Wimmers Landwirtschaft
(16)

Im Grassenberg 2, 69168 Wiesloch
Restaurant Biorestaurant Landgasthof
Zurück zu Wimmers Landwirtschaft
GastroGuide-User: Gast im Haus
hat Wimmers Landwirtschaft in 69168 Wiesloch bewertet.
vor 4 Jahren
"Wimmers heile, vielfältige und schmackhafte Buffet-Welt"
Verifiziert

Geschrieben am 12.06.2017 | Aktualisiert am 12.06.2017
Besucht am 11.06.2017 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 50 EUR
Wimmers Landwirtschaft, das ist nach wie vor ein Schwergewicht in der Wieslocher und regionalen Gastronomie. In beständigem, geschickten Ausbau der Kapazitäten ist jetzt ein Stand erreicht, bei dem das Grundstück bei gsd sehr großzügiger Platzgestaltung komplett gefüllt ist. Der Vorteil dieses Aufbaus, bei dem man einen sehr angenehmen Abstand zum Nachbartisch hat, liegt auf der Hand. Aus den schlichten Gartenmöbeln lassen sich leicht größere Einheiten zusammenstellen, die dann zugleich mehr Abstand zu den umliegenden bekommen.
 
Das Personal ist sehr freundlich, flott und gerade im Empfangsbereich gut geschult. Man wird zum Tisch geführt – (natürlich kann auch direkt von den Parkplätzen über Seiteneingänge sich direkt irgendwohin setzen – könnte dann aber ggfs. reserviert sein. Allein und mit der Tischnummer versehen, würde man selbst wohl nicht den Platz finden – wir haben Tisch 1041! Das im direkten Service eingesetzte Personal ist reichlich mit der Getränkeversorgung, Abdecken der leeren Teller und Gläser, Auskünften und Abrechnen beschäftigt, sehr freundlich und hilfsbereit – auch wenn ein Großteil der Kräfte sicher aus der regionalen älteren Schülerschaft oder vom Studentenwerk des nahen Heidelbergs zu kommen scheint. Außer Platzieren, Bestellung, Getränkeversorgung und Bezahlen ist Selbst-Service angesagt. Im Buffetbereich wieseln einige Köche und Küchenhilfen mit dem Austausch leerer gegen voller Bain-Marie-Behälter, oder Nachversorgung der Kühlbereiche. Köche prüfen immer wieder, dass das Angebot auch frisch und appetitlich präsentiert ist. Los geht’s ans Buffet.
  
Wimmers verlangt für das Buffet 17,80€ vom erwachsenen Gast. Das umfasst eine sehr breite Palette an Vorspeisen – Fisch- u.a. Matjes, Lachs, Thun in etlichen Variationen, Schinken, diverse Salate diverse frische grüne, wie auch Tomaten, Gurken, aber auch Mais (Wastels Güllekügelchen)  wie auch Zubereitungen wie Gurkensalat (diesmal wohl sogar aus kleinen knackigen Gurken, Möhrensalate usw. bis zum Wakame (der knallgrüne Algen/Glasnudelsalat) oder sehr schmackhaften Ochsenmaulsalat. Auch italienische Antipasti sind mit gebratenen Auberginen, Paprika oder Tomate-Mozzarella, Feta gegrillt und anderem vertreten. Für Suppenfreunde stehen auch verschiedene Kessel bereit, auch gibt es diverse Brot- und Baguette-sorten.
 
Alles wird in relativ kleinen Einheiten präsentiert – was zunächst bei den Besuchermassen verwundert, manchen hindert, sich zu viel aufzulegen, ab und zu auch bestimmte, sehr begehrt Angebote kurzzeitig „aus“-gehen lässt  – doch es wird kontinuierlich immer wieder aufgefüllt, so dass man eventuell mal fünf Minuten später nochmal nachschauen kann, sofern man nicht zwischenzeitlich ins Hauptgang gewechselt hat.
 
Bei den Hauptspeisen reicht das Angebot von den Standards Schnitzel, Hähnchen, Spanferkel, Rind in div Zubereitungen vom Schmorbraten bis zu Geschnetzeltem, ebenso Fisch, Calamares, Bratwürste wie auch diverse Nudelgerichte, Warme Gemüse wie Blumenkohl, Paprika,  Ratatouille, Leipziger Allerlei,  Pilze etc.  die dann durch saisonal bezogene Gerichte bzw. Bestandteile wie derzeit z.B. Spargel in diversen Zubereitungen ergänzt werden. Als Sättigungsbeilagen findet man Kartoffeln von der Salzkartoffel über Wedges bis Pommes und Kroketten, Reis, Nudeln. Die Vielfalt wird ergänzt durch eine Außengrillstation an denen neben Rosmarin-Grillkartoffeln, Pilzen, Zwiebel-Gemüse auch Fleisch von der Wurst bis zum Steak vom Rind bis Huhn und diverse Fische  wie Lachs aber auch andere vorwiegend in Filetform frisch zubereitet angeboten werden.
 
