Steakhaus Gut Jägerhof
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Hubbelrather Weg 18, 40699 Erkrath
Restaurant Biergarten Ausflugsziel
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GastroGuide-User: Henningsoer
hat Steakhaus Gut Jägerhof in 40699 Erkrath bewertet.
vor 2 Jahren
"Die Neadertaler waren doch Beefeater?"
Verifiziert

Geschrieben am 27.10.2017 | Aktualisiert am 27.10.2017
Besucht am 26.10.2017 Besuchszeit: Abendessen 3 Personen Rechnungsbetrag: 98 EUR
Prolog:
Aus diesem profanem Grund sollte sich für einen Hungrigen aus dem Tal der Wupper in dieser prähistorisch geprägten Ecke ein leckeres Stückchen Säugertier zu finden sein.
Nach kurzer Recherche im Forum von GG fand ich noch einen „blinden Fleck“ (weil unzensiert) in Form vom Gut Jägerhof in Erkrath. „Nen Katzensprong vum Neanderdal entfernt“. Nach kurzem Blick auf die Homepage und einer konfortablen Online Tisch-Reservierung wurde auch sogleich der Plan eingetütet.
Das Steakhaus  Gut Jägerhof wird nach eigener Beschreibung von Herrn Lemmen, seines Zeichens Metzgermeister, geführt und definiert allerbeste Fleischqualität als seinen Maßstab.
Trotz der Nähe zu Düsseldorf, Mettmann und Hilden liegt der Landgasthof etwas außerhalb der erwähnten Metropolen, schön eingebettet in der Hügellandschaft des Neandertals und direkt an der Grenze zum Bergischen Land. Aufgrund der herbstlichen Dunkelheit in Verbindung mit Nieselregen war ein Außen-Fotoshooting nicht zwingend angesagt. Hierzu der Verweis auf die ansprechenden Bilder der hauseigenen homepage. www.gut-jaegerhof.de/terrasse/
Im großzügig bemessen Eingangsbereich befindet sich auf der linken Seite ein üppiges Salatbüffet mit allerlei Gemüseexponaten.
„Na ja, das Futter für die Steakproduzenten ist ja schon mal reichlich vorhanden“ ging mir kurz als schelmischer Gedanke durch den Kopf als wir dann sogleich von einer freundliche Dame begrüßt und an den reservierten 4erTisch geführt wurden. Die Räumlichkeiten und Tischmöbel sind schon etwas in die Jahre gekommen, aber in durchaus akzeptablen Zustand. Ehrlich gesagt erwarte ich auch nicht mehr von einem gut bürgerlichen Landhaus.
Ambiente 3
Anmerkung der Redaktion für die Eiligen unter uns:
Da mir meiner Neigung zur Ausführlichkeit bewusst ist, habe ich für die Diagonal-Leserfraktion die Fazite fett dargestellt, um hier keine unnötige Lebenszeit Anderer zu verschwenden.
Der Service:
Nach kürzester Wartezeit begrüßte uns der Kellner und fragte nach unseren Getränkewünschen. Kurzer Blick in die 4 seitige! Klappkarte für Speisen UND Getränke und da wurden auch schon die Getränke auf dem Bestellzettelchen vermerkt.
Off topic:
Die Karte ist sehr minimalistisch aufgebaut und beschränkt sich bei den Getränken auf die Basisinformationen.
Was – wie viel – wie teuer.
Es gibt also Pils / Alt / Weizen / Malzbier / Qualitätswein weiß / rosé oder rot usw.
Keine Angabe bzgl. Hersteller, Jahrgang oder ähnlichen (unnützen) Zusatz Schnick Schnack.
Frei nach dem Motto wer mehr wissen will, kann ja auch fragen. „Hmm, sehr rustikal“.
Zum Glück sind die ca. 20 Hauptgerichte etwas detaillierter beschrieben. Wobei sich hierzu nochmals ca. 20 verschiedenen Beilagen ordern lassen und sich dem zu Folge einige individuelle Kombinationsmöglichkeiten ergeben.
Resümierend bleibt zu sagen: Der Service kam wenn man ihn benötigte, Getränke und Speisen kamen nach angemessener Wartezeit.
Service: 4 Points

Das Essen:
Ich hatte wenig Lust auf den Bausatz aus Fleisch, Beilagen und Sößchen und entschied mich für eine der vorgegebenen Speiseempfehlungen und zwar für das Hüftsteak 200g nach Düsseldorfer Art mit Senfsoße und gebacken Zwiebeln zu 18,90€.
Zu meiner Freude sind hier schon die Beilagen (von der Karte unerwähnt) inkludiert.
Meine Wahl fiel auf die Bratkartoffeln mit Speck. 
Kurz bevor sich das erste Pilsken (0,25l zu 2,90€) dem Ende zuneigte, kam auch schon das bestellte Küchenexponat. Das Steak verstecke sich unter einem „Zwiebelberg“ und war AUF der Senfsoße angerichtet. Wobei ich das in keinster Weise despektierlich meine. 
Zwiebelberg mit Steakkern
 Hier wird halt geklotzt und nicht gekleckert!
Die begleitenden Bratkartoffeln wurden mangels Platz auf einem Extra Teller gereicht.
Die Zwiebeln waren schön knusprig ausgebacken, die Senfsoße von sämiger Konsistenz hatte ein angenehmes Spiel zwischen leichter Schärfe und Säure (vermutlich diente als Basis der einzig wahre Düsseldorfer Löwensenf).
Das Hüftsteak, welches medium geordert wurde, war vom Fleisch her sehr schmackhaft, einzig in der Zubereitung war es unsymetrisch gegart, soll heißen der rosa Kern befand sich nicht mittig sondern war zu einer Seite verlagert.
Die Bratkartöffelchen waren frisch hausgemacht und deftig mit Speck und Zwiebeln abgeschmeckt.

Als Abschluss für das opulente Mahl wurde noch ein schmackhafter doppelter Espresso zu 3,50€ geordert.
Essen: Warenqualität = 4; kleiner Ausreißer in der Fleischzubereitung= 3
macht in Kombination 3,5

Sauberkeit: 4 Punkte (Besuch von WC war nach 2 kleinen Bierchen noch nicht notwendig)
PLV: 28€ für Hauptgang, 2 Pilskes und einen doppelten Espresso = 4 Punkte
Gesamtfazit: 3,5 Punkte.
Wer ein bodenständiges Ambiente ohne Tütü und eine angemessene qualitative Verköstigung für sich und seine Frau sucht, ist hier richtig aufgehoben. Für einen geplanten Heiratsantrag sollte man sich eher ein Golfhotel im angrenzenden Düsseldorf aussuchen.

Gesamteindruck: 3 – wenn es sich ergibt wieder

(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder - nach "Küchenreise")
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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