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GastroGuide-User: Jenome
Jenome hat Weißes Lamm in 93309 Kelheim bewertet.
vor 3 Stunden
"Uriger, bayrischer Gasthof. Vielleicht sollte es Manowar doch noch mal versuchen."

Geschrieben am 01.04.2026 | Aktualisiert am 01.04.2026
Besucht am 08.02.2026 Besuchszeit: Mittagessen 5 Personen Rechnungsbetrag: 123 EUR
Am letzten Tag unseres Spontanbesuches bei unserer Freundin zur Kur in Bad Gögging wollten wir uns natürlich vor unserer Abreise nach Sachsen dann doch auch gerne noch ein bisschen die Gegend erkunden, da wir in dieser schönen Ecke Deutschlands noch nie waren. So führte uns am Vormittag eine kleine Wanderung in das Kloster Weltenburg. Eigentlich war unser Plan, dann dort in der Klosterschänke unser Mittag einzunehmen. Da aber im Februar hier hinten an der Donau tote Hose ist, und selbst die Klosterbrauerei gerade im Umbau war, war auch die Klosterschänke geschlossen. So fuhren wir kurzerhand nach Kehlheim, dort wird sich schon eine Gastronomie finden. Wie wir unwissenden Sachsen dann so in Kehlheim ankommen, steht doch hoch droben auf dem Berg eine riesige, alte, monumentale Halle. Also kurzerhand den Plan geändert, das Mittagessen verschoben, und so ging es vorher noch einmal hoch zur Befreiungshalle Kehlheim. Bei schönstem Wetter konnten wir hier nach dem erklimmen der Stufen zur oberen Plattform einen wunderbaren Ausblick auf Kelheim und die Umgebung werfen. So viel wandern am Vormittag machte dann aber doch etwas hungrig, spät war es auch schon, und uns stand ja noch ne etwas längere Autofahrt nach Hause bevor.
 
So ging es wieder hinab in die Stadt, unser Auto konnten wir auf dem Parkplatz an der Donau abstellen. Von hier aus ging es in die alte Innenstadt, unser Ziel, eine gutbürgerliche, bayrische Kneipe. Bereits am Eingang zur Stadt kamen wir am Gasthof Weißes lamm vorbei, den ließen wir aber links liegen, hatten wir doch beim großen Onlinekartenanbieter doch das Weisses Bräuhaus der Weißbierbrauerei Schneider Weisse entdeckt. Leider war an diesem Tag dort ein Brunch, was wir ja nicht wollten, und alle Plätze voll belegt. Einer der Gäste, der draußen rauchte und unsere ratlosen Gesichter sah fragte, was wir denn wollten, und empfahl uns als einheimischer ganz klar den Gasthof Weißes Lamm. Also ging es für uns wieder zurück zum Gasthof, den wir kurz vorher links liegen gelassen hatten.


 
Am Eingang studierten wir kurz die Speisekarte, da kam auch schon der Seniorchef des Hauses auf uns drauf zu und wir fragten, ob wir denn jetzt ne halbe Stunde nach 1 noch etwas zum Mittag bekämen. „Freilich, kommt´s“ mit war seine Antwort. So führte er uns in eine der beiden Gaststuben und wies uns einen Tisch zu, wo wir fünfe ausreichend Platz hatten. 



Da von unseren Vorgängern an einem kleinen Fleck etwas vertropft war, wies er eine der Kellnerinnen auch sofort an, die Tischdecke zu wechseln. Prompt geschah dies auch, das besteck wurde gereicht, und ebenso die hochwertigen Servietten, welche sich fast wie Stoffservietten anfühlten. Fast gleichzeitig war die Speisekarte zur Hand, mit der Bemerkung das um diese Zeit der Schweinebraten leider schon aus ist. Das fand ich persönlich wirklich schade, denn auf einen bayrischen Schweinebraten hatte ich mich gefreut.
 
