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GastroGuide-User: Huck
hat Göbel's Hotel Quellenhof · Park Restaurant in 34537 Bad Wildungen bewertet.
vor 5 Jahren
"Küche und Service mit Niveau in Jugendstil-Ambiente!"
Verifiziert

Geschrieben am 04.11.2015 | Aktualisiert am 04.11.2015
Besucht am 26.10.2015
Rund 16 km haben meine Frau und ich am 26. Oktober abgetippelt, rauf auf den Hausberg Bad Wildungens, den 528 m hohen Homberg, und von dort zum Schloß Friedrichstein und zurück zum Hotel. Jetzt kommt die Lust auf ein gediegenes und schmackhaftes Abendessen.

Zwei  Tage vorher hatten wir schon sehr positive Erfahrungen im Restaurant Schwanenteich in Göbel's Hotel Aquavita in Reinhardshausen, einem Stadtteil von Bad Wildungen, gesammelt (s. http://www.gastroguide.de/bewertung/26564). Ein weiteres Göbel-Hotel haben wir nur wenige hundert Meter von unserem Hotel entfernt gesehen, das Göbel's Hotel Quellenhof. Göbel-Hotels findet man übrigens in Hessen, Thüringen und Niedersachsen.

Was liegt also nach unseren positiven Erfahrungen im Schwanenteich näher als den Quellenhof aufzusuchen. 

Die Speisekarte im Aushangkasten vor dem Jugendstil-Bau gibt nur Auskunft über drei Menüs und ein Buffet im Park Restaurant. À la carte – Fehlanzeige? Wir gehen trotzdem rein.

Das Ambiente *****
Der Quellenhof ist ein dreigeschossiger, schneeweißer Jugendstilbau, typisch für die Bauten der Kaiserzeit, mit einem aufgesetzten, dunkelrot verschindelten Gaubengeschoß, das mit Dachziegeln in hellerem Rot gedeckt ist. Typische Elemente der Jugendstilbauten wie Zwerchhaus, Türmchen, Erker, Balkone mit schmiedeeisernen Geländern und Wandverzierungen fehlen auch an diesem Bau nicht. Ein sehr großer Wintergarten ist dem Hotel vorgebaut, er dient als Bistro mit Blick auf die Brunnenallee, die Flaniermeile Bad Wildungens.

Das äußere, großbürgerliche Ambiente gibt was her und setzt sich im Restaurant fort. Ein riesiger Saal, durch hüfthohe braune Raumteiler und etliche mächtige hellgelbe Steinsäulen, die die Decke tragen, optisch unterteilt wirkend, empfängt den Gast. Durch zwei große Glasquadrate, in Holz eingefaßt und unterteilt in bunte Glasdreiecke, fällt Licht auf die zahlreichen geschmackvoll eingedeckten Tische mit den umstehenden braunen Jugendstilstühlen im Saal, ergänzt durch Licht aus LED-Strahlern in der ebenfalls hellgelben Decke. Etliche Gemälde an den Wänden lassen letztere nicht kahl wirken. Der tiefblaue, mit weißen, geometrischen Mustern aufgelockerte Teppichboden bildet einen schönen Kontrast zu den vorwiegenden Gelb- und Brauntönen. 

Bei diesem Ambiente gibt es für uns keine Zweifel: Volle fünf Sterne und ein "ausgezeichnet".

Der Service *****
Beim Betreten des Park Restaurants werden wir sofort von einer jungen Dame freundlich begrüßt. Wir fragen nach À-la-carte-Speisen und erfahren, daß es tatsächlich nur das Buffet und drei Menüs gebe. Allerdings seien die Komponenten der drei Menüs untereinander beliebig austauschbar, und man müsse auch nicht alle Gänge nehmen. Das paßt uns, wir nehmen an einem Tisch Platz, den wir uns aussuchen dürfen. Umgehend bekommen wir die Speise- und Getränkekarte.

Das Restaurant ist gut besucht, es scheinen hauptsächlich Hausgäste zu sein.

