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GastroGuide-User: Huck
hat Eierkuchen Paradies · Historisches Bauernhaus Lindenhof in 53757 Sankt Augustin bewertet.
vor 5 Monaten
"Ordentlicher Eierkuchen in einem ehemaligen Bauernhaus"
Verifiziert

Geschrieben am 18.02.2020 | Aktualisiert am 19.02.2020
Besucht am 15.02.2020 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 42 EUR
Prolog: Diese Kritik ist etwas anders als meine üblichen Kritiken. Es fehlen Bilder. Ein Vorspeisenbild habe ich zwar aufgenommen, aber beim folgenden intensiven Schwätzen mit Freunden ist das Fotografieren untergegangen. Das Manko fiel mir auf, als die Hauptspeisen schon teilweise verzehrt waren. 

Jetzt können nur noch bildhafte Beschreibungen helfen.

Von Zeit zu Zeit treffen wir uns – meine Frau und ich –  mit ehemaligen Arbeitskolleginnen und -kollegen zum Schwätzen bei einem Abendessen. Diesmal haben wir das Eierkuchen-Paradies in Sankt Augustin ausgesucht.

Das Ambiente ***
Das Eierkuchen-Paradies liegt direkt an der B 56 in Sankt Augustin. Das Restaurant befindet sich in einem ehemaligen Bauernhaus, dem Lindenhof. Das Gebäude ist heutzutage denkmalgeschützt. Es ist ein stattliches zweigeschossiges Steinhaus mit großer Dachgaube, die Wände  gebrochen weiß, die Tür und die Schlagladen grün.

Innen ist es sehr rustikal. Blanke helle Holztische in der Art von Bauerntischen, die Holzstühle in Stil und Farbe dazu passend.

Wir haben reserviert. Das Restaurant ist proppevoll an diesem Samstagabend. Dementsprechend hoch ist der Schallpegel in den Gasträumen, die durch Durchbrüche verbunden sind. Zu der ungedämpften Lautstärke tragen auch die nackten weißen Wände und der Steinfußboden bei.

Parkplätze sind genügend vorhanden, teils an der B 56 in Parkbuchten, teils hinter dem Restaurant auf einem Parkplatz.

Begeistert hat uns das Ambiente nicht. O.k., deshalb drei Sterne.

Der Service ***
Wir werden von einem jungen Mann bedient, der zeitweise von einer jungen Dame unterstützt wird. Der junge Mann macht seinen Job recht ordentlich, auch die junge Dame. Auf das Essen haben wir allerdings recht lange – so um eine Dreiviertelstunde – warten müssen, was nicht zuletzt mit dem großen Andrang im Lokal zu tun haben könnte. Aber es ist schon zumindest fragwürdig, wenn Gäste, die nach uns gekommen sind, vor uns mit Essen bedient werden.

Eine Aufstockung des Servicepersonals hätte dem Service bei derart gutem Besuch sicher gut getan.

Drei Sterne für den Service scheinen uns angemessen.

Essen und Getränke ***
Die Speisekarte bietet Eierkuchen über Eierkuchen. Insgesamt sind es wohl über 50 Eierkuchenangebote. Neben den Eierkuchen  werden auch rustikale Kartoffelgerichte angeboten wie Reibekuchen, Bergische Pillekuchen, Röstis und Kesselknall. Die Preise liegen im unteren Zehn-Euro-Intervall, scheinen uns angemessen.

Ich beschreibe im folgenden nur die Gerichte für meine Frau und mich. Für unsere Freunde kann ich vorweg sagen, dass sie mit ihren Gerichten ganz zufrieden waren. Sie hatten sich den vegetarischen Pfannkuchen verschrieben.

Als einziger, der eine Vorspeise wünscht, wähle ich eine
• hausgemachte Zwiebelsuppe mit Käse-Croutons (4,50 €).

Als Hauptspeise wählt meine Frau einen
• frischen Champignon-Eierkuchen mit Salat (12,10 €) und ich einen
• Speck-Eierkuchen mit geräuchertem Speck und buntem Salat (11,90 €), 
der, so verspricht es die Speisekarte, dem Opa wieder auf’s Fahrrad helfen soll.

Den Opa lass ich mal durchgehen, obwohl ich mich selbst als Junior-Opa bezeichnen würde, aber das Fahrrad steht zuhause. Meine Liebste kutschiert mich heute. Deshalb für Sie eine Flasche
• Fachinger Mineralwasser (0,75 l zu 4,70 €) und für mich das geliebte
• Andechser Spezial hell (4,30 € der halbe Liter).

Auf die Getränke müssen wir nicht lange warten. Sie werden schnell und richtig temperiert serviert.

