Cielo
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Harkortstr. 25-27, 44225 Dortmund
Restaurant Bar Loungebar Erlebnisgastronomie
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GastroGuide-User: Siebecko
hat Cielo in 44225 Dortmund bewertet.
vor 5 Jahren
"Fast im Himmel, nämlich auf der 7. Etage über dem Kaufhaus Dustmann in DO-Hombruch, liegt dieses noble Restaurant, das am 18.10.2013 eröffnet wurde. Tolles Design, perfekter Service, fast perfekte Küchenleistungen und am Ende ein fast leeres Portemonnaie"

Geschrieben am 05.11.2014 | Aktualisiert am 07.03.2015
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Besucht am 05.11.2013
Besuch am 05.11.2013

Fazit vorab für den eiligen Leser:
Cielo – der spanische Name für Himmel. Fast im Himmel, nämlich auf der 7. Etage über dem Kaufhaus Dustmann in DO-Hombruch, liegt dieses noble Restaurant, das am 18.10.2013 eröffnet wurde. Tolles Design, perfekter Service, fast perfekte Küchenleistungen und am Ende ein fast leeres Portemonnaie ist das Fazit unseres freudig erwartungsvollen Besuches.

Da hat Herr Dustmann von der Firma Dula, der Eigentümer der Immobilie, bei der Inneneinrichtung die ganze Palette seiner erfolgreichen Ladenbaufirma präsentiert. Die Betreiber des Restaurants, die Firma Dula und das Catering-Unternehmen dinner&co, haben hier ihr erstes Restaurant verwirklicht.

Ambiente

Ein architektonisches Highlight mit Wohlfühlatmosphäre. Ein, wie ich finde, spannender Mix aus konträren Materialien wie Holz, Leder und Edelstahl. Hochwertigste Materialien betören mein Auge. Hier wird nicht gekleckert, sondern edel geklotzt.

Der Fußboden besteht aus matten, graubraunen Holzbrettern. Die Wände sich teils schlicht weiß gestrichen, teils braun geklinkert, eine Wand ist petrolfarben gestrichen. Die Lederstühle von Knoll und die Ledersitzbänke sind in verschiedenen Erdtonfarben gehalten. Die Vorhänge vor den großen Panoramafenstern mit Blick über Dortmund sind aus edelstem grauem Tuch. Einige leicht transparente, weiße Stores fungieren von der Decke herabhängend als dezente Raumteiler. Decken und Wände beeindrucken mit einem ausgeklügelten Lichtkonzept. Einen farblichen Kontrast bildet die Farbe blau-türkis bei einigen Elementen wie Stühlen und Sofakissen, Blumenvasen und Wassergläsern. Etliche moderne Edelstahl-Designerobjekte schmücken Wandnischen und Fensterbänke. Weiß ist die Farbe aller Blumen.

Die blanken Holztische sind eingedeckt mit dezenten beigefarbenen Sets, auf denen edles Edelstahlbesteck mit schwarzen Griffen liegt. Der Höhepunkt der Detailverliebtheit sind die kleinen Besteckbänkchen aus Edelstahl. Neben den schlichten Wassergläsern schmücken moderne, bauchige Weingläser und ein schlichtes Glaswindlicht die Tische. Die schlichten weißen Stoffservietten mit eingesticktem Cielo-Logo sind zu einer Rolle geformt. Ebenfalls gerollt präsentieren sich die auf edlem, glänzendem Büttenpapier gedruckte Speisekarte und Getränkekarte im DIN-A3-Format.

Selbstverständlich sind die WC ebenso edel gestylt und mit weißen Stoffhandtüchern, einigen Duftwässerchen und Zahnseide ausgestattet.

Service

Der Restaurantleiter und eine blonde Servicedame (Hinweis für alle männlichen RK-Kritiker: Kategorie 6 volle Punktzahl 5) begrüßen uns freudig herzlich und charmant. Wir dürfen an der riesigen Fensterfront an einem Zweiertisch Platz nehmen. Die Dame bringt uns das gewünschte Mineralwasser Apollinaris Selection (0,7 l zu € 6,50) und als Aperitif zwei gewünschte Gläser Duc de Raybaud Rosé brut Provence 2011 (0,1 l zu € 6,40). Sie berät uns kompetent und flexibel zu unserer Speisenauswahl. Bis zum Ende fühlen wir uns bestens aufgehoben und umsorgt. So erwarten wir gästeorientierte Serviceleistung.

Unser optimal gekühlter Wein, am Tisch aus der Flasche ins Glas gegossen Herrenberg Grauer Burgunder 2012 – 0,1 l € 5,00.

Speisekarte

Die Speisekartenauswahl ist minimalistisch. Im Prinzip ein achtgängiges Menu, das regelmäßig wechselt. Aus diesem kann man je nach Hunger und Laune auch einzeln in verschiedenen Mengenausführungen zu entsprechenden Preisen wählen.

Unsere Speisen

Frisch aufgebackene Roggenbrötchen, raffiniert aromatisiert mit Curry und schwarzem Zwiebelsamen, sowie kleine Portionen Butter bestreut mit schwarzem Salz sollen unsere knurrenden Mägen zunächst ruhigstellen. Was sich jedoch als schwierig herausstellt, da die kühlschrankkalte Butter sich standhaft dem Buttermesser widersetzt. Aber das Messer hat mit groben Hieben gewonnen. Der futuristische Designer-Butterteller ist zwar immens schick, aber das Messer findet nur Halt, wenn man es quer legt.

