Zurück zu Osteria zur Goldenen Traube
GastroGuide-User: Bacchullus
hat Osteria zur Goldenen Traube in 89407 Dillingen an der Donau bewertet.
vor 6 Jahren
"Gutbürgerliche Küche mit langer Tradition."
Verifiziert

Geschrieben am 27.03.2015
Besucht am 24.03.2015
Der Gasthof "Zur Traube" ist ein Lokal mit langer Tradition. Gemäß eigenen Angaben haben wir es hier mit dem ältesten Wirtshaus von Dillingen/ Donau zu tun. Die Historie reicht zurück bis in das 16. Jahrhundert, als das Gebäude noch als Braustätte genutzt wurde. Auch heute strahlt das imposante Bauwerk schon von aussen ein Flair aus, das die lange Geschiche erahnen lässt.
Im Inneren wird man - wenig überraschend - von einem erdigen rustikalen Ambiente empfangen, was typisch ist für das Konzept mit einer gutbürgerlichen Küche mit regionalem Anspruch auch für den kleineren Geldbeutel.
Die Räumlichkeiten sind großzügig bemessen und haben schon saalmässige Ausmasse, obwohl dies nicht negativ auffällt. Typisch für die Tischanordnung ist, dass man entlang der langen Wand auch die Möglichkeit hat auf Bänken Platz zu nehmen, während zum Gang hin massive Stühle zum Sitzen einladen.
Die "Traube" war am heutigen Dienstag erstaunlich gut besucht, was dafür spricht, dass dieses Lokal seinen festen Platz in der Gastronomie-Szene in Dillingen hat.
Die Karte bietet regionale Spezialitäten und ist nicht überladen mit dutzenden Angeboten jeglicher Art. Ich mag übersichtliche Speisekarten, zumal eine Speise-Entscheidung auch schneller gefällt ist. Auffällig ist, dass es eine kleine und feine Auswahl an Bier-Spezialitäten gibt, die in mehreren Fällen frisch vom Fass kommt. Leider wird hier keine Brauerei aus der näheren Region präferiert, aber die Produkte von Kloster Andechs geniessen einen guten Ruf. Passend dazu gibt es mehrere Destillate aus Andechs "vom heiligen Berg".
Die Kellnerein war- trotz der zahlreichen Gäste - rege und stetig bemüht uns zeitnah zu bedienen. Etwas störend empfanden wir, dass die Servicekraft am reservierten Nachbartisch mit ihren Kolleginnen selbst ihr Essen einnahm. Selbstverständlich gönne ich auch dem Personal seine Mahlzeiten. Dies wirkte auf den Gast jedoch als Desinteresse gegenüber den anderen Gästen. Aufgrund des großen Trubels kam sie ohnehin nicht dazu ihren Teller in Ruhe zu geniessen, da sie ständig wieder aufstehen musste um die Gäste zu bedienen.

Als Hauptgang wählte ich einen regionalen Klassiker: Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln. Mit 17,90 € pro Portion bewegt sich der Preis eher am unteren Ende der üblichen Tarife. Dazu nahm ich das " Kloster Andechs Spezial Hell" vom Fass (0,5 l für 3,30€), da die Wein-Angebote nicht der Rede wert sind. Das Bier war süffig und gut.
Meine Frau entschied sich für den Leberkäs mit Spiegeleiern. Auch hier wird der Geldbeutel nicht arg strapaziert (7,20€) und man erhält solide Qualität.
Der Gargrad meines Rostbratens wurde vorab nicht abgefragt. Ich denke, dass man hier davon ausgeht, dass der Gast seinen Rostbraten grundsätzlich medium mag. Zum Glück ist das auch bei mir so. Das Fleisch war perfekt zubereitet, daran gab es nichts auszusetzen. Das ein odere andere Sehnenstück lässt sich wohl nicht vermeiden. Die Bratkartoffeln dazu waren handwerklich gut zubereitet. Einen Minuspunkt gibt es jedoch für die Röstzwiebeln. Zum Zwiebelrostbraten darf man in einem Traditionshaus auch frisch zubereitete Röstzwiebeln erwarten und nicht wie hier getrocknet aus der Dose.
Als Digestif probierte ich erstmalig den Andechser "Enzian". Sämtliche Schnäpse aus Kloster Andechs waren mit 2,60 € preislich günstig bemessen. Aufgrund des fehlenden Geschmackserlebnisses wird es bei mir auch bei diesem einmaligen Versuch bleiben.

Fazit: Wer solide Hausmannskost zu günstigen Preisen in rustikalem Ambiente mag, ist hier richtig. Auch in größerer Gesellschaft kann man sich hier einen schönen Abend machen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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