Das Wirtshaus
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Holstenstr. 88, 24103 Kiel
Restaurant Bar Biergarten
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GastroGuide-User: stekis
hat Das Wirtshaus in 24103 Kiel bewertet.
vor 4 Jahren
"Mittagstisch mit deutlichen Schwächen"
Verifiziert

Geschrieben am 11.05.2015
Besucht am 18.01.2013
Wieder mal hatte ich aufgrund eines geplatzten Termins kein Essen bestellt, das Programm der Mensa klang auch nicht wirklich verlockend, also auf in ein Restaurant. Vom Wirtshaus hatte ich schon durchaus Gutes gehört, in zumutbarer Entfernung kann man auf dem Exerzierplatz zwar gebührenpflichtig, aber ansonsten problemlos parken.
 
Ich betrat das Lokal und wurde von einer hinter dem Tresen stehenden Mitarbeiterin freundlich begrüßt. Sie machte dann aber keine Anstalten, mir in dem fast leeren Raum einen Tisch zuzuweisen, und so suchte ich mir selbst einen Platz. Auf dem Tisch lag ein Zettel mit den Mittagsangeboten der Woche, die reguläre Karte steckte in einem Halter. Ansonsten gab es auf dem Tisch noch einen Steingut-Bierkrug mit Besteck und Servietten darin und eine Stumpenkerze auf einem flachen Metalleuchter.
 
Ich hatte mir das Mittagsangebot angesehen und auch die reguläre Karte konsultiert, und als ich die zuklappte, kam auch recht schnell eine Bedienung an den Tisch und fragte nach meinen Wünschen. Ich bestellte das Mittagsangebot „Schweinenackensteak mit Bratkartoffeln und Salat, Dessert (6,50 €) und dazu einen kleinen Spezi. Der wurde auch prompt gut temperiert serviert, allerdings in einem Glas ohne Eichstrich.
 
Nur wenig später kam die Bedienung wieder und brachte das Essen. Auf dem Teller zwei Scheiben Schweinenacken mit reichlich dunkler Sauce, ein Häuflein Bratkartoffeln und das Ganze mit Salat recht ordentlich garniert. Dazu wurde ein kleines Glas mit einem Dessertlöffel darin neben den Teller gestellt.
 
Die Bratkartoffeln sahen ganz gut aus, mit Speck und Zwiebeln und mit ordentlichen Röststellen. Von der Konsistenz her aber wirkten sie, als ob sie schon längere Zeit warm gehalten worden seien. Je tiefer ich in dem Häuflein kam, desto mehr verbrannte Stellen hatten die Kartoffeln, aber auch Speck und Zwiebeln waren nicht nur vereinzelt völlig schwarz.
 
Das Fleisch erwies sich im Anschnitt als sehr fest – nicht zäh! – so dass das Messer Probleme hatte zu schneiden. Die Würzung war gut, allein das Fleisch selber hatte diesen typischen Geschmack, den ein Nackensteak annimmt, wenn es kalt wird, und den man auch durch erneutes Erwärmen nicht wegbekommt. Das zweite Stück war diesbezüglich besser, aber genauso fest wie das erste. Das Beste an dem ganzen Teller war der Salat, schön knackig frisch.
 
Als die Bedienung vorbeikam und sich erkundigte, ob alles in Ordnung sei, erklärte ich, dass ich den Eindruck hätte, dass das Essen schon längere Zeit warm gehalten worden sei. Völlig entrüstet antwortete sie, das könne nicht sein, sie schwöre, dass alles frisch sei und zog ab. Unterdessen hatte ich die zahlreichen schwarz verkohlten Stücke auf dem Tellerrand gesammelt und den weiteren Verzehr eingestellt. Ein kurzer Versuch an dem im Glas servierten Dessert brachte eine Cappucinocreme von gummiartiger Konsistenz zutage, garniert mit einem Klecks Sprühsahne und einigen Schokostreuseln. Diesen Versuch stellte ich auch sofort ein.
 
Dann kam die Bedienung wieder an meinen Tisch und erklärte, sie habe es in der Küche berichtet und der Koch sei jetzt beleidigt. Als sie dann aber die Kollektion verkohlter Stücke auf dem Tellerrand sah, meinte sie auch, dass das wohl nicht in Ordnung sei. Eine andere Reaktion oder das Angebot einer Kompensation erfolgte aber nicht.
 
Fazit: In der von mir erlebten Form ein klares No Go! Aufgewärmtes Fleisch und matschige, verbrannte Bratkartoffeln mit einem nur aus den Tanks der Großchemie stammenden Dessert, dafür sind selbst 6,50 € zu teuer. Die Behandlung meiner Reklamation war auch völlig unprofessionell. Ich weiß, dass sie es dort besser können, aber ich werde dieses „Wirtshaus“ bis auf weiteres meiden.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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