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GastroGuide-User: Katinka23
Katinka23 hat Zum Kesselhaus in 72393 Burladingen bewertet.
vor 3 Tagen
"Gute schwäbische Küche in alter Industriearchitektur"
Verifiziert

Geschrieben am 22.06.2022 | Aktualisiert am 23.06.2022
Besucht am 02.06.2022 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 48 EUR
An diesem Donnerstag sollte unser Besuch im Kesselhaus Realität werden. Ich nutzte für die Tischreservierung das auf der Homepage verfügbare online-Reservierungssystem, und nach etwa zwanzig Minuten kam per e-mail die Bestätigung.

Parkplätze sind vor dem Gebäude und in der unmittelbaren Umgebung ausreichend vorhanden. Wir betraten das Lokal und bemerkten sofort eine Tafel am Tresen, auf der wir gebeten wurden zu warten, man werde uns einen Platz zuweisen. Das ist für mich die bessere Alternative als mit den sonst üblichen „Reserviert“- Schildchen, bei denen es im Extremfall zu Unruhe durch die Suche nach freien Plätzen kommen kann.

Wir mussten ein paar Minuten warten, während die zwei Bedienungen mit ihren Lieferungen an verschiedene Tische unterwegs waren. Man hatte uns aber signalisiert, dass wir bemerkt worden waren. Dann wurden wir begrüßt, ich erwähnte die Reservierung, und man wollte uns einen Zweiertisch mitten im Raum an einer Säule zuweisen. Doch der gefiel uns in der Lage überhaupt nicht, und so bekamen wir schließlich einen anderen Tisch mehr am Rand des großen Raumes.

Kurz darauf kam eine der Bedienungen an den Tisch und reichte uns die Speisekarten. Die sind zumindest in den Überschriften deftig schwäbisch gehalten. Die Beschreibungen der Gerichte sind jedoch auf Hochdeutsch, so dass wir keinen Übersetzer brauchten. Die Karte ist auch auf der Homepage des Restaurants hinterlegt.

Unter der Überschrift „Ebbes G´scheits - lass drs schmegga!“ fanden wir beide unsere Wahl: „Schwäbischer Zwiebelrostbraten mit hausgemachten Spätzle an Bratenjus“ (20,50 €). Auf die Frage nach dem gewünschten Gargrad antwortete meine Begleitung „Medium-rare“ und ich schloss mich mit Kopfnicken an. Dazu ein alkoholfreies Weißbier (3,60 €) für mich und eine Weinschorle weiß-sauer für meine Begleitung (3,40 €). Für die Nordlichter: „Sauer“ bedeutet, dass die Schorle mit normalem Mineralwasser gemischt wird, im Gegensatz zur süßen, die mit süßem Sprudel gemixt wird.

Gewissermaßen postwendend wurden die Getränke serviert, gut gekühlt und bei den Außentemperaturen erfrischend.  Jetzt trat natürlich eine Pause ein, und wir konnten uns im Gastraum in Ruhe umsehen.



Man sieht dem Gastraum die industrielle Vergangenheit durchaus an. Dieser Eindruck wird verstärkt durch die Dekoration aus Rohren, Ventilen, Kondensatableitern etc., die in die Beleuchtung integriert ist bzw. an anderer Stelle zum Beispiel ein Geländer formt.



Böse Anmerkung am Rande: Es ist deutlich erkennbar, dass diese Dekoration nicht von Anlagenbau-Fachleuten erstellt wurde, denn etliche Flansche sind nicht korrekt montiert. Die Schraubenlöcher wurden, wo nicht durch die Form der Einbauten anders vorgegeben, auf die horizontale und die vertikale Achse gelegt, während die Norm klar vorgibt, dass die Achsen lochfrei sein müssen.

Nach moderater Wartezeit kam dann die Bedienung und brachte zunächst meiner Begleitung einen Teller mit dem Zwiebelrostbraten und eine Schale mit den Beilagen. Doch sofort reklamierte meine Begleitung, denn sie hatte auf den ersten Blick erkannt, dass der Rostbraten durch gegart war. „Wir hatten medium-rare bestellt!“

Die Bedienung entschuldigte sich, ihre Kollegin, die die Bestellung aufgenommen hatte, habe das wohl falsch verstanden, und nahm den Teller wieder mit.

Jetzt kam man hinter den Kulissen wohl in Wallung, denn es dauerte deutlich nicht so lange wie zuvor, bis wir dann beide mit den jetzt wunschgemäß gegarten Fleischstücken und dem entsprechenden Zubehör versorgt waren.



Beim Anschnitt zeigte sich das Fleisch zart und offensichtlich von guter Qualität, der Geschmack stand dem nicht nach. Die gebackenen Zwiebeln auf dem Fleisch waren mit Schnittlauchröllchen garniert, das Ganze stand in einem reichlichen Spiegel von herzhafter Bratensauce. Als Garnitur gab es noch einen mit Rote Bete-Saft gefärbten Klecks Kartoffelpüree, darin ein grünes Segel. 



In der Beilagenschüssel befanden sich nicht wirklich die in der Karte erwähnten Spätzle, sondern Knöpfle, die deutlich kürzere und etwas dickere Variante der Spätzle, die mit in Fett gebratenen Semmelbröseln und auch wieder mit Schnittlauchröllchen garniert waren. Geschmacklich harmonierten sie aber wunderbar mit der Bratensauce, und so waren wir schlussendlich bestens gesättigt und zufrieden.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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