Den Abend über werden wir von zwei jungen Damen und überwiegend von einem Herrn in den Dreißigern bedient. Kein Zweifel, das Bedienpersonal beherrscht seine Profession vorbildlich. Alle drei Servicekräfte sind schnell und sehr aufmerksam. Sehr aufmerkam beim Nachschenken und beim Abräumen. Selbstverständlich erfragen sie nach dem Servieren der einzelnen Gänge unsere Zufriedenheit mit den Speisen. 

Beim Service gibt es auch nichts zu deuteln: Ausgezeichnet und fünf Sterne.

Das Essen ****/*****
Inzwischen haben wir uns in der Karte orientiert. Angeboten wird also das Buffet zu 23,50 € pro Person und zwei Drei-Gänge-Menüs zu 25.- € beziehungsweise 27,50 € und ein Vier-Gänge-Menü zu 35.- €. Zu den einzelnen Komponenten, aus denen sich der Gast sein "eigenes" Menü zusammenstellen kann, zählen beispielsweise 
• bei den Vorspeisen 
– Crème brulée von der Gänseleber, Wildkräutersalat, Himbeervinaigrette (6,50 €) oder 
geräucherte Entenbrust, Schwarzwurzelpürree, karamellisierte Walnüsse, Feldsalat und Croutons (7,50 €),
• bei den Hauptspeisen
Schweinebäckchen mit geröstetem Feldgemüse, Rahmwirsing und Kartoffelgratin (17,50 €) oder
Hirschbraten mit Pfifferlingen und Steinpilzen, Schlehensauce, Apfelrotkohl und Serviettenknödel (16,50 €) 
• und bei den Desserts
Crispy Chocolate, dunkle Schokoladenmousse mit Knusperboden, schwarzen kandierten Oliven, Orangengel, Fruchtragoût und Pistazien-Hippe (5,50 €) oder 
Spekulatius Crème brulée, Waldbeeren, Brownie.

Diese Beispiele mögen ein Bild vom Speisenangebot vermitteln. Wohlsortiert sind Weine, Biere und die üblichen anderen Getränke in der Karte aufgelistet.

Wir wählen als flüssige Begleitung zu unserer getroffenen Auswahl einen
Pfälzer 2011er Chardonnay von der Vier-Jahreszeiten-Winzer eG in Bad Dürckheim (19,90 €).

Als Vorspeise wähle ich
Steinpilzboullion mit Markklößen (4,50 €) und sowohl meine Frau als auch ich wählen
als Hauptspeise
Hirschbraten mit Pfifferlingen und Steinpilzen, Schlehensauce, Apfelrotkohl und Serviettenknödel zu 16,50 €.

Beim Dessert wollen wir noch keine Wahl treffen. Die Ob-und-Was-Entscheidung ist uns nach dem Hauptgang lieber.

Eine der Servicedamen präsentiert den Chardonnay, den sie nach dem zustimmenden Probierschluck in einem Weinkühler neben unserem Tisch plaziert. Uns gefällt der frische und fruchtige Geschmack mit dem leicht würzigen Nachklang.

Einen Gruß aus der Küche gibt es nicht. 

Auf die Steinpilzboullion muß ich nicht lange warten. Die heiße, dampfende Suppe, der Wohlgeruch und mein nach der Wanderung angeregter Appetit lassen mich prompt das Fotografieren vergessen. 

Die Boullion ist sehr geschmackvoll und schön heiß. Zwei Markklöße, an denen es nichts auszusetzen gibt, schwimmen in der Suppe. 

Nach angemessener Wartezeit folgt der Hirschbraten, meiner auf einem heißen Teller, der meiner Frau auf einem nicht ganz so heißen.  Auf meinem Teller liegt eine Scheibe und drei dickere Stücke, meine Frau blickt auf drei gleichgroße Scheiben, übergossen mit einer Sauce mit ganzen Pilzen. Eine Kugel Rotkohl und vier Scheiben Seviettenknödel umrahmen das Fleisch, dekoriert mit einer Minitomate und einem Rosmarinzweig.

