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GastroGuide-User: saarschmecker
hat Wern's Mühle in 66564 Ottweiler bewertet.
vor 7 Jahren
"kreative, gehobene Landhausküche unter Verwendung regionaler Grundprodukte zum fairen Preis. Absolut empfehlenswert."
Verifiziert

Geschrieben am 04.11.2014 | Aktualisiert am 02.05.2015
Ambiente:

Das Restaurant befindet sich in einem schönen historischen Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Schon ab 1902 betrieb hier Familie Wern neben einer Ölmühle, die heute noch in Betrieb ist, eine Gastwirtschaft. Im an die Gaststätte angrenzenden „Mühlenlädchen“ kann man die Öle der “Historischen Ölmühle“ sowie verschiedene Produkte der regionalen Lieferanten des Landgasthofes erwerben.
Anfang des Jahres 2012 wurde die Gaststätte an das Gastronomenehepaar Keller verkauft und nach umfassender Renovierung im Dezember 2012 wieder eröffnet. Davor führte Markus Keller jahrelang sehr erfolgreich das Restaurant "Die Linde" in Mainzweiler, die ich immer gern besuchte.
Die neu gestaltete „Wern’s Mühle“ empfängt seine Gäste in drei unterschiedlich eingerichteten Räumen. Einerseits wurde zwar sehr aufwendig renoviert, andererseits aber leider unterschiedlich geschmackvoll. Der sehr große Nebenraum im hinteren Teil jedenfalls  hat m.E. den Charakter eines Tanzsaales, wirkt kalt und ungemütlich. Hier lässt der Innenarchitekt die Liebe zum Detail vermissen. Heute bekamen wir jedoch einen schönen Platz im vorderen Teil des Restaurants. Hier vermitteln u.a. Schwarzweißaufnahmen aus der guten alten „Mühlenzeit“, eine Jugendstiluhr und die ein oder andere dekorativ in Szene gesetzte Gerätschaft aus der historischen Ölmühle an weiß verputzten Wänden erfreulicherweise mehr „Mühlenambiente“.
Service:
Wir wurden gewohnt freundlich begrüßt und an unseren Tisch begleitet. Kurz darauf kam die junge Kellnerin, die uns den ganzen Abend über bediente, auch schon mit der Speisekarte und nahm schon mal eine erste Getränkebestellung auf. Der Service während unseres Aufenthaltes war freundlich, unaufdringlich aufmerksam und flott. Die Wartezeit auf Essen und Getränke war sehr angenehm.
Essen:
Die schön aufgemachte, in Leder gebundene Speisekarte bietet Allerlei aus der regionalen „einfachen“ sowie Spezialitäten aus der gehobenen Landhausküche. Die Wahl fällt nicht leicht.
Unsere Wahl:
Rinderkraftbrühe mit Ritas Markklößchen und feinen Nudeln zu 4,50 €
Tafelspitz mit Meerrettichsauce, Bratkartoffeln und Mühlensalat zu 15,90 €
Gebratenes Saiblingsfilet an Safransauce, Blattspinat und Bandnudeln zu 19,50 €
Herbstmenü zu 25 € (meine Wahl)
Rahmsuppe vom Hokaidokürbis mit gerösteten Kürbiskernen und Kürbiskernöl
Ostertaler Sauerbraten mit Schneebällchen und Rotkraut
Kleine Leckereien aus der Dessertküche
Bewertung:
Markus Keller legt größten Wert darauf,  Produkte aus der Region zu verwenden. So stammt z.B. der Saibling vom Forellengut Rosengarten in Trassem, Fleisch von der Metzgerei Hoffmann in Niederlinxweiler oder vom Wendelinushof in St.Wendel. Eine Liste der Erzeuger und Lieferanten ist Bestandteil der Speisekarte.
Als obligatorischen Gruß aus der Küche gab es einen leckeren Kräuterquark mit frisch aufgebackenen hellen und dunklen Brotscheiben.
Die Küche verwendet  Zutaten von 1a Qualität und Frische. Alle Speisen waren handwerklich perfekt zubereitet und optisch ansprechend präsentiert. Meine Frau und unser Begleiter waren rundum zufrieden. Mein Menü war ebenfalls eine sehr gute Wahl und für mich ein 5 Sterne- Essen.
Hervorragend war der Start mit der Rahmsuppe vom Hokaidokürbis. Ungewöhnlich aromatisch durch Verwendung orientalischer Gewürze, sicherlich war Safran für die intensiv goldgelbe Farbe der Suppe mitverantwortlich, und andererseits stark geprägt durch die Zugabe von gerösteten Kürbiskernen und Kürbiskernöl, schmeckte sie vorzüglich.
Der Sauerbraten, ausgewogen mager mit nur reduziertem Fettauge, war herrlich zart und perfekt „sauer“, mit einer dunklen durch langes Köcheln gut eingedickten würzigen Soße überzogen und reichlich frischem Schnittlauch und Petersilie drüber. Die Beilagen, natürlich selbstgemacht, locker luftige Klößchen mit in zerlassener Butter leicht gebräunten Semmelbrösseln bekrönt und gut abgeschmecktes bissfest gegartes Rotkraut, konnten ebenso überzeugen.
Die Nachspeise rundete den Gaumenschmaus vollendet ab. Die gebrannte Vanillecreme war in der Tat ein Brüller, eine perfekte Crème brûlée, sahnige Vanille-Creme mit einer dünnen köstlichen Karamellkruste, dann gab es noch ein selbstgemachtes Mandeleis, eine Kugel angenehm säuerliche Topfenmousse, ein Tiramisutörtchen und im Glas hübsch arrangiert eine Schokoladenmousse mit starker Mokkanote, wie ich sie liebe. Das Ganze hübsch kreativ angerichtet mit Beeren und Streifen verschiedener Saucen, das Auge isst ja bekanntlich mit.
Getränke: auch hier hat die „Werns’s Mühle“ Besonderes zu bieten, wie eigens für die Mühle produziertes Mühlenbier von der Brauerei Karlsberg oder den Mühlensekt vom Weingut Bertel in Perl.
Mein Tipp: unbedingt das naturtrübe angenehm milde Mühlenbier kosten.
Fazit: kreative, gehobene Landhausküche unter Verwendung regionaler Grundprodukte zum fairen Preis. Absolut empfehlenswert.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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