Das Amuse

Ein doppelwandiger Glasbecher, gefüllt mit einer pürierten Erbsenmousseline lockt zum Verzehr. Erhöht wird der Reiz durch ein krosses Noriblättchen, auf dem ein Klecks Möhrengeraspel mit dem Versinken in den Erbsenteich kokettiert. Ein Schubs von mir mit dem Löffel und alle SOS-Rufe kommen zu spät. Köstlich!

Thaicurry mit Entenbrust und Himalajareis als Vorspeisenportion aus dem Tagesangebot (€ 19,00)

Fein geschnetzelte und kurz angebratene Entenbruststreifen ohne Hautanteil, im Wok kurz geschwenkt mit Lauchzwiebeln, Mangowürfeln und Cashewkernen mit einer Sauce aus gelbem Thaicurrypulver und Cocosmilch. Eine sehr aromatische und schmackhafte Zubereitung, die optisch minimal verfeinert wurde durch lange, schmale Späne von Möhren mit Curry ummantelt und kurz frittiert. Daneben liegt unspektakulär ein kleiner Turm von kleinkörnigem Himalajareis, auf dem ein kleiner Busch Julienne von gekräuselten Lauchzwiebeln thront. Meiner Begleitung schmeckt das typische Thai-Curry sehr gut. Die Kratzspuren des Löffels auf dem Teller beweisen das.

Jakobsmuschel – geräucherte Mandel – Bergkäse – Zitronengras (€ 19,00)

Meine Wahl. Oh, was ist das? Ein filigranes Glasschälchen mit tausend Füßchen drunter steht vor mir. Soll ich das wirklich berühren? Ja, auch auf die Gefahr hin, dass mein Löffel stärker ist als das Glas oder meine Bärenpranken das zarte Gebilde beim Berühren zerdrücken. Ich schaue, schlucke, bin ja kein Vielfresser, aber € 19 für 2 Jakobsmuscheln mit etwas Schaum? Mutig vom Haus. Aber das Glas muss bezahlt werden.

Rein mit dem Löffel und … ja, mein Gaumen sagt ja zu € 19. Was soll ich da machen? Die Jakobsmuscheln sind optimal glasig gegart, getoppt mit einer krossen Masse aus Mandeln und Bergkäse und schwimmen in einer traumhaften Schaumsauce von Curry und Zitronengras. Etwas spendabler hätte der Koch wirklich sein können, aber dann wären die Jakobsmuscheln wohl in der Sauce ersoffen. Vielleicht sucht man nach dem Verschleiß der ersten drei Dutzend dieser Edel-Glasschälchen nach einer anderen Art der Präsentation, die für den Schlemmer mehr Sauce ermöglicht. Schmatz.

Limburger Klosterschwein (Filet – Bäckchen –Schinken) Sellerie – Rote Bete – Kaffee (€ 32,00)

Auf einem weißen Teller mittig platziert drängeln sich das rosa gebratene, zarte Filet, das butterzart schmelzige Bäckchen, eine würzige Scheibe vom Schinken, aufgerollte Streifen von gelber Bete und Selleriepüree in einer kräftigen Demi glace. Meine Begleitung ist hoch zufrieden.

Mein Thai-Curry-Gericht als kleine Hauptspeise ist von der Zubereitung identisch mit der Vorspeise meiner Begleitung, fällt mengenmäßig jedoch etwas größer aus.

Leider ist es mir zu viel und die Optik leidet darunter. Ich meine, dieses Gericht sollte bei einem Restaurant dieser Klasse optisch geschickter präsentiert werden, obwohl es auch mich geschmacklich überzeugt hat.

Grüntee Variationen – Sojabohnen – weiße Schokolade (€ 16,00)

Von links nach rechts (ich habe mitgenascht mit eigenem zugeteiltem Löffelchen):

Eckig gebackener Muffin bestreut mit kleinen grünen Tapiokaperlen. Sehr ordentlich.

Basilikumparfait in einer Hippenschaukel serviert. Zart, schmelzig, klasse.

Grüntee-Marzipan-Lollo am Stiel, versteckt unter Schokoladenmantel. Mmmh…

Eingelegte Pflaumen, sehr schmackhaft

Wo Sojabohnen und weiße Schokolade versteckt sind, weiß ich nicht.

Fazit

Ausgezeichneter Start dieses neuen Restaurants. Jedes Ambiente ist persönliche Geschmackssache. Uns hat es gefallen. Der Service ist aktuell gut aufgestellt. Die Küche bringt für die kurze Zusammenarbeit erstaunlich gute Leistungen. Wir hoffen, es bleibt so. Die gehobenen Preise passen zu dem, was geboten wird.

Erläuterungen zur Punktevergabe

Einzige leise Kritikpunkte waren zu harte Butter und Thaicurry-Präsentation. Ich gebe Starter-Bonus und runde beim Essen großzügig auf 5 Punkte auf.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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Carlo Attraversando findet diese Bewertung gut geschrieben.