Zurück zu Villa Cuba - Restaurante Bar Café
GastroGuide-User: Kiwikatze
hat Villa Cuba - Restaurante Bar Café in 37073 Göttingen bewertet.
vor 5 Jahren
"Karibisches Essen in kubanischem Flair, Service leider unfähig"

Geschrieben am 29.01.2015
Besucht am 29.06.2013
Allgemein
Nach einem anstrengenden Workshop hatten wir uns abends mit 15 Personen aus unserem Team zusammengefunden, um zu trinken und essen. Es war im Voraus ein Tisch bestellt worden.

Meine letzte Kritik für die "Villa Cuba" liegt etwa ein Jahr zurück.

Die " Villa Cuba" ist sicherlich mal etwas Anderes: sowohl vom Ambiente, als auch vom Essen. Sicherlich eine Bereicherung für Göttingen. Das Essen ist zwar etwas teurer, aber hier wird man wirklich satt und kann seinen Gaumen mal mit etwas Außergeöhnlichem verwöhnen. Die Cocktailauswahl ist auch ziemlich groß, die Preise sind jedoch nicht studentenfreundlich. Am Service gibt es hier noch sehr viel zu verbessern, teilweise auch an der Sauberkeit. Wer kein Problem mit langen Wartezeiten und ungeschultem Personal hat, kann hier jedoch trotzdem einen schönen Abend verbringen. Das Frühstück für zwei Personen zu 16,90 Euro soll wohl auch zu empfehlen sein.

Für mich ist ein Besuch in der "Villa Cuba" in nächster Zeit ausgeschlossen: das Essen überzeugt mich nicht genügend, um über die schlechte Servicequalität hinwegsehen zu können. Vielleicht im nächsten Jahr ein neuer Versuch!

Bedienung
Ich war jetzt zwei- oder dreimal in der "Villa Cuba". Wirklich jedes Mal ist mir das extrem lahme, unkoordinierte, schlecht informierte, aber freundliche Servicepersonal bitter aufgestoßen. Unser Teamsprecher hatte für einen Gast aus Berlin dieses Restaurant ausgewählt, weil es sowohl Essen als auch Cocktails für eine größere Gruppe in netter Atmosphäre bietet.

