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GastroGuide-User: Gast im Haus
hat Trattoria Romana in 76669 Bad Schönborn bewertet.
vor 2 Jahren
"Beste Pizza nicht nur dieses Ortes"
Verifiziert

Geschrieben am 10.11.2017 | Aktualisiert am 04.12.2017
Besucht am 09.11.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 28 EUR
Wir haben einen langen Vortrag über gesunde Ernährung nach Krebs gehört und dabei ging es nicht um Hummer oder Languste, es war recht kalt im Raum, und das, was da geschildert wurde, war nicht zur Erbauung eines Gourmets gedacht – einfach viel zu gesund, um schmecken zu können. Eigentlich sind wir auch satt, doch bereits während des Vortrags über all das Essen, das man lieber nicht essen sollte, kommt in uns ein leises Hungergefühl, das sich so gar nicht schämt, immer lauter zu werden. Aus dem mir zugeflüsterten Satz meiner Frau „Ich hab jetzt richtig Hunger, mir ist kalt und freu mich schon auf den Salatrest von heute Mittag, den werde ich zuhause essen“  (ich hatte das halbe Grillhähnchen vom Vortag von Haut und Knochen befreit und kleingeschnitten zusammen mit einer großen Portion  gemischtem Salat aus Lollo, Rucola, Radicchio, einigen  Croutons und Sommersaaten mit Sylter Soße angerichtet – eine gute Portion verblieb in der Schlüssel) formte sich innerhalb einer viertel Stunde mit Vermeidung von Kohlehydraten wie z.B. Pizza ein zunächst noch fast ebenso leises– „Oh, eine Pizza wäre jetzt aber toll“ aus dem Munde meiner Frau. Vortrag zu Ende, langer Heimweg – Pizza wäre jetzt toll wurde schon vor dem Einsteigen ins Auto lauter formuliert und „eine halbe Shrimps ess ich auf jeden Fall“, höre ich– schnell zum Bankomat, Bares nachtanken und dann steht fest – wenn Pizza, dann in der Post bei uns im Ort – alles an Edel- oder unedel-Italienern in abendlichen Bruchsal sind da abgeschrieben – auf und schnell „Zur Post“ – Trattoria Romana in Bad Schönborn - OT Mingolsheim –sind ja noch eine knappe halbe Stunde Heimfahrt.
 
Direkt vor der Trattoria Romana „Zur Post“ finde ich genügend Parkplatz, schnell die vielen Stufen hoch – Tür auf – und es herrscht munterer Betrieb in der relativ kleinen Wirtsstube. Auf der einen Seite eine größere laut diskutierende Gesellschaft – wohl ein Jahrgangstreffen inzwischen verrenteter Damen – dem Eingang gegenüber ein paar junge Leute und zwei ältere Paare in den abgeteilten Sitzecken – linkerhand im Thekenbereich eine emsig rechnende junge Dame, die uns mit einem kleinen Kopfnicken, das zugleich den verbalen Hinweis auf den noch vollgestellten Ecktisch und ein „ich komme gleich abräumen“  begrüßt. Wir nehmen Platz auf der durch die Heizung wohlig warme Sitzbank – alle Tische sind mit grünweiß karierten Tischdecken, weißen aufgestellten Papierservietten, Besteck und Gläsern eingedeckt – sofern sie nicht, wie eben unserer gerade in Benutzung waren / sind. Es dauert ein ganz schön lange Zeit, was die junge Dame da wohl rechnet – wie sich herausstellt, muss sie wohl  die für den gesamten Tisch aufgenommene Bestellung   von einem guten Dutzend Damen für jede Einzelne zerfieseln. Tatschlich kommt sie dann mit einer ganzen Handvoll gedruckter Bons und verteilt die auch ohne Ansage der Gäste an die richtige Empfängerin – finde ich gut. Sie wendet sich uns kurz zu – aber wieder nur mit dem Hinweis, ich komme gleich. Sie geht hinter die Theke richtet ein paar Getränke für die andere Gästegruppe und bringt uns dann zwei Speisekartenbücher – aus grünlichem Plastik mit Hüllen innen – die Karte ist gegenüber früher leicht geändert – wir wissen zwar, was wir wollen, doch meine Ansage „wir möchten“ wird kurzerhand unterbrochen mit der Ansage, dass sie noch gerne am großen Tisch abkassieren möchte und dann zum Abräumen und Bestellung käme. Der Kassiervorgang geht erfreulich schnell von Statten, dann kommt sie vorbei, beginnt mit dem Abräumen und wir ordern Pizza Shrimps (7,50)und eine Spinaci (6,20) jeweils in klein – die passt bei der Post immer ziemlich genau auf den großen Pizzateller – und weiter ein Viertel Lambrusco (4,20) und ein Viertel Barbera (4,20).
