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GastroGuide-User: Pepperoni
hat Kalimera in 68623 Lampertheim bewertet.
vor 5 Jahren
"Etwas weit ausserhalb der Stadt, aber der Besuch lohnt sich"
Verifiziert

Geschrieben am 09.01.2015
Besucht am 16.08.2014
Lage / Parken
Wer die Heide in Lampertheim nicht kennt, kann auch mit der Unterstützung seines Navigerätes nicht rechnen. Das Restaurant liegt etwas außerhalb mitten im Wald direkt neben dem Heide-Kegelzentrum.  Daher hier eine kurze Anfahrtsbeschreibung: Von Lampertheim Richtung Hüttenfeld fahren. Im Kreisel die 1. Ausfahrt in die Spange Rosenstock und dann dem Sandtorfer Weg folgen. Dem Schild Kegelcenter folgen bis ein Feldweg kommt. Hier steht ein Schild mit dem Hinweis Kalimera. Nicht befestigte Parkplätze direkt davor sind ausrei-chend vorhanden.

Ambiente
Das Gebäude ist abgetrennt durch einen nicht sehr einladenden Metallzaun und auch der Aushang lässt eigentlich nichts Gutes erahnen. Kaum neu eröffnet hängt die Speisekarte lieblos zerknüllt im Schaukasten. Der erste Eindruck ist miserabel. Dennoch gehen wir weiter durch den Hof- /Biergarten. Schönes Steinpflaster, Wasserspiele und Sonnenschirme versöhnen uns wieder. Sowohl die Terrasse als auch der Innenbereich wirkt  noch taufrisch und neu renoviert. Das neue Lokal ist reduziert mit modern-puristischem Ambiente hinter großen Fenster-fronten. Keine Gardinen stören den Blick nach draußen. Der an sich schlichte, lichte große Raum mit grauen und weißen Fliesenboden und  mit beigefarbenen Wänden und weißer Decke ergibt eine große Geräuschkulisse beim Stühlerücken bzw. wenn eine lebhafte Atmosphäre im Raum aufkommt. Da bringen auch die  weißen Segeltücher an der Decke keine Abhilfe. Man sitzt auf dunkelbraunen Lederpolsterstühlen fast Schulter an Schulter - so dicht stehen die mächtigen, braunen, quadratischen  Tische – obwohl ausreichend Platz vorhanden wäre um gemütlich zu sitzen. Schöner ist der Sitzbereich auf einer kleinen „Insel“- Empore.  Der Barbereich ist offen, hell und freundlich gehalten. Auch die Tischdeko ist minimalistisch. Eine kleine grüne Decke ein Teelicht und eine kleine schwarze Vase mit einer verwelkten Rose und einem langblättrigen Gladiolenblatt zieren die Tische. Alle Tische sind bereits mit Bestecken eingedeckt,  die in einer grünen, zu einer Tasche gefalteten Serviette. stecken. Das Publikum ist kunterbunt gemischt. Ob Alt oder Jung, ob Familienausflug. nach einem Spaziergang oder Ausritt,  alles trifft sich. Da alles ebenerdig ist, ist auch alles behindertengerecht ausgestattet. Ein Wickeltisch im Toilettenbereich ist ebenfalls vorhanden. Für Hunde stehen Wassernäpfe bereit und sogar  Pferde („…es steht ein Pferd auf em Flur…“) sind erlaubt. Es wurde hierfür extra eine Parkmöglichkeit für Pferde mit Pferdetränke angelegt. Kinder sind willkommen und können sich auf dem Kinderspielplatz austoben.

Service
Wir dürfen uns einen Tisch aussuchen und werden bedient von einem etwas korpulenten Griechen mit Ringelshirt und tätowierten Unterarmen. Nur das Allernötigste wird erfragt. Er ist zwar geschult,  fünf  volle Teller werden auf einen Rutsch an die Tische gebracht und das Tablett wird geschickt jongliert aber es fehlt an Leidenschaft, Herzlichkeit und die für ein Restaurant angemessene Kleidung. Leere Gläser werden nicht sofort bemerkt und das ge-wohnte Nachfragen erfolgt erst zum Schluss. Konversation ist nicht  gefragt und Wünsche werden nur zögerlich entgegengenommen. Platz im Restaurant ist für ca. 100 Personen und der Biergarten kann ca. 50 weitere Personen aufnehmen.

Essen
Bevor es losging gab es schon einen Ouzo aufs Haus und dann erst kam die Speisekarte. Für eine Neueröffnung ist die Karte schon sehr abgegriffen. Die dünnen Folienblätter sind zerknautscht und  vmtl. schon einmal auf der Terrasse durchfeuchtet worden. Kein appetitlicher Anblick. Die Speisekarte führt vor allem griechische Spezialitäten aber auch Schnitzelgerichte sind zu haben. Als Besonderheit gibt es für Blinde eine Speisekarte in Brailleschrift. Wir ent-scheiden uns zuerst  für die gegrillten Peperoni mit Zaziki (4,50 €) und für die gefüllten Champignons (4,50 €). Die Peperoni waren knackig und pikant. Das Knoblauchmus war etwas schwach. Der Zaziki hingegen mit dünnen Gurkenstreifen und Dill ungewöhnlich verfeinert. Die mit Schafskäse gefüllten und panierten  Champignons schwammen in einer intensiven Tomatensoße und waren mit einem stimmigen Käse überbacken. Für beide Vorspeisen gab es noch ein Körbchen mit Brot dazu. Dann ging es weiter mit dem Dorfteller (12,50 €) und Biftekti (9,90 €). Zwei unterschiedliche Salate wurden serviert. Ein Bauernsalat bestehend aus Tomaten, Gurken, Zwiebeln und einem großen Stück Schafskäse zum Dorfteller und einem gemischten Salat zum Bifteki. Beide Salate waren gut  mit einem Öl-Essig-Dressing bzw. Joghurtsauce angemacht, lediglich die Stückelung war etwas grob.  Das Fleisch  sowohl auf dem Dorfteller als auch das schmeckbar  handgemachte Bifteki war zart, saftig und auf den Punkt gegrillt. Das Gewürz kam aus der Salz- und Pfeffermühle, die zum Essen dazu gereicht wurde. Der Pfeffer war hier herrlich frisch, aromatisch und verlieh dem Fleisch eine erstklassige Note. Der dazu gereichte Tomatenreis war stimmig.  Zum Schluss, nach dem Bezahlen, kamen noch 2 Getränke aufs Haus aus der Saftbar. Grüne und gelbe Konzentrate, die schön aussahen aber nicht unserem Geschmack entsprachen.


Fazit: Die Küche ist geschmackvoll, ohne Schnickschnack, der Maestro am Grill versteht sein Handwerk
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


kgsbus und 2 andere finden diese Bewertung hilfreich.

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