Wir trafen mit den ersten sechs Personen um 21 Uhr an einem Samstag Abend ein. Mir war relativ klar, dass es sich wahrscheinlich wieder um eine lange Tafel im Obergeschoss handeln würde. Wir stapften also zielsicher nach oben und fanden den längeren Tisch. Wir waren etwas verwirrt, weil sich schon Personen am Tisch befanden und keine "Reserviert- Schildchen" aufgestellt waren. Also wieder runter und nachfragen! Wir standen also mit sechs Personen doof im Weg rum. Zwei hektische Bedienungen mussten erstmal nachschauen und führten und dann zum selben Tisch. Naja, das kann ja mal passieren. Der Laden war gerammelt voll nund es gibt eben Gäste, die sich einfach irgendwo hinsetzen. Dafür kann die Bedienung meistens nichts. Mittlerweile 21.10 Uhr nahmen wir Platz und wählten schonmal aus den auf den Tischen verteilten Getränkekarten sechs verschiedene! Getränke aus und bestellten bei unserer Bedienung. Nach und nach trafen die fehlenden neun Personen ein (21.20 Uhr?), die Bedienung kam ein weiteres Mal und es konnten verschiedene weitere Cocktails, AFGs und unsere Essensbestellung aufgegeben werden. Unsere Getränke brauchten eine gefühlte Ewigkeit. Ich frage mich wirklich, was an einer großen Fanta, Ginger Ale, Cola, Weizen, Bier und einem Cappucino so lange dauern kann??? Das Bier hatte jedenfalls keinen Schaum mehr - ich hätte es zurückgehen lassen! Mein Ginger Ale hatte auch recht wenig Kohlensäure, aber ich wollte jetzt auch nicht schon wieder meckern. Die Bedienung konnte sich natürlich nicht merken, wer was bestellt hatte. Muss man nicht, könnte man aber bei sechs Getränken. Mein Glas war auf jeden Fall leer und vorsorglich bestellte ich schonmal mein nächstes großes 0,4l Getränk. Hier dauert es ja aus Erfahrung immer ziemlich lange. Die Anderen hatten mittlerweile schon selbständig die Kerzen angezündet, daran hatte auch niemand gedacht. Erfreulicherweise bekamen wir schon nach 30 Minuten unser Essen, ich hätte mit längerer Wartezeit gerechnet. Das Besteck wird mit Servietten auf einem Teller auf den Tisch gestellt. Zum Salat und einer Suppe wurde nur ein großer Brotkorb für zwei Personen gebracht, die nicht annäherungsweise in der Nähe saßen. Man merkte wieder, dass hier niemand mitdenkt! Während wir aßen trafen die restlichen Getränke ein. Es handelte sich um eine recht große Bestellung. Intelligenterweise stellte sich die Bedienung jedoch an unsere Seite, um der anderen Seite ihre Getränke zu "servieren". Wir wurden "netterweise" alle mit einbezogen, um durchzureichen. An sich ist das ja nicht schlimm. Hier ist es auch einfach ziemlich eng. Trotzdem macht man das einfach nicht. Es erwartet hier niemand perfekten Service, aber ein paar Grundzüge wären schön. Ein paar von uns wollten jetzt einen Kurzen trinken und fragten (wirklich fürchterlich unverschämt!), welche Kurzen es denn wohl gäbe: "Ähhmmm, das weiß ich jetzt gar nicht so genau... ." Super! Bei der Bestellung war mir schon aufgefallen, dass die Dame wohl die Gerichte nicht so genau kannte (ok, es gibt ähnlich klingende Gerichte, da hat sie recht): wir wurden gebeten nach Nummern zu bestellen. Vielleicht wäre es hier sinnvoll, die blöden Nummern mal auswendig zu lernen. Meistens werden bestimmte Gerichte ja immer wieder bestellt und außerdem handelt es sich ja gerade mal um zweieinhalb Seiten! Oder man kopiert sie sich klein und schaut eben schnell nach (kann man auch ins Kellnerportemonai kleben). Erstaunlicherweise gab es dann doch Sambucca und Tequila Gold. Könnte man wissen, wenndas ganze Restaurant voll mit "Che Guevara - Dekoration" hängt. Beim Servieren wurde natürlich auch nicht gefragt, ob der Sambucca angezündet werden soll. Mein zweites Ginger Ale hatte übrigens mehr Kohlensäure.

Man muss jetzt aber mal zur Verteidigung sagen, dass unsere Kellnerin wirklich viel zu tun hatte und immer sehr freundlich war!

Es ist hier wirklich eine Seltenheit, wenn man eine Servicekraft zu sehen bekommt. Falls ja, sollte man schnell sein und bestellen. Ich habe es im Laufe des Abends dann noch mindestens ein- oder zweimal nicht geschafft. Etwas gestresst, entschloss ich mich wegen der nicht vorhandenen "Happy Hour" für einen Longdrink. Mir sagte nichts in der Karte zu und ich äußerte einen Spezialwunsch: "Ginger Ale mit Southern Comfort". Ich wusste, dass dieser Likör im Haus sein musste, da er für verschiedene Cocktails benötigt wurde. Nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit, erreichte mich dieser auch - genau so wie ich es wollte. An der Bereitschaft seine Gäste glücklich zu machen, fehlt es hier also nicht! Trotzdem entnervt einen die Tranigkeit des Service doch sehr. Ein Herr hatte bei der dritten Getränkebestellung einen Cuba Libre bestellt, dieser erreichte ihn nach geschlagenen 25 Minuten - noch nach meinem Spezialwunsch! Er war kurz davor selbst runter zu gehen, um die wenigen Zutaten selbst! zusammen zu mixen. GIbt es hier eigentlich einen Barkeeper???

