Kaiserpalast
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Kammerforststraße 17, 76646 Bruchsal
Restaurant Cafe Biergarten Ausflugsziel
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GastroGuide-User: Gast im Haus
hat Kaiserpalast in 76646 Bruchsal bewertet.
vor 6 Jahren
"China in my hand (und natürlich auch "in your hand")"

Geschrieben am 17.03.2015
Besucht am 17.03.2015
Vorab: Montags bis Freitags  für 7.90€ mittags qualitativ wirklich gut essen hier ist man sicher gut aufgehoben!

 
Wer die Geschichte der Umgehungsstraße Bruchsal erlebt hat, der kennt noch den großen Aral-Autohof an der BAB-Abfahrt Bruchsal/Karlsdorf-Neuthard. Die Diskussionen um den Straßenverlauf gingen wohl hoch her und niemand rechnete mehr mit einer „neuen“ B35 samt einer komplett verlegten Autobahnausfahrt  nahe der Autobahnraststatte Bruchsal.
 
Es gab so viele Argumente gegen und eben so viele für die Verlegung, so dass spätestens, als der Eigner des Autohofs eine Großsanierung mit Neubau von Tankstelle und Raststätte hinstellte, die Fraktion der Umgehungsbefürworter geschockt war. So ein Bauvorhaben macht niemand, der die Anlage nicht mindestens zwei Jahrzehnte betreiben wird. Doch offensichtlich war der Betreiber politisch nicht so gut vernetzt – denn (um die Geschwindigkeit von Behörden zu adaptieren) sofort nach der Eröffnung – also keine zwei oder drei Jahre danach begannen die Bauarbeiten an der Umgehung. Damit stand die Anlage quasi ohne direkten BAB- Anschluss mitten in der Landschaft. LKW Fahrer sind treue Kundschaft – so kamen zunächst immer noch die Trucker – doch ließ auch das schnell nach. Was würde nun mit der Neuen Anlage geschehen? Die Tankstelle wurde abgebaut und auf der anderen Straßenseite der Kammerforststraße eröffnete eine Tankanlage der OMV.
 
Im Dezember 2006 eröffnete das Chinarestaurant „Kaiserpalast“ in dem komplett umgestalteten Rasthofgebäude.
 
Trotz vieler Anläufe haben wir es tatsächlich in den gut acht Jahren noch nicht geschafft, den Kaiserpalast zu besuchen, ein kleiner China-Imbiss im Ort und Chinarestaurants in Östringen oder Ho‘s Garden an der BAB Ausfahrt deckten unseren China-bedarf mehr als ab. Zumal erste Informationen von einem Großbetrieb sprachen, zwar positiv, aber mit viel Trubel.
 
Eigentlich wollten wir in Gondelsheim den Mittagstisch vom Loewenthor eine Chance geben – doch den wird es laut Herrn Müller erst nach Ostern wieder geben, derzeit ist zwar der Shop ( belgische Biere -inzwischen auch per online-shop bestellbar) ab 11:00 geöffnet, dass Restaurant erst ab 17:00. Also bot sich in Bruchsal als Alternative das „Da Gianni“ ein „Edel“-Italiener an – andererseits hatten wir italien erst gehabt – da kam mir der Kaiserpalast in den Sinn und „China in my hand“ war angesagt.
 
Der Parkplatz der Anlage hat noch den Charme der Raststätte, es stehen einige Fahrzeuge da, doch vor dem Gebäude ist ein kleiner Pavillon und ein Teich mit Koi-Besatz und kleiner Brücke angelegt – verbreitet wie auch die opulente Fassadengestaltung chinesisches Flair en masse. Wohltuend dezent kommt man nach dem Eingangsbereich in die beiden Flügel  des Restaurants, in denen sehr ansprechend viele Tischgruppen mit Hussenbezogenen Stühlen inangenehmen Abstand zueinander stehen. Es dürften geschätzt und passend zur Fahrzeuganzahl ca 60 bis 80 Gäste anwesend sein, die sich aber bei dem Raum- und Platzangebot  verlaufen.  Wir werden zunächst nicht beachtet, als wir uns suchend umsehen, kommt eine Servicekraft und führt uns dann zu einem netten Tisch am Fenster.
 
Die Tische haben eine Glasplatte, unter der sich ein chinesisches wirkendes Kunststoff- Flachrelief (eines Drachens (?) befindet  - schlecht sichtbar unter den Tischsets, Servietten,  der Menagerie mit Salz, Sambalpaste,  Sojasoßenkännchen und Aufsteller für  die Getränkekarte. Auf dem Aufsteller und auf der Karte steht der Hinweis an die Gäste, sich doch bitte beim Buffet  kleine Portionen aufzulegen und dafür lieber öfters zuzugreifen. Man möchte dadurch die Menge, die sonst ungegessen vom Teller weggeschmissen werden muss - reduzieren – gute Idee -  traurig, dass so was extra erwähnt werden muss.
Offensichtlich haben die Betreiber Erfahrungen, denn auch auf der Karte sind ungewöhnlich viele  Hinweise vorhanden.
 
