler“ verewigt, was dem Ansehen von draußen natürlich nicht unbedingt zuträglich ist. Aber egal. Türe auf und rein.


 
Hier wurden wir von einem jungen Team sehr freundlich begrüßt und auch gleich an unseren Platz gebracht. Die Speisekarte wurde sogleich gereicht, und so konnten wir erst einmal stöbern. Erstaunt waren wir über das Angebot. Lässt doch der Name nicht unbedingt eine Tapasbar vermuten, gab die Speisekarte fast ausschließlich warme und kalte Tapas her. Natürlich gab es aber auch „normale“, also große Tellergerichte. 

 

Zusätzlich wurden auf einer großen Tafel im Eingangsbereich verschiedene Tagesgerichte angeboten. Erstaunt war ich vom Mix der angebotenen Tapas. So gab es neben Falafel, Käsespätzle, Blutwurst, Roulade, Ziegenkäse und Fisch so ziemlich alles quer durch den Garten, sogar das norddeutsche Labskaus fehlte nicht als Tapas. Hier hatte man nun also die Qual der Wahl.
 
Da wir gut Kaffee getrunken hatten, und es doch recht frisch an diesem Februartag war, hatten wir keinen großen Durst, und so bestellten wir für uns viere:
 
Getränke:
 

  • 1x 0,75ér Gerolsteiner Medium für 6,50 €


 
Auch die Hauptspeisen waren schnell klar, und so orderten wir auch hier:
 
Hauptspeisen:
 

  • 2x Tapas Fleisch/Fisch zu je 8,90 €

  • 1x Tapas Suppe zu 6,90 €

  • 2x Tapas vegetarisch zu je 5,90 €

  • 1x Tapas Falafel zu 6,90 €

  • 1x Grünkohl-Teller mit Kasseler, Pinkel, Kochwurst, Salzkartoffeln und Senf für 24,90 €


 
Nun hatten wir uns Zeit im Restaurant umzusehen. Auch wenn das Mobiliar schon etwas in die Jahre gekommen ist, fühlten sich die rustikalen, dunklen Holztische und die schweren Holzstühle mit ihren halbrund geschwungenen Lehnen doch ganz urig und gemütlich an. 



Es muss nicht immer hypermodern und neu sein. Hauptsache sauber und ganz, und das war hier der Fall. Um den rustikalen Charme zu verstärken war eine Wand im Lokal komplett mit großen und kleinen Klinkersteinen verziert. Die Theke thront mittig im Raum, von hier hat das Team die Gaststube im Überblick. Hier kann man sitzen, hier kann man klönen.


 
Nach einer knappen halben Stunde waren dann unsere Gerichte am Tisch, jeder ordnete sich seine Tapas zu, und lunschte über den Tellerrand was denn der andere so hat.
 
Unsere Freundin hatte sich für die Rote-Beete-Falafel auf buntem Salat mit Frischkäse-Knoblauch-Dip und frischem Obst, sowie den Grünkohl-Tapas entschieden. Die Rote-Beete-Falafel waren drei große, runde Kugeln, welche in einer knusprigen Panade kross frittiert waren. Dazu gab es frischen Salat der Saison. 



Auch wenn es „nur“ Möhrenraspel, Gurkensalat, Tomatenviertel, Chicorée und Blattsalat waren, diese waren frisch angerichtet und vor allem auch knackig. Also nichts mit Fertigware. Große Augen bekam ich beim Grünkohl-Tapas, denn das war dann schon fast eine halbe Portion der Großen, welche es heute im Tagesangebot gab. 



Hier alles etwas kleiner, und so waren das Kasseler, der Pinkel, die Kochwurst und die Salzkartoffeln in kleine Stücken geschnitten, und somit gleich „mundfertig“. Das ganze auf dem saftigen Grünkohl angerichtet.
 
Der Lebensgefährte unsrer Bremer Freundin hatte sich den Ziegenkäse mit frischem Salat sowie die Saftigen Bulletten mal anders-im Sesam Brötchen mit Sesam Crunchy Salat und körnigem Senf Dipp bestellt. Der Ziegenkäse kam als zwei große Rollen Ziegenkäse daher, umgeben von dem wie bereits oben beschriebenen frischen Salat der Saison. 