Guido daLonzo, der Padrone der Trattooria, nimmt seine Suppe zum Abendbrot – der Jahrgangstreff löst sich geschwätzig auf, dann herrscht wieder Ruhe im Restaurant. Die junge Dame bringt uns die Gläser mit zwei Karaffen mit den Weinen, in der Küche werkeln still zwei Kräfte, und die Bedienung setzt sich dann nach dem Servieren zur Gruppe der offensichtlich gleichalten Freundinnen, die sich wie auch die Paare am Tisch vor uns, leise unterhalten und ihr Essen und/oder Getränke genießen. Der Lambrusco ist angenehm kühl – und da ich wenig bis nie Alk‘ trinke – schmeckt er mir trotz lieblich genauso, wie ich mir den Lambru im Geiste gewünscht habe – außerdem habe ich nach dem langen Vortrag jetzt richtig Durst – gut dass es nur ein Lambrusco ist – da kann man auch mal  ein Viertele in zwei Schluck abpumpen. Den Barbera meiner Frau muss man da schon ernster nehmen, er ist vollmundig und gefällt in seiner trockenen Art. Es dauert etwas, schneller als früher kommen dann zwei wunderschön anzusehende Pizzen, dünner Teig, der am Rand leicht aufgegangen ist, schöner tomatisierter Grund, bei mir liegen Blattspinat und Schinken in ca. 2€ großen Quadraten darauf, bei meiner Frau eine gute Menge Shrimps, Kapern, Käse und Knobi. Wir hatten beim Bestellen gebeten, die Pizza bitte aufzuschneiden – das ist diesmal erfolgt – die Servicekraft „schmeißt den Laden“ wirklich sehr gut.
Die Pizza Spinaci glänzt mit einem würzigen, leicht knusprigen Teig, ohne hart du spröde zu sein – so wie Pizza sein muss – von der einen bis zur anderen Seite. Die Würzung ist ebenfalls perfekt, genau abgestimmtes Salz, um den Spinat schmackhaft zu machen ohne dass der Schinken (obwohl nur der einfache Pizza-Hinterschinken wie er im regionalen Fleischgroßhandel angeboten wird) übersalzen wird, eine ganz leichte pfeffrige Schärfe  macht die Pizza vollmundig. Die Shrimps Pizza hat den gleichen guten Teigboden, ist deutlich schärfer gewürzt und verfügt dazu über ein gehörige Portion Knobi – so dass es für mich notwendig wird, auch zwei Stücke (1/4) der Shrimps zu essen, wenn ich die Nacht überleben möchte. Beide Pizzen sind so gut, dass meine Frau, die sonst tatsächlich max. eine halbe Pizza schafft, die ¾ Pizza komplett aufisst. Bei dem Erfolg muss ich mir natürlich noch einen Lambrusco gönnen, dazu ein stilles Black Forest Mineralwasserfläschchen 0,25l zu 1,90€ - dies Glas Wein genieße ich nun, als wäre es einer der großen Gewächse Italiens – träume von der Sonne, dem Meer – vergesse, dass es draußen a..kalt ist – doch nichts da – wir müssen Heim – unser Hund wartet auf uns – zahlen bitte  -28,20 für 80 Minuten Kurzurlaub Italien garantiert natürlich guten Tip – unser Fazit gerne wieder!
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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