Egal, ein kurzer Blick von uns allen in die reichhaltige Karte, und wir wussten, was wir wollten. Dabei hält die Karte 2 Vorsuppen zum moderaten Preis von knapp 6 Euro vor. Weiter geht es mit deftiger, bayrischer Küche, wobei auch hier die Preise zwischen 13,90 € für den Schweinebraten mit Klößen und 25,50 € für die Lammhaxe lagen. Das bekommst du bei uns in Sachsen nicht zu solchen Preisen. Ich frag mich immer wieder wie die Bayern das machen.
 
So bestellten wir dann nach wenigen Minuten:
 
Getränke:
 
•           2x 0,30ér Weltenburger Kloster Barock-Dunkel für je 3,80 €
•           3x 0,4ér Coca Cola für je 4,00 €
•           2x 0,4ér Apfelschorle für je 4,00 €

Vorspeisen:
 
•           4x Leberspätzlesuppe zu je 5,80 €
 
Hauptspeisen:
 
•           3x Krustenbraten vom Wammerl mit Kartoffelknödel und Krautsalat für je 14,90 €
•           1x Hausgemachte Käsespätzle mit Röstzwiebeln und Salatteller für 13,80 €
•           1x Schnitzel „Wiener Art“ mit Kartoffelsalat und Salatteller für 15,90 €
 
Bis zur Getränkelieferung hatten wir nun etwas Zeit uns im Gastraum umzusehen. Modern gehalten, aber die alte bayrische Tradition bewahrt. So würde ich es beschreiben. Denn vom Licht und der Lüftungstechnik war der Gasthof auf den neusten Stand, aber gleichzeitig wurde der Charme eines alten Gasthofes mit der Holzvertäfelung an den Wänden beibehalten. 



Auch die große, hölzerne Anrichte, auf welcher am Morgen sicherlich das Frühstücksbüffet für die Hotelgäste angerichtet wird, war aus rustikalem Holz. 



Stühle und Tische standen dem nichts nach, und auch der Parkettboden gab ein passendes Bild. Auf den Stühlen und Bänken, welche rings um die Wand waren, saß man sehr bequem, die Tische bieten ausreichend Platz. Die Theke des Gasthofes befand sich im Nachbarraum.

  
 
Fünf Minuten nach unserer Bestellung waren unsere Getränke am Tisch. Endlich konnten wir beiden Herren auch einmal dieses süffige Bier aus der Weltenburger Klosterbrauerei kosten, welches wir ja im gleichnamigen Kloster leider nicht bekommen hatten. Hier aber nun endlich, aber schade, dass wir noch Auto fahren mussten, denn es schmeckte eindeutig nach mehr…..


 
Nach mehr schmeckte auch die Leberspätzlesuppe, die 5 Minuten nach unseren Getränken kam. Schön heiß, mit reichlich Einlage dieser selbst gemachten Leberspätzle, mild gewürzt in einer klaren Brühe und obenauf etwas (TK) Petersilie. Das alles auf einem tiefen Teller angerichtet, so hätte das von der Menge her schon fast eine kleine Hauptspeise sein können. So lieben wir die Leberspätzlesuppe, und ist für uns bei jedem Bayernbesuch ein Muss.


 
Wenig später kamen dann auch schon die Salatteller, welche als Beilage zu dem Schnitzel und den Käsespätzle waren. Auch hier wieder typisch Bayern, denn der Rot- als auch Weißkrautsalat waren selbst angerichtet, herrlich frisch und knackig und mit einem milden Essigdressing verfeinert. Eine starke Kümmelnote, welche sicher nicht jeder mag, übertünchte den Krautsalat. 

 

Herrlich. Obenauf gab es dann noch ein Viertel frische Tomate und ein paar Blätter frischer Salat und den obligatorischen Möhrenraspel. Für den Krustenbraten gab es "nur" ein großes Schälchen dieses sehr gut schmeckenden Weißkrautsalat.


 
Dann ging es ratzfatz, denn bereits nach 20 Minuten waren dann auch unsere Hauptspeisen schon am Tisch. Herr Jenome, seine Schulfreundin und deren Mann hatten sich den Krustenbraten vom Wammerl mit Kartoffelknödel ausgesucht, da es ja den Schweinebraten leider nicht mehr gab. 



