Zurück zu Ständige Vertretung im Flett · StÄV
GastroGuide-User: Ina12
hat Ständige Vertretung im Flett · StÄV in 28195 Bremen bewertet.
vor 4 Jahren
"Touristennepp - sonst nix!"
Verifiziert

Geschrieben am 29.02.2016 | Aktualisiert am 29.02.2016
Besucht am 09.12.2015
Im Dezember 2016 besuchte ich abends mit Freunden dieses Restaurant. Es liegt direkt an der Touristenroute Böttcherstraße, so dass sich die Betreiber kaum Sorgen um ein Ausbleiben der Kundschaft machen müssen. Auch dann nicht, wenn sowohl die Küchen- als auch die Serviceleistung inakzeptabel sind.

Wir waren zu viert unterwegs, um  eine geeignete Grundlage für unsere geplante Weinpeobe im Ratskeller zu legen. Da isst man als geübter Trinker vorzugsweise deftig und fettreich, umso besser bekommt der Wein. :)
In der Stäv bietet man neben rheinischer Küche und Kölsch auch Klassiker wie Schweinshaxe mit Kraut oder auch norddeutsches Knipp mit Bratkartoffeln an. Letzteres erschien mir angesichts der bevorstehenden Weinschwemme perfekt als Unterlage!
Das Restaurant war an diesem Abend proppevoll, dennoch fanden wir schnell ein paar Plätze nah am Eingang. Nicht sehr gemütlich, dank des ständig strömenden Publikumsverkehrs, aber egal.
Der junge Servicemann kam schnell, Getränke wurden bestellt, dann das Essen....
erster Schreck: das zu Knipp gehörende Apfelmus ist im stolzen Preis von 14,50 € nicht enthalten, es muss extra bestellt werden. Na schön, gemacht, ich hatte Lust auf lecker Knipp, dann ist mir eh alles egal! ;)
Es dauerte ca 30 Minuten, dann kam auch schon der nächste Schreck:
der Teller, den die sehr hektische und sehr sprachlose Servicedame vor mich hin stellte, ließ Grausames ahnen. Oh, Gott! Bratkartoffeln, die in dicksten Scheiben aussehen wie gekocht. Sprich: nix braun, nix kross, nix Zwiebelchen, nix Gewürz. Himmel, steh mir bei!
Noch schlimmer, ganz unerträglich der Anblick der 3 Scheiben (!!) Knipp. Noch nie in meinem Leben habe ich in Bremen unser schönes Knipp so schlimm zubereitet gesehen! Offenbar hat die Küchenkraft ( ein echter Koch hätte sowas niemals rausgehen lassen) drei Scheiben Knipp von Stück abgeschnitten, in die Pfanne geworfen, nach 1 Minute im Stück umgedreht und nach weiterer  Minute auf meinen Teller gepackt. Der erfahrene Knippesser wird such das Desaster ganz genau vorstellen können...dem Unerfahrenen sage ich: stell dir einen Haufen grauen Matsch vor, bestehend aus Grütze znd Fleischresten...das sind die Hauptbestandteile von Knipp. In dieser unappetitlichen Konsistenz ist der Genuss keiner, ich ließ also nach vorsichtigem Probieren mein gesamtes Essen stehen. Auch die Beilage, die matschigen Nichrbratkartoffeln und das teure Apfelmus ( mit Kernen!) konnten in keinster Weise punkten. Ich hielt mich an meiner Cola fest und wartete auf den Service.
Der kam auch regelmäßig an den Tisch, um das mit einem Bierdeckel bedeckte, leere Kölschglas meiner Bekannten gegen ein volles auszutauschen, meinen vollen Teller und mein bedröbbeltes Gesicht beachtete er nicht. Das war kein Zufall, sondern Prinzip, wie ich später erfahren sollte.
Nachdem meine ob ihrer riesigen Currywürste glücklich und satt gewordenen  Begleiter aufgegessen hatten, baten wir den Service um die Rechnung. Der kam fix, genauso wie der dritte und damit letzte Schreck an diesem Abend:
wir zahlten, wobei ich natürlich meine Unzufriedenheit über das verhunzte Knipp kundtat. Ich zeigte dem Kellner (?) auch meinen kaum angerührten Teller und erklärte, was ich mir anders gewünscht hätte.
Der Servicemann entschuldigte sich, versprach dies der Küche mitzuteilen und bat mir als Entschädigung Preisnachlass und einen Kaffee aufs Haus an....nein, das ist nur geträumt! Das wäre ja perfekt gewesen!!
In der traurigen StävWirklichkeit sagte der Herr Ober gar nichts zu meiner Kritik! Nichts!
Er schaute mich noch nicht einmal an!!
Er kassierte und ging!!
Tja, da hatte ich dann aber auch wirklich die Faxen dicke! Nieeee wieder sieht man mich in dieser Touri-Abzock- Kaschemme!!
Hungrig und frustriert lotste ich meine Bekannten zur nächsten Würstchenbude und legte so den Grundstein für die vielen, leckeren Weine, die wir an diesem Abend verkosten wollten. Die Wurst war  gut gewürzt, der Senf schön scharf, das Brötchen saftig....Stockinger am Liebfrauenkurchhof war der Stäv mehr als überlegen und rettete mir so die Laune und die herrliche Weinprobe im Ratskeller.
Die ist Tradition....zwei bis drei mal pro Jahr....ein Besuch der Stäv wird sich in meinem Leben allerdings nicht wiederholen. Brrr, nee!!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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