An dieser Station werden auch Pancakes oder Waffeln für die Naschkatzen zubereitet. Womit man für die Nachspeise gerüstet wäre. Hier finden sich neben diversen kleinportionierten Kuchenangeboten jede Menge frisches Obst, Trauben, Melone und aktuell Mengen von Himbeeren, dazu auch Sahne oder Cremesoßen, Schokopudding. Götterspeise hab ich diesmal echt vermisst – und was es allerdings in Vorjahren schon an so heißen Sommertagen gab: Eis.
 
Das ist nur ein grober Überblick, der sicher weder vollumfänglich noch abschließend  war.
 
Kommen wir zu dem, was kritisch anzumerken ist.
 
Da ist zum einen natürlich das Thema Selbstbedienung am Buffet. Wenige Gäste haben wohl  keine Kinderstube genossen, drängeln, oder kommen mit  dem Vorlage-Besteck nicht zurecht. Dem Problem wurde durch die laufende Überwachung des Buffetbereichs weitestgehend Einhalt geboten – die Speisen bleiben appetitlich – auch die Kinder fallen nicht negativ auf.
 
Leicht negativen Einfluss haben solche Gäste wohl im Grillbereich gehabt zu haben. Die dort wohl landsmannschaftlich tätige Kochgruppe wurde wohl des Öfteren von den Gästen etwas abschätzig behandelt. Deren früher zurückhaltendes, freundliches  agieren ist manchmal inzwischen leicht ruppiger geworden.
 
Weiter merke als Gast, dass sie wohl (wie vermutlich auch die Köche im Buffetbereich) für ihren Wareneinsatz und Profitabilität verantwortlich gemacht werden – konnte man früher leicht darauf hindeuten, welches Stück man gerade haben will, bekommt man heute gerade das, was dringend vom Grill runter muss. Bei der extrem schnellen Zubereitung von Fleisch und Fisch und einer doch sehr wechselnden Inanspruchnahme ballen sich Nachfragehoch und Leerlaufzeit unvorteilhaft. Da war es gerade rappelvoll – also hat die Mannschaft entsprechend nachgelegt. Jetzt, da der Grillstand frei ist, komme ich hin und sehe eine volle Palette der dünnen Fisch-, vermutlich Schollenfilets. Ein wunderschön zartes, noch leicht glasiges hat mein Interesse – doch zack – platziert man mir eines, dass mit kräftigen Röstaromen manches Steak ausstechen würde, gegen das selbst die TK-Calamares und Fischstäbchen am Hauptbuffet zum kulinarischen Höhepunkt werden. Gut- auch wenn man dann das Röstfilet nicht unbedingt goutieren muss, sondern auf dem Teller belassen kann – mir als Gast macht das weniger Spaß, zudem wenn nebenan ein anderer Gast quasi jammert, dass sein Fisch nicht so durch sei.
 
Ja, 17,80€ sind für die Vielfalt und die Qualität des Angebots wirklich günstig. Die Vielfalt habe ich sonst so nicht. Aber wenn ich zum Beispiel in einem vergleichbaren Restaurantlevel ein Gericht bestelle, dann liege ich irgendwo zwischen 10 oder max 15 Euro. Damit habe ich noch locker ein Getränk dabei und bin auch nicht teurer. Gut – das geht nur bei einem Einzelgang – nicht bei einem Menu, das bei Wimmers mit beliebiger Anzahl Gängen gegebe ist. Aber gerade an heißen Tagen bin ich gar nicht so auf Menuschlachten in borgfelderischem frugalem Opulenzmaßstab erpicht. Ein schönes Stück Fisch oder aber auch „nur“ ein leckeres Ratatouille (Das Wort meines Großen als Kleinkind dafür hat sich bei uns in der Familie bis heute gehalten: Rattenpfui) würden mich glücklich machen – dazu eine kalte Flasche eines guten Mineralwassers und es bleibt bei unter 18€/Person.
 
Und hier fängt mein zweiter Kritikpunkt an – der eine reine Frage der Preisanmutung wird:
 
Wenn für die Literflasche Cidre 9,- € aufgerufen werden, dann verblüfft das zunächst sehr. Gut, es ist der Apfelcidre von Nahmens, der im Handel mit 3,75€ angeboten, am Ende dann also doch äußerst günstig kalkuliert ist.
 
Doch dann das Wasser - oh ja, nicht HH Tills (4,20€/l),  für einen Liter kühlen Wasser (mit Gas) im Krug aus der Aufbereitungsanlage werden 5,50€ verlangt, das für mich gefühlt zunächst „Extremsport“.  
Wasser ist ein sehr wichtiges Gut – und es wird auch nicht besser, wenn ein Wirt etwa Coca-Cola zwischenschaltet und dann etwa mit „Bonaqua“ den gleichen Liter-Preis aufrufen würde  und wir als Gäste dann 2,75/0,5l locker abnicken. Aber es macht deutlich, dass wir hier mit unserem Trinkwasser in Deutschland tatsächlich ein sehr hochwertiges Produkt haben, mit dem wir nicht asen, sondern das wir schätzen sollten. Insofern geht für mich auch der Preis in Ordnung.
 
Fazit: Doch immer wieder gerne mal hin zu Wimmers Landwirtschaft!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


kgsbus und 14 andere finden diese Bewertung hilfreich.

Pepperoni und 14 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.