Der Hirschbraten ist superzart. Meiner ist auch heiß, während meine Frau das Fleisch gerne heißer gehabt hätte. Offensichtlich hat ihr Teller auf meinen warten müssen. Im Rotkohl, der herzhaft gewürzt ist, schmecken wir Apfelstückchen. Bei der Sauce mit den Pfifferlingen und Steinpilzen kommt allerdings der typische Schlehengeschmack nicht durch. Die vier Scheiben Serviettenknödel sind knusprig in Butter gebraten.

Wir sind trotz der minimalen Unvollkommenheiten sehr zufrieden mit dem Hauptgang. Auf die Frage unseres Serviceherrn, ob es ein Dessert sein dürfe, erbitten wir etwas Wartezeit und noch einmal einen Blick in die Karte. Wir wählen dann beide:
Crispy Chocolate, dunkle Schokoladenmousse mit Knusperboden, schwarzen kandierten Oliven, Orangengel, Fruchtragoût und Pistazien-Hippe für 5,50 €.

Jetzt ist die Wartezeit ein wenig länger. Schließlich bringt uns der Herr in den Dreißigern je einen Teller mit zwei Schälchen, eins gefüllt mit hellbrauner Schokoladenmousse, auf der Orangengelstreifen und Olivenscheiben liegen und in die die grünliche Pistazien-Hippe gesteckt ist. Das andere Schälchen enthält das Fruchtragoût, garniert mit zwei Erdbeerhälften und einem Karamell-Cracker. Zwei halbe Scheiben einer Drachenfrucht, drei blaue Weintrauben, zwei Orangenscheiben und grob geschrotete Pistazien sind um die Schälchen gelegt.

Optisch gefällt die Kreation, das Auge ißt ja auch mit.

Der unter der Mousse liegend erwartete Knusperboden steckt in unregelmäßige Stücke gebrochen obenauf in der Mousse. Das Fruchtragoût besteht aus Kirschen und Beeren in einer Art roter Grütze und schmeckt lecker fruchtig. Der dazugehörige Karamell-Cracker macht seinem Namen Ehre – knackig mit gutem Karamell-Geschmack. Geschmacklich gibt es bis auf die für uns nicht zu erschmeckende Kandierung der Olivenscheiben nichts zu bemängeln. 

Von der Zubereitung her scheint uns die Schokomousse etwas zu fest. Wir vermissen die schaumige, cremige Konsistenz. Die Pistazien-Hippen hätten etwas knuspriger sein können.

Die Küche im Park Restaurant hat Niveau, das haben wir schmecken und sehen können. Daß nicht alles ganz hundertprozentig war, läßt uns mit dem fünften Stern sparsam umgehen. Aber viereinhalb Sterne haben die verzehrten Speisen verdient.

Die Sauberkeit *****
Die Sauberkeit im Restaurant und auf der Herrentoilette ist der erwarteten Sauberkeit in einem Vier-Sterne-Hotel absolut würdig. Alles bestens gepflegt und ohne Makel. Auch wenn meine Frau die Damentoilette nicht benutzt hat, keine Diskussion: Fünf Sterne.

Das Preis-/Leistungsverhältnis *****
Auch das Preis-/Leistungsverhältnis bewerten wir mit Höchstnote. Für ein Drei-Gänge-Menü, ein Zwei-Gänge-Menü und die Flasche Chardonnay haben wir exklusive Trinkgeld etwas mehr als 68.- Euro bezahlt. Gemessen am Service, der Zubereitung der Speisen und unserem Geschmackserlebnis sehen wir das Verhältnis von Preisen zu erbrachten Leistungen als ausgezeichnet an: Fünf Sterne!

Das Fazit *****
Der letzte Abend in Bad Wildungen hat uns ausgezeichnet gefallen, nicht zuletzt wegen unseres Besuches im Park Restaurant. Und wenn wir mal wieder in Bad Wildungen sein werden: Unbedingt wieder ins Park Restaurant. Von uns die besten Empfehlungen für einen Besuch und fünf Sterne!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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