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GastroGuide-User: PetraIO
hat 12 Apostel Köln in 50667 Köln bewertet.
vor 5 Jahren
"Gelungenes Mittagsmahl am Heumarkt"
Verifiziert

Geschrieben am 11.05.2016 | Aktualisiert am 11.05.2016
Besucht am 03.05.2016 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
 
Ein Termin in der Nähe von Köln zog sich angenehm. Kein Problem, aber zur späten Mittagszeit, machte sich doch ein Geräusch aus der Körpermitte bemerkbar.

Wo gibt es durchgehende Küche? Die bekannten Burger- und Imbissketten kommen nun wirklich nicht in Frage. Meine ortskundige  Begleitung hat was  im Sinn, wir sind mit 2 Autos unterwegs, ich fahre hinterher.

Meine Herren! Wohin geht die Fahrt? Immer mehr ins Kölner Zentrum. Ich kenne mich hier gar nicht aus, kenne das Ziel nicht, hoffentlich machen die Ampeln mit (1 x dunkelrosa ist dabei). Schilder: Zentrum, Kölner Dom… und schwupp… ich fahre hinterher in die Untertage-Karossen-Lager. Perfekt!

Über die Treppe hinauf kommen wir am Heumarkt raus. Das Rechteck bietet wohl in fast jedem Haus Gastronomie.
Vorgeschlagen wird das XII Apostel, von außen gepflegt, aber nicht mit „wow“.

Wir betreten das Restaurant und mir rutsch ein deutliches „wow“ heraus! Eine tolle Atmoshäre! Sehr groß, trotzdem gemütlich, viel Holz, angenehme Beleuchtung, schöne Bodenfliesen und Deckenmalerei. So ein bisschen erinnert es mich an den moriden Charme Kubas Hotel Nacional.
Ambiente 5* sind hier emotionsvoll gegeben. 

An der imposanten Theke am Eingang werden wir freundlich begrüßt und durchgewunken. Einen Tisch am Fenster können wir uns aussuchen.

Hinsetzen, durchatmen, freuen. Der freundliche Herr im Service reicht uns die Wochenkarte, die ist sehr schön zusammengestellt.

1 Flasche Mineralwasser, 0.75 l, bestellen wir gerne sofort.
Dies wird auch gleich und gut gekühlt serviert.

Dazu ein Körbchen frisches Baguette mit…  nix. Das war wirklich schade. Wenn schon ein kleiner Gruß, warum nicht etwas gutes Olivenöl, ein Quark, Frischkäse… muss ja nicht viel kosten. Das Baguette wirklich fein, aber 1 Scheibe reicht ohne Aufstrich. Und viele Scheiben gehen einfach zurück… das kostet ungenutzt  mehr und tut mir leid.

2 DIN-A-4- Karten mit schönen Speisen liegen vor uns. Die Wochen-Mittagskarte und die Tages-Wochenkarte. Hier wird man fündig.

Trotzdem: So ein großes Restaurant? Um uns herum entdecken wir bei anderen Gästen wunderschöne luftige Pizzen, der Belag ist aber auf unserer Karte nicht zu entdecken.

Der aufmerksame Service ist gleich wieder zur Stelle.

Meine Begleitung wählt: Penne in Bärlauchpesto mit Rinderstreifen und geschmorte Tomaten zu € 14,90 von der Tageskarte.

Ich entscheide mich, obwohl die Pizzen…. doch für die Spaghetti mit Bärlauchpesto mit geschmorten Tomaten und Pinienkernen von der Mittagskarte zu € 8,95.
Für die weitere Rückfahrt hatte ich einfach Bedenken, dass so eine wunderbare Pizza den Schlafmodus auf der Autobahn einläutet.

Des Rätsels Lösung für die Speisenauswahl: Wir sind vollkommen blind. Vor uns, am eingedeckten Tisch, liegt eine „Apostel-Tageszeitung“.
Im angeregten Gespräch blicken wir beide nicht, dass die Zeitung die ausführliche und tolle Speisekarte beinhaltet und zudem viel Interessantes über das Restaurant berichtet! Selbst schuld :-)


Wir bleiben bei unserer Wahl und schreiben uns mehr Aufmerksamkeit auf das Wesentliche (gut essen) hinter die gastro(un)erfahrenen Löffel!

Die 2 ähnlichen Gerichte werden nach sehr kurzer Wartezeit serviert. Hier ist man auf Berufstätige eingerichtet.
Auch wir hatten leider nicht zu viel Zeit, nahmen uns aber die Zeit, das gut zubereitete Essen in Ruhe zu verspeisen.

Meine Begleitung so zufrieden wie ich. Die Pasta auf den Punkt, die Rinderstreifen auch saftig und zart. Für mich hätte der Pasta etwas Schärfe gefehlt, aber  hierzu stand die Pfeffermühle am Tisch bereit (Chili hätte mir besser gefallen). An den gerösteten Pinienkernen meines Gerichtes wurde nicht gegeizt und das Nussaroma ist einfach gut.
Frischer Käse aus der Hobelmühle stehlt uns auch bereit.

Mein Gericht habe ich auch bestellt, um mich selbst zu testen. Es fließt selbstverständlich nicht in die Bewertung ein, aber mein Bärlauchpesto ist besser. Aber dieser Bärlauch kommt auch aus unserem Garten und ich liebe ihn.

Rundum hat es uns bei einem sehr entspannten Mittagslunch sehr gut gefallen. Die Undercover-Tageszeitung-Speisekarte habe ich mitgenommen. Ins Auge gefasst sind eine Übernachtung im Haus und Wahl des Abendessens aus der kompletten Karte. Denn jetzt weiß ich: Hier muss man die Augen offen halten und die Zeitung lesen! Es hat mir gut gefallen!

Gute Küche – freundlicher, aufmerksamer Service – alles gepflegt und sauber, bis zu den Toiletten treppabwärts.

Köln habe ich zuletzt vor ca. 30 Jahren besucht. Es hat mich wieder sehr überzeugt (ich verrate jetzt nicht, dass ich gebürtige Ratinger/Düsseldorferin bin, eigentlich wolle ich mir ein Alt bestellen... könnte aber dann wohl nicht mehr schreiben.)
 
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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