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GastroGuide-User: Siebecko
hat Storckshof in 44227 Dortmund bewertet.
vor 2 Monaten
"Gelungener Neustart als A-la-Carte-Restaurant während der Corona-Krise!"

Geschrieben am 09.06.2020 | Aktualisiert am 10.06.2020
Besucht am 07.06.2020 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Allgemein
Seit 2018 betreiben Najat und Axel Schlegel das 1806 als Bauernhaus errichtete große Fachwerkgebäude, das 1976 umgebaut wurde und seitdem als Gastronomierestauration für Veranstaltungen aller Art genutzt wird.
Bedingt durch die derzeitige Corona-Krise konnten die Räumlichkeiten seit Mitte März 2020 für Events nicht genutzt werden, so dass sich die Eheleute Schlegel im Juni 2020 zunächst für eine Wiederöffnung mit À-la-Carte-Bewirtung entschlossen.
 
Ambiente
Der rustikale Einrichtungsstil mit vielen offen sichtbaren Balkenkonstruktionen wurde bis heute überwiegend erhalten. Möglicherweise steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Die inzwischen in die Jahre gekommene Einrichtung passte sich diesem Stil an mit rotbraunen alten Bodenfliesen und Holz lastigem Mobiliar. Die Räumlichkeiten inkl. WC waren komplett ebenerdig erreichbar.
Alles war sehr sauber und gepflegt. Da die Pächter jegliche Renovierungskosten dieser großen Location mit riesiger Tenne über zwei Ebenen selber zahlen müssen, ist dies nur nach und nach möglich, sagte man uns.
Für die neue Nutzung wurde bisher nur das geräumige, gemütliche Kaminzimmer geöffnet. Wegen der derzeitigen Abstandsvorgaben waren nur sieben Tische nutzbar. Alle Tische waren mit weißen gestärkten Stoffmitteldecken eingedeckt. Ein der Corona-Hygiene geschuldeter einsamer Silberleuchter mit weißer Kerze, die bei der Tischbelegung gleich angezündet wurde, diente als Wohlfühlelement. Besteck und große graue, qualitativ hochwertige Papierservietten wurden erst nach der Bestellung auf einem weißen Teller nachgedeckt.
 
Service
Die freundliche, liebenswürdige Chefin des Hauses trug beim Betreten des Hauses Mund-Nasen-Schutz und hielt Desinfektionsmittel sowie die inzwischen amtlich vorgeschriebene Liste zur Datenerfassung aller Gäste bereit. Danach zeigte sie uns den zu dieser Mittagszeit einzigen noch freien Tisch. Dort lagen bereits ausgedruckte Exemplare von Speisen- und Weinkarte. Zügig servierte sie uns das georderte Mineralwasser und mir einen Probenschluck des offenen Rosé, der mir aber zu viel Restsüße hatte. Alternativ wünschte ich 0,2 l trockenen Grauburgunder, der mir gut gekühlt und – sehr aufmerksam - auf Wunsch in einem großen Rotweinglas gereicht wurde.
Eine Nachfrage zu meinem servierten Gericht klärte sie sofort mit der Küche zu meiner Zufriedenheit.
Freiwerdende Tische wurden desinfiziert und mit neuen sauberen Tischdecken eingedeckt. Lobenswert!
Eine insgesamt sehr aufmerksame, herzliche Najat Schlegel, die alles zum Wohl der Gäste gab. Kleine Unsicherheiten lagen wohl daran, dass die direkte individuelle Betreuung der Gäste beim À-la-carte-Service für sie noch neu war. Schließlich ist der Kontakt zu vielen teilnehmenden Gästen bei größeren Feiern weniger intensiv. Er beschränkt sich meistens auf die Kommunikation zu den Kunden, die die Veranstaltung gebucht haben.
 
Speisenkarte
Die Auswahl war klein aber abwechslungsreich zusammengestellt. Die Preise waren erfreulich moderat. Die neue, regelmäßig wechselnde Speisekarte war schon in Planung 
 
Essen
Ein Amuse oder Brot und Butter gab es nicht. Meine spätere Nachfrage beim Chef ergab, dass dies zukünftig durchaus realisierbar sei.
 
Von der Karte wählten wir danach:
 
Spargel / Salzkartoffeln / Butter mit rohem und gekochtem Schinken – 16,50 €
Der weiße Spargel war gut gewürzt und gegart. Er hatte noch genügend Biss, um nicht labberig durchzuhängen. Die Schinkenscheiben waren saftig und aromatisch. Die reichlichen Kartoffeln waren perfekt gegart. Die geschmolzene Butter verband die Komponenten vollmundig schmelzig.
 
Saltimbocca von der Putenbrust / Tomatensoße / Bandnudeln – 16,50 €
(für mich auf Wunsch kleine Portion zu 13,90 €)
Zwei kleine Stücke von der Pute lagen auf einem Nest aus Bandnudeln, al dente in der Konsistenz und begleitet von einem fruchtigen Tomatensugo. Das magere, würztechnisch gut abgeschmeckte Fleisch dieses Tieres wird schnell trocken – und so war es auch hier nach einigen Minuten. Es war jedoch gut essbar.
Oben drauf lagen je eine winzige Scheibe roher Schinken und ein Salbeiblatt, wie es zu Saltimbocca korrekt gehört. Doch ich stutzte. Der Schinken hatte Räucheraromen. Zu diesem italienischen Klassiker gehört luftgetrockneter Schinken. Ich wies die Chefin darauf hin und sie sagte nach sofortiger Rückfrage in der Küche, dass wohl versehentlich der falsche Schinken eingekauft wurde. Danke für diese ehrliche Reaktion. Es war ja keine Katastrophe.
Der kleine Beilagensalat aus Frisee, Kopfsalat und Radicchio war puristisch mit saurer Sahne und Jogurt angemacht und schmeckte mir gut.
 
Getränke
 
San Pellegrino Mineralwasser, 0,75 l zu 5,80 €
Grauburgunder vom Weingut Wind, Pfalz, 0,2 l zu 5,70 €
 
Fazit:
Ein herzlicher, umsorgender Service und solide, gut zubereitete Speisen sind nach meiner Meinung eine gute Basis für die derzeit erfolgreiche kleine Gastronomie. Ich hoffe, die zukünftigen Speisen geben den Gästen die Möglichkeit, weitere gelungene Zubereitungen kennenzulernen. Etwas mehr Raffinesse wäre sicherlich nicht schädlich.

4 – gerne bald wieder
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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