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GastroGuide-User: Ede.
hat Passage-Stube in 40764 Langenfeld bewertet.
vor 4 Jahren
"Schmeckt sehr nach Fertigprodukten"
Verifiziert

Geschrieben am 28.12.2015
Besucht am 08.12.2015
Wie der Namen bereits verrät, liegen die Passage-Stuben in einer Passage an der Langenfelder Hauptstraße, unweit des Stadtzentrums. Die Passage-Stuben bestehen auf zwei Räumen. Möglicherweise waren dies ursprünglich auch mal zwei getrennte Lokale, die später „vereinigt“ wurden, da beide Räume einen separaten Zugang von der Passage her besitzen, und untereinander nur durch einen schmalen, unscheinbaren Durchgang verbunden sind. Der größere, saalähnliche Raum bietet für größere Gesellschaften mit bis zu 60 Personen Platz, und wird von einer recht ausladenden Theke beherrscht. Daher auch „Bierschwemme“ genannt. Optisch ist dieser Bereich dem alten, rheinischen Stil mit dunklem Fachwerk nachempfunden.

Der zweite Raum, das eigentliche Restaurant bzw. Steakhaus, ist im mediterranen Stil gehalten – viel Holz und mit groben, rötlichen Ziegeln erstellte Bögen und Mauern unterteilen diesen Raum in kleinere Nischen. Insgesamt finden ca. 45 Personen in diesem Bereich Platz. Die kleinteilig Aufteilung macht den Raum zwar recht heimelig, allerdings wird dieser Eindruck durch die Plastikblumen und Plastikplanzen auf den Tischen und den Raumteilern wieder getrübt. Dies wirkt einfach billig.

Als ich in der Adventszeit mit meiner Begleiterin die Passage-Stuben betraten, wurden wir sogleich von der Bedienung empfangen, und in das fast bis auf den letzten Platz gefüllte Steakhaus begleitet. Im hinteren Bereich fand sich jedoch für uns noch ein Zweiertischchen. Wir hatten uns kaum niedergelassen, wurde uns auch bereits die recht umfangreiche Speisekarte gereicht. Auf mehreren Seiten verteilt finden sich kroatische Gerichte vom Grill, internationale Gerichte, Fischgerichte, Spezialitäten aus der Pfanne, Steakspezialitäten vom Rind, Toastgerichte, sowie Vor- und Nachspeisen sowie einige Kindergerichte. Allein an die 60 verschiedene Hauptgerichte werden geboten.

Angesicht dieses Umfangs dauerte das Studium der Speisekarte einige Zeit, bis ich mich für eine Französische Zwiebelsuppe (die Tasse für 3,50 EUR, auch als Terrine für 5,00 EUR erhältlich) als Vorspeise, und Züricher Geschnetzeltes mit Champignons und Kroketten (für 14,80 EUR) als Hauptgang entschieden hatte. Meine Begleitung wählte das gebratene Zanderfilet in Zitronensauce mit Butterreis (14,80 EUR). Als Getränk bestellte mal kein Weizenbier sondern ein Gaffel Kölsch (0,3 Liter für 2,10 EUR) – schließlich bin ich nicht alle Tage im Rheinland.

Die Getränke standen ruck-zuck auf dem Tisch, und wenig später kam auch schon die bestellte Zwiebelsuppe. Die Zwiebeln waren nicht in Ringe sondern in feiner Ringe geschnitten, wie es üblicherweise bei einer französischen Zwiebelsuppe der Fall ist, sondern in kleine Würfelchen. Dies finde ich gar nicht schlecht, da sich die Suppe dadurch einfacher essen läßt. Und dem Geschmack tut es keinen Abbruch ob die Zwiebeln gewürfelt oder in Scheiben sind. Nicht so toll fand ich indes, daß auch das Weißbrot in kleinen Stückchen in der Suppe verteilt war, und nicht geröstet in einem Stück obenauf war. Auch der Käse hätte für meinen Geschmack eine Spur dunkler überbacken sein können. Geschmacklich war diese Suppe jedoch gut abgeschmeckt.

Nur kurze Zeit nach dem Abräumen der Suppentasse tauchte die Bedienung auch schon den Salaten für meine Begleiterin und mich auf. Der gemischte Salate (insbesondere grüner Blattsalat, zudem etwas Tomate, Karotte und Mais aus der Dose) machte zwar einen frischen Eindruck, die Jogurt Salatsoße war jedoch eine Enttäuschung. Bleich wie der Tot, und geschmacklich ebenso tot. Nach meinem Dafürhalten irgendeine 08-15 Fertigsoße, und zwar eine der schlechteren Art.

Bei dem von mit bestellten Züricher Geschnetzeltes setzte sich Trend nach Fertigware fort. Keine frischen Champignons sondern geschnittene Pilze Dritte Wahl aus der Dose (meinetwegen auch Erste Wahl aus dem Glas, was jedoch nicht wirklich etwas am Geschmack ändert), statt einer feinen Sahnesoße wurde eine recht dunkle Pulver-Fertigsoße dazu serviert. Keine Spur von Weißwein und einer Spur von Zitronensaft, was man von einem guten Züricher Geschnetzeltes erwartet.

Meine Begleiterin hatte mit dem gebratenen Zanderfilet an diesem Abend die bessere Wahl getroffen. Sie war sehr zufrieden mit dem Geschmack des Fisches, und ebenso mit dem dazu gereichten Butterreis und der Zitronensoße.

Fazit: weniger wäre in diesem Fall eindeutig mehr. Eine solch umfangreiche Speisekarte läßt sich nur unter massiver Verwendung von Fertigprodukten bewerkstelligen. Die frische und individuelle Zubereitung muß hier eigentlich zwangsläufig auf der Strecke bleiben.
Eine Nachspeise verkniff ich mir, und dies obwohl als Dessert Palatschinken auf der Karte stand. Normalesweise kann ich dem nicht wiederstehen, aber in diesem Fall ...
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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