Der Ziegenkäse war gewohnt kräftig und aromatisch, so wie man das von solchem auch erwartet. Gespant waren wir auf die Bulletten mal anders, und die kamen hier als Miniburger daher. 



Scharf angebratene Bulletten, das hack gut gewürzt, waren zwischen jeweils zwei Hälften eines ebenso kleinen, aber frischen Sesam-Brötchens versteckt. Dazu auch hier frischer Salat und ein milder Senf Dipp, ähnlich dem Dijon Senf.
 


Meine Frau wünschte sich die Suppe, welche es als Tagesangebot gab, und so wurde ihr die Erbsen-Creme-Suppe mit Kartoffelwürfeln und Möhren gereicht. Die Schüssel, in der die Suppe gereicht wurde, war auch hier von der Größe schon mehr als nur noch Tapas und hätte fast als hauptspeise durchgehen können. 



Die Suppe war angenehm mild und schön heiß, in der Suppe kleine Stückchen Möhre und Kartoffel, welche angenehm bissfest waren. Wir könnten uns vorstellen das dieses leckere Süppchen in solch einer Küchenwundermaschine gekocht wird, denn ich kann nicht glauben das diese Suppe, so schön frisch sie war, schon vorgekocht wird. 



Dazu gab es auch hier dieses frische Sesam-Brötchen. Als zweite Tapas hatte meine Frau ebenfalls den Ziegenkäse mit frischem Salat, der, wie schon oben beschrieben, auch gut war.
 
Ich zögerte lange mit mir, aber meine Entscheidung fiel dann doch zugunsten der norddeutschen Küche aus, und so entschied ich mich gegen die Tapas, und orderte den Grünkohl-Teller mit Kasseler, Pinkel, Kochwurst, Salzkartoffeln und Senf. 



Und ja, das ist es, was ich am Norden so liebe. Deftige Hausmannskost, und die konnte man auch hier im Flüsseviertel. Auch wenn ich vielleicht etwas wenige Kartoffeln auf dem Teller hatte, die zwei dicken Scheiben Kasseler, welche gut durchzogen mit etwas Fett waren, sehr gut gepökelt waren, und herrlich weich im Biss, holten das kleine Manko wieder heraus. Dazu hier den Bremer Pinkel und die Kochwurst.  Diese beiden kannte ich so noch nicht, gibt es im Cuxhavener Raum dann eher den Kohlpinkel und eine Knackwurst. Aber der Bremer Pinkel, welcher durch das Erwärmen aufgeplatzt war und aus seiner Pelle quoll, war richtig schön herzhaft und deftig, aber auch fettig. 



Das mag sicher nicht jeder, aber bei diesem Gericht muss das so. Auch die Kochwurst war sehr deftig und gut, und schön knackig im Biss. Passend dazu der ebenfalls deftige Grünkohl, welcher hier nicht nur aus dem Glas auf den Teller geklatscht wird, sondern auch frisch angerichtet wurde, oder aber zumindest TK-Ware war und ordentlich veredelt wurde. So einen leckeren Grünkohl-Teller hatte ich lange nicht mehr.
 
Wie man unsere Damen so kennt, gab es im Anschluss natürlich noch etwas Süßes in Form eines Schokoküchleins und einer roten Grütze, aber auch der Verdauerli in Form eines Honig-Grappa bzw. einer Williams Christbirne durfte nicht fehlen.

 
 
Wir verbrachten angenehme zwei Stunden im Restaurant Flüsseviertel. Es ist eine angenehme Eckkneipe, wo man sich am Abend trifft, und ebend durch die Tapas auch die altehrwürdige, deutsche Küche in kleinen Portionen genießen kann.


 
Unser Fazit: wir ließen zu viert 99,60 € im Restaurant Flüsseviertel in Bremen. Eine kleine gemütliche Eckkneipe, geführt von einem jungen Team, welches hier mit Tapas aus deutscher und internationaler Küche punkten will und kann. Klar ist das Interieur nicht das neuste, aber macht nicht genau das den Charme einer solchen Eckkneipe aus?
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung