Zurück zu Dreikönigshof
GastroGuide-User: Dibbegucker
hat Dreikönigshof in 55411 Bingen am Rhein bewertet.
vor 5 Jahren
"Typische Straußwirtschaft in modernem Look"
Verifiziert

Geschrieben am 18.04.2015
Besucht am 17.04.2015
Der Dreikönigshof ist ein Straußwirtschaft, wie man sie in Rheinhessen in fast jedem Dorf findet, geht allerdings in Richtung Vinothek und bezeichnet sich auch so. Dies wohl zu Recht, den von den ca. 20 Weinen auf der Karte sind alleine 12 mit einer silbernen oder goldenen Kammerpreismünze ausgezeichnet.  Wir treffen uns mit unserem Drei-Pärchen-Stammtisch einmal im Monat zum gemeinsamen Restaurantbesuch und diesmal sollte es der Dreikönigshof sein.

Service
Bedient wurde von drei Damen, darunter die Chefin persönlich, die allerdings meist den Dienst hinter dem Tresen versah. Die anderen beiden Mädels bedienten flink und freundlich, obwohl das Lokal bis zum letzten Platz (ca. 80 Plätze) besetzt war. Karten und Getränke kamen prompt an den Tisch. Mit dem Essen dauerte es naturgemäß aufgrund des Hochbetriebs etwas länger, aber das lag an der Küche und war durchaus noch im Rahmen. Bei leeren Gläsern wurde zwar nicht nachgefragt, es bestand jedoch immer Blickkontakt zwischen den Gästen und der Thekenbesatzung, so daß man seinem Getränkewunsch, wie bei uns durchaus üblich, durch Heben des leeren Glasen in Richtung Tresen, Ausdruck verleihen konnte. Dem wurde dann auch prompt entsprochen.

Essen & Trinken
Im Dreikönigshof ist die Getränkekarte, besonders die Weinkarte naturgemäß wesentlich umfangreicher als die Speisekarte. Beide sind in der Homepage des Hauses einzusehen. Daher beschränke ich mich bei meiner Rezension auf einige Beispiele. Der preiswerteste Wein iist ein 2013er Riesling trocken QbA, goldene Kammerpreismünze für € 2,20 / 0,2l  Das war meiner, nicht nur wegen des Preises. Die obere Preismarge wird von einem 2012er Spätburgunder Barrique trocken QbA, ebenfalls mit einer goldenen Kammerpreismünze ausgezeichnet, für € 3,50 / 0,2l gesetzt. Dazwischen 17 weitere Weine von weiß über rosé bis rot, trocken, classic und halbtrocken. Auch ein milder Roter, ein Cuvé namens Romi ist vertreten, sowie eine 2013er Huxelrebe Auslese mit 95,9g/l RZ. Daneben gibt's noch Secco, Sekte diverse Säfte, Schnäpse und Cola/ Limo/ Wasser. Was es im Dreikönigshof nicht gibt, ist Bier. Hier wahrt der Winzer seinen Stolz und überlässt die Biertrinker gerne seinen Mitbewerbern.

Die Speisekarte bietet Gerichte von € 1,50 für ein Schmalzbrot bis € 7,80 für ein Winzersteak (Schwein) mit Brot oder zum gleichen Preis eine "Dreikönigsplatte" (Käse, Mett, Schinken, Hausmacher Wurst mit Brot). Alternativ zum Brot sind Bratkartoffeln für € 2,80 erhältlich. Hackbraten, Bratwurst, Flammkuchen, "Strammer Max" und Handkäse sind nur einige weitere Beispiele der umfangreichen Karte, die allerding in erster Linie auf Vespergerichte ausgerichtet ist.

Ich hatte mich diesmal nach einem kleinen Salat als Vorspeise (€ 2,80) für die Portion Vespermett (€ 5,80) entschieden, sehr gut passend zu meinem Riesling, oder umgekehrt. Meine Frau hatte den Hackbraten "Winzerart" mit Bratkartoffeln (€ 6,50 + € 2,80) und ebenfalls einen kleinen Salat als Vorspeise. Die Salate bestanden aus Lollo Rosso und etwas Feldsalat und waren mit einer leckeren, hausgemachten Kräutervinaigrette versehen. Leider war der Salat ziemlich großblättrig belassen worden und die Rippen nur unvollkommen entfernt, was mich jetzt nicht gestört hat. Ich mag den Salat knackig. Meine Frau war davon allerdings nicht so begeistert. Um so mehr war sie über den Hackbraten und die Bratkartoffeln erfreut. Knusprig und gut gewürzt die Kartoffeln und ebenso der Braten mit einer leckeren Sauce. Meine Mettportion mit Zwiebelringen war ebenso gut gewürzt, frisch und von der Menge her genau richtig für die beiden, dazu gereichten Brotscheiben, die allerdings aus einem Supermarktregal zu stammen schienen. Alles in Allem 4* für unser Essen. Einem unserer Begleiter hat sein Winzersteak nicht so geschmeckt. Es war offensichtlich zu lange auf dem Grill und trocken.

Neben meinem Riesling trocken hatte ich auch mal an dem "Classic" meiner Frau genippt und auch den Weißburgunder meiner Tischnachbarin probiert. Beide Weine ebenfalls sehr lecker, aber da bleibe ich stur. Der trockene Riesling ist halt mein Wein.

Ambiente
Wie schon angedeutet, geht das Ambiente eher in Richtung Vinothek. Die Wände des L-förmige Raumes sind in einem burgunderrot gestrichen, was sich schön gegen die schneeweiße Decke abhebt. Das Mobiliar und die Theke sind aus hellem Buchenholz, ebenso die Vitrine, die verschiedene Ehrenpreise des Weingut beherbergt. Der kurze Schenkel des "L" wird vom Ausschank vereinnahmt, während der längere Schenkel den Gästebereich beherbergt. Es gibt noch einen Nebenraum, der von unserem Platz jedoch nicht einzusehen war. Man sitzt auf gepolsterten Stühlen und die Tische sind mit Tischläufern, Kerzenleuchtern und einer dezenten Rebendeko versehen. Insgesamt gesehen macht der Raum einen freundlichen Eindruck, ist jedoch vom Ambiente her nicht die urige Weinstube und will es wohl auch nicht sein. Wenn der Raum voll besetzt ist, herrscht natürlich auch die entsprechende Lautstärke.

Sauberkeit
Da gibt es nichts auszusetzen, weder am Raum noch an Tischen  oder Sonstigem. Die Toiletten wurden nicht aufgesucht.

Fazit
Sehr gutes PLV. Gepflegte Weine und leckeres Essen. Wenn sich's ergibt, gerne wieder!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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