Zurück zu Restaurant Chaopraya
GastroGuide-User: Gernundgut
hat Restaurant Chaopraya in 56068 Koblenz bewertet.
vor 6 Jahren
"Unverständliche Vorkritiken, ich muss da nicht mehr hin"

Geschrieben am 01.02.2015
Besucht am 19.02.2014
Unweit des Koblenzer Gerichtsviertels gibt es eine große Auswahl von Lokalen verschiedener Ausrichtungen. Für mich sollte es heute Thai sein. Welch ein Wunder, dass auf dem kleinen Parkstreifen ein Platz direkt gegenüber des Eingangs frei war. Trotzdem war ein Marsch zum nächsten Parkscheinautomaten und zurück erforderlich, denn die Chancen auf einen unwillkommenen, weil teuren, Windschutzscheibenschmuck sind hier extrem hoch. Die Präsenz des Ordnungsamtes durch Fahrzeuge oder zu Fuß ist ungleich höher als das Erscheinen unserer Freunde und Helfer. Zu entrichtender Obolus für 1 Stunde: 1,20 €.

Dafür hat man dann die Auswahl zwischen über 10 Lokalen je nach Wochentag, auch wenn einige eher zu den typischen Touristenmagneten zählen. Andere bieten konstant gute Leistungen, wie etwa das „Augusta“ oder „Gigis“. Aber ich wollte ja Thai.
3 Lokale an dieser Seite nebeneinander, auseinanderzuhalten nur durch das Namensschild oder einen intensiven Blick durch die gleichförmigen Fensterfronten. Das „Chaopraya“ in der Mitte, mit einem Aufsteller für ein 3-Gang-Menü ab 7 € werbend, mit ebenerdigem Zugang und Toiletten auf der gleichen Ebene.

Das Lokal ist etwa halb voll, ein Tisch für Vier rechts vom Eingang am Fenster frei. Das wird nach suchendem Blick zu einem Servicemitglied meiner. Ein bis auf eine Öllampe unbelegter Tisch mit hellen Tischdecken, 4 Rattansessel gehören dazu, leicht gepolstert, insgesamt durch die Anordnung etwas beengt, dafür durch einen halbhohen Raumteiler für Blumen etwas abgeschottet.
In der Raumgestaltung kann ich keine Stimmigkeit entdecken. Künstliche Pflanzen, die sich um Lampen zur Decke winden, eine Vielzahl von potentiellen Staubfängern unterschiedlichster Art, darunter Holzelefanten und Krüge, Vasen auf dem Boden können mir kein Wohlfühlen vermitteln. Hinzu kommt eine kühle Strahlung durch die großen Fensterscheiben, positiv lediglich das Helle und die Aussicht (auf Straße und Passanten), wenigstens scheint die Sonne.

Der Service ist mehr oder weniger leise, es scheint an der Sprache zu liegen. Meine Nachfrage nach der Marke des Weizenbiers („Weizen, hell, 0,5 Flasche“) wird mit „Wan Tan Suppe“ und dem Zeigen derselben in der Karte beantwortet. Immerhin war es in Ordnung, wurde im Franziskaner-Glas serviert, schmeckte und war mit 2,70 € sehr human bepreist.

Die Karte indes machte den Eindruck eines alten Suppenkasper-Buchs, das die Suppen aller Sprößlinge einer Großfamilie über Jahre aufsaugen durfte.

Ein klebriges Kartonseitennachschlagewerk der lieferbaren Produkte, derer es da viele gab. Zum Glück schon auf der ersten Seite die Angebote der Mittagsmenüs, von denen ich die „Gebratene Ente mit Gemüsen und „in“ Chaoprayasoße (pikant)“ zum Menüpreis von 8€ aussuchte.

Das Weizenbier wurde gebracht und war, wie bereits geschrieben, gut. Zudem standen bzw. lagen plötzlich wie die Teufelchen aus der Maschine eine Warmhalteplatte mit entzündeter Kerze und einem leeren Teller obenauf, Messer und Gabel auf einer Papierserviette und 2 Schälchen mit zusätzlichen Soßen auf dem Tisch. Das Totenlicht der Ölkerze blieb dunkel.

Wenig später erreichte eine Suppenschale mit sehr blassem Inhalt ihren Platz vor dem meinen. Heiß war sie, geschmacklich wie optisch blieb sie blass und nichtssagend. Die WanTans erinnerten an den jungen HuiBuh, der als kleiner Fleischknödel mit durchscheinendem Gewand durch eine Feuchte schwamm und sich durch seine aufgewickelte Größe dem Verzehr vehement widersetzte. Sei es drum, und ich frage hier auch nicht, ob Convenience oder selbst gemacht, da es fast nach nichts geschmeckt hat.
Die 3.Servicekraft brachte das Hauptgericht auf einem ovalen Teller mit Vorlegebesteck und einem extra Topf Reis der klebenden Art. Mengenmäßig sollte man diese Leistung auf alle Fälle loben. Allerdings vermisste ich die Ente, und so begab ich mich auf die Suche danach unter dem Berg von Bambus, grüner, roter und gelber Paprika … und ich fand sie „in“ der angekündigten Soße in allerdings überschaubarer Menge. Geschmacklich und von der Konsistenz her wirkte sie eher gekocht als gebraten, und unter einer pikanten Soße stelle ich mir etwas Anderes vor. Auch dieser 2. Gang hatte (viel) Luft nach oben.

Ich bat um die Rechnung. Diese wurde auch umgehend gebracht, zusammen mit dem Dessert in der Form einer Kugel Vanilleeis mit einem Klecks Dosensahne und etwas Karamellsoße beträufelt.

Nach gut 30 Minuten war mein Aufenthalt beendet. Und da hatte ich jetzt 10 Tage an gutes Thai-Essen gedacht …

Mein Fazit:
Ich kritisiere ungern Mitkritiker, aber die letzte Vorkritik von vor 3 Jahren mit einem 25-er-Sterneregen ist mir absolut unverständlich. Wenn das Weizenbier und der Convenience-Nachtisch die besten Leistungen sind, muss ich da nicht mehr hin.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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