Il Campo
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Schwarzer Weg 1, 58730 Fröndenberg
Restaurant Club Hotel Sportcafe
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GastroGuide-User: Gastmann is(s)t
hat Il Campo in 58730 Fröndenberg bewertet.
vor 5 Jahren
"IM Il CAMPO ZU GASTE BEI FREUNDEN"
Verifiziert

Geschrieben am 08.04.2015 | Aktualisiert am 08.04.2015
Besucht am 04.04.2015
Ein Golfplatz sei hier, doch auf dem Parkplatz an der Gebäudegruppe fand sich kaum ein Fahrzeug der VAG, geschweige denn ein Golf. Bis auf den einen oder anderen Touran vornehmlich Süddeutsches: Kaleschen der Bayrischen Motorenwerke und Untertürkheim, aber nichtmal Zuffenhausen, momentan jedenfalls. Ansonsten Selbstbeweger des Horch-Nachfolgers. Gastmann war irritiert. Waren die Golfs alle beim Polo?

Die Verwirrung hielt an. Vom Parkplatz her kommend zwar eine ausgehängte Speisekarte, aber wo sollte in der Gebäudegruppe des Gut Neuenhofs das Il Campo sein, wie man ihm gesagt hatte. Da gab's ein Hotel - für vielleicht späteres "erfolgreiches Putten in die Holes trotz Handicap", wie Gastmann sinnierte - und ein von außen erkennbares Warenangebot gegen Langeweile der Ladies (Terminus: shoppen), aber wo zum Himmel ging's hier zum Campo?

Die "Freunde, bei denen er zu Gast" sein sollte (und wollte), machten sich ziemlich rar; dabei kannte er hier bisher noch niemand. Nachdem er sich durchgesucht und die Destination gefunden hatte, fand er sich in einem großen, hellen und dank der großzügigen Verglasung lichten, freundlichen Raum wieder; hell-holzmöbliert und der Wandanstrich cremegetönt. Die Tische klassisch weißleinen bedoppelstofft und bereits komplett eingedeckt und mit Würzmühlen ausgestattet. Gastmann vernahm durch die beidseitig offene Getränkebar hindurch Gesprächsfetzen: " ... ja ich spiele auch!", offensichtlich unter den Freunden hier keine Selbstverständlichkeit, sondern eine extra zu beteuernde Offenbarungsnotwendigkeit.

Der inzwischen am Tisch Gastmanns arrivierte mitteljunge Mann erwies sich im weiteren als kompetent und souverän. Er überreichte die aufgeschlagene 4-seitige Speisekarte und ergänzte den Hinweis in der selben auf weitere zu erfragende Fischempfehlungen freiwillig um: Seeteufel (27,00 €) und Seezunge (33,00 €). Die Karte umfasste ansonsten "Salate" (12,80 € und 14,50 €), 4 x "Pasta" (9,90 € bis 24,50 €), "Feines aus dem Meer" (24,50 €), 5 x "Vorspeisen" (7,90 € - 15,80 €), 3 x "Suppen" 5,90 € bis 8,90 €) und noch auf 2 weiteren Seiten Fleisch, Wildgerichte und Desserts. Eine Wein-/Getränkekarte gab's auf Nachfrage etxra.

Gastmann entschied sich für Selters naturell (0,25l für 2,50 €), den "Wein des Monats": First Bottle Korrell, eine Cuvée von der Nahe aus Riesling und Grauburgunder (0,2l für 6;00 €), einen "Gemischten Beilagensalat" als Vorspeise (4,80 €) und "Feines aus dem Meer" (gegrillte Edelfische & Krustentiere an Safranschaum auf Baby-Blattspinat und schwarzen Bandnudeln) für 24,50 €. Nachher gab's noch abschließend einen "Espresso coretto di Sambuca" für 4,00 €.

Das Wasser war still, ruhig, schweigsam, flüssig und kühl, der (verbal gefeierte) Wein des Monats blieb als von Gastmann geschätztem Riesling von der Nahe verschnitten mit Grauburgunder hinter seinen Hoffnungen zurück: zwar frisch, prickelnd und trocken und damit als Essensbegleiter nicht ungeeignet, aber für den Genuss abseits eines Essens hätte Gastmann etwas hinsichtlich der Restsüße ein wenig ausgewogeneres und tendenziell weniger Frischprickelndes persönlich vorgezogen. Somit waren die Schlucke zum Essen deutlich befriedigender als diejenigen in den Pausen dazwischen.

Der als Vitaminbombe und Appetitanreger gewünschte gemischte Beilagensalat vorweg stellte sich als nett angerichtete kleine Portion von unterschiedlich angemachten Blattsalaten vor, die mit etwas Cocktail-Tomate, Oliven, Zwiebelringen und Zucchiniwürfelchen verziert waren, und entsprach damit preislich und inhaltlich ziemlich genau dem hier im Kreis von Freunden erwarteten.

Die in der Speisekarte nicht näher spezifizierten gegrillten Edelfische fand Gastmann auf einem flachen schmalen Bett Spinat angerichtet vor. Es waren 4 unterschiedliche und unterschiedlich große Filetstücke Fisch, von denen der Lachs am intensivsten schmeckte. Teilweise traten die edlen Fischfilets in diesem Ensemble geschmacklich sehr distinguiert auf. Die Gattung der "Krustentiere" wurde durch eine einzige wohlschmeckende bis auf den Kopf geschälte und entdarmte Gamba repräsentiert. Der Safranschaum wäre - hätte er nicht durch seine gelbe Farbe Aufmerksamkeit erregt - wohl unbemerkt geblieben. Die kleine Portion (vermutlich mit Sepia schwarzgefärbter) Tagliatelle am Schwanzende der in Fischform gestalteten Servierpaltte hatten dort abseits genügend Zeit abzukühlen, aber wenig Platz, um nach Italienerart aufgewickelt ihre Tinte nicht über das Linnen der Tischbedeckung zu verspritzen.

Das Gericht war abgesehen vom schmackhaften Lachs und der Gamba völlig okay, hatte kulinarisch aber ansonsten nicht genügend Detonationskraft, um sich ernsthaft Sorgen machen und nach dem Räumkommando umsehen zu müssen.

Obwohl trotz des Lokalnamens kein eigentlicher "Italiener" war der erbetene Espresso coretto kein wirkliches Problem hier und auch "fatto bene".

Gastmann war hier unter Freunden, die er immer noch nicht kannte; und das lässt man sich schließlich auch was kosten; ohne Tip insgesamt knapp 50 Euronen. Das gastronomische Konzept des Il Campo hatte Gastmann beim Verlassen der Speisegaststätte immer noch nicht verstanden. Wahrscheinlich war das s e i n Handicap.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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