Aber auch hier wurden wir nicht enttäuscht, denn wer es etwas deftiger und herzhafter mag, war hier richtig. Zwei dicke Scheiben Schweinebauch lagen da auf dem Teller. Ordentlich durchzogen mit Fett, und hier und da auch noch ein kleiner Knorpel mit drin. Das Fleisch schön zart, aber noch gut und fest im Biss. Dazu ein selbstgemachter Kartoffelknödel, das Beste aber war die Soße. Diese war richtig schön kräftig im Geschmack, angenehm dunkel in der Farbe und passend zu dem Essen. Da der Kartoffelknödel die Sauce nicht aufnehmen konnte, ließ ich es mir entgegen meiner guten Erziehung nicht nehmen, diese am Ende mit einem kleinen Löffel restlos zu verputzen.


 
Meine Frau hatte, typisch für einen Gaststättenbesuch in Bayern, natürlich die Hausgemachte Käsespätzle mit Röstzwiebeln gewählt, 



und wurde da auch natürlich nicht enttäuscht. Reichlich frisch geriebene Spätzle mit ebenfalls reichlich kräftig, würzigem Käse angerichtet. Der Käse „zog“ richtig gut und verband sich ordentlich mit den Spätzlen. Obenauf frisch geröstete Zwiebeln, ein Leckerbissen wie man ihn aus Bayern kennt.


 
Das Töchterchen unsrer Freunde wollte sich nicht so recht an die deftigen, bayrischen Gerichte wagen, aber Schnitzel geht ja immer, und so hatte sie sich das Schnitzel „Wiener Art“ mit Kartoffelsalat bestellt. 



Und ja, so schlecht lag sie damit gar nicht, denn das große Schnitzel was da auf ihrem Teller lag, war in dieser geldgelben, leicht braunen Panade schon ganz ansehnlich. Und es schmeckte auch gut, war schön zart und leicht gewürzt. Gespannt waren wir auf ihre Reaktion zum Kartoffelsalat, denn in Sachsen kennen wir ja fast ausnahmslos den Kartoffelsalat nur mit Fleischsalat, Mayonnaise und saurer Gurke angerichtet. 



Hier war er lauwarm und mit Brühe, Essig und Öl angerichtet. Aber auch das schmeckte ihr sehr gut, war es doch mal was völlig anderes als zur heimischen Küche. Dazu gab es einen Zitronenschnitz und eine viertel Tomate, und da Töchterchen es sich für das Schnitzel wünschte, Ketchup in der Portionstüte.
 
Eigentlich waren wir satt und zufrieden, aber Frau Jenome hatte dann doch noch etwas Platz im Dessert Magen gefunden, und so sollte es noch ein Hausgemachter Apfelkuchen mit Sahne für 4,20 € sein. Diesen teilte sie sich letztendlich mit dem Mann meiner Freundin, denn seine sehnsüchtigen Blicke nach was Süßem konnte sie auch nicht ertragen. Beide waren zufrieden, war der Kuchen doch schön fluffig und gut im Geschmack.
 


Wir waren mittlerweile die letzten im Gasthof, alle Servicekräfte wuselten schon in der Küche herum, um diese zu putzen, und so vergaß man uns etwas, denn wir wollten ja zahlen und mussten wieder in die Heimat. Nach einer geschlagenen viertel Stunde zahlten wir dann, und machten uns wieder auf den Weg nach Bad Gögging, um unsere Freundin zu ihrem Kurschatten zu bringen und unseren Heimweg anzutreten.
 
Unser Fazit: wir zahlten zu fünft 123,60 € im Gasthof Weißes Lamm in Kelheim. Eigentlich hätten wir gleich am Anfang hier einschwenken können, denn ein uriger Gasthof, freundliche Bedienung und leckeres Essen machten unseren Abschied aus Bayern doch noch einmal besonders.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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