Zurück zu Taverne Akropolis
GastroGuide-User: Familie4P
hat Taverne Akropolis in 94496 Ortenburg bewertet.
vor 4 Jahren
"Durchschnittlich"
Verifiziert

Geschrieben am 18.02.2017 | Aktualisiert am 19.02.2017
Besucht am 18.02.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 42 EUR
Die Taverne Akropilis war früher ein gutbürgerliches Lokal unter dem Namen Post. Wenn man genau hinschaut, erkennt man auch von der Einrichtung her Reste aus dieser Zeit, auch wenn man sich Mühe gegeben hat, den Innenraum zu "griechisieren". Fernsehzuschauern könnte die Fassade auch als Gasthaus "zum Ochsen" bekannt sein, in Ortenburg wurde die 2 - 4. Staffel vom Forsthaus Falkenau gedreht. Die Innenaufnahmen wurden allerdings im Studio gedreht.

Der Zugang ist weitgehend barrierefrei, auch die Toiletten liegen ebenerdig, sind allerdings relativ eng. Parkplätze gibt es genug vor der Tür am Marktplatz (tagsüber Parkscheibe nicht vergessen!)

BEDIENUNG/SERVICE:
Es war heute (Samstag Abend) relativ viel los, so waren 4 Bedienungen im Einsatz, die ihren Dienst gut, aber eben nicht übermäßig professionell gemacht haben. Aber es hat soweit gepasst, in dieser "Liga" kann man eigentlich nicht viel mehr erwarten. Es waren alle freundlich und flink. Was oft vorkommt, aber nicht auszurotten ist: Man bekommt die Karte und wird gleich nach den Getränken gefragt. Man könnte jetzt ganz spitz fragen: wenn man den Gast gleich mit Kartenübergabe nach den Getränken fragt, kann man sich doch in der Karte gleich den Teil mit den Getränken sparen...

ESSEN:
Die Speisekarte ist eine Papp-Kladde mit Einlegeblättern. Die Kladde ist schon leicht abgegriffen, aber noch akzeptabel. Der Inhalt ist so, wie man es häufig bei Griechen findet, ein (über-)reichliches Angebot mit zig Gerichten aller Arten, wobei viele Gerichte letztlich Kombinationen aus immer wieder vorkommenden Komponenten sind. (Gyros,Steak, Spieße etc.)

Ich aß die "69", den Dorfteller... wieder besseren Wissen, dass der von seiner schieren Masse eigentlich kaum zu schaffen ist. Diverses Fleisch, Reis und Pommes. Dazu einen Salat. Dafür werden 15 Euro aufgerufen.

Nach sehr kurzer Zeit kam der Salat, der schon optisch eine Enttäuschung war. Die meisten Komponenten kamen sichtlich aus der Tüte bzw. aus dem Glas, das Dressing war lasch und ohne jede Idee. Verdammt noch mal, warum ist es so schwer, vernünftigen Salat zu machen? Es geht doch, wie andere Lokale es beweisen. Der Salat ist leider oft das Stiefkind der Gastronomie. Der Geschmack bestätigte den optischen Eindruck. Für sich alleine betrachtet hätte ich dem Salat nur 2 Sterne gegeben.

Der Salat

Anschließend kam dann das Hauptgericht. Eine Menge Essen auf einer großen Platte gestapelt... leider keine Warmhalteplatte bzw. angewärmte Teller. Bei dieser Essensmenge wäre so etwas wünscheswert. Das Essen war zwar schon eine Steigerung zum Salat, aber ein paar kleine Kritikpunkte muss ich hier auch anmerken:
Das Steak war hart an der Grenze vom trocken sein, das Hacksteak hatte deutlich Röstaromen und war sehr grenzwertig, das Tzaziki war knapp bemessen und etwas mehr "Biss" haben dürfen und die Pommes mussten nachgesalten werden. Stichwort Nachwürzen: auf dem Tisch standen Salzstreuer und ein Streuer, der Niespulver, äh gemahlenen Pfeffer enthielt. Auf der Anrichte standen echte Pfeffermühlen, aber anscheinend nur zum Anschauen.

Dorfteller 15,00

Meine Frau aß den Trikala Teller (da waren Calamris und Scampis dabei). Für den Salat gilt das gleiche, was ich bei meinem Gericht geschrieben habe, ebenso für die Pommes und das Tzaziki. Ansonsten war sie zufrieden mit ihrem Essen.

Trikala Teller 13,50

Es war nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut. Deswegen gebe ich großzügige 3 Sterne. Mehr ist schon alleine aufgrund des Salates nicht drin.

AMBIENTE:
Es würde sich Mühe gegeben, eine gewisses griechisches Flair zu erzeugen, aber mit Gipssäulen mit Plastik-Mauersteinen erreicht man dieses Ziel nicht ganz. Man sieht noch Reste aus der "gutbürgerlichen Zeit", Tische und Stühle wirken überhaupt nicht griechisch (dazu trägt auch das Fehlen von Tischdecken bei), wenig Tischdeko. Und man merkt an einigen Stellen, dass das Gasthaus sichtlich in die Jahre gekommen ist. Es gibt eine Gaststube und einen "Saal", den man mit einer Faltwand abtrennen kann. An diesem Abend war sie aber offen, weil das Gasthaus fast voll belegt war. Tische, die frei wurden, wurden recht schnell wieder belegt. Dadurch war es recht groß und laut, was jetzt nicht ganz so gemütlich war.
Im Sommer gibt es noch eine Außenterrasse, die leider nicht viel Sonne abbekommt (falsche Straßenseite).
So gesehen gibt es wackere 3 Sterne.

SAUBERKEIT:
Es war wirklich sehr sauber, auch wenn man genau hinschaut und zum Beispiel Deko-Gegenstände ein paar Zentimeter verschiebt und drunter schaut. Auch die Toiletten waren sehr sauber (auch an versteckten Ecken, wie den Türoberkanten). Besonders fiel mir auf, dass in den Toiletten Flächendesinfektionsmittel vorhanden war und am Waschbecken Händedesinfektionsmittel... das habe ich so bisher selten gesehen. Das hat mir gefallen und ich wollte schon mehr als 4 Sterne geben, aber bin dann doch zurück auf 4 Sterne, weil mir eine Kleinigkeit aufgefallen ist: Essen wurde aus der Küche durch eine kleine Luke in die Gaststube geschickt. Wirklich klein. Und durch die selbe Luke werden die gebrauchten Teller in die Küche zurück geschickt. Über die gleiche Ablagefläche. Hier geht frisch und gebraucht zu nah aneinander vorbei.
Deswegen - leider - nur 4 Sterne und nicht 4.5.

PLV:
Die Portionen sind wirklich reichlich, die Preise sind soweit angesichts der Mengen, die man zu essen bekommt angemessen.
3.5 Sterne

FAZIT:
Es ist ein ganz ordentlicher "Landgrieche", aber jetzt nicht wirklich über besonders. Man wird aber freundlich bedient und behandelt und der Laden ist - zumindest Samstag Abend - gut gefüllt. Wenn es sich ergibt und es mir nach griechisch gelüstet, werde ich wieder hingehen (aber auf den Salat verzichten).
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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