Kühners Besen
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Öläcker 1, 74172 Neckarsulm
Besenwirtschaft Ausflugsziel
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GastroGuide-User: Karibiksonne210
hat Kühners Besen in 74172 Neckarsulm bewertet.
vor 5 Jahren
"Spargelbesen - Empfehlenswert ist der Spargeltoast"
Verifiziert

Geschrieben am 12.12.2015 | Aktualisiert am 13.12.2015
Besucht am 20.05.2015
Direkt an der Landesstraße 1095 und kurz vor Neuenstadt a. d. Kocher liegt der Aussiedlerhof der Familie Kühner. Da es sich um einen "Besen" handelt, sind die Öffnungszeiten beschänkt auf die Spargelzeit (17. April bis 15. Juni ) und auf die Wildzeit (27. September bis 20. Oktober).

Parkplätze mit geschottertem Untergrund gibt es jede Menge um das große Anwesen. Die werden auch gebraucht, denn der Besen ist stets gut besucht und die warme Küche von 11 bis 24 Uhr durchgehend geöffnet. Bei unserem Besuch waren fast alle Tisch, auch im überdachten Außenbereich belegt. Eine Reservierung ist nicht möglich. Da es ein Kommen und Gehen ist und keiner länger verweilt, wird immer auch rasch ein Tisch wieder frei.

Die laminierten A5 großen Speisekarten mit allerlei vom Spargel liegen bereits auf dem Tisch, das Besteck mit einer Papierserviette steckt eingetütet in einem Behälter. Unsere Sitze (Bank und Stühle) sind mit Kunstlederüberzug und um jeden Tisch (ca. 12 im Innenbereich) haben ca. 6 Personen Platz. Im überdachten Außenbereich sitzt man auf Brauereibänken mit Rückenlehnen.

Das Ambiente des Innenbereichs würde ich mit einem Wort beschreiben: Wohnungsauflösung der verstorbenen Großmutter. Es hängt allerlei alter und sicherlich wertvoller Hausrat an den Wänden. Selbst an einer Leine die quer über den Raum gespannt wurde, hängt alte vergilbte Wäsche. Für alte Kaffeemühlen, Gugelhupfformen, Milchkannen, Bügeleisen, alte Nähmaschinen habe ich ja noch Verständnis. Aber was haben "Liebestöter" und Baby-Hemdchen auf der Leine dort zu suchen?

Die Speisekarte auf Kühners HP entspricht nicht den Preisen, die dann tatsächlich abgerechnet wurden. So ist aktuell pro Gericht oder Getränke mit ca. 0,20 - 0,40 Euro mehr zu rechnen. Die Essens- und Getränkebestellung wird elektronisch aufgenommen, wird so direkt und schnell in die Küche weitergeleitet, auf einer Karte gespeichert, die dann bis zum Ende auf dem Tisch liegen bleibt und zum Bezahlvorgang wieder in den Kartenleser eingezogen werden. Eine Rechnung auf Papier wird auf Wunsch danach noch ausgedruckt.

Auf Empfehlung meiner Eltern essen wir den Spargel Toast (ca. 5,50 Euro) der uns angekündigt wird mit Spargel auf Bauernbrot und dann mit Käse überbacken. Ehrlich gesagt konnte ich mir einen Toast mit Bauernbrot und der dann noch gut schmeckt nicht vorstellen. Und so war ich sehr positiv überrascht, als auf einer dicken Brotschnitte, belegt mit einer Schinkenscheibe, Spargelstücken und mit einem schmackhaften Käse überbacken, serviert wurde und ich meinen ersten Bissen nahm. Von der Küche wurde das Brot schon in Häppchen geschnitten und es war eine feine und dennoch herzhafte "Vorspeise" für unseren Tisch.

Bei meinem nächsten Gericht, der gegrillte Lachs mit Kartoffeln, Spargel und Sauce Hollandaise (13,90 Euro), und das teuerste Gericht, hätte ich mir gewünscht, es doch nicht bestellt zu haben. Noch nie in meinem Leben habe ich so einen verkochten Spargel serviert bekommen. Die Stangen waren im Durchmesser ca. 1 cm (sieht auf dem gemachten Foto dicker aus als es ist, es sind leider so dünne Stangen gewesen). Nach dem ich sie in Stücke geschnitten hatte, waren sie Matsch und als ich dann auch noch das nicht sauber geschälte Gemüse nochmals nachbearbeiten mußte, war fast nichts mehr übrig. Die zwei Stücke Lachs waren mindere Qualität und totgekocht. Die zwei schon geschälten Kartoffelkugeln mußten schon ewig lange gelegen haben, bevor sie auf meinen Teller fanden. Die Sauce Hollandaise war wie meist üblich, nur aus dem großen Eimer entnommen. Das Essen scheint komplett vorgekocht, der Spargel dabei zu lange, die Kartoffeln lange vorher geschält und wird dann nur nach Bedarf kurz erhitzt.

Vom vorerst mit lecker bezeichneten Essen meiner Mitessen, während ich schon gleich bei meinem ersten Bissen mich mit der Reklamation beschäftigte, ging dann tatsächlich noch 2 / 3 zurück. Was uns dann an Spargel auf zwei Platten nachgereicht wurde ließ uns staunen: Spargelstücke auch im Durchmesser wie aus dem Bilderbuch, nicht verkocht und sauber geschält. Hier müssen die Gäste unterschiedlich behandelt werden oder woher kann die Küche so schnell so tollen Spargel zaubern?

Der Service besteht aus jungen Mädchen die freundlich sind und in der nächsten Saison sich wieder mit Schule oder Studium beschäftigen. Dass Blickkontakt mit den Gästen auch den Getränkekonsum erhöhen könnte wurde bei der Einlernung nicht gesagt und leere Teller darf der Gast zureichen. Ein weiterer Besuch ist, auch der des Wildbesens, nicht vorgesehen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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