Gegen 0 Uhr beschlossen wir zu zahlen. Schon vorher war leicht panisch von der Kellnerin gefragt worden, wie denn gezahlt werden sollte. Alle Barzahlungen mussten an der Kasse getätigt werden und die Kartenzahlungen im Anschluss unten. Mein Spezialwunsch war nicht eingebongt worden und ich hätte für das ganze Geärgere einfach mal die Klappe halten sollen. Das wäre gar nicht aufgefallen, aber wir wollen ja auch nicht betrügen und ich weiß, dass man das das Personal dann meist selbst zahlen muss. Ich frage mich nur, wie sie an der Bar an das Getränk gekommen ist ohne Beleg??? Ich durfte der Dame dann auch noch erklären, dass Southern Comfort meines Wissens nach nicht als Shot auf der Karte steht (bin mir aber nicht sicher). Sie wollte Ginger Ale und Southern Comfort getrennt einbuche, was natürlich viel teurer ist. Sie ließ sich dann aber doch dazu überreden es als Longdrink für 5,90 Euro zu berechnen. Dieser Longdrink ist nicht auf meiner Rechnung aufgetaucht. Da sich das Mädchen bemüht hat und freundlich war, es vielleicht wirklich alles nicht besser wusste, gab ich ihr dann doch einen Euro Trinkgeld.

Insgesamt sollte hier mal eine gründliche Serviceschulung im Ungang mit Gästen, Servicegrundkenntnissen und auch eine Kassenschulung stattfinden, außerdem könnte man sich mal genauer die Karte anschauen. Vielleicht muss zu diesen Stoßzeiten auch einfach mehr Personal eingesetzt werden, damit sowohl Gast als auch Bedienung sich wohler fühlt und es in Zukunft besseren Service gibt.

Leider kann ich auf Grund der langen Wartezeiten, vielen kleinen und größeren Fehler und meiner daraus folgenden Aufregung deshalb nur einen Stern vergeben! Bitte daran arbeiten, dann komme ich auch gerne wieder!

Das Essen
Die Speisekarte ist in der "Villa Cuba" zweieinhalb Seiten lang - also erfreulich übersichtlich. Man findet Suppen, Vorspeisen, Salate, Hühnchen- und Fleischgerichte oder auch Nachspeisen. Alle Portionen sind sehr groß (siehe Fotos) und eher im oberen Preisniveau anzusiedeln. Zu den Hauptgerichten kann man Beilagen wie Reis, Congrireis (Reis mit Bohnen und Zwiebeln), Kartoffelspalten etc. wählen. Man findet Hauptgerichte mit Obst (karibisch) und viel mit Bohnen. Für den deutschen Gaumen eher außergewöhnliche Kombinationen sind hier an der Tagesordnung.

Etwa die Hälfte unseres Teams aß auch etwas, der Rest beschränkte sich auf Flüssignahrung. Ich hatte leider noch mein Rollito mit Avocadocreme, Hühnchen und Reis als sehr fettig (siehe letzte Kritik) in Erinnerung und entschloss mich diesmal für ein reines Hühnchengericht. Ich schwankte zwischen Hühnchen mit Curry, Banane und Kokosmilch und wählte dann doch "Karibisches Hühnchen mit Zwiebeln, Mangostreifen, Paprika und Congrireis". In Anbetracht der riesigen Portionen sind wohl 12,60 Euro nicht zu viel für ein Hauptgericht, für eine Person ohne "Bärenhunger" ist es aber definitiv zuviel! In der Karte wird darauf hingewiesen, dass alle Speisen frisch und mit Sorgfalt zubereitet werden und es deshalb zu Verzögerungen kommen könnte. Da man hier aber auch immer noch die Tranigkeit des Service einberechnen muss, am besten sofort mit den Getränken bestellen. Unser Essen kam nach 30 Minuten, was ich noch als im Rahmen empfand, da das Restaurant voll war. Wie schon erwähnt, störte mich die Sparbeleuchtung. Mein Essen stellte sich als appetitlicher Berg aus Hühnchen, Mangostreifen, Zwiebeln, Salatbeilage und einem Kreis Congrireis heraus. Ich stellte mich der Aufgabe gegen die Essensmassen anzufuttern. Meine Teamkolleginnen taten das Gleiche. Sie hatten sich für Salat entschieden, der auch ziemlich lecker aussah. Zum Salat wurde auch Weißbrot (reichlich!) gereicht. Allerdings nur ein großer Korb für zwei Personen, die wirklich mindestens drei Meter auseinander saßen. Das gehört vielleicht eher zum Service, jedoch möchte ich es nochmal betonen, dass das wirklich nicht geht. Bei einem Geschäftsessen kann man schließlich auch nicht keine zwei Brotkörbe für zwei weit entfernt sitzende Personen besitzen. Dann müssen solche Dinge eben mal angeschafft werden oder man findet eine andere Lösung (tiefer Teller mit Serviette?)!

