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GastroGuide-User: PetraIO
hat Amalienlust da Tommaso in 55606 Kirn bewertet.
vor 4 Jahren
"Riesige Karte und (zu) viel Kommunikation"
Verifiziert

Geschrieben am 29.08.2015 | Aktualisiert am 30.08.2015
Besucht am 26.08.2015
Die Pizzeria Amalienlust kenne ich schon lange. Vor ca. 20 Jahren war dies die Stammpizzeria nach dem Reitunterricht, meine Freundin und ich kehrten hier dann gerne hungrig ein.

Die Pizzeria liegt fußläufig zentrumsnah, dennoch etwas versteckt. Ein großer Parkplatz schließt sich Richtung der B41 und der Nahe an, die Pizzeria hat auch wenige eigene Parkplätze. Das Gebäude ist nicht gehbehindertengeeignet.

Lange war ich nun nicht mehr hier. Kürzlich wollte ich telefonisch einen Tisch reservieren und es hieß nur knapp, die Pizzeria sei geschlossen. Dann hörte ich, der damalige Koch wollte dort wieder weitermachen. So startete ich den zweiten Anruf, es ist wieder geöffnet und wir machten uns auf den Weg zum Abendessen.

Service:
Wir nahmen bei schönen und warmen Wetter an einem der schönen Außenplätze Platz. Die junge Dame im Service, wie sie später berichtete wohl die Chefin, begrüßte uns nett.

Gleich die Frage, ob wir schon Getränke bestellen möchten. Wir bestellten 1 Flasche Wasser und bekamen die Karte gereicht.

Die junge Dame war freundlich und aufmerksam. Allerdings ließ sie uns an ihrem Leben und ihren sehr speziellen Lebensweisheiten doch zu sehr teilhaben. Sie hatte wohl das Gefühl, uns schon seit vielen Jahren zu kennen, wir nicht. Wir werden gerne freundlich und ungezwungen bedient, auch ein kleiner Plausch ist immer nett. Aber Familiengeschichten und –streitereien, Konsumverhalten etc. (noch) fremder Menschen  brauche ich bei einem gemütlichen Abendessen mit meinem Mann nicht.

Donnerstags ist Pizzatag. Fast jede Pizza zu € 5,00. Dies wird wohl so gut angenommen, der Chefin ist an diesem Tag schon zu viel los. Zum Glück waren wir mittwochs dort.

Das Essen kam sehr zügig, Pfeffermühle wurde auf Wunsch sofort geholt, bezahlen ebenfalls flott.

Speisen und Getränke:
1 Flasche 0,7 l San Pellegrino zu € 4,50
2 Gläser 0,2 l Frascati, trocken zu € 3,00 (trinkbarer leichter Standardwein, nicht mehr. Ein zweites Glas braucht man nicht).

Die Speisekarte ist sehr üppig. Man gibt sich alle Mühe, kein italienisches Gericht zu vergessen und es jedem Recht zu machen. 19 Vorspeisen, 10 Salate, 41 Pastagerichte, 37 Pizzen, 32 Fleisch- und 3 Fischgerichte. Mir ist das echt zu viel.

Wir bestellten als Vorspeise beide beide einen gemischten Salat nach Art des Hauses zu € 3,50.
Beim Servieren des Salates war mir dann klar: Der alte Koch ist tatsächlich wieder in der Küche. Das cremige und leicht gelbe (evtl. etwas Kurkuma oder Senf ?) Dressing habe ich gleich wieder erkannt. Und das schmeckt wirklich toll! Die frischen Zutaten des Salates italienisch schlicht: Eisbergsalat, Gurkenscheiben, Tomatenspalten und Zwiebelringe. Brot wurde leider zum guten Salat nicht gereicht.

Wenig später wurden unsere Pizzen serviert.

Für meinen Mann die einzige der vielen Pizzen die etwas kreativ klingt:
Große Pizza Carpaccio mit frischer Tomatensauce, Käse, hauchdünnem Rinderfilet, Rucola und Parmesan zu € 9,00 (laut Karte € 9,50). Mit dem gewünschten extra Knoblauch kam man dann wieder auf € 9,50.
Der Teig schön dünn und knusprig. Die Tomatensauce würzig. Mit dem Rinderfilet, Rucola und Parmesan wurde die Pizza ja erst nach dem Backen belegt. Der Rucola war leider schon etwas lange gelagert und schlaff. Auch der Parmesan war weder frisch gehobelt noch von guter Qualität. Kleinigkeiten die nicht sein müssen.

Ich wählte die große Pizza Vegetaria mit frischer Tomatensauche, Käse, Zucchini, Paprika, Spinat und Broccoli. Serviert wurde die kleine Pizza, daher auch nur € 6,50 + € 0,50 extra für Knoblauch abgerechnet. Schön kross gebacken, gut gewürzt. Leider waren die Zucchini und die Papikasteifen sehr matschig, da vorgebraten. Der Tiefkühl-Broccoli hatte zum Glück noch etwas Biss.

Beim Abräumen wurden wir gefragt, ob es geschmeckt hat. Ich bemerkte das sehr weiche Gemüse und die Chefin erklärte, die Gäste wollten dies meist so weich und Paprika und Champignons aus dem Glas. Beim nächsten Mal soll ich es einfach beim Bestellen sagen, dann würde mit frischen Zutaten belegt. Nun, dies ist dann ein Angebot.
 
Ambiente und Sauberkeit:
Lage und Haus (Gründerzeit ?) sind wirklich sehr schön.
Die Außensitzplätze sind bequem und neu bestuhlt. Die Tische bereits mit Papierserviette, Messer und Gabel eingedeckt. Mein fleckiges Messer habe ich dann am Tisch ausgetauscht.
Wir wählten einen Tisch mit leerem Aschenbecher. Fast an allen anderen Tischen waren deutlich die Zigarrettenkippen in den Aschenbechern zu sehen. Die Becher wurden auch nicht geleert. Den Mief braucht doch wohl selbst kein Raucher am Tisch?

Innen ist es gepflegt und gemütlich. Es wurde in den vergangenen Jahren mal renoviert.
Die Toiletten sind in die Jahre gekommen, aber sauber.
 
Fazit:
Wenn wir nochmal in Kirn sind, würden wir hier eventuell einen weiteren Versuch starten. Extra hinfahren lohnt sich nicht.
 
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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