Nach einer Weile bekomme ich meine Zwiebelsuppe.
Zwiebelsuppe mit Käse-Croutons
Beim ersten Blick stutze ich. Der Käse ist nicht auf Brotwürfeln überbacken, also auf Croutons, wie man sie heute versteht, sondern auf einer Brotscheibe. Im 19. Jahrhundert allerdings wurden, so hat mich Wikipedia inzwischen gelehrt, Brotscheiben in Form von Dreiecken oder Monden als Croutons bezeichnet. Altes Bauernhaus, alter Sprachgebrauch, das lassen wir dann mal durchgehen.

Die Suppe ist ordentlich. Sie ist schön heiß, es finden sich reichlich Zwiebeln in ihr und der Crouton mit dem Käse ist sehr schmackhaft.

Jetzt ist Schluss mit Bildern, ab jetzt zählen nur noch Worte. Die Salate, die es zu den Gerichten gibt, holt sich der Gast an einem Buffet. Das Buffet bietet Blattsalate, Gurkensalat, geachtelte Tomaten, Möhren-Julienne, Mais und Leerstellen, jedenfalls als wir zum Buffet gehen. Wie gesagt, es ist proppevoll an diesem Abend, und das Personal kommt mit dem Nachlegen nicht schnell genug nach.

Meine Frau stellt sich einen Salat aus buntem Blattsalat, Möhren-Julienne, Gurken und Tomatenachteln zusammen. Ich wähle Blattsalat, Möhren-Julienne und Tomatenachtel. Als Dressing nehmen wir ein Joghurt-Dressing. Der Salat begeistert uns nicht, zumal die Tomaten recht geschmacklos und wässrig sind und ein Reifemanko erkennen lassen. Das Joghurt-Dressing kann hier auch nichts mehr retten, würz- und eindruckslos.

Warten ist angesagt. Nach zirka einer Dreiviertelstunde seit der Bestellung und einer Nachfrage, was mit unseren Gerichten sei, kommen dann doch unsere Eierkuchen.

Der Champignon-Eierkuchen meiner Frau ist zusammengeklappt. Insofern brauche ich hier keine allzu bildhaften Beschreibungen walten zu lassen. Wie ein dünner, als Halbmond zusammengeklappter Eierpfannkuchen auf der Unterseite aussieht, weiß die geneigte Leserschaft. Mehr ist nicht zu sehen. Es kommt ja auch auf den Inhalt und den Geschmack an.

Der Pfannkuchen meiner Liebsten ist gefüllt mit geviertelten frischen Champignons in einer recht faden Rahmsauce. „Das kann ich besser“, ist ihr Kommentar.

Mein Speck-Eierkuchen deckt den Teller, einen geschätzten 28er,  vollkommen ab. Der Kuchen ist gespickt mit rechteckigen Speckscheiben, in der Länge augenmaßig von der doppelten Breite, wenig Fettrand, mehr röstrot. Die Scheiben liegen Kante an Kante, sowohl in der Länge als auch in der Breite. Vom ockerfarbigen Eierkuchen blitzt nur an den Nahtstellen etwas durch. 

Der Eierkuchen ist einwandfrei, schön dünn gebraten. Der Speck schmeckt auch vorzüglich, würziger Speckgeschmack mit Röstnote. Und der Sättigungseffekt ist enorm. Ich giere nach einem Bitterschnapps, den ich mir dann auch bestelle:
• Averna (2 cl für 2,20 €).

Meine Frau wählt einen 
• Espresso forte (2.- €)

Der Espresso kommt leider nur lauwarm auf den Tisch, schmeckt aber kräftig ohne bittere Note.

Insgesamt sind wir mit unseren Gerichten schon zufrieden, meine Frau weniger, ich mehr. Unsere Freunde geben sich auch zufrieden. Unter dem Strich bleiben drei Sterne für Essen und Getränke.

Die Sauberkeit ****
Bezüglich der Sauberkeit scheinen uns vier Sterne angebracht. Der Gastraum ist gepflegt, Tische, Bestecke und Geschirr sind sauber, die Toiletten, sowohl die Damen- als auch die Herrentoilette sind gepflegt und sauber.

Das Preis-/Leistungsverhältnis ***
Die Küchenleistiung sehen wir insgesamt als okay an. Die vielen Gäste und nur zwei Servicekräfte, das hat unsere Bewertung für den Service auf okay geschmälert. So bleibt das Preis-/Leistungsverhältnis auch bei okay, deshalb auch hier drei Sterne.

Das Fazit ***
Wer schnell und zu moderaten Preisen satt werden will und bodenständige Kost liebt, der ist hier ganz gut aufgehoben und dem sei das Eierkuchen-Paradies empfohlen. So ab und zu haben wir Lust auf „Pannekoken“. Dann werden wir uns hier mal wieder sehen lassen. „Ganz okay“, sagen wir deshalb und geben drei Sterne für das Fazit.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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