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GastroGuide-User: DerSilberneLoeffel
hat Bräustübl · Staffelberg-Bräu in 96231 Bad Staffelstein bewertet.
vor 2 Jahren
"Wer zuerst kommt, der mahlt zuerst..."
Verifiziert

Geschrieben am 21.03.2018
Besucht am 20.03.2018 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 32 EUR
Nachdem das Essen bisher immer gut, der Service allerdings im Kontakt mit dem Kunden verbesserungswürdig war, haben wir es noch einmal versucht. Die Lokalitäten sind nach wie vor unverändert, warum auch sollte man etwas Tolles umbauen?

Wir haben dieses Mal das Lokal kurz nach der Öffnung um 11.00 h besucht, trotzdem waren schon einige Tische besetzt. Der Schnitt der Kunden im Laufe des Tages außerhalb der Wandersaison: 65+. Zwar sind wir deutlich jünger, genießen aber die damit einhergehende Atmosphäre - und die Geschichten der "Tischmitnutzer". Es ist hier, entgegen fränkischer Gepflogenheiten, üblich, nicht nur "familienrein" die Tische zu besetzen, hier wird gemischt. Wer kommt, sucht und an einen Platz passt, der wird platziert. Klappt hervorragend. Der Geräuschpegel ist sehr angenehm, der Raum wunderbar temperiert (wir hatten am 20.03.2018 -9° C und Schneefall), die Bedienungen deutlich entspannter als bei unseren letzten Besuchen. Geht doch....

Wir haben uns bestellt:

- 2 Hefeweizen alkoholfrei aus der eigenen Brauerei
- 1 Mineralwasser 0,5 Liter, still
- 1 Schweinebraten aus der Röhre, mit Kartoffelklößen und Bohnengemüse
- 1 unpaniertes Putenschnitzel mit hausgemachtem Kartoffelsalat und Beilagensalat, unpaniert.
- 1 Eisbecher "Nuss mit Eierlikör"

Die Getränke aus der Biersparte sind wie immer ein Genuss. Der Kunde hat im Lokal die Wahl, zudem kann nach dem Besuch des Restaurants auch im angegliederten Verkauf aus dem gesamten Sortiment der Biere und der alkoholfreien Getränke ausgewählt werden. Zugreifen -. nicht billig, aber Qualität.

Das Putenschnitzel meiner Begleitung, welche es leider nicht mag, wenn man sie oder ihre Speisen fotografiert, kam als Erstes. Sehr lecker aussehend, eine wunderbare Bräunung auch ohne Panierung, dazu ein schön angerichteter Kartoffelsalat nach fränkischer Art (aber ohne Speckwürfelchen, soweit ich sehen konnte), ein kleiner Beilagensalat, welcher mit einer Vinaigrette mariniert war. Der Begleitung war diese zu säurelastig, für mich perfekt, allerdings liebe ich  bitter und sauer.

Gleich im Anschluss durfte ich meinen Schweinebraten in Emfang nehmen. Serviert auf einem schönen Steingutteller erwartete mich für 8,90 € eine wahrlich riesige Portion Fleisch. Mehr, als ich erwartet hatte. Dazu zwei normal große Kartoffelklöße, welche im Vergleich zum Fleisch klein aussahen. Nicht waren - optisch. So. Jetzt mal ein deutliches Wort zu denen unter den Köchen, die meinen, ein Schweinebraten wäre eben überall gleich und man müsse diesen nur in den Ofen schieben. FALSCH! Liebe Köche, Hobbyköche, liebe Genießer - hier bekommt Ihr ein Paradestück der Fleischverarbeitung. Durchwachsen, mit einer röschen (knusprigen) Kruste und Geschmack bis IN den Braten. Wie oft ist dieser Schweinebraten außen scharf, fast schon überwürzt, um zwei Zentimeter weiter innen schon nach nichts mehr zu schmecken. In diesem Restaurant wird der Eigengeschmack der heimischen Schweine toll unterstrichen, fast schon gehoben. Dazu die - leider für mich als Saucenliebhaber - etwas zu spärlich zugeteilte Dunkelbiersauce. Ja, man kann nachbestellen, allerdings war ich mir nicht sicher, ob ich diese Portion überhaupt vertilgen kann. Ich konnte ;-)

Klöße mit "Bröckele", schön fest in der Konsistenz und das machend, was sie eigentlich sollen - Sauce aufnehmen. Die hervorragend schmeckte, ein wenig des Wurzelgemüses findet ebenfalls den Weg auf den Teller. Geschmack weitab der Industrie. Bohnengemüse. Das ist immer so eine Sache. Bohnenkraut mag ich nur in quasi homöopathischen Dosen, weil meiner Ansicht nach dieses Kraut das Aroma der Bohnen überdeckt. So auch hier, meine Begleitung fand diesen Speiseanteil jedoch sehr gelungen. Gereicht wurden also Buschbohnen in einer gebundenen, leicht süßlichen Sauce. Sehr, sehr satt war ich nach dieser Portion rundum zufrieden, fast glücklich.

Die Begleiterin hat sich dann noch zu einem Dessert durchgerungen: Nuss-Becher mit Eierlikör. Vertilgt bis zum letzten Tropfen, augenscheinlich hat es geschmeckt.

Fazit: Zur richtigen Zeit besucht bekommt der einen Platz, der die Gesellschaft fremder Tischnachbarn nicht scheut. Die Portionen sind groß, auf Nachfrage gibt es auch Seniorenportionen, die Preise human, das Essen ausnehmend schmackhaft.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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