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GastroGuide-User: Ehemalige User
hat maison blue in 50678 Köln bewertet.
vor 7 Jahren
"Was macht man in Köln, wenn man im..."

Geschrieben am 19.04.2014
Was macht man in Köln, wenn man im Hotel am Abend ankommt, sich selbst diesen vertreiben muss, Hunger hat und abenteuerlustig ist.

Man nimmt sich dieses Teil namens Smartphone, checked ein bei Qype und lässt sich die Restaurants in der Umgebung anzeigen. Ob das unter Yelp noch möglich sein wird ? Und vielleicht auch bei golocal ?

Eigentlich wollte ich ins Odessa, dem letzten Treffen der QCN in Köln. Aber das hatte am Montag zu. Also hatte ich mich für das Maison Blue entschieden, wobei mich sowohl die Tatsache interessierte, dass der Name einen kruden Sprachenmix enthält als auch meine Lust auf französisches Essen.

Einen Dresscode gab es glücklicherweise nicht; die beiden netten Damen lachten darüber: „Sie sind hier nicht in Hamburg, in Köln ist man lockerer“.

Das 4-Gänge-Menü steht leider nur für 2 Personen zur Verfügung, also wählte ich von der Schiefertafel nach langem Überlegen, denn die Karte klingt durchweg spannend.

- Mousse von der Gänsestopfleber (schade, dass reine Gänsestopfleber nicht verfügbar war; die Mousse war ein wenig fad; die korrespondierenden Beilagen und der Salat schmeckten prima)

- Kaninchenkeule in Estragon-Sahnesauce (super zart, aber der Estragon war zu dominant; deshalb wurde die Wahl des korrespondierendes Weins recht schwierig; 1/3 des Estragons hätte es auch getan)

- Als Dessert ein Schoki-Gateau mit flüssiger Schoki-Füllung (Fondant) : sehr lecker, aber ohne Wow-Effekt

- Als Amuse Bouche gab es verschiedene Fisch-Mousses, die nett waren.

Alle Speisen soweit handwerklich gut, ohne mich vom Hocker zu hauen. Es fehlte der Kick, der in Erinnerung bleibt.

Was mich aber wirklich begeistert hat, war die Dame, die für die Konversation und den Wein zuständig war, deshalb gibt es den 4. Stern. Sie hatte Zeit oder sie nahm sie sich, denn es war Montag Abend und nur noch 2 weitere Tische waren besetzt. Ich habe sie wirklich in Beschlag belegt, denn sie kannte sich echt aus mit Weinen, die zu den von mir gewählten Gerichten passten. Gelernt habe ich an dem Abend viel über Weine, ihren eigenen Weinberg etc. An diesem Abend durfte ich erleben, dass ich sowohl Chardonnay (mag ich eigentlich gar nicht) zum Hauptgericht als auch edelsüße Weine zur Vorspeise (das hatte ich geordert) und Dessert mag. Die Edelweine waren aus Banuyls aus 100%(!) Grenache. Allein dieser Wein ist einen Besuch wert.

Fazit: Gern wieder mal, denn das Restaurant ist gemütlich eingerichtet und der Service ist perfekt. Dass das WC nur über den 2 m-Hof zu erreichen ist, hat mich nicht gestört.