Montag bis Freitag  wird Mittags von 11:00-14:00 ein AYCE –Buffet zu 7,90 angeboten. Abends von 18:00 – 22:00 für 15,90, am Wochenende und Feiertags kostet das Buffet bei  gleichen Zeiten immer 15,90€. Wer keine Getränke bestellt zahlt 1€ mehr. Wer sich wiederholt „zuviel“ auflegt und viel zurückgehen lässt, dem wird angekündigt dafür 5€ möglicher Weise extra zahlen zu müssen – auch wenn mit a la Carte Essern ausgetauscht wird. Letzteres wirkt auf mich komisch – diese und die anderen Regelungen zeigen, dass man wohl schlechte Erfahrung gemacht hat, was sich Gäste so alles rausnehmen.  
 
Wir werden gefragt, ob Buffet 7,90€ oder a la Carte – da wir das erste mal da sind, bitten wir um die Karten.  Die im Querformat auf weichem Karton farbig gedruckte Karte entspricht der im Internet veröffentlichten. Getränkepreise Tonic 0,4l 3,20€ , Tafelwasser 0,4l 3,-€. Wir haben das Buffet ja beim Vorbeigehen kurz gesehen und das in recht kleinen Bain Marie-Behältern Gebotene machte einen sehr guten Eindruck. Deshalb entscheiden wir uns für das Buffet. 
 
Das System wird ständig mit neuen Behältern aufgefüllt -  die Ware liegt demnach nicht allzulange aus. Alle Speisen, die es auch in der Karte gäbe, Komplettgerichte wie “Acht-Schätze“, „Hähnchenleber “ (sehr lecker zubereitet und abgeschmeckt) „Schweinefleisch scharf“ (dafür recht mild), vegetarisch „Gemüse“ (kartoffellastig), „Gemüse gebacken“, Banane gebacken“  „gebratene Nudeln“, „Rindfleisch“ etc.  sind gut zubereitet, scharf ist nicht „sehr  scharf“ – sehr traditionell deutsche Zungen würden es als scharf empfinden –Gemüse, Ente, Huhn, in meist gebackener/fritierter Zubereitung, Fisch (nur Tintenfisch)  werden geboten – Dim sum (China Dumpling) im Flechtkorb dazwischen sind leicht zu übersehen sehr gut gemacht – während die angebotenen Curryecken mich nicht überzeugen. Dazu gibt es Reis, übliche frische Salate, wenig Obst,  Soßen für die Speisen und Salate. Erfreulich ist, da das sonst nicht so oft im Angebot ist: Kimchi – sehr lecker gemacht, zwar deutsch-angepasst, aber wirklich gut (und folgenfrei für die direkte Kommunikation). Es werden wohl noch Suppen angeboten – sehe nur die Töpfe und Schalen -  und ein gesonderter, mehrteiliger Kühltresenbereich für den Nachtisch –an diesem Montag teilbestückt mit diversen Arten von Götterspeise, Pudding, Dosenobst, u.a. Litschi und  Obstsalat sowie diverse Eissorten (einfach Eis) .
 
Fazit : Nicht nur bezogen auf den Preis und das sonst oft in Chinabuffets Gebotene muss das Angebot in Breite und Qualität als „gut“ bis „sehr gut“ bewertet werden. Die Speisen wirken alle frisch, hier sind in den Behältern keine verbruzzelten Teile zu finden. Es findet sich aber auch Resteverwertung (Gebackener Reis), bei dem erkennbar panierte Sushis mit im Behälter liegen – nicht so schön.  
 
Der Service ist recht aufmerksam, nicht aufdringlich, aber leere Teller werden schnell abgeräumt.
 
Dennoch gibt es Punktabzug:  Um die Buffettheken stehen neben den in Tellerwärmern gestapelten schönen, ganz schlichten Tellern  die Teller in Massen und in Stapeln (20iger?) unterhalb und etwas vorgestellt. So wischt man ungewollt  beim Besuch am Buffet mit dem Sakko über diese Stapel – nicht sehr hygienisch. Dann habe ich insgesamt drei Teller aus dem Wärmer nicht genommen: bei einem klebte noch Reis auf dem Teller, zwei weitere hatten deutliche Abplatzungen  (Wie übrigens an unserem Tisch das Sojasoßenkännchen mit gebrochenem, geklebten und etwas  verschmutzen Deckel da stand – nicht so appetitlich). Angesichts der möglichen Gastanzahl  
 
Für mich ist ein wesentliches Kennzeichen lokaler Küchen, dass Speisen passend zum „Arbeitsgerät“ des Essers zubereitet sind- Konsistenzen und Geschmackseindrücke sind z.B. beim Chinesen mit Stäbchen anders wahr zu nehmen als beim Essen mit Messer und Gabel bei uns  oder in anderen Kulturen mit Löffel . Hier scheint das Publikum die auch offerierten Stäbchen weitgehend zu meiden. Denn die Zubereitung passt eher zu unserem Essgerät denn zu Stäbchen.
 
Doch trotz einiger kleiner Mängel - wer Montags bis Freitags  für 7.90€ mittags qualitativ wirklich gut essen möchte, der ist hier sicher sehr gut aufgehoben. Ob das Angebot zu 15,90€ mehr umfasst, kann ich so nicht sagen, muss ich, wie auch das a la Carte Angebot  noch „erkunden“.
Nach Küchenreise  -  Mittagsbuffet:  3 -4   wenn es sich ergibt gerne wieder.
1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder,  4 – gerne wieder,
 5 – unbedingt wieder)
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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