Mein Essen war durchaus mal etwas anderes und auch ganz lecker, besonders die dunkle Soße gefiehl mir. Die Mango war noch erstaunlich bißfest und das Hühnchen gut gebraten. Mich störte etwas die Salatbeilage, die halb in der Soße schwamm. Das wiederum ist aber meine persönliche Meinung. Der Reis war interessant, aber nicht überwältigend anders. Jeder Europäer kann also ohne Probleme dieses "exotische" Gericht mal ausprobieren, ich habe es jedoch ohne Knoblauch bestellt. Leider war die Portion einfach zu groß. Erfreulicherweise findet sich bei so großen Gruppen ja immer noch ein Hungriger. Insgesamt war ich vom Essen positiv überrascht. Meinen Teamkollegen hat es wohl auch durchgehend gut geschmeckt! Auch die zwei bestellten "Crepe mit Sahne, Eis und Erdbeeren" wurden genüßlich verputzt.

Das Ambiente
Ich denke, dass das Ambiente hinreichend beschrieben wurde. Trotzdem einige Anmerkungen: Da den ganzen Abend eine Art "Schummerlicht" herrschte, kann ich die Einrichtung auch nicht ganz perfekt beurteilen. Wir saßen an einer langen Tafel auf einer Art Empore im Obergeschoss. Mehrere dunkle Hoztische bildeteten unsere Tafel. Sehr viel Stühle waren sehr eng um den Tisch gestellt, deshalb habe ich auch ein paar Stühle beiseite gestellt. Im Hintergrund befanden sich drei "Büsten" von Che Guevara - jede in einer Art von Schaufenster ohne Glas. Darüber: "Hasta La Victoria Siempre". Unsere Teelichter haben wir selbst angezündet.

Mir war es beim Essen viel zu dunkel, teilweise konnte ich Mangostückchen und Hühnchen kaum auseinander halten.

Auf den Weg zu den Örtlichkeiten musste ich mehrere Personen bemühen aufzustehen. Also beschloss ich über den Stuhl zu steigen, blieb mit den Absätzen hängen und fing mich gerade noch ohne einen uneleganten Abgang auf den Boden zu machen. Das kann man nun mir oder auch der Enge zuschreiben... Gerade für ältere Personen oder Brillenträger herrscht hier aber wirkliches Fallpotential!

Sauberkeit
Leider befand sich auf den Toiletten nicht überall Toilettenpapier (auch keine Ersatzrollen). Also bitte Taschentücher mitführen! Außerdem findet man eine etwas seltsam anmutende Konstruktion auf den Klobrillen: Es befindet sich eine Art Plastikfolie um die Brille, die sich auf Knopfdruck dreht (Soll das jetzt hygienisch sein? Wahrscheinlich schon, ich finde es persönlich komisch). Anschließend kann man die Toilette benutzen. Habe ich noch nie so gesehen! Es gab außerdem keine Papierhandtücher. Ich mag diese Händetrockner (Bazillenschleudern!) nicht! Außerdem ist das mittlerweile auch vorgeschrieben. Also bitte mal Papiertücher kaufen!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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